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Anatomie und Physiologie (Subject) / Blut (Lesson)
Aufgaben, Bestandteile, Zellen, Plasma, Serum
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- Nenne die Bestandteile des Blutes. -ca. 45 % Blutkörperchen/-zellen -> rote Blutkörperchen (Erythrozyten) 4,5 -5 Mio /mm3 -> weiße Blutkörperchen (Leukozyten) 4.000 - 10.000 /mm3 -> ca. 67% Granulozyten -> ca. 27% Lymphozyten -> ca- 6 % Monozyten -> Blutplättchen (Thrombozyten) 150.000 - 300.000 /mm3 - ca. 55% Blutplasma (flüssiger Bestandteil) -> Blutwasser, Plasmaeiweiße, Plasmaelektrolyte
- Welche Aufgaben hat das Blut? TRANSPORT - von Atemgasen durch Erythrozyten von Lunge zum Gewebe und zurück - Nährstoffen von Darmzotten zu Organen - Stoffwechselprodukten zu den Ausscheidungsorganen - Wärme aus stoffwechselaktiven Organen zu oberflächennahen Bereichen - von Hormonen (Signalübermittlung) IMMUNABWEHR - vermittelt durch Leukozyten - Abwehr von Krankheitserregern und körperfremden Stoffen hauptsächlich im Bindegewebe - Blut als Transportmittel von Bildungsstätten (Knochenmark) zu Wirkorten ABDICHTUNG/ GERINNUNG - von Gefäßen bei Verletzungen: durch Thrombozyten und Gerinnungsfakoren wie Fibrinogen AUFRECHTERHALTUNG EINES SATBILEN INNEREN MILIEUS - pH-Wert (7,2 - 7,4) - osmotischer Druck und Zusammensetzung relativ konstant
- Worin besteht der Unterschied zwischen Blutplasma und Serum? PLASMA -> Lösung mit ausgezeichneten Fließeigenschaften -> gelbliche Farbe durch Bilirubin -> bleibt übrig, wenn die zellulären Bestandteile durch Zentrifugation von ungerinnbar gemachtem Blut getrennt werden -> wichtige Bestandteile: Wasser, Plasmaeiweiße (Albumine, Immunglobuline, Fibrinogen, Prothrombin), Plasmaelektrolyte (Na+,K+, Ca2+,usw), Hormone, Nährstoffe, Abbauprodukte des Stoffwechsels SERUM -> flüssige Phase von bereits geronnenem Blut -> Blutplasma ohne den Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen
- Wo werden die Blutzellen gebildet und abgebaut? - Bildung im roten Knochenmark - pluripotente (alleskönnende) Knochenmarkstammzellen entwickeln sich über Zwischenstufen zu den im Blut strömenden reifen Zellen = Blutkörperchen - Abbau vor allem in Leber und Milz
- Wie groß ist die gesamte Blutmenge im Körper? -etwa 8 % des Körpergewichts -> ca. 5-6 Liter - 80% Körperkreislauf und 20% Lungenkreislauf
- Was ist der Hämatokrit? - der prozentuale Anteil aller Blutzelle am gesamten Blutvolumen -> bei Männern ca. 47% -> bei Frauen ca. 43% -> grober Überblick über den Erythrozytenwert, da der Anteil an Leukozyten weniger als 1% beträgt
- Nenne wesentliche Merkmale von Erythrozyten! FUNKTION - Transport der Atemgase im Blut - enthalten dazu den roten, eisenhaltigen Blutfarbstoff Hämoglobin GESTALT - runde, scheibenförmige Gebilde, auf beiden Seiten eingedellt (bikonkav) - d= 7,5µm - hauchdünne Zellmembran -> Form begünstigt die Diffusion und erleichtert die passive Verformbarkeit bei der Passage enger Kapillaren - 1/3 Hamöglobin zur reversiblen O2-Bindung - Träger von Blutgruppensubstanzen - enthalten Enzyme (z.B. Karboanhydrasen) ANZAHL - 4,5(w.) - 5.5 Mio.(m.) / µl BILDUNG = Erythropoese - im roten Knochenmark aus kernhaltigen Vorstufen (Stammzellen), die sich spezialisieren - pro Minute werden ca. 160 Mio. Erythrozyten gebildet REIFUNG - pluripontente Knochenmarkstammzelle -> Myeloische Stammzelle -> Proerythroblast -> Erythroblast -> Retikulozyt -> Eryhrozyt - Zellen verlieren Zellkern und Zellorganellen und werden in das periphere Blut ausgeschwemmt ABBAU - hauptsächlich in Milz und Leber - aus den eisenfreien Hämoglobinanteilen entstehen Gallenfarbstoffe (Bilirubin) - frei werdendes Eisen wird gespeichert und erneut zum Aufbau von Hämoglobin verwendet LEBENSDAUER - ca. 120 Tage
