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Deutsche Rechtschreibung / DAF, DaZ (Subject) / Glossar (Lesson)

Beschreibung von Fachbegriffen.

This lesson was created by LuisaLuepken.

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  • Adverbial Adverbiale Bestimmungen beziehen sich auf das Verb (z.B. Er singt laut.) oder auf den ganzen Satz (z.B. Wahrscheinlich kommt er nicht.). Adverbiale drücken die näheren Umstände des Geschehens aus: den Ort (Lokaladverbial), die Zeit (Temporaladverbial), die Art und Weise (Modaladverbial), den Grund (Kausaladverbial)u.a. (z.B. Sie geht deshalb morgen in die Uni.). Adverbiale können realisiert werden als Adverbien (z.B. Er kommt morgen.), als AP [Adjektivphrase] (z.B. Er weinte laut.), als PP [Präpositionalphrase] (z.B. Sie arbeitet an der Uni.), als NP [Nominalphrase] (z.B. Er tanzte die ganze Nacht.) und als Nebensätze (z.B. Sie tanzte, bis die Sonne aufging.). 
  • agglutinierende Sprachen Agglutinierende Sprachen] sind synthetisch gebildete Sprachen, in denen an einen Wortstamm (Verb oder Nomen) Affixe "angeleimt, angeklebt" werden (lat. agglutinare; vgl. engl. glue): göz+ler+im+in('Auge'+Pl.+3.Pers.Sg. +Pass.+ Kasus 'meinen Augen'). Dadurch entstehen ggf. lange Wörter. Die Affixe tragen meist eine grammatische Bedeutung, d. h. nur eine grammatische Bedeutung, so dass je ein Morphem für Tempus, Person, Modus, Genus Verbi bei der Konjugation und für Numerus, Kasus (und Genus, falls es das gäbe!?) bei der Deklination nötig ist. [...] Beispiele sind Ungarisch, Türkisch, Kasachisch, Japanisch, Swaheli.
  • Anapher Die typische Anapher ist ein Pronomen, mit dem auf ein Objekt Bezug genommen wird, auf das bereits vorher in der Rede mit einem anderen Ausdruck - dem Antzedenz der Anapher - Bezug genommen wurde. […] Im Deutschen werden die Personalpronomina der dritten Person Singular (er, sie, es) und Plural (sie) als die 'eigentlichen' Anaphern bezeichnet. Daneben gibt es noch die 'syntaktischen' Anaphern: das Reflexivpronomen sich und das Reziprokpronomen einander. 
  • Attribut Die Konstituenten, die Attribute sind, sind in der Regel auf ein Nomen bezogen. So ist zum Beispiel in der NP das Pferd meines Bruders das Genitivattribut meines Bruders auf das Nomen Pferd bezogen. Vereinfacht gesagt trägt ein Attribut dazu bei, was die Phrase in der es steht bezeichnet; die NP die heutige Fahrt nach Dresden [...] zum Beispiel bezeichnet nicht irgendeine Fahrt, sondern eine Fahrt, die heute stattfindet und nach Dresden führt
  • Basisvarietät Nach [dem Basisvarietätenmodell] beginnen Lerner mit einem eingeschränkten lexikalischen Inventar, das im Wesentlichen aus Nomina besteht, einige verb-ähnliche Wörter ohne Flexionsmerkmale enthält und neben wenigen Temporal- und Lokaladverbien die Konnektoren und und aber aufweist sowie Pronomina der ersten und zweiten Person Singular. Auf dieser, Prä-Basisvarietät (prä-BV) genannten, Stufe sind die Lerner gleichwohl in der Lage Ereignissequenzen auszudrücken, da sie ihre Äußerungen nach universalen pragmatischen Prinzipien aufbauen, vor allem dem „principle of natural order". Die eigentliche Basisvarietät (BV) stellt eine mögliche erste Fossilierungsstufe dar. Die Lexikonerweiterung insbesondere um - unflektierte - Verben ermöglicht einen etwas höheren Komplexitätsgrad, dem auf der pragmatischen Ebene der Äußerungsorganisation eine klare Topik-Fokus-Gliederung entspricht. Außerdem wird als semantisches Strukturierungsmittel das Controller First-Prinzip eingesetzt. Danach werden Agenten mit höherer Handlungskontrolle vor denen mit weniger Kontrolle in einer Äußerung enkodiert. Diese Erwerbsstufe erfüllt wesentliche kommunikative Bedürfnisse, ist aber noch nicht zielsprachlich orientiert. Vielmehr ist es so, dass "the BV simply and directly reflects the necessary, rather than the more accidental, propetties of the human language capacity" (Klein & Perdue 1997: 304). Erst in der Post-BV werden durch den Erwerb zielsprachlicher Merkmale Umorganisationen in der Äußerungsstruktur ausgelöst, die weg von universalen Prinzipien hin zu einzelsprachlichen Mustern fuhren. [...]Fortgeschritten ist ein Lerner, wenn er die BV hinter sich gelassen hat und zunehmend zielsprachliche Äußerungsstrukturen produziert. Steigende Grade von Fortgeschrittenheit zeichnen sich durch ein stufenweises Verschwinden universaler lernersprachlicher Strukturen aus. Dieses Verschwinden geht mit einer Zunahme von Strukturen einher, die mit der zielsprachlichen Grammatik vereinbar sind
  • BICS / CALP Die Diskrepanz zwischen kommunikativen Fähigkeiten im Alltag und schulsprachlichen Anforderungen versucht Cummins (2000) mit der Annahme zweier Dimensionen der Sprachbeherrschung zu begründen:Die BICS (basic interpersonal communicative skills = grundlegende kommunikative Fähigkeiten) umfassen die grundlegenden Fähigkeiten der mündlichen Kommunikation. Sie spielen vorwiegend in Alltagssituationen eine Rolle, sind kontextgebunden und bestehen jenseits der schulischen Förderung. Mit CALP (cognitive academic language proficiency = kognitiv-akademische Sprachkompetenz) meint Cummins die Aspekte der sprachlichen Fähigkeiten, die sich als intellektuelle Aktivitäten in der Schule manifestieren. Sie sind durch Schriftlichkeit gekennzeichnet und bis zu einem gewissen Grad unabhängig von der jeweiligen Sprache. Sie befähigen das Individuum, Sprache als kognitives Werkzeug zu gebrauchen
  • Bildungssprache Für den deutschen Sprachgebrauch hat Gogolin [...] den Begriff Bildungssprache eingeführt. Sie versteht Bildungssprache als ein Register, das Merkmale formaler Rede trägt und an der Schriftsprache orientiert ist. Wohlgeformtheit und Kohärenz bei der Produktion längerer Texte gehört ebenso dazu wie eine Differenzierung nach Domänen sowie "lexikalische Dichte" und der Einsatz fachsprachlicher Redemittel (vgl. Gogolin 2006, 2007, 73 ff.). Die genauen sprachlichen Merkmale von Bildungssprache sind bisher nicht umfassend dargestellt. Gogolin/Roth (2007) verweisen v.a. auf unpersönliche Ausdrücke, Substantivierungen, Konjunktiv oder Passivgebrauch, sprachliche Mittel also, die auch als typisch für Fachsprachen angesehen werden (vgl. Buhlmann/Fearns 2000), aber auch in weniger spezialisierten Texten wie Schulbüchern vorkommen (ebd.). Auch Baur et al. (1993) zeigen an einem Schulbuchtext v.a. Passivformen, komplexe Partizipialattribute, uneingeleitete Konditionalsätze als typische und schwierige Sprachstrukturen in Schulbüchern auf. Ähnlich ist auch das bei Luchtenberg (1992) aufgeführte Repertoire fachsprachlicher Mittel oder die Darstellung in Chlosta/Schäfer (2008); eine umfangreiche Darstellung findet sich auch in Ohm et al. (2007).
