Fitnesstrainer B-Lizenz (Subject) / B_Modul 5 (Lesson)

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Modul 5: B-Lizenz (Passiver und Aktiver Bewegungsapparat)

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  • Knochenzellen heißen auch Osteozyten
  • Als passives Bewegungsystem wird das Skelettsystem mit seinen Knochen des Schädels, des Schultergürtels, der Wirbelsäule, des Beckens und der oberen und unteren Extremitäten bezeichnet. Es übernimmt die Stütz-, Schutz- und Bewegungsfunktion des menschlichen Körpers
  • Das passive Bewegungssystem besteht aus • KnochenStütz-, Schutz- und Bewegungsfunktion • Knorpel (hyaliner Gelenkknorpel/Faserknorpel) Pufferfunktion bei Druck- und Stoßbewegungen • BänderStütz- und Stabilitätsfunktion
  • Knochen - bestehen aus - 208-214 Knochen, macht 12 % des gesamten Körpergewichts aus - Knochen sind lebendige Substanz: Zellgewebe ist eine Art Bindegewebe. In dieses Bindegewebe ist Kalzium eingelagert, das den Knochen hohe Festigkeit verleiht, sodass sie die lebenswichtigen Körperorgane schützen und stabilisieren können. 
  • Funktionen der Knochen • Stabilität, Statik des Körpers• Schutz der inneren Organe• Mineralspeicher• Produktion der meisten Blutzellen• Ansatzstellen für Muskeln (Bewegungsfunktion)
  • Anatomie des Knochens Knochen gelten als eine besondere Form von Binde- und Stützgewebe und sind, wie eingangs bereits erläutert, primär für den Schutz der inneren Organe sowie Stabilität des Skeletts verantwortlich. Sie bestehen zu 60–70 % aus anorganischen Mineralien und zu 10–15 % aus Wasser. Die restlichen 20–25 % der Knochenmasse besteht aus organischen Substanzen. Besonders Kalziumsalze, die auch wichtig für diverse Funktionen des Körpers sind, Magnesiumphosphat sowie Kollagen und weitere Proteine bilden diese Substanzen des Knochens.
  • Anatomisch lässt sich ein Knochen wie folgt unterteilen: • Äußere Knochenhaut • Kompakte Knochenmasse • Knochenbälkchen • Innere Knochenhaut Die äußere Knochenhaut besteht dabei aus einer straffen Bindegewebsschicht. Die kompakte Knochenmasse, auch Kompakta genannt, macht bis zu 80 % der Knochenmasse aus.
  • Auf- und Abbau von Knochenmasse Ein lebenslanger Prozess im menschlichen Körper ist der Auf- und Abbau von Zellen. So endet dieser auch in den Knochen statt. Dort nennt man die Knochenzellen auch Osteozyten. Ganz grob unterscheidet man weiterhin zwischen Osteoblasten und Osteoklasten. Merken kann man sich diese beiden Zelltypen wie folgt: −  OsteoBlasten: Sie Bauen Knochenmasse auf −  OsteoKlasten: Sie Klauen Knochenmasse und bauen diese somit ab Die Auf- und Abbauprozesse bei den Knochen basieren auf einem Austausch alter Mineralien mit neuen Mineralien. Dazu bauen die Osteoklasten das alte Knochengewebe ab und erzeugen dadurch vorübergehend ein kleines Loch im Knochen. Danach folgt jedoch ein Knochenaufbau durch die Osteoblasten, die neues Material zu der abgetragenen Stelle transportieren und diese wieder befüllen. So durchläuft der menschliche Körper eine vollständige Knochenerneuerung innerhalb von 7 bis 10 Jahren. Für den Prozess des Knochenaufbaus sind vor allem auch zugeführte Mineralien in Form von Kalzium sowie Magnesium wichtig. Aber auch das bekannte Sonnenvitamin D3 ist entscheidend für eine Knochengesundheit.
