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Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Subject) / 9.4 Sehen & Wahrnehmungsverarbeitung (Lesson)
- 1. Von der Netzhaut zum Gehirn - die Sehbahn (siehe Abbildung) - Sehnerv: die jeweils ca. 1 Mio. Axone der Gangloenzellen bilden den Sehnerv - Chiasma opticum (Sehnervenkreuzung): → hier kreuzen sich die Sehnerven: die nasenseitig gelegenen Fasern wechseln die Seite, die schläfenseitigen laufen ungekreuzt weiter → so entsteht im linken visuellen Kortex eine Repräsentation des rechten Gesichtsfeldes, im rechten visuellen Kortex die des linken Gesichtsfeldes - Tractus opticus: leitet die Infos von Chiasma opticum über das Mittelhirn zum Thalamus - Prätektale Region: Einige Fasern enden in diesem Bereich des Mittelhirn, das die Augenreflexe steuert - Colliculi superiores: Teil des Mittelhirns, das sprunghafte Augenbewegungen (Sakkaden) kontrolliert & komplexe Reflexe im Zusammenwirken mit dem Gehör koordiniert - Corpus geniculatum laterale des Thalamus (CGL, Seitlicher Kniehöcker): → Abbildung analog zur Retina (Retinotopie) → Analyse von Bewegung & Objektqualitäten → Starke Vernetzung mit u.a. mit der Formatio Reticularis & dem visuellen Kortex - Visueller Kortex: → im primären visuellen Kortex Ersanalyse auf Farbe, Orientierung, Bewegung & Räumlichkeit → danach Weiterverarbeitung im übrigen Kortex
- 2. Hemianopsie (siehe Abbildungen) - Ausfall einer Hälfte des Gesichtsfeldes - Ursache: Läsion (=Verletzung oder Störung der Funktion eines Organs oder Körperglieds) im Verlauf der Sehbahn. Die Art der Hemianopsie erlaubt einen Rückschluss auf den Ort der Störung. Liegt diese kurz vor dem Chiasma opticum, kann der Gesichtsfeldausfall einseitig auftreten,ansonsten beidseits. Ihre Benennung erfolgt nach der Richtung des Gesichtsfeldverlustes. Ein temporaler (seitlicher) Gesichtsfelddefekt beispielsweise bedeutet also den Ausfall der nasalen (zur Nase gewandten) Retinahälften des Auges, weil die Lokalisation nasaler Netzhautareale nach temporal erfolgt und umgekehrt. - homonyme Hemianopsie (rechts oder links): Auf beiden Augen ist die gleiche Seite von dem Ausfall betroffen (Patienten erkennen beispielsweise nur den linken oder rechten Bereich eines Bildausschnitts) - heteronyme Hemianopsie: Auf beiden Augen ist jeweils die Gegenseite von dem Ausfall betroffen. (Patienten leiden beispielsweise an einem „Scheuklappenblick“) Diese tritt bei einer Schädigung in der Sehnervenkreuzung auf und ist dann in der Regel bitemporal (seitlich), wenn etwas von der Mitte auf die beiden Nerven drückt. Eine beidseitige Kompression von außen kann zu einer binasalen Hemianopsie führen, ist aber sehr selten und bisher nicht symmetrisch, wie auf dem Bild dargestellt, beobachtet worden. - Quadrantenanopsie: besondere Form Gesichtsfeldeinschränkung / fehlt ein oberer oder unterer Bereich (meistens ein Viertel = Quadrant) des Gesichtsfeldes auf einem oder beiden Augen / Patienten erkennen beispielsweise ein Viertel eines Bildausschnitts nicht