  • Deklination Deklinierbar sind alle Wörter, die Kasus-, Genus- und Numerusmarkierungen tragen können. Dazu gehören Substantive, Adjektive, Pronomen und Artikel, die im Deutschen folgende Merkmale aufweisen können:  Kasus:         Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ Numerus:   Singular, Plural Genus:        Maskulinum, Femininum, Neutrum (Pittner & Berman 2010 [2004]: 16) Im Rahmen der Flexion (siehe Eintrag) unterliegen Substantive, Adjektive, Pronomen und Artikel im Deutschen der Deklination (bzw. Nominalflexion). Hierbei werden Substantive nach Numerus und Kasus flektiert, während Adjektive, Pronomen und Artikel nach Numerus, Kasus und Genus flektiert werden, um sie in einer konkreten syntaktischen Situation mit zusätzlichen grammatischen Merkmalen zu versehen.  (vgl. Busch & Stenschke 2008: 111) Die deklinierten Formen im Standarddeutschen sind häufig nur im Kontext zu bestimmen. Viele Kasusendungen sind formal gleich; z.B. bei den Artikeln der Nominativ und Akkusativ Neutrum in (83) oder Femininum in (84) oder Genitiv und Dativ Femininum in (85).  (83) Das Kind erschreckte der Hund. Das Kind erschreckte den Hund.  (84) Die Tante küsste die Nichte. (Wer küsst hier wen?) (85) Er hat der Frau eine Blume geschenkt. Die Blume der Frau war gelb
  • Derivation / Flexion Bei der Derivation handelt es sich] um den neben der Komposition zweiten wichtigen Prozess zur Bildung neuer Wörter. Dabei werden, anders als bei der Komposition, keine freien, lexikalischen Morpheme miteinander kombiniert, sondern an in der Regel freie, lexikalische Morpheme (z.B. {schön}, {freund}) werden Morpheme (z.B. {heit}, {lich}) angehängt (affigiert), die als gebunden und tendenziell eher grammatisch einzustufen sind, wobei auch hier die Ausnahme die Regel bestätigt. Während die Wortbildung der Bildung von Lexemen dient, die einer Sprache zur Verfügung stehen, werden mit Hilfe der Flexion die Lexeme in Wortformen umgewandelt. Flexion ist also dazu da, aus abstrakten lexikalischen Wörtern Wörter in einer konkreten, syntaktischen Verwendung zu machen, d.h. sie mit zusätzlichen grammatischen Merkmalen zu versehen, welche es ermöglichen, dass sich die einzelnen Wörter aufeinander und auf außersprachliche Sachverhalte beziehen
  • Diskursreferent Als Diskursreferent wird in der Pragmatik eine Entität bezeichnet, die in einem Text üblicherweise durch eine indefinite oder definite Nominalphrase eingeführt wird und an anderer Stelle im gleichen Text mittels einer definiten Nominalphrase oder eines Pronomens in anaphorischem Verhältnis aufgegriffen wird.  Beispiel: Der Junge entdeckte ein ungewöhnliches Buch auf dem Flohmarkt. Das Buch schien relativ alt zu sein. Aus diesem Grund hatte es sein Interesse geweckt
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  • Dummy-Verb Als Dummy-Verben (bzw. Dummy-Auxiliare) werden im Zweitspracherwerb des Deutschen besonders die Verben sein und machen betrachtet. Hierbei wird von DaZ-Lernern die linke Satzklammer mit einem Dummy-Verb anstelle des an dieser Stelle für den jeweiligen Satz korrekten Verbs gefüllt .  Beispiele:(1) Ne7: Bub ist Haare (= kämmt sich die Haare)(2) Ne9: Schwimmbad, da ist da Picknick machen(3) Ne9: Das Kind ist Auto spiele(4) Ne10: Frau ist so schwätzen(5) Ne13: Ich mach Fahrrad fahren und ein Junge ist die […] Fußball spielen(6) Me10: den Junge ist schlafen
  • Erstsprache Die Sprache, die wir - meist im familiären Kontakt - von Geburt an lernen, bezeichnen wir als Muttersprache oder - zumeist in wissenschaftlicher Literatur - als Erstsprache. […] In der sprachwissenschaftlichen und psycholinguistischen Literatur findet sich die Bezeichnung Muttersprache weniger. Meist wird- etwas technisch - darauf abgehoben, dass es die erste Sprache ist, die man lernt, und von Erstsprache gesprochen (vgl. Hickmann et al. 1989, Klann-Delius 1999), im Englischen sind entsprechend First Language, Language one bzw. L1 typische Bezeichnungen (Brown 1973, Meisel 1997). Mit der Bezeichnung Erstsprache wird indirekt auch auf das mögliche Erlernen weiterer Sprachen verwiesen
  • Erstspracherwerb Der Erstspracherwerb kann monolingual oder auch bilingual sein, wenn in den ersten Lebensjahren gleichzeitig zwei Sprachen erworben werden. Dann wird von Zweisprachigkeit bzw. Bilingualismusgesprochen, wobei zwischen balancierter Zweisprachigkeit, Zweisprachigkeit mit einer dominanten Sprache und Semilingualismus unterschieden wird (Apeltauer 2001); zuweilen wird Bilingualismusauch als übergeordneter Begriff verwendet.
