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Sozialpsychologie (Subject) / Prosoziales Verhalten, Hilfeverhalten und Zivilcourage (Lesson)
- Definition Hilfeverhalten Unterkategorie von prosozV Bezieht sich auf alle Verhaltensweisen, die eine Person mit der Absicht, das Wohlergehen einer konkreten anderen hilfsbedürftigen Person (oder Gruppe) zu verbessern. Spenden/Crowdfunding zählt nicht zu Hilfeverhalten (Person nicht anwesend) Menschen zeigen aktiv Hilfe, nicht beruflich motiviert (streitbar! Pfleger: Scheißjob -> Geld etc. kann nicht einziger Grund sein, warum man ihn macht). Motive können egoistischer oder altruistischer Natur sein.
- Altruismus Hilfe selbst dann, wenn sie mit mehr eigenen Nachteilen als Vorteilen verbunden selbstloses uneigennütziges Verhalten Gegenteil von Egoismus
- Zivilcourage Hilfeverhalten wird auch dann gezeigt, wenn das Einschreiten mit erheblichen physischen, psychischen und sozialen Folgen verbunden sein kann Oft kollektiv ausgerichtet (für eine bessere Gesellschaft)
- Definiton Prosoziales Verhalten Sammelbegriff für alle Formen zwischenmenschlicher Unterstützung, die für andere gewinnbringend/vorteilhaft sind. Umfasst diverse Verhaltensweisen wie zb Kooperation, Hilfeverhalten, Dienstleistungen, Teilen, Spenden, Zivilcourage... Unterteilung in situative und personale Faktoren, die zu prosozV führen
- Situative Faktoren prosozV Bsp. Bystander-Effekt je mehr Menschen anwesend, desto unwahrscheinlicher Eingriff in Notsituation 5-Stufen-Modell: 1. Wahrnehmung der Situation (vs Ablenkung/Eile, Urban-Overload-Hypothese), 2. Interpretation der Situation als Notfall (vs Pluralistische Ignoranz), 3. Verantwortungsübernahme (vs Verantwortungsdiffusion), 4. Wissen um Hilfeleistung (vs Mangel an Kompetenz, Bewertungsangst), 5. Entscheidung zur Hilfeleistung (Rubikon: Kosten-Nutzen) bei echter Notfallsituation Bystander-Effekt geringer sind die Bystander befreundet, sinkt der Effekt
- Personale Faktoren für prosozV Empathie-Altruismus-Hypothese höhere Empathie (z.B. bei großer Ähnlichkeit) führt zu mehr prosozialem Verhalten, egal zu welchen Kosten. Bei geringer Fluchtmöglichkeit (man muss rechtfertigen, warum man nicht geholfen hat), helfen mehr Leute auch bei geringer Empathie, wie wenn es eine gute Fluchtmöglichkeit gibt Dies ist dann aber kein Altruismus, da nur erwarteten negativen Konsequenzen bei Nichthandeln ausgewichen werden möchte Kritik: Altruismuss kann auch andere Gründe als Empathie haben Personal Distress beim Leidensehen anderer Leute (eher egoistisches Motiv) Selbstwertsteigerung durch Helfen Pathologischer Altruismus: Krankhaftes Hilfeverhalten
- Weitere psychologische Erklärungen für prosozV biologische Perspektive/ Evolutionspsychologie: Verhalten zum Zweck der erfolgreichen Weitergabe von guten Genen -> man bevorzugt eigene Verwandte Burnstein et al.: man hilft eher engen Verwandten (emotionale Nähe) als entfernten, in Alltagssituationen kranken Verwandten, in lebensbedrohlichen Situationen gesunden Verwandten Theorie des sozialen Austauschs: Kosten-Nutzen-Bilanz muss positiv ausfallen, damit geholfen wird (Nutzen z.B. Geld, soziale Anerkennung, positive Emotionen) Negative-State-Relief-Hypothese: Menschen in schlechter Stimmung helfen eher als welche in neutraler oder positiver, weil sie sich eine Stimmungsaufhellung erhoffen Verantwortungsattribution: Wenn hilfbedürftige Person nicht verantwortlich für Notlage und diese auch nicht selbst kontrollieren kann/sich nicht alleine befreien kann -> verstärkte Hilfeleistung Zivilcourage und Heldentum: trotz hoher Kosten wird geholfen, wenn gefährliche Situation und Täter anwesend
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