  • Arten von Knochen: Beispiele Röhrenknochen – lange Knochen • Oberarmknochen (Humerus)• Elle (Ulna)• Speiche (Radius)• Oberschenkelknochen (Os femoris)• Schien- und Wadenbeinknochen (Tibia et Fibula) Platte Knochen • Schulterblatt (Scapula) • Brustbein (Sternum)• Schädel (Cranium)• Rippen (Costae) Kurze Knochen – kurze, ungeformte Knochen • Handwurzelknochen Sesambeine – kleine, rundliche Knochen • Kniescheibe (Patella)Luftgefüllte Knochen – enthalten mit Schleimhaut ausgefüllte Hohlräume • Schädel des Stirnbeins (Os frontale) Unregelmäßige Knochen – keine eindeutige Zuordnung möglich • Wirbel (Vertebrae)• Unterkieferknochen (Mandibula)
  • Arten von Knochen Röhrenknochen – lange Knochen Platte Knochen Kurze Knochen – kurze, ungeformte Knochen Luftgefüllte Knochen – enthalten mit Schleimhaut ausgefüllte Hohlräume Unregelmäßige Knochen – keine eindeutige Zuordnung möglich
  • Was ist Knorpelgewebe? Das Knorpelgewebe ist ein festes, sowohl druck- als auch biegungselastisches, gefäßarmes Stützgewebe. Es besteht, wie die anderen Binde- und Stützgewebsarten, aus Zellen sowie Interzellularsubstanz. Die fixen Zellen – Chonrozyten oder Knorpelzellen genannt – sind ebenso wie deren Zellkern kugelförmig und enthalten viel Wasser, Fett und auch Glykogen
  • Die Interzellularsubstanz bestimmt mit der Art ihrer Zusammensetzung die Unterteilung des Korpelgewebes in: Hyaliner Knorpel: Der hyaline Knorpel besteht aus mehreren, großen, zellreichen und dicht beieinanderliegenden Knorpelzellen. Dadurch kommt es zu einer kräftigen Färbung des Knorpelgewebes. Sein Vorkommen ist beispielsweise im Kehlkopf oder bei den Rippenknorpeln. Elastischer Knorpel: Der elastische Knorpel ist eher bestehend aus wenigen, kleinen Knorpelzellen und ist durch seine reichlichen, elastischen Fasernetze besonders belastbar und anpassungsfähig. Durch die Elastizität ist er deshalb in der Ohrmuschel, dem Ohrläppchen, den Stimmbändern sowie im Gehörgang wiederzufinden. Faserknorpel: Auch als Bindegewebsknorpel bekannt enthält der Faserknorpel deutlich weniger Knorpelzellen als die anderen beiden Arten. Dafür lassen sich viele Kollagenfasern wiederfinden, die im Bündel für eine gewisse Stabilität in Verbindung mit Elastizität sorgen. Wiederzufinden ist der Faserknorpel beispielsweise bei den Bandscheiben oder als Meniskus im Knie.
  • Die Hauptaufgabe der Knorpel besteht darin für eine reibungsarme Beweglichkeit zwischen Gelenken zu sorgen. Die Knorpel liegen zwischen den Gelenkenden und sorgen durch ihre Elastizität sowie Form für eine glatte Ober- fläche, wodurch Reibung verringert wird. Besonders die Elastizität sorgt auch für eine Art „Stoßdämpferfunktion“ bei ruckartigen oder starken Druckbelastungen. Sie sind in der Lage, ein Vielfaches des Körpergewichts als Kräfte abzufangen und schützen somit das gesamte Knochenskelett.
  • Bänder Bänder stützen und halten das menschliche Skelett. Sie umgeben die meisten Gelenkstrukturen und sorgen somit für Sicherheit und Stabilität.  Ein Synonym für Band ist das Wort Ligament. Bei einem Ligament handelt es sich um kaum dehnbare Stränge aus Bindegewebe, die zwei Knochen miteinander verbinden. Zum Teil verhindern sie auch schlichtweg ein Verrutschen des Gelenkes, indem Bänder zwischen beiden Enden des Gelenkes verwachsen sind.
  • Anatomisch lassen sich Bänder als ein Zusammenschluss von vielen einzelnen, in dieselbe Richtung verlaufenden Bindegewebsstränge beschreiben. Dies macht sie zu äußerst starken, aber auch nur sehr gering dehnbaren Gewebestrukturen. Die parallel verlaufenden Stränge erlauben zudem nur die Dehnung in einer Richtung. Ein Band wirkt somit sehr starr und stabilisierend zwischen beiden An- sätzen des Bandes am Knochen. Am Beispiel des Fußgelenkes wird die Vielseitigkeit und Komplexität des Bandapparats des Körpers deutlich. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Bändern im Sprunggelenk, die alle samt wichtige Funktionen übernehmen. Das instabile, aus vielen kleinen knöchernen Strukturen bestehende Sprunggelenk wird durch Bänder in diversen Richtungen stabilisiert, geschützt und zusammengehalten.
  • Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass folgende Aspekte den Zusammenhalt eines Gelenkes bestimmen: • Körperschwerkraft• Gelenkform/-art• Muskelspannung• Bandapparat um das Gelenk• Extern einwirkende Kräfte/Lasten
  • Hinsichtlich der anatomischen Struktur lassen sich zwei Formen des Zusammenhalts bei Gelenken definieren: Kraftschlüssiger Zusammenhalt | Ein Gelenk, das primär durch Muskeln und Bänder zusammengehalten wird. Beispiel: Schultergelenk PaarschlüssigerZusammenhalt | EinGelenk,das primär durch die knöcherne, anatomische Struktur zusammengehalten wird. Beispiel: Hüftgelenk Der Bandapparat nimmt im Hinblick auf die Gelenke eine besondere Funktion ein. Wie im dafür vorgesehenen Kapitel bereits besprochen wurde, sind Bänder auch hauptverantwortlich für eine Bewegungshemmung. Einige Bewegungen eines Gelenkes sind vom Körper nicht vertretbar und werden deshalb von kräftigen, stabilen Bändern gehemmt. Somit wird beispielsweise ein an sich instabiles Schultergelenk durch einen komplexen Muskel- und Bandapparat in seiner Position gehalten.
  • Gelenkkapsel und Synovia Die innere Schicht der Gelenkkapsel produziert die Synovia. Die Gelenkkapsel umschließt das Gelenk und besteht aus einer Verlängerung der Knochenhaut sowie zweier Schichten: Die äußere Schicht ist eine feste Schicht, die aus Kollagenfasern aufgebaut ist, Sie wird Membrana brosa genannt. Die innere Schicht ist locker und reich an Nerven und Blutgefäßen. Sie kann auch Fettzellen enthalten. Diese Schicht wird Membrana synovialis genannt. Sie besitzt vorspringende Falten, die aus speziellen Zellen bestehen. Diese Zellen sind für die Produktion der Gelenkflüssigkeit, der Synovia, zuständig. Die Synovia ist eine dickflüssige Substanz. Aus ihr ernährt sich der Gelenkknorpel. Gleichzeitig dient sie als Schmiersubstanz, um die Reibung an den Gelenkfkächen zu minimieren.
  • Gelenkspalt ein kapillarer Spaltraum zwischen den Gelenkpartnern. Dieser kann gelenkspezifisch durch Faltenbildung der Gelenkkapsel vergrößert sein. Er sorgt für das Ausmaß der Gelenkbeweglichkeit (z. B. sehr große Gelenkkapsel im Schultergelenk).
  • Gelenkknorpel | und Gelenkpfanne bilden die Gelenkfläche... Sie sind mit Knorpeln ausgekleidet. Meistens besteht der Gelenkknorpel aus hyalinem Knorpel. Er besitzt die besten Stoßdämpfereigenschaften. Diese Eigenschaften hängen eng mit dem Aufbau aus kollagenen Fasern, großen Molekülen und Wasser zusammen.
  • Echte Gelenke Die sogenannten Diarthrosen, echten Gelenke, kennzeichnen sich durch ihren Gelenkspalt, der die Knochen voneinander trennt. Es gibt eine Vielzahl an Gelenkformen und -strukturen, die jedoch alle einige Gemeinsamkeiten aufweisen: - Gelenkflächen sind meist mit Knorpelgewebe überzogen - Gelenkkopf und Gelenkpfanne passen aufeinander - Um das Gelenk befindet sich eine schützende Gelenkkapsel - Gelenkspalt wird durch die sogenannte Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) „geschmiert“ und ausgefüllt - Häufig werden echte Gelenke durch Bänder unterstützt
  • Echte Gelenke - weitere Bestandteile, die einige zusätzliche Funktionen der einzelnen Gelenke ermöglichen: - Discus articularis: Bei einem Diskus handelt es sich um eine Knorpelscheibe, die aus einem straffen, parallelfasrigen Bindegewebe besteht. Dieser liegt zwischen zwei Knochen und erhöht somit deren Kontaktfläche. Gleichzeitig können dadurch Ungleichheiten ausgeglichen und eine Druckbelastung auf das Gelenk kann abgefangen werden. - Menisci: Ein scheibenförmiger Knorpel im Kniegelenk. Der Meniskus ist lediglich eine besondere Form des Diskus, übernimmt aber dieselben Funktionen. - Schleimbeutel: Ein kleines, flüssigkeitgefülltes Säckchen. Der Schleimbeutel kommt im Körper an Stellen vor, bei denen erhöhte Druckbelastung sowie Reibung vorkommt. Ein bekanntes Beispiel ist der Schleimbeutel in der Schulter, der auch häufig zu Entzündungen neigt.