  • Funktionsverbgefüge Funktionsverbgefüge zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie ein Verb enthalten, das auf den ersten Blick  wie ein normales Vollverb aussieht, das allerdings seine ursprüngliche  Eigenbedeutung weitgehend verloren hat, also semantisch verblasst ist, und zu einer Art Hilfsverb herabgestuft worden ist
  • Genitivattribute Attribute sind solche Elemente, die zu einem Substantiv hinzutreten und dieses näher bestimmen. Attribute sind keine Satzglieder, sondern Teile von Satzgliedern (daher auch: Gliedteile). Sie können in der Regel nicht alleine verschoben werden, sondern sind positionsfest bei ihrem Bezugselement und bilden mit diesem zusammen eine Konstituente. [...]Genitivattribute stehen meist direkt nach ihrem Bezugsnomen. Sie können vorangestellt werden, wenn es sich um Eigennamen, Personenbezeichnungen oder pronominale Genitivattribute handelt. Die Voranstellung von Genitivattributen mit Artikel ist nur in gehobenem Stil zu finden:      (17)     a.   Goethes Gedichte                  b.   Omas Häuschen                  c.    ... dessen Auto                  d.   meines Vaters HausBei Mengen- und Maßsubstantiven steht im heutigen Deutsch statt eines Genitivattributs häufig eine Nominalphrase, die im Kasus mit dem Bezugswort kongruiert, als Apposition:     (18)     a.   ein Glas kühles Wasser/kühlen Wassers                  b.   drei Liter teurer Wein/teuren Weines
  • Genus verbi Aktiv und Passiv werden unter dem Begriff Genus verbi zusammengefasst. Genus verbi ist eines von fünf Merkmalen [neben Numerus, Person, Tempus und Modus], hinsichtlich derer ein Verb im Deutschen gekennzeichnet ist. Beim Genus verbi 'Passiv' kann nochmals zwischen Vorgangspassiv, Zustandspassiv und Rezipientenpassiv unterschieden werden.  Alle drei Passivformen werden durch eine analytische Verbform gebildet, die aus einem Hilfsverb und dem Partizip II eines Vollverbs besteht. Das Vorgangspassi wird mit dem Hilfsverb werden, das Zustandspassiv mit dem Hilfsverb sein und das Rezipientenpassiv (bekommen-Passiv) mit dem Hilfsverb bekommen, erhalten oder kriegen gebildet. 
  • (in)finite Verben erben erkennt man daran, dass sie konjugierbar sind. Sie können also infinitive Verbformen bilden (den Infinitiv wie (zu) lesen und die Partizipien I und II wie gelesen und lesend) oder finite, die dann Merkmale für Person, Numerus, Tempus (Präsens, Präteritum) und Modus (Indikativ, Konjunktiv) tragen wie liest oder las.  (Musan 2009: 20) FinitumDas Finitum ist ein konjugiertes Verb. Die Kategorien der Verbkonjugation [...] sind Person, Tempus und Modus. Ein finites Verb kann allein das Prädikat bilden (= Vollverb). Bsp.: Der Nachbar mäht den Rasen. Das Passiv wird im Deutschen mit Hilfsverb gebildet, z.B. Der Rasen wurde gemäht. Das Genus verbi (Aktiv und Passiv) wird oftmals allerdings als Konjugationskategorie aufgeführt. InfinitumDas Infinitum ist ein Verb, das den oben genannten Kategorien der Konjugation nicht unterliegt. Hierzu gehören im Deutschen Infinitiv (z.B. lachen, lächeln) sowie Partizip I/Partizip Präsens (z.B. lachend, lächelnd) und Partizip II/Partizip Perfekt (z.B. gelacht, gelaufen). Ein infinites Verb allein kann nicht das Prädikat bilden.
  • Interlanguage Die sich [auf dem zurückzulegenden Weg von der Ausgangssprache zur Zielsprache] herausbildenden Kompetenzen sind u. a. dadurch gekennzeichnet, dass sie Strukturen aufweisen, die weder in der Standardnorm der Ausgangs- noch in der Zielsprache existieren. In Anschluss an Selinker (1972) werden Äußerungen von Lernen auch als Interlanguage bezeichnet; daneben finden sich die Bezeichnungen Lernersprache (Kasper 1989) bzw. in soziolinguistischer Perspektive Lernervarietät oder zuweilen Interimssprache (vgl. Ahrenholz, B3).  (Ahrenholz 2014 [2008]: 8) [Der Interlanguage-Hypothese] liegt die Annahme zugrunde, dass eine lernende Person beim Fremd- oder Zweitspracherwerb zunächst ein Sprachsystem ausbildet, das Züge von Erst- und Zweitsprache sowie Merkmale aufweist, die nicht aus der Erst- oder Zweitsprache abzuleiten sind (Huneke & Steinig 1997, S. 26f). Dieses Sprachsystem entwickelt sich in verschiedenen Stufen, den sogenannten Lernersprachen [...].
