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Psychologische Genderforschung (Subject) / Gender & Diversity (Lesson)

Aus BA Psychologie Uni Wien 2018

This lesson was created by FlorianMiehe.

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  • 1. Was meint Ernesto Laclau (1996) damit, wenn er fragt: „Ist Diversität ein leeres Signifikat?“ ABER “Ist Diversität ein leeres Signifikat” (vgl. Ernesto Laclau, 1996)…wird in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich belegt
  • 2. Was versteht man unter ‚Doing Diversity‘ – führen Sie das entlang von mindestens zwei aussagekräftigen Beispielen aus. Diversität ist etwas ‘Gemachtes’ (DoingDiversity Ansatz), was durch unsere Wahrnehmung, Erwartungen, (emotionale) Zuschreibungen und Verhalten erzeugt wird. •Individuen in einer sozialen Welt müssen große Mengen an Daten aufnehmen und verarbeiten–Automatisches Denken (vgl. Aronson, Wilson, Akert, 2010)–System 1 vs. System 2 (vgl. Daniel Kahneman, 2011)->Biasanfällig (Heuristiken, Verzerrungen)•Wir interagieren mit andern Individuen basierend auf Glaubenssystemen und Erwartungen–Bestimmt unser Verhalten und unsere Interaktionen–Bestimmt die Interaktionen anderer mit uns•Wir schöpfen Identität aus den Kategorien, denen wir uns zugehörig fühlen–Emotionales Investment (!)–Determiniert das Well-Being•Bestimmen die Does& Don‘tsinnerhalb und zwischen den Kategorien 2 Beispiele?
  • 3. Welcher unterschiedliche Blick und welche damit einhergehenden Probleme ergeben sich im Hinblick auf den Diversity-Begriff, wenn man diesen als demographische, politische, ideologische und soziale Größe begreift? demographische Größe:- Sinnvoll und informativ für wissenschaftliche Studien- organisiert, hilft zu erinnern, hilft zu kommunizieren- hilft, menschen/ gruppen zu beschreiben und zu ordnen politische Größe:• meist nur bestimmte Kategorien• meist historisch benachteiligte Gruppen–Geschlecht, sex. Orientierung, Ethnie, Alter, seltene Behinderung• meist sichtbare Gruppierungen–Sichtbarkeitbeeinflusstpsychologischeund sozialeZuschreibungen ideologische Größe•Kontroversiell•Subjektiv gefärbt•Wertvoll und erwünscht?•Problematisch? soziale Größe•Gleichheit vs. Ungleichheit, Gerechtigkeit•Stereotype, Vorurteile und Diskriminierung•Darf in einer ‚gerechten‘ Gesellschaft die Zugehörigkeit zu einer diversen Gruppe darüber bestimmten –welches Wohnumfeld, welche Ausbildung, welchen Job, welches Gehalt, welche Aufstiegschancen, welche medizinische Versorgung, welche Lebenserwartung, welche Teilhabe am sozialen Leben etc.... jemand hat?
  • 4. Bruce Evan Blaine und Kimberly J. McClure Brenchley (2017) stellen fünf Forderungen an eine psychologische Diversity-Forschung, führen Sie diese aus entlang der Differenzkategorie a) Geschlecht, b) sexuelle Orientierung, c) Generativität/Elternschaft, d) Alter, e) Klasse/Bildung, f) Ethnie und g) Behinderung. [Zur Prüfung kommt dann nur ein Punkt.] 5 Forderungen an Diversityforschung: •…untersuchen wie Diversität menschliche Identität und Verhalten beeinflusst•…untersuchen wie Menschen die Diversität ihrer sozialen Umwelt mitkonstruieren (DoingDiversity)•…nicht nur einige wenige Diversitätsdimensionen mitdenken (z.B. Gender, Race, Class)•…soziale Ungleichheiten wahrnehmen und aufdecken und mit wissenschaftlichen Zugängen entgegenwirken•…nicht nur die sozialen Ungleichheiten zwischen Diversitätskategorien aufdecken, sondern auch die Unterschiedlichkeit innerhalb und Gleichheit zwischen Diversitätskategorien.