  • Unechte Gelenke Die unechten Gelenke kennzeichnen sich durch ihre Verbindung durch ein Füllmaterial. Sie werden auch Synarthrosen, Fuge oder Hafte genannt und ermöglichen durch ihre Anatomie nur eine geringe Bewegung. Man unterscheidet fol- gende Arten von unechten Gelenken: Syndesmosen (Bandhaften): Verbindungsstellen zwischen zwei Knochen, die durch Bindegewebe miteinander verknüpft sind. Beispiel: Membrana Interossea zwischen Schien- und Wadenbein Synchondrosen (Knorpelhaften): Die Verbindungsstelle besteht hierbei aus Knor- peln. Beispiel: Bandscheiben Synostosen (Knochenhaften): Bei Synostosen ist die Verbindungsstelle zweier Knochen wiederum aus Knochengewebe. Dadurch haften diese aneinander. Dies geschieht beispielsweise beim Heranwachsen, wenn sich die fünf einzelnen Kreuzwirbel im Kindesalter zu einem Kreuzbein verbinden.
  • Gelenkformen Man unterscheidet die Gelenke hinsichtlich ihrer anatomischen Form. Diese ist maßgeblich für das mögliche Bewegungsausmaß des Gelenkes verantwortlich und bestimmt damit dessen Funktionen. Das Zusammenspiel von Gelenkkopf und Gelenkpfanne sowie deren Struktur lässt sich hinsichtlich ihrer Bewegungen in verschiedene Achsen einteilen. Man unterscheidet deshalb: • Einachsige Gelenke • Zweiachsige Gelenke • Mehrachsige Gelenke
  • Kugelgelenk Das Kugelgelenk bietet die meisten Möglichkeiten der Bewegung. Ein kugelförmiger Gelenkkopf sitzt in einer ebenfalls kugelförmigen Gelenkpfanne. Dadurch sind Bewegungen um alle Achsen möglich, sodass Beugung/Streckung, Seitbewegungen sowie Rotationsbewegungen abgedeckt sind. Bekannteste Beispiele für ein Kugelgelenk ist das Schulter- oder auch das Hüftgelenk.
  • Scharniergelenk Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei dieser Gelenkform um ein Scharnier, ähnlich wie bei einer handelsüblichen Tür. Es besteht aus einer konvexen, nach außen gewölbten Gelenk- fläche, die von einer konkaven, schalenförmigen Gelenkfläche umschlossen wird. Dadurch ermöglicht sich lediglich die Bewegung in zwei Richtungen. Ein anschauliches Beispiel für ein Scharniergelenk ist zwischen den Fingergliedern zu finden.
  • Zapfen- und Radgelenk Bildlich gesprochen lassen sich das Zapfen- sowie auch das Radgelenk als ein Zusammenschluss aus einer zylinderförmigen und einer halbmondförmigen Gelenkfläche beschreiben. Diese greifen bündig ineinander und ermöglichen dadurch gelenkgeführte Drehbewegungen. Beim Zapfengelenk dreht sich die innenliegende Gelenkfläche um den äußeren Ring. Beim Radgelenk dreht sich die äußere Gelenkpfanne um den innen liegenden Gelenkkopf.
  • Sattelgelenk Die Form dieser Gelenkart ähnelt dem Zusammenspiel von Sattel und Reiter. Eine Gelenkfläche stellt den Sattel dar, die andere ähnelt einem Reiter. Beide zusammen greifen ineinander und ermöglichen wie das Eigelenk auch zwei Freiheitsgrade und vier Bewegungen: Seitliche Bewegungen nach links und rechts sowie vorwärts und rückwärts Bewegungen wie bei einer Beugung oder Streckung. Das Wurzelgelenk des Daumens ist ein gutes Beispiel.
