Soziologie (Subject) / Geschlechter und Geschlechterverhältnisse (Lesson)
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Genderfragen
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- Die soziale Konstruktion von Geschlecht: Welche soziologischen Fragestellungen verfolgt die Soziologie auf die das Geschlecht und Geschlechterverhältnisse? soziologischer Blick auf Geschlecht und Geschlechterverhältnisse verfolgt zwei miteinander verknüpfte Fragestellungen: 1. Wie erfolgt die Unterscheidung von zwei Geschlechter: Männern und Frauen? Problem: Frage löst ein gewisses unverständnis aus, da das Geschlecht als Naturgegeben gilt und daher kein Gegenstand der Soziologie darstellen sollte 2. Wie lassen sich Ungleichheiten erklären, die an diese Unterscheidung anschließen? z.B. Frauenquote, Benachteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt, Gewalt in der Familie, Beteiligung/Männer/Haushalt/Erziehung
- Ethnomethodologie (Forschungsrichtung der Soziologie ) (Ethnomethodologie: ist eine praktische Forschungsrichtung in der Soziologie, die von Harold Garfinkel in Kalifornien (USA) begründet wurde. Sie beschäftigt sich mit alltäglichen Interaktionen und untersucht soziale Tatsachen als Resultat von Interaktionsprozessen, wobei das Augenmerk auf den Methoden liegt, mit denen diese alltäglichen Interaktionen bewerkstelligt werden. Untersuchung--> Unterscheididung zwischen den Geschlechtern im Alltag ind sozialen Interaktionen Festgelstellt: Gesellschaft macht Gschlechtzugehörigekit Bedeutung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale --> gering, da primäre eh nicht sichtbar ist Allerdings ist die Genitalzuschreibung für die Geschlechtszuschreibung nicht unerheblich, da sie mit bestimmten Sttributen einhergehen, z.B. typische Bewegung, Kleidung, Schminke, Handtsche. Da man das primäre Geschlecht in der Interaktion nicht sieht und nur die Erscheinung hat, sprechen Kessler und McKenna von "kulturellen Genitalien" o „kulturelle Genitalien“ –erklären Geschlechtszuschreibung unabhängig von primären und sekundären Merkmalen, sondern über Attribute, die wir Frauen und Männern zuschreiben
- Die soziale Konstruktion von Geschlecht: Ethnomethodologie (Forschungsrichtung der Soziologie ) (Ethnomethodologie: ist eine praktische Forschungsrichtung in der Soziologie, die von Harold Garfinkel in Kalifornien (USA) begründet wurde. Sie beschäftigt sich mit alltäglichen Interaktionen und untersucht soziale Tatsachen als Resultat von Interaktionsprozessen, wobei das Augenmerk auf den Methoden liegt, mit denen diese alltäglichen Interaktionen bewerkstelligt werden. • Ethnomethodologie (Garfinkel 1967) Untersuchung--> Unterscheididung zwischen den Geschlechtern im Alltag ind sozialen Interaktionen Festgelstellt: Gesellschaft macht Gschlechtzugehörigekit Bedeutung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale --> gering, da primäre eh nicht sichtbar ist Allerdings ist die Genitalzuschreibung für die Geschlechtszuschreibung nicht unerheblich, da sie mit bestimmten Sttributen einhergehen, z.B. typische Bewegung, Kleidung, Schminke, Handtsche. Da man das primäre Geschlecht in der Interaktion nicht sieht und nur die Erscheinung hat, sprechen Kessler und McKenna von "kulturellen Genitalien „doing gender“ (West&Zimmermann 1987) → ein Geschlecht hat man nur, indem man es tut wir müssen in einer bestimmten, kulturell definierten Weise handeln und uns präsentieren, um als Frau oder Mann wahrgenommen zu werden und anerkannt zu werden (z.B. durch Körperbewegung und Sprache)
- Die soziale Konstruktion von Geschlecht Warum ist die biologische Geschlechterforschung ungeeignet zur Erforschung der Geschlechterdifferenz in der Gesellschaft? Die Forschung ist nicht geeignet, um die sozialen Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu erklären soziologische Forschung hat Erklärungsmuster für Mann/Frau – biologische: Chromosomenkonstellationen und Geschlechtsmerkmale
- soziale Konstruktion und Geschlecht hat die Sozialisation Einfluss auf die Geschlechterzuschreibung? Mensch wird nicht als Mann oder Frau geboren, er wird dazu in Prozessen der Fremd- und Selbstsozialisation gemacht dies geschieht v.a. auf der Ebene der „generativen Regeln der Herstellung soziale Situationen"--> Jungen und Mädchen lernen nach bestimmten kriterien, wie die typischen Muster und Prinzipien der Vielzahl an Verhaltensregeln ist