  • 5. Was macht eine soziale Kategorisierung zu einer Differenzkategorie? Welche Differenzkategorien werden im Diversitydiskurs besonders häufig thematisiert und welche historischen, kulturellen politischen etc. Ursachen könnte es dafür geben? Primäre Soziale Kategorien: Zuordnung erfolgt sofort und schnell und automatisch –sog. ‚nobrainers‘ und die Kategorien sind sichtbar–Geschlecht (Sex)–Alter (Age)–Ethnie (Race) Weitere Kategorien sind eher aufmerksamkeitsgesteuert–Auffällige Merkmale (z.B. Rollstuhl)–Situative Auffälligkeiten (z.B. Zwischenmenschliche Interaktion)–Mit Werten Aufgeladen (z.B. religiös konotierteSymbole •Geschlecht (Gender)–Generativität–Sexuelle Orientierung (Sexual Orientation)•Ethnie (Race)–Religion•Soziale Klasse (SocialClass)•Alter•Behinderung (Disability)–Physisch–Psychisch•Körper (Gewicht, Schönheit, Altersmerkmale etc.)
  • 7. Inwieweit ist Pierre Bourdieus „Theorie der Praxis“ (1972) auf die Diversitätsdebatte anwendbar, diskutiere Sie entlang der folgenden Differenzkategorien a) Frauen, b) Männer, c) schwule Männer, d) lesbische Frauen, e) kinderlose Menschen, f) alleinerziehende Mütter, g) alleinerziehende Väter, h) lesbische/schwule Eltern, i) ältere ArbeitnehmerInnen, j) Pflegebedürftige, k) AsylwerberInnen, l) MigrantInnen, m) Frauen mit Kopftuch n) SozialhilfeempfängerInnen, o) psychisch Kranke. (Zur Prüfung kommt dann nur eine Differenzkategorie.) Pierre Bourdieus Theorie der Praxis (1972, 1983)–Theoretischer und begrifflicher Rahmen, um Regeln sozialer Beziehungen und darauf aufbauende soziale Positionierung von Individuen nachvollziehbar zu machen–Soziale Position ergibt sich aus•ökonomischem Kapital (Vermögen, Einkommen, Besitz etc.)•kulturellem Kapital (inkorporiertes Kapital auf Grund von Herkunft, Bildung, Titel, Stellung etc.)•sozialem Kapital (Netz der Beziehungen)•symbolischem Kapital (soziale Macht, Privilegien, Anerkennung)–Verfügbarkeit, Aufbau und Einsatz der Kapitalien erlaubt Behauptung im sozialen Feld (z.B. Wirtschaft, Politik, Wissenschaft etc.)–Soziale Position wird aber zusätzlich vom Habitus mitbestimmt•Habitus = erworbene, erfahrungsabhängige Konstruktion, die Individuen auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Klasse eigen ist (z.B. Verhaltensweisen, Sprechweisen, Werte etc.)–Soziale Ungleichheit, ungleiche Teilhabemöglichkeit -> unterschiedliche Verfügbarkeit und Möglichkeit des Einsatzes unterschiedlicher Kapitalien -> wird durch Strukturmerkmale (Geschlecht, ‚Race‘, Alter etc. mitbestimmt)
  • 8. Was besagt das 4-Schichten-Modell von Lee Gardenswartz und Anita Rowe – nehmen Sie dann ein Fallbeispiel einer a) klinisch-psychologischen Intervention b) arbeits- und organisationspsychologischen Intervention, c) gesundheitspsychologischen Intervention oder d) Interventionen im Rahmen der pädagogischen Psychologie und wenn sie auf diesen das Modell an. (Zur Prüfung kommt dann entweder a), b) oder c)). •4 Schichten-Modell (Lee Gardenswartz& Anita Rowe , 1993)1.Persönlichkeit2.Interne Dimensionen (schwer veränderlich): Alter, Ethnizität, Rasse, Geschlecht/Gender, (physische) Fähigkeiten), sexuelle Orientierung3.Externen Dimensionen (veränderlich?): sozialer Status, Erfahrung, Ausbildung, Religion, …)4.Merkmale organisationaler Einbindung (Hierarchieposition, Zugehörigkeit zu Kern-od. Randgruppen, …)