  • Eigelenk Das Eigelenk ist durch einen eiförmigen Gelenkkopf sowie einer eiförmigen Gelenkpfanne gekennzeichnet. Beide greifen ineinander und erlauben dadurch vorwärts und rückwärts (Beugung/Streckung) sowie seitliche Bewegungen nach rechts und links. Damit besitzen sie zwei Freiheitsgrade und können vier Bewegungen ausführen. Ein Beispiel dafür ist das Handgelenk, also die Verbindung aus Handwurzelknochen und Speiche (am Unterarm).
  • Wirbelsäule - Hauptaufgabe Die Hauptaufgabe der Wirbelsäule liegt zum einen in der Mobilisation und Abfederung des Rumpfes in alle Richtungen und zum anderen in der Schutzfunktion des Rückenmarks, welches durch den Wirbelkanal verläuft. 
  • Die Wirbelsäule besteht, von oben nach unten, aus: • 7 Halswirbeln • 12 Brustwirbeln• 5 Lendenwirbeln• 5 verwachsenen Wirbeln am Kreuzbein • 4–5 verkümmerten Wirbeln am Steißbein Insgesamt gibt es somit neun bis zehn starre und 24 bewegliche Wirbel. Von der Seite betrachtet ist die Wirbelsäule doppel-s-förmig gebogen und ermöglicht dadurch den aufrechten Gang. Ihre Form wird durch Bänder und Sehnen auf- rechterhalten. Sie federt den Schädel und das Gehirn gegen Stöße ab und schützt das Rückenmark in den Wirbeln. Zusammen mit den Rippen schützt sie auch die inneren Organe. Die einzelnen Wirbel sind durch Bandscheiben miteinander verbunden. Alle Wirbel sind von der Halswirbelsäule bis hin zur Lendenwirbelsäule nummeriert. Jeder Bereich hat seine eigene Nummerierung und ein eigenes Kürzel: Die Cervicalen Wirbel sind alle Wirbel der Halswirbelsäule und werden von oben nach unten mit C1 bis C7 benannt. Die ersten beiden Wirbel haben eine besondere Bezeichnung und werden Atlas (C1) und Axis (C2) genannt. Die Thorakalen Wirbel sind alle Wirbel der Brustwirbelsäule und werden als Th1 bis Th12 bezeichnet. Die Lumbalen Wirbel sind alle Wirbel der Lendenwirbelsäule und werden als L1 bis L5 bezeichnet. Auch die Form der Wirbelsäule ist besonders. So weist die Halswirbelsäule eine Biegung nach innen (Lordose) auf, die Brustwirbelsäule hingegen wölbt sich nach außen (Kyphose). Die Lendenwirbelsäule richtet sich schließlich wieder nach innen und das Kreuz- sowie Steißbein nach außen. Dadurch entsteht die sogenannte Doppel-s-Form der Wirbelsäule, die bei jedem Menschen mehr oder weniger gut erkennbar ist. Diese besondere Form sorgt für eine Stoßdämpferfunktion, sodass Druckbelastungen und Erschütterungen verringert werden können. Großes Ziel dabei ist es, das sensible Gehirn zu schützen.
  • Aufbau des Wirbelknochens Alle Wirbelknochen weisen allgemeine, vergleichbare Eigenschaften auf. So ähnelt sich beispielsweise der grundlegende Aufbau der einzelnen Wirbelknochen. Jeder Wirbel besteht aus einem kompakten Wirbelkörper, an den sich ein knöcherner Wirbelbogen anschließt. Somit entsteht in der Mitte des Wirbelknochens ein Hohlraum. Die gesamten Hohlräume zusammen bilden den sogenannten Wirbelkanal, durch den sich das wichtige Rückenmark zieht. Zwischen den Wirbelbögen zweier Wirbel befindet sich ein Zwischenraum, durch welchen der Rückenmarksnerv, auch Spinalnerv genannt, verlaufen kann. Diese Nervenstränge sind mit einzelnen Extremitäten oder Körperteilen verbunden und ermöglichen die Ansteuerung der dort befindlichen Muskeln. Die Wirbel untereinander sind zudem durch Wirbelgelenke miteinander verbunden, wodurch ein stabiler Kontakt entsteht. Auch können an den knöchernen Vorsprüngen der Wirbel, dem Quer- und Dornfortsatz, Bänder und Muskel ansetzen
  • Halswirbelsäule Die Halswirbelsäule besteht insgesamt aus sieben Wirbeln (C1–C7). Sie tragen das Gewicht des Kopfes, sind jedoch im Vergleich zu anderen Wirbeln eher zart und klein. Die kopfnahen Wirbel haben eine besondere Bezeichnung. So wird der erste Wirbel (C1) auch als Atlas, und der zweite Wirbel (C2) als Axis bezeichnet. Sie übernehmen besondere Formen und Aufgaben, um den Schädel zu fixieren und gleichzeitig Bewegungen zu ermöglichen. So ist es die gelenkige Verbindung zwischen Axis und Atlas, welche die Drehbewegungen des Kopfes ermöglicht. Die Verbindung beider Wirbelkörper ist durch den sogenannten Dens (dt.: Zahn) gewährleistet. Eine besondere, knöcherne Struktur, die beide Wirbel miteinander artikulieren lässt. Gleichzeitig sind am Dens kräftige Bandstrukturen befestigt, die für die notwendige Stabilität sorgen. Weitere Besonderheiten der Halswirbelsäule stellen die Querfortsätze dar. Diese weisen, anders als bei den anderen Bereichen der Wirbelsäule, kleine Löcher auf, durch welche die sogenannten Wirbelarterien verlaufen. Diese versorgen unter anderem das Gehirn mit Blut und übernehmen damit eine wichtige Funktion.
