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Paradigmenlehre (Subject) / Vorlesung 4 (Lesson)
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- Vorreiter des Kognitivismus George Miller - Begründer des Center for cognitive studies (mit Jerome Bruner) - Zentrum steht nicht für etwas, sondern gegen etwas (Behaviorismus) Ulrich Neisser - Kognition = Prozesse, durch die sensorischer Input transformiert, reduziert, elaboriert, abgerufen und genutzt wird
- Zentrale Unterschiede Behaviorismus - Kognitivismus Kognitivismus - Wie beeinflussen mentale Prozesse das Verhalten? - Bedeutung entsteht durch mentale Prozesse - Aktive und generative Prozesse mit dem Stimulusinput Behaviorismus - WIe beeinflussen Reiz-Reaktionen das Verhalten? - Bedeutung ist eine Funktion der Umwelt - Passive Respondenten auf den Input
- Kognitivismus - Problem der Methodik? - keine Introspektion - Nisbett & Wilson - Selbstreferenz nicht möglich (Homunkulus-Problematik) - Aber was dann? --> Reaktionszeitmessungen, Lernkurven, Verhaltensbeobachtungen
- Kognitivismus - Biologie als Erklärung? - Allgemeiner Reduktionismus - Beobachtungen - Zellen/Neuronen - Gene - Problem der Erklärungsebene (s.a. Dunnet, 1980) - Kritik von Mausfeld (2002): no psychology in - no psychology out
- Kognitivismus - Biologie als Erklärung? Beispiel Oxytocin - Oxytocin als Hormon beeinflusst Verhalten und mentale Prozesse (Kooperation, Gedächtnis, Aufmerksamkeit) - Erklärt Oxytocin dieses Verhalten etc.? - Aufgaben der psychologie: Beschreiben, Erklären, Vorhersagen, Verändern - Biologie muss als eine weitere Methode gesehen werden --> kein Reduktionismus!!!
- Der Mensch als Laienwissenschaftler - Lee Ross (1977): the intuitive psychologist and his shortcomings - Harold Kelley (1973): the process of causal attribution - Menschen versuchen die Welt zu verstehen --> Ursachen erklären, Effekte vorhersagen GOOGLEN
- Der Mensch als Laienwissenschaftler Beispiel: Klassische Attributionsfehler - Correspondence Bias (o. FAE) - Actor Observer Bias - Base Rate Neglect - Zu Starker Fokus auf Personen als Ursache: Vernachlässigung der Situation und des Zufalls - Allgemein: Fokus auf saliente Ursachen
- Attributionsfehler Die Castro Studie (Joney & Davis, 1965) Jones & Harris (1967) führten mit US-amerikanischen Probanden folgendes Experiment durch: Die Versuchspersonen waren Zuhörer eines Redners, der eine Rede verlas, die sich entweder für oder gegen Fidel Castro aussprach. Man unterteilte die Zuschauer per Zufall in zwei Gruppen: Die einen erhielten nachher die Information, dass dem Redner die Rede unabhängig von seinen persönlichen Ansichten zugewiesen worden war. Die anderen wurden informiert, dass der Redner die Rede (pro/contra Castro) selbst gewählt hatte. Beide Gruppen wurden danach befragt, wie stark die Rede die Einstellung des Redners widerspiegelt. Jene, die glaubten, der Redner hätte den Text selbst gewählt, waren überwiegend der Ansicht, die Rede spiegele des Redners Meinung wider. Dies war jedoch auch, wenn auch etwas schwächer, in der anderen Gruppe der Fall. Obwohl die Versuchspersonen also wussten, dass die Rede zugeteilt worden war, attribuiertensie dennoch intern.