  • 9. Warum passieren soziale Kategorisierungen? Geben Sie einen Überblick über (sozial-) psychologische Prozesse die an der Entstehung derselben beteiligt sind. Soziale Kategorisierung passiert weil…•Optisch ähnliches als zusammengehörig empfunden wird (z.B. Uniformen, Sportdressen etc.)•Abweichende Personen Erinnerungen an ähnliche abweichende Personen aktivieren -> werden als zusammengehörig gedacht•Saliente Kategorien sofort abrufbar sind –Solo-Status erhöht die Aufmerksamkeit (Shelley Taylor et al., 1978)•Sie zugänglich sind -Kategorien die wir häufig benutzen, werden weiter benutzt und sie unterdrücken weitere Informationsaufnahme (z.B. Neil Macraeet al. 1995)•Sie als potentielle Bedrohung empfunden werden -> werden wahrscheinlicher als Out-Group kategorisiert
  • 10. Was zeigt das Sherif-Experiment im Rahmen der Diversity-Forschung? Welche Rahmenbedingungen für die Entstehung von Differenzkategorien werden darin aufgezeigt. Diskutieren Sie diese entlang der folgenden Differenzkategorien a) Frauen, b) Männer, c) schwule Männer, d) lesbische Frauen, e) kinderlose Menschen, f) alleinerziehende Mütter, g) alleinerziehende Väter, h) lesbische/schwule Eltern, i) ältere ArbeitnehmerInnen, j) Pflegebedürftige, k) AsylwerberInnen, l) MigrantInnen, m) Frauen mit Kopftuch n) SozialhilfeempfängerInnen, o) psychisch Kranke. (Zur Prüfung kommt dann nur eine Differenzkategorie.) Das Sherif-Experiment –Ferienlager-Experiment (1954)•Muzaffer Sherif et al. (1954): „Experimental study of positive and negative intergroup attitudes between experimentally produced groups: robbers cave study”–Zufällige Gruppenaufteilung–Unterschiedliche Benennung (Adler vs. Klapperschlangen); emotional aufgeladene Begriffe–Räumliche Trennung–Zusammenhalt innerhalb der eigenen Gruppe stärken–Wettbewerb–Unfaire Ausgangsbedingungen–Verknappung der Ressourcen
  • auswirkungen sozialer kategorisierung? soziale kategorisierung:- Ökonomisiert das soziale Denken (automatisches Denken)- Beeinflusst das soziale Denken (Glaubenssysteme, Erwartungen)- Führt leicht zum Stereotyp-> Stereotype sind (übervereinfachte) Glaubenssysteme über die Mitglieder einer sozialen Gruppe bezüglich Persönlichkeitseigenschaften, Verhaltensweisen und Motiven .->„Stereotyp drückt Abneigung gegen eine nicht integrierte Gruppe (Outgroup), entlang verschiedener Dimensionen aus“. (Gordon Allport, 1954)-> Stereotype dienen nicht nur der Reduktion von Komplexität, sondern sie verfestigen auch Normen und Regeln, welche dem Machterhalt dienen. Sie unterliegen dem historischen Kontext und dem Wandel der Zeit (Martina Tiele, 2015).