  • Brustwirbelsäule Die Brustwirbelsäule wird aus 12 Wirbeln (Vertebrae Thoracicae) gebildet. Das sind kräftig geformte Wirbel, denn sie bilden die Basis für den Ansatz der einzelnen Rippen und damit für den gesamten Brustkorb. Jede Rippe ist über ein kleines Gelenk mit dem Querfortsatz eines Brustwirbels verbunden. Am Ende des Querfortsatzes befindet sich ebenfalls eine Gelenkfläche. Durch diesen zweiten Kontakt wird die Rippe stabilisiert. In den Rippengelenken bewegen sich die Rippen u. a. bei jeder Atembewegung des Brustkorbes. Im unteren Bereich der Brustwirbelsäule treten Nerven für die Beine aus dem Rückenmark aus. Auch im Bereich der Brustwirbelsäule wird der Wirbelkanal nahezu vollständig vom Rückenmark ausgefüllt. Im unteren Brustwirbelbereich befindet sich, wie in der Halswirbelsäule auch, eine „Verdickung“ des Rückenmarks. Aus diesem Abschnitt gehen die Nerven für die Beine hervor.
  • Lendenwirbelsäule In der Lendenwirbelsäule, bestehend aus fünf Wirbeln, wird der Großteil des Körpergewichts getragen. Aus diesem Grund sind die Lendenwirbel auch verhältnismäßig eher groß. Häufig werden Belastungen besonders in diesem Bereich abgefangen, sodass es zu vermehrten Abnutzungserscheinungen der Wirbelgelenke im Lendenbereich kommt. Dies kann auch zu einem Bandscheibenvorfall führen. Der Wirbelkanal der Lendenwirbelsäule ist zum Großteil nicht mehr mit Rücken- mark gefüllt. Dieses endet bereits im Bereich von L1 und L2. Allein die Nerven für Beine und Becken verlaufen weiterhin durch den Wirbelkanal nach unten und verlassen diesen auf unterschiedlicher Höhe, um sich im Körper zu verteilen.
  • Kreuzbein und Steißbein Beim Heranwachsen im Kindesalter bilden sich fünf einzelne Wirbel zu einer Einheit, dem später bekannten Kreuzbein, zusammen. Dieses ist einerseits Bestandteil der Wirbelsäule, andererseits des knöchernen Beckens. Die gelenkige Verbindung zwischen Becken und Wirbelsäule wird als Kreuzbein-Darmbein-Gelenk bezeichnet. Ähnlich dem Schwanzskelett bei Wirbeltieren besitzt der Mensch das Steißbein. Evolutionsbedingt hat sich dieser ursprüngliche Schwanz zurückgebildet und ist nun als Steißbein bekannt. Dieses kann man auch sehr gut ertasten und zum Teil auch sehen. Es dient vor allem einigen Bändern und Muskeln als Ansatzpunkt.