- soziale Konstruktion und Geschlecht hat die Sozialisation Einfluss auf die Geschlechterzuschreibung? Mensch wird nicht als Mann oder Frau geboren, er wird dazu in Prozessen der Fremd- und Selbstsozialisation gemacht dies geschieht v.a. auf der Ebene der „generativen Regeln der Herstellung soziale Situationen"--> Jungen und Mädchen lernen nach bestimmten kriterien, wie die typischen Muster und strukturierende Prinzipien (die vor allem in der primären Sozialisation erfolgt) der Vielzahl an Verhaltensregeln ist
- Geschlecht und Sozialisation hat die Sozialisation Einfluss auf die Geschlechterzuschreibung? Mensch wird nicht als Mann oder Frau geboren, er wird dazu in Prozessen der Fremd- und Selbstsozialisation gemacht dies geschieht v.a. auf der Ebene der „generativen Regeln der Herstellung soziale Situationen"--> Jungen und Mädchen lernen nach bestimmten kriterien, wie die typischen Muster und strukturierende Prinzipien (die vor allem in der primären Sozialisation erfolgt) der Vielzahl an Verhaltensregeln ist
- Geschlecht und Sozialisation Wie geschieht in der primären Sozialisation die Geschlechtszuschreibung? v.a. in der primären Sozialisation erfolgt die geschlechtliche Sozialisation in Gestalt einer vorreflexiven, mimetischen Aneignung von Praktiken der Junge erwirbt seine Geschlechtsidentität typischerweise in einer Abgrenzung von der Mutter das Mädchen fühlst sich hierbei symbiotisch mit der Mutter verbunden --> die Herauslösung aus dieser Einheit kann allmählicher, weniger abrupt als beim Jungen erfolgen --> entscheidene Funktion für die Ablösung des Jungen von der Mutter kommt der männlichen peer group zu --> sie ist lebensgeschichtlich gewöhnlich der erste homosozial geprägte soziale Raum --> Homosozialität= wechselseitige Orientierung der Mitglieder eines Geschlechts aneinander
- Geschlecht und Sozialisation Was sagt die Forschung zur Geschlechterdifferenz (Eleanor Macciby) (1990)? Jungen = das Spiel der Jungen ist schon frühzeitig durch einen rauen Stil sowie durch eine Orientierung an Wettbewerb und Dominanz geprägt, in größeren Gruppen und nimmt mehr Raum ein--> öfter im öffentlichen Raum Mädchen = homosoziale Gesellungsform der Mädchen ist häufiger in einer Zweierkonstellation im privaten, häuslichen Raum (beste Freundinnen) --> während das Verhalten der Mädchen stärker kooperationsorientiert ist, weist das der Jungen mehr Kontrollorientierung und negative Reziprozität auf -->Reziprozität= Gegenseitigkeit im sozialen Austausch
- Ordnungsprinzip Geschlecht Welche soziale Ordnung hat die Schule beim Geschlecht? • der soziale Raum, in dem wir uns bewegen, ist durch solche und weitere geschlechtstypische Unterschiede geprägt• so weist die soziale Ordnung der Schule Ordnungsmerkmale auf, die auf die Kategorie Geschlecht verweisen z.B. die Dominanz weiblichen Lehrpersonals in der Grundschule die Dominanz von Männern in Leitungspositionendie ungleiche Verteilung von SuS auf bestimmte Fächer in der Sekundarstufe I und II
- Ordnungsprinzip Wie geschieht die Ordnung von Geschlecht in der sozialen Interaktion? wenn wir Menschen das erste Mal begegnet, machen wir als erstes einen „Geschlechts-Check“ geschieht i.d.R. unbewusst wir verhalten uns unterschiedlich, je nachdem ob wir das Gegenüber als Mann oder als Frau identifizieren können wir das Geschlecht des bzw. der Anderen nicht zuverlässig erfassen, sind wir im hohem Maße verunsichert
- Ordnungsprinzip Geschlecht Welche Relevanz hat das Geschlecht in der modernen Gesellschaft als Ordnungsmerkmal? • in modernen Gesellschaften ist Geschlecht ein Ordnungsmerkmal neben anderen Allerdings kann man die modernen Gesellschaft schwer beschreibenm wenn die Geschlechterklassifikation entfallen würde