  • Intonation Zur Intonatorik rechnet man die Akzente, die Tonhöhenverläufe und die Pausen, die Lautstärke, das Sprechtempo, die Stimmqualität (z.B. heisere Stimme) und die paraliguistische Modifikation der Stimme (z.B. lachende Stimme)
  • Kohärenz Kohärenz: der inhaltlich-thematische Zusammenhang eines Textes.  (Busch & Stenschke 2008: 232) Das zweite Kriterium wollen wir KOHÄRENZ nennen. Kohärenz betrifft die Funktionen, durch die die Komponenten der TEXTWELT, d.h. die Konstellation von KONZEPTEN (Begriffen) und RELATIONEN (Beziehungen), welche dem Oberflächentext zugrundeliegen, für einander gegenseitig zugänglich und relevant sind. Ein KONZEPT ist bestimmbar als eine Konstellation von Wissen (kognitivem Inhalt), welches mit mehr oder weniger Einheitlichkeit und Konsistenz aktiviert oder ins Bewußtsein zurückgerufen werden kann [...]. RELATIONEN sind die BINDEGLIEDER (engl. "links") zwischen Konzepten, die in der Textwelt zusammen auftreten; jedes Bindeglied soll eine Bezeichnung des Konzepts tragen, mit dem es eine Verbindung herstellt: z.B. ist in ,spielende Kinder' das Wort ,Kinder' ein Objektskonzept, ,spielen' ein Handlungskonzept (engl. "action concept"). Dazu kommt die Relation "Agens-von", da die Kinder die Handlungsträger sind [...].  (de Beaugrande & Dressler 1981: 5) Kohärenz (lat. cohaerere 'zusammenhängen') ist ein wesentliches, ein inhaltliches Kriterium für einen Text [...]. Kohärenz wird auf verschiedene Weise hergestellt: zum einen durch geteiltes Weltwissen, zum anderen durch unmittelbare Nebeneinanderstellung von Äußerungen, die mit Hilfe der Maxime der Relevanz [...] interpretiert werden kann. [...] Oft wird Kohärenz auch durch Kohäsion (lat. cohasesum Partizip II von lat. cohaerere) verdeutlicht.  (Lindner 2014: 259) Kohärenz wird auf zweierlei Art erreicht: erstens durch referentielle Kohärenz, d.h. die wiederholte Referenz auf dieselbe Objekte innerhalb eines Textes, und zweitens durch die Verknüpfung von Textteilen durch so genannte Kohärenzrelationen wie "Ursache - Wirkung" und "Kontrast", d.h. durch relationale Kohärenz
  • Kohäsion Kohäsion: der strukturell-grammatische Zusammenhang eines Textes. Damit der inhaltliche Zusammenhang eines Textes von Rezipienten erschlossen werden kann, erwartet der Leser an der Textoberfläche eine nachvollziehbare syntaktische und semantische Vertextungsstruktur. [...] Vertextungsmittel sorgen für den strukturell-grammatischen Zusammenhalt eines Textes.  (Busch & Stenschke 2008: 231-232) Zu den Kohäsionsmitteln zählen: Referenz - Verweis auf ein Bezugselement im Text durch Sprachelemente wie Pronomina, Pronominaladverbien und Präpositionen (Ich arbeite in der Nähe einer Pizzeria. Dort esse ich oft zu Mittag.) Substitution - Ersetzung eines Worts durch ein bedeutungsähnliches Wort, das sich auf das gleiche außersprachliche Objekt bzw. den gleichen Sachverhalt bezieht (Im Zoo sah ich einen Löwen. Das Raubtier schlief gerade in der Sonne. ) Ellipsen - Textverweis durch Leerstellen, die inhaltlich aus dem Text heraus ergänzt werden können (Die Buchvorlage hat mir gut gefallen, die Verfilmung nicht so sehr.) Konjunktionen - Lexeme, die Sätze und Satzglieder verknüpfen (Ich stelle die Heizung an, obwohl es schon recht warm war.) Lexikalische Kohäsion - logische Verknüpfung eines Texts auf Basis der Auswahl des Vokabulars (Die Mittagssonne heizte die Wohnung schnell auf. Ich stelle den Ventialor an.
  • Komparation Im Rahmen der Flexion (siehe Eintrag) unterliegen Adjektive im Deutschen der Komparation. Hierbei wird zwischen Positiv (schön, hell), Komparativ (schöner, heller) und Superlativ (am schönsten, am hellsten) unterschieden
  • Konjugation Konjugierbar sind alle Wörter, die Person-, Numerus-, Tempus-, Modus- und Genus verbi-Kennzeichnungen tragen können. Die konjugierbaren Wörter sind alle Verben. Verben können im Deutschen folgende Merkmale tragen:  Person:             1., 2., 3. Numerus:         Singular, Plural Tempus:            Präsens, Präteritum, Plusquamperfekt, Futur I und II Modus:              Indikativ, Konjunktiv, Imperativ Genus verbi:   Aktiv, Passiv (Pittner & Berman 2010 [2004]: 16) Im Rahmen der Flexion (siehe Eintrag) unterliegen Verben im Deutschen der Konjugation (bzw. Verbflexion). Hierbei werden Verben nach Person, Numerus, Tempus, Modus sowie Genus Verbi (= Unterscheidung zwischen Aktiv und Passiv) flektiert, um sie in einer konkreten syntaktischen Situation mit zusätzlichen grammatischen Merkmalen zu versehen
  • Kopula as Kopulaverb ist ein vergleichsweise inhaltsarmes Verb, das die grammatisch wichtige Funktion hat, das für den deutschen Satzbau zentrale Verb zu liefern, und das semantisch für die Verbindung zwischen dem Subjekt und dem Prädikativ herstellt. Die drei wichtigsten Kopulaverben sind sein, werden und bleiben; werden und bleiben bringen dabei auch eine zeitliche Komponente ein.  (9) a. Hans ist fleißig. b. Maria wird Abgeordnete. c. Hans bleibt ein Student. 
  • (Lerner-)Varietäten Es ist […] zu erwarten, dass nicht alle Mitglieder der Gesellschaft exakt die gleiche Sprache verwenden, sondern dass sie von Varietäten Gebrauch machen, wobei unter Varietäten allgemein Sprachausprägungen in Abhängigkeit von geographischen Variablen (Dialekte) oder sozialen Variablen (Soziolekte) zu verstehen sind.  (Meibauer et al. 2007: 3) Der Terminus „Varietät" beschreibt folgendes Phänomen: Innerhalb einer Sprache gibt es verschiedene Sprach(gebrauchs)formen, die sich durch bestimmte außersprachliche Faktoren bedingen und die durch die Summe ihrer spezifischen sprachlichen Charakteristika (aus den Bereichen Phonetik/Phonologie, Wotschatz, Satzbau usw.) beschrieben werden können. Umstritten ist, ob es sich bei den Varietäten um eigene Sprachsysteme, z.B. mit eigener Grammatik und Lexik, - so genannte Subsysteme - handelt und ab wann man von einer eigenen Varietät sprechen kann (Wie viele spezifische sprachliche Merkmale sind hierzu etwa nötig?). Die Abgrenzung der einzelnen Varietäten voneinander ist nur bedingt möglich, da sie sich teilweise überschneiden. Außerdem verfügt jedes Individuum über ein gewisses Varietätenrepertoire, aus dem es bewusst oder unbewusst je nach Gesprächssituation oder -partner wählen kann. Die sprachwissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Varietäten beschäftigt, ist die Soziolinguistik. 