  • Bandscheiben Die Wirbelsäule übernimmt zwar einerseits die tragende, stabile Funktion des Körperskeletts. Andererseits muss sie aber auch beweglich sein und sowohl Stöße abdämpfen, als auch Rotationen oder Beugung und Streckung zulassen. Hier kommen die Verbindungen der einzelnen Wirbelkörper zum Einsatz: • Wirbel sind untereinander durch kleinere Wirbelgelenke verbunden, sodass eine gelenkige Bewegklichkeit entsteht • Ein Komplex aus Bandscheiben, Bändern und Muskeln sorgt für die notwendige Stabilität, aber auch die verfügbaren Bewegungsgrade So gut wie alle benachbarten Wirbel sind durch eine Bandscheibe miteinander verbunden. Bei der Bandscheibe (Discus Intervertebralis) handelt es sich um eine Scheibe aus Bindegewebe, wobei diese aus einem festen, elastischen äußeren Ring sowie einem weichen, inneren Kern besteht. Die Besonderheit dieses strukturellen Aufbaus liegt in ihrer Elastizität, die für die erwähnte Stoßdämpferfunktion sorgt. Gleichzeitig können sie dadurch, ähnlich wie ein Schwamm, zusammengedrückt werden. Anschließend saugen sie sich wieder mit Flüssigkeit voll und kehren in ihre alte Form zurück. Dieser Mechanismus ist auch gleichzeitig für das Überleben und die Gesundheit der Bandscheiben notwendig, denn anders als andere Gewebe des Körpers, können sie sich nur so mit Nährsto en versorgen. Für den Alltag bedeutet dies, dass nur durch regelmäßige Bewegung ausreichend Flüssigkeit und somit Nährstoffe in die Bandscheiben gelangen kann – ein häufiges Problem der heutigen Gesellschaft, weshalb Erkrankungen der Bandscheiben keine Seltenheit mehr sind.
  • (Bandscheiben und) Bänder Der kräftige Bandapparat der Wirbelsäule leistet ebenfalls beeindruckende Arbeit. Die Stabilität der Wirbelsäule wird durch Bänder, die über die gesamte Länge verlaufen, gewährleistet. Die Aufgaben der einzelnen Bänder lassen sich wie folgt zusammenfassen: Das vordere Längsband zieht über die Vorderseite der Wirbelkörper. Es stellt eine stabilisierende Grenze der Wirbelsäule in Richtung Bauchraum dar. Das hintere Längsband verläuft über alle hinteren Flächen der Wirbelkörper. Es kleidet den Wirbelkanal in seinem vorderen Bereich aus. Den Raum zwischen den einzelnen Wirbelbögen nimmt das gelbe Band ein. Ein System von kräftigen Bändern, den sogenannten Ligamenta intertransversaria, verbindet die Querfortsätze der einzelnen Wirbel miteinander und unterstützt damit die Stabilität der Wirbelsäule durch Hemmung von Verdrehungen. Ein anderes System, die Zwischendornfortsatzbänder, ziehen von Dornfortsatz zu Dornfortsatz und verbinden die Rückseiten der einzelnen Wirbel miteinander. Ein über alle Dornfortsätze ziehendes Band, das Überdornfortsatzband, stellt das am weitesten hinten gelegene stabilisierende Band der Wirbelsäule da. Diese sechs Bänder bzw. Bandsysteme sind für die Stabilität der Wirbelsäule von großer Bedeutung. Unterstützt werden sie von den zahlreichen Rückenmuskeln. Die stabilisierenden und elastischen Strukturen der Wirbelsäule ermöglichen zahlreiche Bewegungen: • Bewegungen nach vorne • Bewegungen nach hinten • Bewegungen zur Seite • Drehbewegungen
  • Sehnenscheide Als Sehnenscheide wird eine mit Synovia gefüllte Hülle um eine Sehne bezeichnet. Dadurch übernehmen sie, ähnlich wie Schleimbeutel, eine Schutzfunktion. Gleichzeitig wird die Reibung mit der Sehne verringert. Dies ist besonders an Stellen wichtig, an denen Sehnen mit erhöhter Spannung über Gelenke laufen. Der Aufbau kennzeichnet sich durch:• Eine äußere Bindegewebsschicht (Statum Fibrosum) • Eine innere Synovialschicht (Statum Synoviale) Die Synovialschicht bildet eine Doppellamelle, wobei das äußere Blatt mit der Bindegewebsschicht und das innere Blatt mit der Sehne verbunden ist. Die Umschlagstelle zwischen den beiden Blättern, also Wand- und Sehnenblatt, wird als Mesotendineum bezeichnet. Dieses verbindet wiederum die Sehne mit Nerven und Gefäßen. Wie in Abbildung 5.15 zu erkennen ist, be ndet sich zwischen bei- den Schichten ein Gleitraum, der mit der sogenannten Synovia gefüllt ist.
