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A- Auswendiglernen (Subject) / 2 Habituation (Lesson)
VL LERNEN, Rothermund // Jena
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- Habituation Lernen durch Gewöhnung - wdh. folgenlose Präsentation eines Reizes = Abnahme Reaktion des O.
- Habituationseffekt - tatsächlich Lerneffekt? Alternativerklärung (AE)? Alternativerklärung ausschalten Bsp. Untersuchung AE ausschließen Alternativ wird gesagt, dass es auch Erschöpfung, Ermüdung o. Adapation sein könnte, warum die Reaktion allmählich abschwächt. Dies lässt sich ausschalten, indem man sich vor Augen führt, dass der Habituationseffekt immer situationsspezifisch stattfindet. Habituation ist stimulus-spezifisch (!) (s. hier auch "coolidge-effect" = neuer Antrieb für neue Partner, Altes wird zur Gewohnheit) Ein zweiter Reiz wird präsentiert; schwächt eine erste Reaktion ab und es wird wieder eine höhere Reaktion in einem anderen Kontext (z.B mit Stimuluswechsel/ bzw -modifikation) gezeigt, dann war es Habituation und keine Erschöpfung. Nicht die Reaktion habituiert,sonderndie Reaktion als Folge des Stimulus. Man lernt: das wichtige vom unwichtigen zu unterscheiden (Essenz im Leben). Der "startle"-Effekt (erneute, stärkere Reaktion auf einen zweiten Reiz nach Habituation des ersten) wurde von Groves & Thompson 1970 nachgewiesen:Ratte habituiert auf Ton♦ Licht + Ton = erhöhte Reaktion♦ Licht weg, nur Ton = Habituation wieder sichtbar♦ Licht + Ton = neuer Kontext = neue Reaktion = neuer Lernprozess
- Welche Funktion hat Habituation f. adaptive Verhaltenssteuerung? → Vermeidung v. Reaktion auf irrelevante Reize = "zero waste" ; keine Ressourcenverschwendung oder Ablenkung → Konzentration kann auf wichtigere Reize gelenkt werden;Energie kann andersweitig genutzt werden. → geringe Habituationsgeschwindigkeit = Prädiktor Fehlentwicklung und Defiziten
- Was ist der "coolidge"-Effekt? "coolidge"-Effekt beschreibt die zunehmende Abnahme von Interesse und Lust an einem immer gleichbleibenden Geschlechtspartner (ohne Abwechslung) → "neuer Elan", wenn neuer Geschlechtspartner Bsp. Präsident auf Hühnerfarm -- nicht immer die gleichen Hennen.
- Wie kann man das Phänomen d. Habituation nutzen, um basale Wahrnehmungs- und Diskriminationsleistungen b. Säuglingen o. Tieren zu erklären? Untersuchungsbeispiel. basal=grundlegend, elementar Mit verschiedenen, aber ähnlichen Stimuli lässt sich die Wahrnehmung von Säuglingen und Tieren anhand ihrer Aufmerksamkeit d. Reizes gegenüber messen. → Diskriminationsparadigma b. Säuglingen Das Phänomen kann als Forschungswerkzeug eingesetzt werden, da man davon ausgehen, dass die Reize generalisiert, d.h. vereinfacht in subjektiv gleiche Gruppen eingeteilt & gelernt werden. Johnson & Aslin 1995habituierten Säuglinge auf ein Rechteck, der Stab unterbricht (Orientierungsreaktion nimmt mit der Zeit ab = Habituation/Lerneffekt)Es wurde den Säuglingen anschließend ein durchgezogener Stab gezeigt und dann ein in der Mitte geteilter Stab. Dadurch, dass die Säuglinge bei dem ganzen Stab keine weitere Reaktionen zeigten kann man davon ausgehen, dass sie ähnliches sehen, wie beim ersten, habituierten Reiz (fortgesetzte Habituation). Wobei die S. beim zweiteiligen Stab wieder wieder länger hinsahen, der OR nahm also wieder zu (Dishabituation)