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  • 11. Stellen Sie die Begriffe Stereotyp – Vorurteil – Diskriminierung einander gegenüber und diskutieren Sie entlang der Differenzkategorien a) Frauen, b) Männer, c) schwule Männer, d) lesbische Frauen, e) kinderlose Menschen, f) alleinerziehende Mütter, g) alleinerziehende Väter, h) lesbische/schwule Eltern, i) ältere ArbeitnehmerInnen, j) Pflegebedürftige, k) AsylwerberInnen, l) MigrantInnen, m) Frauen mit Kopftuch n) SozialhilfeempfängerInnen, o) psychisch Kranke. (Zur Prüfung kommt dann nur eine Differenzkategorie.) stereotype (kognitive komponente):•…Generalisierung über eine Gruppe von Menschen, bei der man praktisch allen Mitgliedern der Gruppe identische Eigenschaften zuschreibt (nicht notwendigerweise negativ)•…dispositional –> Ultimativer Attributionsfehler, d.h. negatives Verhalten wird dispositionalerklärt, positives Verhalten durch situative Einflüsse • sehr resistent gegenüber Veränderungen aufgrund neuer Information• Heuristik -„Denkerleichterung!“–Autostereotype vs. Heterostereoptyevs. Metastereotype–Denken in Binaritätenz.B. Frauen->emotional; Männer->rational; jung->dynamisch; alt->unflexibel etc.–Stereotypen Bedrohung und selbsterfüllende Prophezeiung• enthalten ‚ein Körnchen Wahrheit‘ • Kulturelle Stereotype: Kollektive Ansichten bezüglich sozialer Gruppen;–sozialisiert, familiär und kulturell geprägt–werden früh gelernt und häufig wiederholt–wenn unkorrigiert, werden sie zu ‚dominant responses‘–Beeinflussen vor allem Denken und Verhalten in der Öffentlichkeit oder bei Reizüberflutung Vorurteile (affektive Komponente): – positiv oder negative Bewertung sozialer Gruppen und deren Mitglieder –„Ablehnende und feinselige Haltung gegenüber einer Person, die zu einer Gruppe gehört und deswegen dieselben zu beanstanden Eigenschaften haben soll, die man der Gruppe zuschreibt“ –Wird häufig sozial unterdrückt, man findet Alternativerklärungen Diskriminierung (Verhaltenskomponente)•…ungerechtfertigte negative oder schädliche Handlung gegen ein Mitglied einer Gruppe, einfach nur wegen seiner oder ihrer Zugehörigkeit.–AkteurInnenund Betroffene–passiert nicht zufällig–Ist die Verweigerung von Gleichbehandlung bereits Diskriminierung? –Unmittelbare vs. mittelbare Diskriminierung•Eine unmittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Differenzkategorie in einer vergleichbaren Situation eine weniger günstige Behandlung erfährt, als eine andere Person erfährt, erfahren hat oder erfahren würde.•Im Falle einer mittelbaren Diskriminierungerfolgt die Ungleichbehandlung einer Person nicht offensichtlich wegen der Zugehörigkeit zu einer Differenzkategorie, sondern aufgrund einer dem Anschein nach neutralen Regelung, die benachteiligende Auswirkungen haben kann. Allerdings liegt dann keine mittelbare Diskriminierung vor, wenn die betreffende Regelung durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt ist und die Mittel zur Erreichung des Zieles angemessen und erforderlich sind (!?).
  • 12. Welche Gegenmaßnahmen lassen sich aus dem Sherif-Experiment und Folgestudien zum Aufbrechen von Differenzkategorien ableiten? Diskutieren Sie entlang der folgenden Differenzkategorien a) Frauen, b) Männer, c) schwule Männer, d) lesbische Frauen, e) kinderlose Menschen, f) alleinerziehende Mütter, g) alleinerziehende Väter, h) lesbische/schwule Eltern, i) ältere ArbeitnehmerInnen, j) Pflegebedürftige, k) AsylwerberInnen, l) MigrantInnen, m) Frauen mit Kopftuch n) SozialhilfeempfängerInnen, o) psychisch Kranke. 1.Verhaltensinterventionen–Kontakthypothese (Gordon Allport, 1954): Physischer Kontakt mit negativ stereotypisierten Gruppen reduziert negative Emotionen•Optimal wenn Statusgleichheit gegeben •Optimal wenn gleiches Ziel gegeben •Optimal wenn durch Autoritäten/Institutionen/etc. unterstützt•Individuum muss als Repräsentant der gesamten Gruppe gesehen werden („Keine Ausnahme von der Regel“) •ABER: Studien sind meist korrelativ an Querschnittstichproben•Metaanalyse: an 500 Studien -> reliable, kleine bis mittlere Effekte –Vorurteilsabbau durch:•Indirekte Kontakte (WievielePersonen kennen Sie, die Kontakte zu **** haben?) •Imaginierte Inter-Gruppen-Kontakte (Stellen Sie sich eine ganz normale, alltägliche Kontaktsituation mit einer Person einer Out-Gruppe vor! •Beobachtung von positiven Inter-Group-Kontakten mit anschließender Reflexion (Tausch -> Bedeutung der Medien!–Selbst-Regulation / Selbst-Reflexion / Bewusstmachung der Ambivalenzen•Scham über bewusst gemachte eigene Vorurteile reduzieren diese bei ‚offenen‘ Menschen 2.Kognitive Interventionen–Stereotypen-Suppression wird möglich …•Bei kontrolliertem Denken•Bei positivem Priming•In Positivem Klima, bei positivem Well-Being•Nicht-stereotype Normen •Durch Counter-stereotypes Denken („Stellen Sie sich eine weibliche Vorstandsvorsitzende vor, die auch ihre Familie liebevoll managt.“) –Stereotypen-Ersetzung: Negative Stereotype warden durch positive ersetzt.