- Attributionsfehler Actor-Observer Bias (Ross, Amabile & Steinmetz, 1977) Ross und Kollegen führten 1977 eine Untersuchung in den USA durch, in denen eine Quizshow inszeniert wurde. Die Versuchspersonen wurden zufällig einer von drei Rollen zugewiesen: Quizmaster, befragter Kandidat oder Zuschauer. Der Quizmaster bekam dann die Aufgabe, sich Aufgaben, die seinen eigenen „Wissensreichtum möglichst umfassend zeigen“, auszudenken. Diese Fragen sollte er dann dem Kandidaten stellen. Nach dem Quiz sollten alle drei Beteiligten den Wissenreichtum von Quizmaster und Befragtem einschätzen. Alle drei waren darüber informiert, dass der Quizmaster sich die Aufgaben selbst hatte überlegen dürfen. Trotzdem schätzten sowohl Zuschauer als auch Kandidaten den Wissensschatz des Quizmasters gegenüber dem des Kandidaten höher ein, obwohl der Quizmaster natürlich eindeutig im Vorteil war und Fragen entsprechend erfinden durfte. Obwohl der Eindruck des größeren Wissens des Quizmasters also auf situative Einflüsse zurückzuführen ist, attribuierten die Versuchspersonen stärker intern und begingen damit den fundamentalen Attributionsfehler.
- Attributionsfehler Base-Rate Neglect (Kahnemann & Tversky 1973) - Studie mit 70 Ingenieuren und 30 Anwälte - „Tom W ist intelligent, aber nicht kreativ. Er braucht Ordnung und Klarheit. Er hat wenig Sympathie für seine Mitmenschen aber dennoch ein tiefes Moralgefühl- Ist Tom Anwalt oder Ingenieur?
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- Kritik am "lay Scientist"/ Menschen als Laienwissenschaftler - menschen als "cognitive misers" - Menschen haben nicht genug Ressourcen, um die Realität als Wissenschaftler zu sehen - rationalität nicht möglich: Konzept der "bounded rationality" - Forschungsprogramm der "heuristics & biases"
- Menschen als Infoverarbeiter - Newell & Simon, 1972: "general problem solver" - Computer als Metapher für menschliches Denken - Kognition dominierendes Konstrukt (Verhalten in den Hintergrund gerückt)
- Forschungsfragen Wie funktioniert Gedächtnis? - Abruf und Speicherung von Infos - Symbolische und sub-symbolische Modelle - Unterscheidung Langzeit- vs. Kurzzeitgedächtnis Wie funktioniert Wahrnehmung? - Wie erkennen Menschen Bedeutung? - WIe klassifizieren Menschen Objekte? (Stühle und Tische)
- Neurowissenschaften - Psychologische Phänomene über biologische Grundlagen erklären- Methoden heute: EEG, fMRI, transkraniale Stimulation- Problematisch durch Leib-Seele-Problem- Spannend durch Effizienz und Genauigkeit der Messmethoden- Vergleich: Introspektion, Reaktionzeiten, Verhaltensbeobachtung
- Gefangenendilemma Es modelliert die Situation zweier Gefangener, die beschuldigt werden, gemeinsam ein Verbrechen begangen zu haben. Die beiden Gefangenen werden einzeln verhört und können nicht miteinander kommunizieren. Leugnen beide das Verbrechen, erhalten beide eine niedrige Strafe, da ihnen nur eine weniger streng bestrafte Tat nachgewiesen werden kann. Gestehen beide, erhalten beide dafür eine hohe Strafe, wegen ihres Geständnisses aber nicht die Höchststrafe. Gesteht jedoch nur einer der beiden Gefangenen, geht dieser als Kronzeuge straffrei aus, während der andere als überführter, aber nicht geständiger Täter die Höchststrafe bekommt. Das Dilemma besteht nun darin, dass sich jeder Gefangene entscheiden muss, entweder zu leugnen (also mit dem anderen Gefangenen zu kooperieren) oder zu gestehen (also den anderen zu verraten), ohne die Entscheidung des anderen Gefangenen zu kennen. Das letztlich verhängte Strafmaß richtet sich allerdings danach, wie die beiden Gefangenen zusammengenommen ausgesagt haben und hängt damit nicht nur von der eigenen Entscheidung, sondern auch von der Entscheidung des anderen Gefangenen a
- Hardin: Tragedy of the commons Homo oeconomicus bezeichnet ein sozialwissenschaftlichesund evolutionstheoretisches Modell, nach dem frei verfügbare, aber begrenzte Ressourcennicht effizient genutzt werden und durch Übernutzung bedroht sind, was auch die Nutzer selbst bedroht.