- Rolle der Reizintensität und Vorhersagbarkeit für die Stärke d. Habituationseffekte? Aufbau und Ergebnisse von Davis & Wagner (1969) → ein intensiverer Reiz schwächt die Habituation ab ("Intensitätseffekt"Es gilt: Je größer der Reiz, desto schwächer Habituation Die Erwartung spielt ebenfalls eine Rolle bei der Stärke d. Habituationseffekte.Bei Erwartung eines nicht so intensiven Reizes, desto schwächer ist Habituationseffekt, wenn man "überrascht" wird. Wenn Intensitätszunahme vorhersagbar ist (z.B kontinuierlich lauter) verläuft Habituation konstant als ob es ein einzelner Reiz wäre. (="Gewöhnung") Bsp. Davis & Wagner 1969Gruppe 1: konstant 120 dB TöneGruppe 2: konstant 100 dB TöneGruppe 3: kontinuierlich ansteigende Töne 83-118 dBGruppe 4: zufällig, Intensitäten aus Gruppe 3→ alle habituierten, Gruppe 1 am schlechtesten (= Intensitätseffekt)Dann 120 dB Ton(alle Gruppen): Gruppe 1 und 4 stärkste startle-Reaktion weil unerwartet, Gruppe 1 und 3 keine OR weil erwartet.
- Typischer Verlauf emotionaler Reaktionen und Veränderung nach häufiger Wiederholung Wie lassen sich beide Punkte (Verlauf & Veränderung) mit "Opponent-Process-Theorie (Solomon & Corbit) erklären? Bei einer emotionalen Reaktion zeigt sich typischerweise zunächst die primäre, eigentliche Emotion (a-Prozess) aufgrund eines Reizes, daraufhin (aber später) setzt eine sekündärer emotionale Reaktion ein (b-Prozess), die versucht die erste Reaktion auszubalancieren (eine Emotion innerhalb eines Emotionspaares unterdrückt die andere)Typischer VerlaufReiz ♦ Höhepunkt ♦ Abflachen auf konstantes Niveau ♦ Umkehreffekt n. Beendigung der Emotionsreaktion auf Reiz (gegensetzliche Emotion) ♦ Rückkehr zur Ausgangslage → a & b - Prozesse → voreiliges Handeln aus dem Moment heraus, emotionale Achterbahnfahrten→ "eine Nacht drüber schlafen" = Emotionen wieder im Gleichgewicht. b-Prozess zur Vermeidung affektiver Eskalation / Äqulibrium schaffen
- Empirische Belege für Opponent Process Theory? Solomon & Corbit (1974) → Hunde-Schock Church et al. 1966♦ 1.Reaktionen von Hunden auf Serie von Elektroschocks A-Prozess: Furcht, B-Prozess: Winseln, Freude (dass es aufhört) → Fallschirmspringer-Emotion Epstein 1967♦ A: schockartige Angst, B: Euphorie → Toleranz / Entzug b. DrogenkonsumToleranz & Entzugserscheinungen bei fortgesetztem Drogenkonsum Glücksgefühl als A-Prozess, cold-Turkey als B-Prozess → je länger man sie nimmt, desto stärker wird B-Prozess = man braucht immer höhere Dosis und öfter Drogen, um den b-Prozess zu vermeiden
- Veränderung zeitlicher Verlauf und Intensität von a- und b-Prozessen durch Wiederholung der Opponent-Process-Theorie? → Bei wiederholter starker emotionale Reaktion a führt es dazu, dass im Laufe der Zeit nach vielen Wiederholungen die Intensität des b-Prozesses zunimmt und somit letztendlich überwiegt. BeispielDrogen → Dosis muss erhöht werden, damit unerwünschte Reaktion des Gegensätzlichen (b-Prozess) vermieden wird, die aber zeitgleich immer stärker wird
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