  • 12. Welche Gegenmaßnahmen lassen sich aus dem Sherif-Experiment und Folgestudien zum Aufbrechen von Differenzkategorien ableiten? Diskutieren Sie entlang der folgenden Differenzkategorien a) Frauen, b) Männer, c) schwule Männer, d) lesbische Frauen, e) kinderlose Menschen, f) alleinerziehende Mütter, g) alleinerziehende Väter, h) lesbische/schwule Eltern, i) ältere ArbeitnehmerInnen, j) Pflegebedürftige, k) AsylwerberInnen, l) MigrantInnen, m) Frauen mit Kopftuch n) SozialhilfeempfängerInnen, o) psychisch Kranke. 1.Verhaltensinterventionen–Kontakthypothese (Gordon Allport, 1954): Physischer Kontakt mit negativ stereotypisierten Gruppen reduziert negative Emotionen•Optimal wenn Statusgleichheit gegeben •Optimal wenn gleiches Ziel gegeben •Optimal wenn durch Autoritäten/Institutionen/etc. unterstützt•Individuum muss als Repräsentant der gesamten Gruppe gesehen werden („Keine Ausnahme von der Regel“) •ABER: Studien sind meist korrelativ an Querschnittstichproben•Metaanalyse: an 500 Studien -> reliable, kleine bis mittlere Effekte –Vorurteilsabbau durch:•Indirekte Kontakte (WievielePersonen kennen Sie, die Kontakte zu **** haben?) •Imaginierte Inter-Gruppen-Kontakte (Stellen Sie sich eine ganz normale, alltägliche Kontaktsituation mit einer Person einer Out-Gruppe vor! •Beobachtung von positiven Inter-Group-Kontakten mit anschließender Reflexion (Tausch -> Bedeutung der Medien!–Selbst-Regulation / Selbst-Reflexion / Bewusstmachung der Ambivalenzen•Scham über bewusst gemachte eigene Vorurteile reduzieren diese bei ‚offenen‘ Menschen 2.Kognitive Interventionen–Stereotypen-Suppression wird möglich …•Bei kontrolliertem Denken•Bei positivem Priming•In Positivem Klima, bei positivem Well-Being•Nicht-stereotype Normen •Durch Counter-stereotypes Denken („Stellen Sie sich eine weibliche Vorstandsvorsitzende vor, die auch ihre Familie liebevoll managt.“) –Stereotypen-Ersetzung: Negative Stereotype warden durch positive ersetzt.–Kreuz-Kategorisierungen: Bewusstmachung, dass wir Teil von vielen verschiedenen Kategorien sind•Empathie–Kognitive Empathie –Perspektivenübernahme sensibilisiert für Umstände und Multidimensionalität–Emotionale Empathie –sich in die Gefühle des/der anderen versetzten (langfristigere Wirkungen–Interventionen, Workshops, mediale Tools können beide Formen der Empathie erhöhen  ABER führen zu negativen Effekten wenn fokussiert wird, wie die Out-Group-Mitglieder UNS sehen. --> Persönliche Stereotype sind änderbar –kulturelle Stereotype nur sehr langsam
  • 13. Welche Verhaltensinterventionen und welche kognitiven Interventionen lassen sich zum Aufbrechen von Stereotypen implementieren – wie erfolgreich sind diese Interventionen? setzten…1.Verhaltensinterventionen–Kontakthypothese (Gordon Allport, 1954): Physischer Kontakt mit negativ stereotypisierten Gruppen reduziert negative Emotionen•Optimal wenn Statusgleichheit gegeben (Rupert J. Brown, 1954)•Optimal wenn gleiches Ziel gegeben (Jean-Claude Dechamps& Rupert Brown, 1983)•Optimal wenn durch Autoritäten/Institutionen/etc. unterstützt (Stuart W. Cook, 1984)•Individuum muss als Repräsentant der gesamten