  • mediale bzw. knzeptionelle Mündlichkeit / Schriftlichkei Wer sich mit der Problematik der Schriftlichkeit im Hinblick auf Sprache und Sprachen beschäftigt, stößt unweigerlich auf begriffliche Schwierigkeiten, die damit zusammenhängen, daß die Termini ‘mündlich/schriftlich’ in doppeltem Sinne verwendet werden: zum einen beziehen sie sich auf das Medium der Realisierung sprachlicher Äußerungen, wo ‘mündlich’ = ‘phonisch’ und ‘schriftlich’ = ‘graphisch’ ist; zum anderen meinen die beiden Termini oft den Duktus, die Modalität der Äußerungen sowie die verwendeten Varietäten, kurz: die Konzeption, die die Äußerungen prägt (vgl. insbes. Söll 1985, 17—25; auch Behaghel 1927, 24, 27; De Mauro 1970; Chafe 1982). Der Begriff ‘konzeptionelle Mündlichkeit/Schriftlichkeit’ zielt also auf Aspekte der sprachlichen Variation, die in der Forschung häufig unscharf als ‘Umgangssprache/Schriftsprache’, ‘informell/formell’, ‘Grade der Elaboriertheit’ usw. erfaßt werden.Beim Medium sind die Begriffe ‘mündlich/schriftlich’ dichotomisch zu verstehen (unbeschadet der Tatsache, daß jederzeit ein Medienwechsel, sei es beim Vorlesen, sei es beim Diktieren, stattfinden kann). Bei der Konzeption bezeichnen die Begriffe ‘mündlich/schriftlich’ demgegenüber die Endpunkte eines Kontinuums. Man vergleiche in dieser Hinsicht die Abstufungen zwischen Äußerungsformen, wie ‘familiäres Gespräch’, ‘Privatbrief’, ‘Gesetzestext’ etc. [...]. Der wissenschaftliche Vortrag ist also beispielsweise trotz seiner Realisierung im phonischen Medium konzeptionell ‘schriftlich’, während der Privatbrief trotz seiner Realisierung im graphischen Medium konzeptioneller ‘Mündlichkeit’ nähersteht.  (Koch & Oesterreicher 1994: 587) Für die gesprochene Sprache ist z.B. kennzeichnend:• freies ad-hoc-Formulieren ohne Vorbereitung• keine Zeit-Ort-Distanz• Ellipsen• Satzabbrüche (z.B. wenn das Gegenüber bereits begriffen hat, was man will oder wenn man den „Faden verloren" hat.)• Wiederholungen • Nachträge/Ausklammerung: Ich hab ihn gesehen, draußen auf dem Parkplatz. • deiktische (zeigende) Elemente: da, dort, dieser • umgangssprachliche Elemente Für die geschriebene Sprache ist z.B. kennzeichnend: • Orientierung an der Standardsprache• Kontext muss erst durch den Text selbst geschaffen werden (z.B. Angaben zu Zeit und Ort)• Zeichensetzung, Rechtschreibung• satzgliedernde Mittel (Überschriften, Absätze)• relativ komplexe Satzstrukturen; syntaktisch vollständige Sätze
  • Morphem Unter Morphemen versteht man die kleinsten bedeutungstragenden Baueinheiten von Wörtern […].  Ausdrücke wie rot, Haus, auf kann man nicht mehr in kleinere bedeutungstragende Einheiten zerlegen. Es handelt sich um monomorphematische Wörter, um Simplizia. Dagegen ist eine solche Zerlegung bei komplexen Wörtern wie zum Beispiel Hoch+haus, un+gut, lieb+lich möglich, wobei die einzelnen Elemente Morpheme sind
  • Morphologie Die linguistische Teildisziplin, die sich der Beschreibung von Wörtern widmet, heißt Morphologie (griech.: morphḗ = Gestalt, Form). […] Morphologie (von Goethe unrsprünglich für die Lehre von der Form und Struktur lebender Organismen verwendeter Terminus): linguistische Teildisziplin, die sich mit der Gestalt, Flexion (Beugung) und BIldung von Wörtern beschäftigt.
  • Nominalklammer Die Nominalklammer umfasst im Deutschen einen Artikel und ein Substantiv als linkes bzw. rechtes Klammerelement, sowie einen oder mehrere attributive Artikel, die von den genannten Klammerelementen umfasst werden. Innerhalb der Nominalklammer unterliegen die umfassten Adjektive der Flexion.  Beispiele:ein aufmerksamer Hunddie aktuelle internationale Presse
  • Nominalphrase W enn wir alle Wortarten in einem Satz kennen, können wir die einzelnen Wörter zu größeren Einheiten zusammenfassen: Gruppen oder Phrasen. So gibt es Substantivgruppen oder Nominalphrasen. Sie bestehen typischerweise aus einem Nomen mit einem Artikelwort, oft treten dann noch Attribute hinzu wie in die getigerte Katze meiner Freundin.  (Musan 2009: 31) Kopf: Nomen oder Pronomen.Morphologische Eigenschaften: Die NP wird dekliniert, erhält den Kasus vom Verb. Der Kopf (das Nomen) weist der gesamten Phrase das Genus zu […].  (Lindner 2014: 169) Nominalphrasen enthalten ein Substantiv oder ein Pronomen als Kopf. Zu einem Substantiv tritt in der Regel noch ein Artikel hinzu. Erweiterungen sind möglich durch:     (22)     a.   Adjektive: die fette, faule Katze                  b.   Genitiv-NP: die Katze des Nachbarn                  c.   PP: die Katze vom Nachbarn                  d.   Sätze, (z.B. Relativsätze): die Katze, die gerade eine Maus gefressen hatDiese Erweiterungen einer NP werden traditionell Attribute genannt, je nach Art des erweiternden Elements spricht man daher von einem Adjektiv-Attribut, Genitiv-Attribut, PP-Attribut und einem Attributsatz. [...]Nun sind aber nicht beliebige Kombinationen der genannten Elemente, z.B. Artikel + Adjektiv + Substantiv NPs. So z.B. ist *das dicken Katze keine korrekte NP. Artikel, Adjektiv und Substantiv einer NP müssen in einer ganz bestimmten Relation zueinander stehen, sie müssen nämlich in Genus, Kasus und Numerus übereinstimmen. Eine solche ÜBereinstimmungsrelation in bestimmten grammatischen Merkmalen nennt man Kongruenz. Unter Kongruenz versteht man eine regelhafte Übereinstimmung zwischen Elementen in bestimmten grammatischen Merkmalen. Artikel, Adjektiv und Substantiv kongruieren also in Kasus, Genus, Numerus. Das Genus wird vom Substantiv vorgegeben, da Substantive über ein unveränderliches Genus verfügen. In Bezug auf Kasus und Numerus sind alle diese Wortarten veränderbar und müssen in übereinstimmenden Formen auftreten. 
