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Motivationspsychologie (Subject) / Bindungsmotivation (Lesson)

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  • Evolutionsbiologische Perspektive des Bindungsmotivs (plus Beispiel) Bindung und Zusammenleben evolutionär Lebensnotwendig → Bindungsmotiv Voodoo-Tod = psychogener TodNach Ausschluss aus Gesellschaft tritt innerhalb kurzer Zeit der Tod ein.
  • 4 Funktionen des Bindungsmotivs Bindungen dienen - Vermeidung von Isolation und Aufrechterhaltung positiver Beziehungen als evolutionär adaptiv - Freundschaften, stabile Partnerschaften, Zusammensein mit der Familie - wichtige Quellen von positiven Emotionen, Lebenszufriedenheit und Glück - erleichtern das Meistern von Lebenskrisen
  • 2 Beispiele für die Existenz des Bindungsmotivs 1. Cyberball-Experiment → 2 Bedingungen: Anschluss/Zurückweisung → fMRT zur Aktivitätsmessung im Gehirn → Ergebnis: Bei Zurückweisung werden der anteriore cinguläre Cortex und der rechte, ventrale, präfrontale Cortex aktiviert. Dies dient als Alarmsystem/Konfliktmonitor und der Regulation negativer Affekte. 2. Mimikry (spiegelbildliche Imitation der Körperhaltung/typischer Verhaltensweisen eines Interaktionspartners) → unbewusst → erzeugt Sympathie → positivere Bewertung der Interaktion
  • 2 unterschiedliche Ausprägungen des Bindungsmotivs 1. Anschlussmotiv → äußert sich in dem wiederkehrenden Bedürfnis, positive, wahrherzige Beziehungen zu anderen Menschen aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen → bezieht sich mehr auf fremde Personen → Hoffnung auf Anschluss und Furcht vor Zurückweisung 2. Intimitätsmotiv → wird definiert als eine wiederkehrende Bereitschaft, in einen warmen, engen und kommunikativen Austausch mit anderen Menschen einzutreten; der Austausch selbst wird als Ziel gesehen, nicht als Mittel zu einem anderen Zweck → Vertiefung und Sicherung von bestehenden Beziehungen → betont den in einer Beziehung entstehenden positiven Aspekt und den Dialog zwischen zwei Menschen stärker
  • Funktionen von Anschluss- und Intimitätsmotiv - Anschluss: Erzeugung von Harmonie; Intimität: Beibehaltung von Harmonie - Kooperation → bessere Nutzung von Ressourcen → Sicherheit (Grundlage altruistischer Motivation) - stakre Eltern-Kind-Beziehung fördert Überlebens-/Fortpflanzungserfolg der eigenen Gene
  • Verhaltenskorrelate hoch anschlussmotivierter Personen - arbeiten lieber mit sympathischer als mit kompetenter Person zusammen - studieren mit mehr Erfolg bei Lehrern, die warme/sympathische Ausstrahlung haben - erbringen in Wettkampfsituationen als Mitglied einer Staffel bessere Leistungen als im Einzelwettkampf - Haben höhere Gesundheit/besseres Immunsystem Korrelation [Sympathie (Antipathie) ↔ Interaktion (Distanz) ↔ Zustimmung (Ablehnung)] höher.
  • Merkmale von "Hoffnung auf Anschluss"-Motivierten - positivere Beurteilung Anderer - höhere Bewertung der Ähnlichkeit mit anderen - mögen andere mehr, werden von anderen mehr gemocht
  • Merkmale von "Furcht vor Zurückweisung"-Motivierten - neigen eher zur Wahrnehmung mehrdeutiger Signale in sozialen Situationen als Zurückweisung - in sozialen Situationen nicht besonders geschickt, fühlen sich unbeholfener
  • Vergleich der Bindungsmotive (Anschluss/Intimität) - Hoch Intimitätsmotivierten fällt es im Kontakt mit anderen leichter, eine offene, vertrauensvolle und herzliche Atmosphäre zu schaffen Anschlussmotiv (Mangelbedürfnis) - Bedürfnis nach Aufbau/Wiederherstellung von Anschluss- konkretes Verhaltensziel- Anregung in Gegenwart fremder, weniger bekannter Menschen- Evolutionär: Sicherheit in der Gruppe Intimitätsmotiv (Wachstumsbedürfnis) - Positiver Affekt aufgrund einer Beziehung/Interaktion- Austausch als Ziel- Anregung durch bekannte Personen, zu denen positive/sichere Beziehung bereits besteht- Evolutionär: Brutpflege
  • Biologische (hormonelle) Grundlagen der Bindungsmotivation - Bindungshormon: Oxytozin - Stresshormon: Adrenalin/Kortisol (dient erhöhter motorischer Aktivität/physiologischer Reaktivität, Vokalisation - Beruhigung/Belohnung: Endorphine (körpereigene Opiate, Reduzierung der Stressreaktion, belohnend) - Progesteron: Steigerung → Stresshemmung - Dopamin: Allgemeines Wohlbefinden Allgemein besseres Immunsystem durch höhere S-IgA-Konzentration
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  • Experiment Hormone und Intimitätsmotivation (Depue und Morrone-Strupinsky, 2005) Hypothese Anregung des Intimitätsmotivs führt bei hoch intimitätsmotivierten Personen zur Ausschüttung von Endorphinen. Erhöhte Endorphinausschüttung führt zu höherer Schmerztoleranz Methode UV1: Bei 50% der VPn Blockade der Endorphinrezeptoren durch Naltrexon, bei den anderen 50% nicht (Placebo)UV2: Bei 50% der VPn Anregung des Intimitätsmotivs durch Film, bei den anderen 50% nichtMessung der Schmerztoleranz Ergebnis Endorphine sind tatsächlich ursächlich für Intimitätsmotivation.