Gruppe gesehen werden („Keine Ausnahme von der Regel“) (Desforgeset al., 1997)•ABER: Studien sind meist korrelativ an Querschnittstichproben•Metaanalyse (Thomas Pettigrew& Linda Tropp, 2006) an 500 Studien reliable, kleine bis mittlere Effekte –Vorurteilsabbau durch:•Indirekte Kontakte (WievielePersonen kennen Sie, die Kontakte zu **** haben?) (RhiannonN.Turneret al. 2008)•Imaginierte Inter-Gruppen-Kontakte (Stellen Sie sich eine ganz normale, alltägliche Kontaktsituation mit einer Person einer Out-Gruppe vor! (RhiannonN. Turner, Richard J. Crisp, Emily Lampert, 2007)•Beobachtung von positiven Inter-Group-Kontakten mit anschließender Reflexion (Tausch et al, 2010) Bedeutung der Medien!–Selbst-Regulation / Selbst-Reflexion / Bewusstmachung der Ambivalenzen•Scham über bewusst gemachte eigene Vorurteile reduzieren diese bei ‚offenen‘ Menschen (z.B. David Amodio, 2009) 2.Kognitive Interventionen–Stereotypen-Suppression wird möglich …•Bei kontrolliertem Denken•Bei positivem Priming(z.B. Michael A. Oslon& Russel H. Fazio, 2006)•In Positivem Klima, bei positivem Well-Being(z.B. Lisa Sinclair & ZivaKunda, 1999)•Nicht-stereotype Normen (Gretchen Sechrist& Charles Stangor, 2001).•Durch Counter-stereotypes Denken („Stellen Sie sich eine weibliche Vorstandsvorsitzende vor, die auch ihre Familie liebevoll managt.“) (Irene Blair, Jennifer Ma, & Allison Lenton, 2001).–Stereotypen-Ersetzung: Negative Stereotype warden durchpositive ersetzt. –Kreuz-Kategorisierungen: Bewusstmachung, dass wir Teil von vielen verschiedenen Kategorien sind•Empathie–Kognitive Empathie –Perspektivenübernahme sensibilisiert für Umstände und Multidimensionalität–Emotionale Empathie –sich in die Gefühle des/der anderen versetzten (langfristigere Wirkungen–Interventionen, Workshops, mediale Tools können beide Formen der Empathie erhöhen (Mina Cikeraet al., 2010) ABER führen zu negativen Effekten wenn fokussiert wird, wie die Out-Group-Mitglieder UNS sehen.•Persönliche Stereotype sind änderbar –kulturelle Stereotype nur sehr langsam
  • 14. Gibt es eine Persönlichkeitsdisposition für Vorurteile? •Autoritäre Persönlichkeit (Adorno, Frenkel-Brunswik, Levinson, & Sanford, 1950)–Keine reliableMessung•Right-Wing Authoritarianism(RWA): Eigenschaftscluster aus sozialen Normen, Traditionen, Autoritätslegitimation und Aggressivität gegenüber Personen die Normen und Autoritäten in Frage stellen–Prädiktor für Vorurteile•SocialDominanceOrientation (SDO): Wertschätzung und Rechtfertigung von Hierarchien–Prädiktor für Vorurteile•‚Offenheit für Neues‘ und ‚Verträglichkeit‘ aus den Big-5 sind Prädiktoren für RWA und SDO
  • 15. Was versteht man unter den folgenden (sozial-)psychologischen Begriffen und geben Sie auch jeweils ein aussagekräftiges Beispiel entlang einer Differenzkategorie Ihrer Wahl. (Zur Prüfung kommen dann nur 2 Begriffe) a. Eigengruppe vs. Fremdgruppe b. Eigen-Gruppen-Bevorzugung c. Fremd-Gruppen-Homogenität d. Negation Bias e. Autostereotyp f. Heterostereotyp g. Metastereotyp h. Stereotypen Konsistenz i. Symbolisches Vorurteil j. Aversives Vorurteil k. Sekundäres Vorurteil l. Selbsterfüllende Prophezeiung m. Stereotypen Bedrohung n. Ultimativer Attributionsfehler o. Fundamentaler Attributionsfehler p. Mittelbare Diskriminierung q. Unmittelbare Diskriminierung r. Blame the Victim s. Glaube an eine gerechte Welt t. Hate Speech u. Scapegoating v. Out-Group-Favorism w. Theorie des realistischen Gruppenkonflikts x. Normative Regeln y. Homogenes Ideal z. Heterosexismus aa. Affirmative Action siehe VO
