9
Hydro (Subject) / Physiologische Wirkung des Wärme- und Kältereizes (Lesson)
- Körpertemperatur Reaktion auf Überwärmung: Vasodilatation der Hautkapillaren und erhöhte Schweißproduktion → erhöhte Strahlungswärmeabgabe und Verdunstungskälte Unterbrechung der Thermoregulationsmechanismen → Körpertemperatur steigtReaktion auf Unterkühlung - erhöhter Stoffwechsel, Kältezittern, Schüttelfrost bis hin zu unwillkürlichen Muskelbewegungen
- Wärmeregulation Hautgefäßdilatation → erhöhte StrahlungswärmeabgabeHautdünsten → VerdunstungskälteSchwitzen → Verdunstungskälte
- Kälteregualtion Gefäßkonstriktion in der Peropheriekurzfristige Dilatationintervalle der Hautgefäße (zur Versorgung der Haut)immer längere Pausen zwischen den Dilatationsphasen ggf. Erfrieren der betroffenen Gebiete
- Gefäßreaktionen gesundes fäßsystem Primär- und Sekundärreaktion plötzliche Kälte/plötzliche Hitze: Konstriktion, Dilatation langsam steigende Temperatur: Dilatation, Dilatation langsam absteigende Temperatur: Konstriktion, Konstriktion
- geschädigtes Gefäßsystem Bei geschädigtem Gefäßsystem nur Primärreaktion! → bei plötzlicher Hitze und Kälte nur Konstriktion Kontraindikationen: plötzliche Wärme und Kältereise sowie wechselwarme Maßnahmen Beispiele: diatnetische- arteriosklerotische- und angiostastische Erkrankungen
- Konsensuelle Reaktion bei örtlichen Thermoreizen reagieren auch innere Organe gleichsinnig (Gefäßsstellung) → nervös-reflektorische Schaltung (Nachweis: Kapillarmikroskop)Beispiel konsensuelle Reaktionen - allgemeines Schwitzen bei ansteigendem Unterschenkelbad - kalte Füße → kalter Körpervasomotorische Reaktionen breiten sich auf gesamte Körperoberfläche aus (nicht auf Gefäße am Ort der Temperatureinwirkung beschränkt) → Gefäße der nichtbehandelten Seite reagieren gleichsinnig
- Auswirkung auf Atmung indifferente Wassertemperaturen → nur unerhebliche Beeinflussungje kälter und/oder großflächiger die Applikation erfolgt, desto mehr wird die Inspiration angeregt → Atemnminutenvolumen steigt (Beispiel Kneippscher Vollguss)warme bis heiße Applikationen: bei kürzerer Anwendungungsdauer ebenfalls fördernd auf Atemtiegebei längerer Dauer → Atemzüge wieder kürzer und oberflächlicher, Frequenz wird schneller → Auftreten einer Hyperventilatiostetanie bei heißen Bädern/Überwärmungsmaßnahmen möglich
- Auswirkungen auf Herztätigkeit und Blutdruck lokale Wärmeeinwirkungen beeinflussen Schlagzahlallgemeine Wärmewirkungen (z.B. heiße Vollbäder, Dampfbäder) beschleunigen den Puls umso mehr, je wärmer sie sind und je länger sie dauernlokale Kältemaßnamen wirken beruhigend + verlangsamen Herztätigkeit (besonders bei direkter Applikationin Herzgegend)allgemeine Kältemaßnahmen (z.B. kühle Vollbäder) beruhigen und verlangsamen Herztätigkeitallgemein sehr heiße/sehr kalte Applikationen belasten Herz-Kreislaufsystem stark
- Auswirkungen auf Nervensystem kurze kräftige Wärme-/Kältereize gleichermaßen anstrengend und erfrischend → erhöhen Tonus der Skelettmuskulatur → steigern Erregbarkeit der motorischen Nervenlänger andauernde mild-warme Vollbäder/längere milde Kaltanwendungen → entspannend und beruhigend → setzten Tonus und Erregbarkeit herablänger andauernde lauwarme bis indifferente Bäder → schlaffördernd → beruhigend auf nervöse Erregungszuständeauf sensible Nerven - milde Wärmereize → schmerzlindernd, erregbarkeitsdämpfend - hohe Wärmegrade → gegenteilige Wirkung
Advertisement