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  • Objekt Wie Subjekte werden auch Objekte immer von der Valenz eines Wortes gesteuert: Verben können Objekte als Ergänzungen haben. Gehören zu einem Verb ein oder mehrere Objekte, so bestimmt das Verb, wie das Objekt auszusehen hat, d. h. das Verb legt fest, welchen Kasus (Genitiv, Dativ oder Akkusativ) das Objekt hat oder ob es mit einer Präposition gebildet werden muss - und wenn ja, mit welcher. Entsprechend unterscheidet man Genitivobjekte, Dativobjekte, Akkusativobjekte und Präpositionalobjekte. Sie sind, wie Subjekte, durch Fragen identifizierbar. Genitivobjekte werden mit Wessen-Fragen, Dativobjekte mit Wem-oder-was-Fragen, Akkusativobjekte mit Wen-oder-was-Fragen identifiziert, und die Frage nach einem Präpositionalobjekt wird mithilfe der entsprechenden Präposition formuliert.  (3) a. Genitivobjekt: Das Publikum gedachte des besten Fußballspielers. - Wessen gedachte das Publikum? - Des besten Fußballspielers. b. Dativobjekt: Dem Spieler half keiner. - Wem oder was half keiner? - Dem Spieler. c. Akkusativobjekt: Der Schiedsrichter sah das Foul. - Wen oder was sah der Schiedsrichter? - Das Foul. d. Präpositionalobjekt: Die Zuschauer warteten auf die Entscheidung. - Auf wen oder was/worauf warteten die Zuschauer? - Auf die Entscheidung
  • Onomatopoetika Da sprachliche Zeichen in der Regel Symbole darstellen, weisen auch sie meistens das Merkmal auf, dass die Beziehung zwischen dem Zeichen und dem Bezeichneten zwar konventionell, aber vollkommen willkürlich gewählt ist. Am Beispiel der meisten sprachlichen Zeichen wie etwa dem [...] Baum bzw. tree lässt sich das gut zeigen. Anders verhält es sich bei lautmalerischen Ausdrücken, den sogenannten Onomatopoetika (griech.: ónoma = der Name, poiētikós = bildend, schaffend). Die kindersprachlichen Bezeichnungen für Hund im Deutschen (Wauwau), Französischen (tou-tou) und Englischen (bow-wow) ähneln sich, da sie allesamt motiviert, d.h. dem Geräusch nachempfunden sind, das ein Hund von sich gibt, wenn er bellt. Auch die Lautungen der Verben klatschen und to clap gleichen dem Geräusch der Handlung, die sie beschreiben. Sie sind also nicht willkürlich, sondern durch ihre Ähnlichkeit mit den Geräuschen, für die sie stehen, motiviert.
  • Partikelverben ie Stellungseigenschaften weisen bei den Partikelverben eindeutig darauf hin, dass die Partikel als Bestandteil des Verbs zu analysieren ist. Die Partikel tritt immer in der rechten Satzklammer auf. Sie verhält sich somit wie der (infinite) Bestandteil eines Prädikats. Wenn das finite Verb in der linken Satzklammer auftritt (in einem Verbzweitsatz), so besetzt die Partikel die rechte Satzklammer.      (45)   a.    weil Mila nie das Licht ausmacht.                 b.    Mila macht nie das Licht aus.                 c.    *Mila macht aus nie das Licht.  (Pittner & Berman 2010 [2004]: 136)   Betrachten wir noch einmal ein typisches Präfixverb wie bewässern. Wir können feststellen, dass bewässern sich niemals in seine Elemente aufspalten lässt. Das ist bei einem typischen Partikelverb wie anrufen anders:      (95)  a.    *Die Bauern wässerten das Brachland be. bewässern                b.    Nastassja rief den Regisseur an. anrufenMan kann sagen, dass ein Verb wie anrufen syntaktisch trennbar ist.
  • Phonetik / Phonologie Die Phonetik (griech. phonē 'Stimme', 'Ton', 'Laut') beschreibt die lautliche Seite sprachlicher Äußerungen mit naturwissenschaftlichen Methoden. Dabei werden drei Aspekte untersucht: die Produktion der Laute, die physikalischen Eigenschaften des Schalls und die Wahrnehmung oder Perzeption der Laute. Dementsprechend unterscheidet man drei Teilbereiche der Phonetik: die artikulatorische, die akustische und die auditive Phonetik.  Die Phonologie beschreibt die lautliche Seite sprachlicher Äußerungen in ihrer Funktion im Sprachsystem. Dabei geht es zum einen um Laute als kleinste (phonologische) Einheiten des Lautsystems und ihre Kombinierbarkeit. Dieser Teilbereich wird segmentale Phonologie genannt. Unter einem Segment wird eine minimale Einheit verstanden, die im Kontinuum des Lautstroms identifiziert wurde. Zum anderen geht es um Einheiten, die lautübergreifend sind, wie Silben und ihre Eigenschaften (etwa ihre Bauprinzipien, ihre Akzentuierbarkeit), ferner um weitere Akzenttypen oder den Tonhöhenverlauf. Sie werden der suprasegmentalen Phonologie (lat. supra 'über') oder Prosodie (griech. prosōdia mit pros 'hinzu' und ōd 'singen', also 'Hinzugesang') zugeordnet
  • Prädikat Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen davon, was unter dem Prädikat eines Satzes zu verstehen ist; wir folgen hier einer engen syntaktischen Auffassung, nach der Prädikate Verben sind. Man kann das etwas genauer so formulieren, dass alle finiten und infiniten Verben eines Satzes zusammen das Prädikat dieses Satzes bilden. Je nachdem, ob es sich um ein Verb handelt oder um mehrere, ist das Prädikat einfach (einteilig) oder komplex (mehrteilig).
  • Prädikativ Prädikativ: Bei den drei Kopulaverben sein, werden und bleiben und anderen Verben gibt es neben dem Subjekt noch eine andere Konstituente, die auf das Subjekt bezogen ist und die Funktion eines Prädikativs hat; vereinfacht gesagt bezeichnen solche PRädikative Eigenschaften des Subjekts. So wird zum Beispiel derjenigen, die in (128a) mit Valentine gemeint ist, eine bestimmte Eigenschaft zugeschrieben, nämlich die Eigenschaft, schrecklich müde zu sein. Neben Prädikativen, die auf das Subjekt bezogen sind, gibt es auch bei Verben wie nennen, machen und finden Prädikative, die auf ein Objekt bezogen sind.       (117)     a.   Valentine ist schrecklich müde.                      b.   Arno wird mal König von Polynesien.                     c.    Berlin bleibt, wie es schon immer war.                     d.   Wofür hält er sich denn?                    e.   Liebe heißt, einander bedingungslos zu vertrauen.                     f.    Dass ich ihn sympathisch finde, heißt nicht, dass ich ihn auch wähle.                     g.   Du nennst mich einen Trottel?                     h.   Wir haben ihn gleich zum Schatzmeister ernannt.                     i.   Ich finde das außerordentlich spannend. 
  • Präfixverben Zu den Präfixverben gehören alle Verben, die die folgenden Präfixe ausweisen:(94) ge-, er-, ver-, be-, ent-/ant-/emp-, zer- miss-Es handelt sich dabei um echte Präfixe in dem Sinne, dass es keine frei vorkommenden Gegenstücke gibt. Sie sind vermutlich aus Präpositionen entstanden, sind aber heute semantisch entleert. [....]Betrachten wir noch einmal ein typisches Präfixverb wie bewässern. Wir können feststellen, dass bewässern sich niemals in seine Elemente aufspalten lässt. Das ist bei einem typischen Partikelverb wie anrufen anders:(95) a. *Die Bauern wässerten das Brachland be. bewässernb. Nastassja rief den Regisseur an. anrufenMan kann sagen, dass ein Verb wie anrufen syntaktisch trennbar ist. 