- Nenne wesentliche Merkmale von Leukozyten! FUNKTION - bilden zusammen mit den lymphatischen Organen (z.B. Milz, Thymus, Lymphknoten, Mandeln, usw.) das Immunsystem - Blut dient dem Transport, Wirkort ist meist das Bindegewebe GESTALT - kernhaltige, relativ farblose Zellen - amöboid beweglich und können durch Gefäßwände wandern (Diapedese) ANZAHL - 4.000 - 8.000 pro µl Blut - bei Entzündung deutlich erhöht (Leukozytose = >10.000/µl) - Leukopenie = <2.000µl BILDUNG - im roten Knochenmark aus Stammzellen ARTEN - Granulozyten (neutrophile, eosinophile, basophile) - Lymphozyten - Monozyten REIFUNG/ VERMEHRUNG - bei Granulozyten und Monozyten im Knochenmark -bei Lymphozyten in anderen lymphatischen Organen (z.B. Thymus oder Lymphknoten) LEBENSDAUER - von Stunden (Granulozyten) bis Jahre (Lymphozyten)
- Nenne und beschreibe die verschiedenen Granulozytenarten! NEUTROPHILE GRANULOZYTEN - Zellen des unspezifischen Immunsystems, verantwortlich für die Abwehr von Infektionen mit Pilzen und Bakterien - können phagozytieren, daher auch Fresszellen genannt - treffen als erste am Entzündungsort ein -> Freisetzung von Prostaglandinen, starke Schmerzinduktoren - enthalten eine Vielzahl lysosomaler Enzyme - an Eiterbildung beteiligt EOSINOPHILE GRANULOZYTEN - können phagozytieren, v.a. Antigen-Antikörper-Komplexe - Vermehrt bei allergischen Reaktionen, Parasitenbefall und Autoimmunerkrankungen - Begrenzung von allergischen Reaktionen: binden überschüssiges Histamin und inaktivieren es BASOPHILE GRANULOZYTEN - enthalten viel Histamin (an Auslösung der allergischen Sofortreaktion beteiligt) und Heparin (Blutgerinnungshemmer) - gefäßwirksame Stoffe
- Nenne wesentliche Merkmale von Lymphozyten! - Zellen des spezifischen Abwehrsystems - ca. 25-40% der Leukozyten - Bildung im Knochenmark, Differenzierung in lymphatischen Organen - auffallend großer Zellkern, viele Zellorganellen im Zytoplasma - kleine Lymphozyten -> v.a. im strömenden Blut - große Lymphozyten -> v.a. in lymphatischen Organen (ca. 99%) FORMEN -> B-Lymphozyten, T-Lymphozyten und Natürliche Killerzellen
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- Nenne wesentliche Merkmale von Monozyten! - die größten Leukozyten - 4-6% der Leukozyten - ovaler bis nierenförmiger Zellkern, zahlreiche Lysosomen im Zytoplasma - 20-30 Stunden im Blut, Umbildung im Gewebe zu Makrophagen - beteiligt an der: -> unspezifischen Immunabwehr: Phagozytose, intrazelluläre Abtötung von Bakterien, Pilzen, Parasiten und geschädigten körpereigenen Zellen -> spezifische Immunabwehr: Antigenpräsentation
- Nenne wesentliche Merkmale von Thrombozyten! FUNKTION - Blutgerinnung und Blutstillung - lagern sich bei einer Verletzung an die Gefäßwand, zerfallen und setzen Enzyme frei, die mit weiteren Faktoren wie Thrombin und Fibrinogen die Blutgerinnung auslösen GESTALT - kernlose, ungleichmäßig geformte Blättchen, mit nur wenig Zellorganellen ANZAHL - 150.000 - 300.000 /µl BILDUNG - im Knochenmark durch Abschnürung von Zytoplasma von Riesenzellen (Megakaryozyten) ABBAU - in der Milz LEBENSDAUER - 5-10 Tage
- Was ist die Hämatopoese bzw. Erythropoese? - Hämatopoese= Bildung der Blutzellen im roten Knochenmark (kurze und platte Knochen) - Erythropoese = Bildung roter Blutkörperchen, Niere bildet Erythropoetin -> regt Bildung von Erythrozyten an
- Beschreibe das Hämoglobin! = Hb - Chromoproteid - besteht aus Globin und Häm -> Globin = Proteinketten α + β -> Häm = zentrales Fe2+-Ion - das Eisen kann den Sauerstoff binden - sauerstoffangereichertes Blut erscheint hellrot - sauerstoffarmes Blut erscheint dunkelrot - Hämoglobinkonzentration: 12-16 g/dl
- Beschreibe die Hämolyse! -> Erythrozytenabbau und Bildung von Bilirubin MILZ -> Aufspaltung von Hämoglobin in Globin und Häm -> Globin: Aminosäure, wird in Leber verarbeitet/ gespeichert -> Häm: Fe2+-Recycling und der Rest in Stoffwechselschritten weiterverarbeiten Stoffwechselschritte -> unkonjugiertes wasserunlösliches = indirektes Bilirubin -> wird im Blut an Albumin gekoppelt (Transporteiweiß) und gelangt zur LEBER -> Konjugation (Stoffwechselprozess) = Kopplung an Glucoronsäure durch Glucoronytransferase -> es entsteht konjugiertes wasserlösliches = direktes Bilirubin -> über Gallenflüssigkeit (grünfärbung) in den DARM -> 80% werden über Stuhl ausgeschieden -> 20% werden Rückresorbiert (enterohepatischer Kreislauf/ Pfortader) -> Transport bis in die NIERE -> Ausscheidung über Urin (Urobilinogen. gelbfärbung)