  • Schleimbeutel Als Schleimbeutel werden flüssigkeitsgefüllte Kissen bezeichnet, welche an Stellen mit erhöhter Druckbelastung auftreten. Wie auch bei der Sehnenscheide unterscheidet man: • Äußere Bindegewebsschicht (Statum Fibrosum) • Innere Synovialschicht (Statum Synoviale).Letzteres ist für die Bereitstellung der Schleimbeutelflüssigkeit (Synovia) verantwortlich. Nach der Lage der Schleimbeutel wird unterschieden in: - Hautschleimbeutel (Bursa Subcutanea): An Stellen der Haut untergelagert, wo diese direkt einem Knochen aufliegt. - Sehnenschleimbeutel (Bursa Subtendinea): Zwischen Sehnen und knöcherner Unterlage. - Bandschleimbeutel (Bursa Subligamentosa): Zwischen Bändern und knöcherner Unterlage. In ihrem Auftreten werden sie unterschieden in: • Konstante (angeborene) Schleimbeutel: Sind angeboren und bei allen Individuen an der gleichen Stelle vorhanden. • Erworbene (reaktive) Schleimbeutel: Entstehen erst nach der Geburt und müssen nicht bei allen Individuen vorhanden sein. Viele Hautschleimbeutel entstehen meist als Reaktion auf besondere Belastungen.
  • Sesambeine Ein Sesambein (Os Sesamoideum) ist ein kleiner Knochen, der in eine Sehne eingewachsen ist und für einen zusätzlichen Abstand zum Knochen sorgt. Dadurch entsteht ein größerer Hebel für die Sehne, sodass eine geringere Kraft notwendig wird, um den mit der Sehne verbundenen Knochen zu bewegen. Zudem verhindern Sesambeine, dass Sehnen bei ihrem Verlauf über ein Gelenk durch Druck- belastung geschädigt werden. Das bekannteste und zugleich größte Sesambein ist die Kniescheibe, die in die Sehne des Quadrizeps eingelagert ist. Durch diese Konstruktion kann der Unterschenkel leicht gestreckt werden, ohne dass der Oberschenkel noch mehr Muskelmasse aufweisen muss.
  • Skelettmuskulatur Die aktive Bewegung des Körpers entsteht durch den Wechsel zwischen Kontraktion und Erschlaffung quergestreifter Muskulatur (Skelettmuskulatur). Die Skelettmuskulatur macht ca. 45 % der Körpermasse aus. Sie besteht aus hoch- spezialisierten Zellen, die vier Grundeigenschaften aufweisen: - Sie sind erregbar – sie können auf Nervenreize reagieren. - Sie sind kontraktil – sie können sich verkürzen. - Sie sind dehnbar – sie lassen sich auseinanderziehen. - Sie sind elastisch – sie kehren nach Dehnung oder Kontraktion in ihre ursprüngliche Ruhelage zurück.
  • Aufgrund seiner Fähigkeit zur Kontraktion (Zusammenziehen) kann der Skelettmuskel gleich drei wichtige Aufgaben erfüllen: - Die aktive Bewegung des Körpers: Sie ist sichtbar beim Laufen oder Rennen und bei lokalen Bewegungen. - Die aufrechte Körperhaltung: Die Skelettmuskulatur ermöglicht den aufrechten Gang infolge einer kontinuierlichen Stimulation von Muskelzellen. Durch das zentrale Nervensystem wird der Körper in sitzender oder stehender Position gehalten, ohne aktiv darauf achten zu müssen. - Wärmeproduktion: Von der Energie, die zur Muskelarbeit eingesetzt wird, können nur 45 % für die Kontraktion selbst verwendet werden. Als „Abfallprodukt“ entsteht die Körperwärme. Bei Unterkühlung oder bei akuten fieberhaften Krankheiten, wie auch beispielsweise Schüttelfrost, wird die Muskulatur jedoch ausschließlich zum Zweck der Wärmeproduktion kontrahiert (Kältezittern). Insgesamt werden so bis zu 85 % der Körperwärme durch Muskeln erzeugt.