  • 16. Diversity-Forschung und Diversity-Maßnahmen bewegen sich immer im Spannungsfeld von Gleichheitsansatz und Differenzansatz. Was ist damit gemeint, geben sie mindestens zwei aussagekräftige Beispiele Gleichheitsansatz:–Alle Menschen sind gleich–Gleichberechtigung und gleicher Zugang zu gesellschaftlichen Machtpositionen wird gefordert–Bekämpfung der (unmittelbaren) Diskriminierung–Blindstelle: mittelbare Diskriminierung durch Übernahme herrschender Normvorstellungen •Differenzansatz:–Verschiedenheit wird thematisiert (Biologie, Sozialisation, Kultur)–Neubewertung der Differenz, Differenz produktiv bewerten–Strukturelle Veränderungen werden forciert–Integration ‚anderer‘ Sichtweisen–Blindstelle: Verfestigung von Differenzkategorien
  • 17. Was versteht man im Rahmen der Diversityforschung unter einer ‚Token Women‘ bzw. ‚Token Person‘, was macht jemanden zu einer ‚Token Person‘, welchen Zuschreibungen und Stressoren sind ‚Token Personen‘ ausgesetzt? Diskutieren Sie entlang eines Beispiels ihrer Wahl. Token Women / Token People: Alibifrauen, Aushängeschilder und RepräsentantInneneiner Minderheit–Visibility: besondere Beachtung (Neid und Eifersucht)–Polarization: Gruppenabgrenzungsprozesse–Assimilation: wird nicht wahrgenommen, sondern verzerrt, sodass sie den entsprechenden Stereotypen entsprechen.
  • 3 t. Hate Speech u. Scapegoating v. Out-Group-Favorism w. Theorie des realistischen Gruppenkonflikts x. Normative Regeln y. Homogenes Ideal z. Heterosexismus aa. Affirmative Action 16. Diversity-Forschung und Diversity-Maßnahmen bewegen sich immer im Spannungsfeld von Gleichheitsansatz und Differenzansatz. Was ist damit gemeint, geben sie mindestens zwei aussagekräftige Beispiele 17. Was versteht man im Rahmen der Diversityforschung unter einer ‚Token Women‘ bzw. ‚Token Person‘, was macht jemanden zu einer ‚Token Person‘, welchen Zuschreibungen und Stressoren sind ‚Token Personen‘ ausgesetzt? Diskutieren Sie entlang eines Beispiels ihrer Wahl. Fragen zu Pflichttext 1: „Stereotype Threat“ von Steven Spencer, Christine Logel und Paul G. Davis (2016) 1. Stereotypenbedrohung a. Welche Trigger für Stereotypenbedrohung beschreiben die AutorInnen? b. Wie werden Stereotypenbedrohungsexperimente üblicherweise experimentell operationalisiert? c. Wie robust sind die Effekte? 2. Welche drei Aspekte beschreiben die AutorInnen? 3. Welche Konsequenzen beschreiben die AutorInnen? 4. Sind sich betroffene Personen der Stereotypenbedrohung bewusst? 5. Erklärt Stereotypenbedrohung die Leistung in echten Testsituationen? 6. Wie lässt sich Stereotypenbedrohung entgegenwirken? 7. Welche Auswirkungen sollten die Erkenntnisse aus den Studien zur Stereotypenbedrohung haben? siehe text