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Sozialpsychologie (Subject) / 6.2 Messen von Einstellungen & Verhaltensvorhersagen (Lesson)

explizite vs. implizite Einstellungen, Stärken & Schwächen, IAT

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  • 1. Einstellungsmessung - Explizite (=bewusste) Einstellung direkt ↓ deliberativ (= überlegt) z.B. direkte Frage nach Einstellung (mittels Skala) ↓ spontan z.B. Frage nach Einstellung unter Zeitdruck ⇓ explizite (bewusste) Einstellung Beispielverfahren: - Eindimensional: Likert-Skalen (Likert): Logik abprüfen, ob Leute einfach irgendwas anklicken (Aussage 3&5 gleiche Bedeutung) - Bipolar: Semantisches Differential (Osgood, Suci, & Tannenbaum) bipolar = weil da gegensätzliche Adjektive stehen schlecht :_:_:_:_:_:_:_: gut negativ :_:_:_:_:_:_:_: positive unangenehm :_:_:_:_:_:_: angenehm
  • 2. Einstellungsmessung - Implizite (unbewusste) Einstellung indirekt ↓ deliberativ (=überlegt) z.B. Projektive Verfahren (Persönlichkeitsentfaltungs-Verfahren) ↓ spontan z.B. Impliziter Assoziationstest (IAT) ⇓ implizite (=unbewusste) Einstellung
  • 3. Stärken & Schwächen Einstellungsmessung explizite (=bewusste) Einstellungen ⇒ Stärken • Starke Verbreitung, d.h. vielfältige validierte Skalen • Hohe Testgüte: Validität (=Glaubwürdigkeit/Gültigkeit der Messung), Reliabilität (=Zuverlässigkeit der Messung ob die zueinander passen), Objektivität (=wie unabhängig ist meine Messung & kann nicht von Störfaktoren beeinflusst werden) • Leichte Handhabung und Auswertung (im Vergleich zu impliziten Verfahren) ⇒ Schwächen • Einstellung zum Einstellungsobjekt muss zugänglich/bewusst sein • Eher geringer Zusammenhang mit impliziter Einstellung • Gegensatzpaare des semantischen Differentials können subjektiv unterschiedliche Bedeutungen hervorrufen z.B. ambivalente Einstellung / gemischte Einstellung (ich kann mich nicht entscheiden) • Sozial erwünschtes Antwortverhalten (insbesondere bei sensiblen Themen, z. B. Rassenstereotype) → Ergebnisverzerrung (sozial erwünschtes Verhalten wird ausgefüllt, z.B. Wahlen AfD ist nicht erwünscht)
  • 4. Einstellungsmessung implizite (=unbwusst) Einstellungen - Evaluatives (=wertendes) Priming (Fazio) Im typischen Fall werden affektive Reize/Adjektive eingesetzt und das Target muss nach seiner Valenz klassifiziert werden, z. B. „Ist der Reiz positiv oder negativ?“ → schnellere Reaktionszeiten, wenn vor dem Target‐Wort ein Wort präsentiert wurde, das dieselbe Valenz hat (ekelig – schwarzes Gesicht - attraktiv -  weißes Gesicht) = negative Einstellung zu Schwarzen - Einstellungen sind im Gedächnis gespeicherte Assoziationen mit unterschiedlicher Stärke und Zugänglichkeit----> je stärker, desto schneller zugänglich - Messung von Reaktionszeiten bei Kategorisierung der Adjektive (Target) nach subliminaler Darbietung von Prime ---> Prime aktiviert Assoziation- Schnellere Antworten auf eng assoziierte Konzepte ---> schwarzes Gesicht negative Adjektive ---> Studienbefunde zeigen negativere Einstellung gegenüber Schwarzen
  • 5. Einstellungsmessung implizite (=unbewusst) Einstellungen - Impliziter Assoziationstest (IAT) - Verfahren, welches die unbewussten oder auch unerwünschten ("impliziten") Einstellungen von Personen gegenüber bestimmten Objekten (z.B. Personen oder Gruppen) misst, die diese Personen nicht verbal ausdrücken können oder wollen ⇒ Ablauf                                                                                                                           - Reize auf Bildschirm z.B. Wört oder Bilder - Kategorisierung mit Tasten (jeweils rechts & links) auf Tastatur - standardmäßig 5 Durchgänge:                                                                                           1. Eigenschaften z.B. positiv (linke Taste) oder negativ (rechte Taste)                                                                                                                                    2. Zielkonzept z.B. männlich (linke Taste) oder weiblich (rechte Taste)                                     3. Kombination A z.B. positv/männlich (linke Taste) oder negativ/weiblich (rechte Taste)           4. Zielkonzepte vertauscht z.B. weiblich (linke Taste) oder männlich (rechte Taste)                 5. Kombination B z.B. positiv/weiblich (linke Taste) oder negativ/männlich (rechte Taste).       → Eigenschaften & Zielkonzepte in vertauschter Reihenfolge kombiniert) ⇒ Ziel                                                                                                                               - Messung Assoziationen zwischen Gedächtnisinhalten - Grundannahmen:                                                                                                            ♠ Gedächtnisinhalte sind in assoziativen Netzwerken organisiert                                             ♠ Reaktion ist schneller, wenn Assoziationen zwischen Zielkonzept & Eigenschaft besteht = kongruent mit impliziter Einstellung - Analyse                                                                                                        Reaktionszeiten der verschiedenen Durchgänge → interessant: Kombination A & B                 → je schneller ich auf Kombination A oder B reagiert habe, zeigt welche impliziten Einstellungen ich habe & wie ausgeprägt diese sind ⇒ IAT & explizite Messung korrelieren kaum ⇒ IAT ist resistent gegen soziale Erwünschtheit ⇒ Anwendungsbereiche: Vorurteile gegenüber Minderheiten, Selbstbild, Suchttendenzen
  • 6. Stärken & Schwächen Einstellungsmessung implizite (=unbewusste) Einstellungen ⇒ Stärken (indirekter/spontaner) reaktionszeitbasierter Maße • Vorhersage von wenig reflektieren (impliziten) Verhaltensanteilen möglich = ich kann unbewusste Anteile messen • Bessere Vorhersage als explizite Maße bei geringen Kontrollmöglichkeiten des Verhaltens (kognitiver overload), starker affektiver Stimmung und großem Zeitdruck = dadurch das man so schnell reagieren muss, gehen die Forscher davon aus, das man wirkloch an die unbewussten Einstellungen drankommt / dies passiert besonders mit Zeitdruck • ein Vorteil ist, dass ich unbewusste Einstellungen messen kann weil es unter Zeitdruck ist ⇒ Schwächen (indirekter/spontaner) reaktionszeitbasierter Maße • Nicht immun gegenüber absichtlicher Verfälschung und sozial erwünschtes Antwortverhalten → Aber: deutlich weniger betroffen als explizite Maße • Komplexe Handhabung und Auswertung (im Vergleich zu expliziten Verfahren)? → Expertenwissen und Erfahrung notwendig • unklar welche mentalen Prozesse IAT-Effekte herbeiführen
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