  • Pragmatik Die Pragmatik befasst sich allgemein mit der Tatsache, dass Sätze von Personen mit Überzeugungen , Wünschen und Absichten in konkreten Situationen geäußert werden, an andere Personen mit Überzeugungen, Wünschen und Absichten gerichtet sind und in Zusammenhang stehen mit bereits erfolgten und sich anschließenden Äußerungen. Genauer gesagt gehören zur Pragmatik- die Aspekte der Interpretation von sprachlichen Äußerungen, die vom Kontext der Äußerung abhängen, - die (kommunikativen) Funktionen, die sprachliche Äußerungen haben, sowie - strukturelle Aspekte von Texten und Gesprächen. 
  • Präpositionaladverb Präpositionaladverbien, die oft auch als Pronominaladverbien genannt werden, bestehen aus da(r)-, hier- oder wo(r)- als erstem Bestandteil und einer Präposition als zweitem Bestandteil. Beispiele dafür sind damit, darin, hierzu, wodurch und worunter. 
  • Pronomen Pronomen gibt es als Personalpronomen (z.B. ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie), Reflexivpronomen (z.B. (mich, sich), Possessivpronomen (z.B. mein, dein, sein, unser, euer, ihr), Demonstrativpronomen (z.B. der, dieser, jener), Relativpronomen (z.B. der, die, das; welcher, welche, welches; wer, was), Interrogativpronomen (z.B. wer, was; welcher, welche, welches; was(für ein)) und Indefinitpronomen (z.B. jemand, niemand, einer, keiner, alle, nichts).  Viele dieser Pronomen können in Sätzen wie die Artikel in Kombination mit einem Nomen vorkommen (z.B. mein Auto, dieses Haus, welches Pferd, alle Blumen) und werden dann bei der syntaktischen Beschreibung nicht als Pronomen, sondern als Artikelwörter oder Determinierer bezeichnet [...]. Generell gilt wiederum, dass Pronomen sich in Kasus und Numerus nach dem ersetzten Nomen richten.  (Meibauer et al. 2007:25)
  • Prosodie Die Prosodie (griech.: prosōdía = Betonung) beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass Laute nicht nur nach ihren segmentalen Merkmalen klassifizierbar sind, sondern in der konkreten Realisierung immer auch Suprasegmentale, prosodische Merkmale aufweisen. Dazu gehören Merkmale wie Akzent, Intonation, Sprechtempo oder Pausen. Es ist beispielsweise ein Unterschied, ob Sie etwas umfáhren oder jemanden úmfahren.  (Busch & Stenschke 2008: 47) Die Silbe gehört wie etwa auch die Intonatorik (mit dem Tonhöhenverlauf, dem Akzent, Pausen) oder der Rhythmus zu den Suprasegmentalia, also den Phänomenen, die "über den Segmenten liegen", heute überwiegend Prosodie genannt. 
  • Register Unter 'Register' versteht man die Sprachverwendung entsprechend einer spezifischen Sprechsituation. Nach Maas (2008) werden hierbei drei Grundregister unterschieden, die sich anhand des Situationstyps und der Sprachform voneinander abgrenzen lassen: SituationstypSprachformformelle Öffentlichkeit (z.B. (staatliche/gesellschaftliche) Institutionen)standardsprachliches Hochdeutsch(Basis für die Schriftsprache) informelle Öfentlichkeit (z.B. Straße, Geschäfte) umgangssprachliches Hochdeutsch(regional gefärbt) Intimregister (z.B. Familie, Freunde) Dialekt (vgl. Maas 2008, Peterson 2015)   Unter einem Register versteht man eine Sprech- oder Schreibweise, die charakteristisch für einen bestimmten Kommunikationsbereich ist.
  • Satzklammer Eine wichtige syntaktische Struktur des deutschen Satzes ist die Klammerstruktur, d. h. im Hauptsatz steht das finite Verb an der zweiten Stelle (V2), in der Position der linken Satzklammer. Nicht finite Bestandteile eines Verbalkomplexes (Partizipien, infinite, Partikel) verbleiben in der rechten  Satzklammer (VE) am Ende eines Satzes.  (Niebuhr-Siebert & Baake 2014: 96) Die Teile des Verbalkomplexes bilden die Satzklammer und gliedern den Satz in drei Felder: Vorfeld, Mittelfeld und Nachfeld. Man spricht daher auch vom Stellungsfeldermodell des deutschen Satzes:Vorfeld     Linke Klammer     Mittelfeld                    Rechte Klammer     NachfeldSie             hat                            ihn schon einmal       gesehen                    irgendwo (Pittner & Berman 2010 [2004]: 79) Die Stellung der syntaktischen Elemente im Deutschen ist relativ frei und durch eine Reihe von Varianten gekennzeichnet. Man vergleiche:         dt. l          Der Chef hat seinen Arbeitern gern eine Lohnerhöhung gegeben.        dt. 2         Seinen Arbeitern hat der Chef gern eine Lohnerhöhung gegeben.        dt. 3         Eine Lohnerhöhung hat der Chef gern seinen Arbeitern gegeben.        dt. 4         Gern hat der Chef seinen Arbeitern eine Lohnerhöhung gegeben.        engl.        The boss was pleased to give his workers a rise.Die verbalen Elemente im Satz sind positionsfest. Besteht der Verbalkomplex aus mehreren Elementen, so bilden diese das prägende Charakteristikum der deutschen Sprache, die so genannte Verb- oder Satzklammer. Die Klammerbildung entsteht dadurch, dass zwischen dem finiten Verb und dem infiniten mehrere andere syntaktische Elemente stehen können.         Heute Abend ist Sonja sehr spät, nämlich nach der letzten Fernsehsendung, aufgestanden.Zu Beginn dieser Äußerung baut der Rezipient die Erwartung auf, dass „Sonja wohl zu Bett gegangen ist". Erst ganz am Ende des Satzes wird seine Erwartung korrigiert. Die Notwendigkeit, bei Klammersätzen immer bis zum Ende auf das Verb zu achten, versetzt den Sprecher gegenüber dem Hörer in eine starke Position, da gewissermaßen strukturell ein ungeduldiges Unterbrechen erschwert ist. Die verbalen Einheiten sind auch der Ausgangspunkt, um den Satz topologisch zu beschreiben (vgl. z.B. die IDS-Grammatik, Zifonun u.a. 1997, 1502ff.). Der Bereich zwischen den verbalen Klammerteilen wird als Mittelfeld bezeichnet, der Abschnitt vor dem finiten Verb bildet das Vorfeld und hinter dem infiniten Verb eröffnet sich das Nachfeld. Das Vorfeld ist - zumindest in der geschriebenen Sprache - in der Regel mit genau einem syntaktischen Element besetzt. Dies können sehr unterschiedliche Elemente sein, wie die Beispiele dt. 1 bis dt. 4 oben zeigen. Das Nachfeld muss nicht besetzt sein. Gerade in der gesprochenen Gegenwartssprache jedoch wird es häufig genutzt, um unübersichtliche Klammerstrukturen zu vermeiden und dem Hörer das 'Warten auf das Verb' zu ersparen.         Er konnte wieder gehen nach seinem schweren Unfall und dem langen Krankenhausaufenthalt.Statt:         Er konnte nach seinem schweren Unfall und einem langen Krankenhausaufenthalt wieder gehen.Die meisten Satzglieder sind im Mittelfeld anzutreffen. Eine ganze Reihe von Faktoren beeinflusst die Regularitäten ihrer Abfolge (vgl. hierzu z.B. Eisenberg 2004, S. 404-410). So erscheinen beispielsweise Pronomina vor Nomen.        Die Mutter schenkt ihr den Schmuck.Aber nicht:        *Die Mutter schenkt den Schmuck ihr.