- Nenne die Formen und Ursachen eines Ikterus! PRÄHEPATISCH - Stoffwechselstörung - gesteigerte Hämolyse INTRAHEPATISCH - Leberzirrhose - Hepatitis POSTHEPATISCH - Gallensteine - Gallengangsatresie - Pankreas-Ca (Cholestase) -> fetaler Ikterus = Leber kann Bilirubin noch nicht gut abbauen -> Gefahr! Bilirubin ist hirntoxisch
- Beschreibe das Prinzip der Blutgruppen! - Blutgruppeneigenschaften sind als Antigene auf der Erythrozytenmembran festgeschrieben - es gibt viele verschiedene (ca. 300) - wichtigsten Blutgruppen: AB0, Rhesus und Kell. - im Plasma gibt es Antikörper, die sich mit den anderen Blutgruppen nicht vertragen - die Reaktion zwischen Antigen (Ag) und Antikörper (Ak) würde zur Verklumpung (Agglutination) der Erythrozyten führen AB0-System - Blutgruppe A + Anti B - Blutgruppe B + Anti A - Blutgruppe AB + keine Ak - Blutgruppe 0 + Anti A + Anti B Rhesus - zweitwichtigste Blutgrupensystem - beruht auf dem Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von Rh-Antigenen auf der Erythrozytenmembran -Antikörper treten bei Rh-negativen Menschen erst nach Sensibilisierung auf, zB nach Bluttransfusionen oder Schwangerschaften mit Rh-positiven Fetus - Komplikationen (Hämolyse, fetale Schädigung) treten dann erst bei der 2. Transfusion/ Schwangerschaft auf
- Wieso ist ein funktionierendes Gerinnungssystem notwendig? - Überaktivität führt zu einer erhöhten Thromboseneigung - gestörtes Gerinnungssystem führt zu lebensbedrohlichen Blutungen schon bei kleinsten Verletzungen - Gerinnung steht im Gleichgewicht mit der Fibrinolyse
- Beschreibe die drei Reaktionsabläufe, die bei einer undichten Stelle im Gefäßsystem ineinander greifen! 1. Gefäßreaktion = Vasokonstriktion 2. Thrombozytenaggregation = Ausbildung eines Thrombozytenpfropfes an der verletzten Stelle (weißer Abscheidungsthrombus) 3. Gerinnungskaskade = Bildung eines Fibrinfasernetztes (roter Thrombus) -> Schritte 1+2 = primäre Hämostase = Blutstillung -> nicht ausreichend für dauerhafte Blutstillung - verengte Gefäße weiten sich nach wenigen Minuten wieder und der Thrombozytenpfropf würde weggespült werden -> Schritt 3 = selundäre Hämostase = Blutgerinnung -> beginnt gleichzeitig mit der Thrombozytenaggregation - Bildung eines Fibrinfasernetzes um den Thrombozytenpfropf herum - Gerinnungskaskade setzt Fibrinbildung in Gang
- Was sind Gerinnungsfaktoren? - Eiweiße im Blut - wirken wie Enzyme, wenn sie aktiviert sind - werden in der Leber synthetisiert - es gibt die Faktoren I - XIII
- Über welche Wege wird das Gerinnungssystem aktiviert? 1. das exogene System (extrinsic system, extravaskuläre System) - wird bei größeren, äußeren Gewebsverletzungen aktiviert - bei Einblutungen in das umliegende Gewebe - Aktivierung des Gerinnungsfaktor III = Gewebsthrombokinase und dadurch in Gang setzten der Gerinnungskaskade 2. das endogene System, (intrinsic system, intravaskuläre System) - nur Endothel wird beschädigt - kleinste Mikroverletzungen - beginnt mit Aktivierung des Faktor XII (Umwandlung in aktive Form) -> endogenes und exogenes System kommen auf der Stufe von Faktor X zusammen -> ab da läuft die Gerinnung immer nach dem gleichen Muster ab -> Faktor X + Faktor V + Ca führen Prothrombin in Thrombin über, welches dann Fibrinogen in Fibrin überführt
- Beschreibe die Fibrinolyse! - überschüssige Gerinnung würde eine Thrombose zur Folge haben - Fibrinolyse = System zur Auflösung von Fibrinnetzen - Auslösung durch Enzym -> Plasmin - Plasmin im Blut als inaktive Vorstufe -> Plasminogen - Plasminogen wird bei Bedarf durch physiologische Aktivatoren (zB tPA, Urokinase) in Plasmin umgewandelt - Plasmin = eiweißspaltendes Enzym - kann Gerinnungsfaktoren auflösen - spaltet lange Fibrinketten in lösliche Bruchstücke