  • Semantik Die Semantik ist das Teilgebiet der Linguistik, das sich mit der Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken beschäftigt. Im Gegensatz zur Phonologie, Morphologie und Syntax ist der Gegenstandsbereich der Semantik etwas schwerer zu fassen. Laute können wir akustisch und artikulatorisch bestimmen und Wörter und Sätze zumindest aufnehmen oder schriftlich festhalten und in Korpora sammeln. Die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke lässt sich dagegen nicht ohne weiteres messen oder aufschreiben. Deshalb bleibt uns nur ein indirekter Zugang zur Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken. 
  • Stil Der Stilbegriff ist in der Linguistik in der Regel stark mit dem des Registers verknüpft und bezeichnet die situationsabhängige Wahl eines Sprachgebrauchs. Häufig werden stilistische Merkmale verwendet, um bestimmte Einstellung des Sprechers sprachlich deutlich zu machen.  Ein formal schriftsprachlicher Stil zeichnet sich bspw. durch Merkmale wie die Verwendung von Nominalisierungen, komplexe Nominalphrasen und Verdichtung von Informationen aus
  • Subjekt Das Subjekt ist generell der Ausdruck im Satz, der mit einer Wer-oder-was-Frage erfragbar ist und der mit dem Prädikat des Satzes bzw. einem Teil davon kongruiert, d.h. in bestimmten grammatischen Merkmalen übereinstimmt. In (1) sind diese Merkmale Person und Numerus. Zu den folgenden Sätzen beispielsweise können wir jeweils fragen: „Wer oder was rennt?" Die Antworten sind jeweils „ich", „du" usw. (1) a. Ich renn-e. b. Du renn-st.c. Lola renn-t. d. Wir renn-en. e. Ihr renn-t. f. Die Banditen renn-en
  • Subjekt-Verb-Kongruenz ei der verbalen Kongruenz zwischen Subjekt und finitem Verb handelt es sich um eine Übereinstimmung in den Kategorien Numerus und Person. Die Flexion dient dazu, durch die morphologische Veränderung des Wortstamms syntaktisch-semantische Beziehungen im Satz aufzuzeigen. So wird etwa das Subjekt im Satz - z.B. der Handelnde - auch dadurch gekennzeichnet, dass es mit dem flektierten Verbin Numerus und Person übereinstimmt (Subjekt-Verb-Kongruenz) [...
  • Subjunktion Subjunktionen  wie dass, nachdem oder weil, die oft auch als subordinierende Konjunktionen bezeichnet werden, leiten untergeordnete Nebensätze ein und verbinden sie grammatisch und oftmals auch inhaltlich mit dem übergeordneten Satz. Weil sie eine solche Verbindungsfunktion zwischen übergeordnetem Satz und Nebensatz haben, haben sie weder in dem einen noch in dem anderen eine Satzgliedfunktion. Sie sehen Präpositionen manchmal zum Verwechseln ähnlich. Dann sollte man danach Ausschau halten, womit sie sich verbinden. Ist es ein Nomen, so haben wir eine Präposition vorliegen (Seit ihrem Geburtstag ist sie glücklich). Ist es ein Nebensatz, so handelt es sich um eine Subjunktion (Seit sie Geburtstag hatte, ist sie glücklich). 
  • Syntax Die Syntax (auch: Satzlehre) befasst sich mit den Regeln oder Mustern, nach denen aus Wörtern Sätze gebildet werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei, neben den phonologischen und morphologischen Mitteln, die Reihenfolge der Wörter im Satz
  • teachability-hypothesis Mit der Teachability-Hypothese versuchen Pienemann et al. (2006) die Spracherwerbsforschung und die Sprachlehrforschung miteinander zu verbinden. Die Annahme, die im Kontext des Fremdsprachenunterrichts enstanden ist, hat wegen des starken Bezugs auf die Spracherwerbsforschung für den Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht hohe Relevanz. Die Spracherwerbsforschung geht traditionell vom Lernenden aus; es wird versucht, Gesetzmäßigkeiten und individuelle Faktoren beim (Zweit-)Spracherwerb zu beschreiben. In der Sprachlehrforschung interessiert hingegen, wie der Sprachlernprozess durch Faktoren wie Curriculum, Lehrmethoden und Lehrmaterialien beeinflusst werden kann (Pienemann et al., 2006, S. 33f). Werden die Perspektiven verbunden, müssen zunächst Spracherwerbsprozesse möglichst genau beschrieben werden, um in einem zweiten Schritt untersuchen zu können, wo und wie es möglich ist, effektiv auf die Prozesse einzuwirken. Wie bei der Interlanguage-Hypothese wird angenommen, dass „Fehler" von den Lernenden notwendige Zwischenschritte beim Erwerbsprozess sind. Die Kenntnis von Erwerbsverläufen ist somit eine zentrale Grundlage für die Anregung von Lernprozessen. [...]Die zentrale Annahme ist nun, dass die Lernersprachen bei verschiedenen Lernenden eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen und die Lernenden die sprachlichen Aufgaben in Stadien lösen, die vergleichbar sind. Das würde bedeuten, dass beim Fremdsprachenunterricht ähnliche Abläufe zu beobachten sind wie beim frühen Spracherwerb oder beim sukzessiven Zweitspracherwerb.