- Ordnungsprinzip Geschlecht gibt es in der gesellschaftlichen Ordnung eine soziale Ungleichheit der Geschlechter? Entstehung der bürgerlichen Industriegesellschaft führte zu Veränderungen in Arbeitsteilung – neue Rolle der Frauen (aber noch nicht voll gleichberechtigt) geschlechtliche Ungleichheit auf allen Ebenen soziologischer Analyse zu finden: makrosoziologische Ebene = geschlechtliche Ungleichheit → Segregation des Arbeitsmarktes in Frauen- und Männerberufe von Männern dominierte Berufe haben i.d.R. ein höheres Lohnniveau als typische Frauenberufe, sie genießen auch höheres Prestige Mesoebene= ähnliche Unterscheidung in Frauen- und Männerarbeitsplätze z.B. Informatikerinnen → erstellen Handbücher Informatiker → Programmierungstätigkeiten mit besseren Karrierechancen Mikroebene = Kommunikation und Interaktion: z.B. Diskussionsrunden im TV: Beiträgen von Männern werden mehr Aufmerksamkeit geschenkt als denen von Frauen; ähnliche Befunde zur Aufmerksamkeitsverteilung
- Wandel der Geschlechterordnung o Diagnos: Dethematisierung der Geschlechterdifferenz o Allgemein: Aufwertung der Frau – daher ist Differenz nicht mehr so bedeutend. Gründe: durch Verändeändrung des traditionellen Familiebbezieheung (Pluralisierung der Familienform), Veränderung im Bildungsbereich (Mädchen--> bessere schulische Leistungen). Wertesystem der deutschen Gesellschaft: Orientierung an Ideal der Gleichheit (aber nur 5% Berufstätigen Männer--> Elternzeit) Eroberung männlichder Berufsfelder--> aber keine entgegengesetzte Richtung! o Struktureller Wandel der Geschlechterverhältnisse bzw. sozialer Gleichheit der Geschlechter kann besser vorangetrieben werden, wenn Männer einbezogen werden und sich auch dafür einsetzen
- Wandel der Geschlechterordnung Wie sieht die jetzige Diagnose der Geschlechterdifferenz aus? Spielt sie noch eine Rolle? o Diagnos: Dethematisierung der Geschlechterdifferenz o Allgemein: Aufwertung der Frau – daher ist Differenz nicht mehr so bedeutend. Gründe: durch Verändeändrung des traditionellen Familiebbezieheung (Pluralisierung der Familienform), Veränderung im Bildungsbereich (Mädchen--> bessere schulische Leistungen). Wertesystem der deutschen Gesellschaft: Orientierung an Ideal der Gleichheit (aber nur 5% Berufstätigen Männer--> Elternzeit) Eroberung männlichder Berufsfelder--> aber keine entgegengesetzte Richtung! o Struktureller Wandel der Geschlechterverhältnisse bzw. sozialer Gleichheit der Geschlechter kann besser vorangetrieben werden, wenn Männer einbezogen werden und sich auch dafür einsetzen
- Geschlecht, Bildung, Erziehung – Schule und Geschlechterordnung Worin zeigt sich die Geschlechtsdifferenzierung in der Schule? Entwicklung: früher waren Mädchen benachteiligt, heute zeigen Mädchen bessere Leistungen Fächerwahl noch immer geschlechtstypisch bestimmt – Schule, Ausbildung, Uni Doing-gender in der Schule: 2/3 Aufmerksamkeitsgesetz – 2/3 der Aufmerksamkeit der Lehrer kommt Jungen zu (fällt mehr auf durch stören) positive Verhaltenswertung der Mädchen auffallendes Verhalten der Jungen-->Anerkennung der Peer-Group Hanlungen d. SuS:SuS stellen in ihrem Handeln selbst immer wieder einen Bezug zur Kategorie Geschlecht her -->Wahl des Sitznachbars nach Geschlechtszugehörigkeit Lehrerberuf: Feminisierung des Lehrerberufs (zudem Zusammenhang der Steigerung des Frauenanteils und Prestigeverlust )
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- Geschlechtstypische Fächerwahlen und Berufsinteresse Wo zeigen sich geschlechtstypische Bildungs- und Berufswege? insgesamt: Mädchen weisen gegenüber Jungen die größeren Bildungserfolge auf Benachteiligung von Mädchen im Bildungssystem schient insofern zu überwunden zu sein jedoch differenzierter Blick auf Fächer(wahl) zeigt: geschlechtertypische Unterschiede mathematisch-naturwissenschaftlich: überwiegend Schüler Sprachen: Schülerinnen überwiegen auch LuL bilden geschlechtsspezifische Fachinteressen aus: mit den geschlechtsdifferenten Fächerwahlen werden nicht nur tradierte Geschlechtsstereotypen fortgeschrieben und verfestigt es werden auch spätere Berufswege & Karrierechancen & daran verknüpfte Verdienstmöglichkeiten im Voraus festgelegt
- Fazit: Die Schule im Fokus von Geschlechter- und Bildungspolitik geschlechter- und bildungspolitische Initiativen und Programme wurden ins Leben gerufen, die unter der Leitlinie der Geschlechtergerechtigkeit die Reproduktionslogik aufzubrechen versuchen diese sollen die Entwicklung egalitärer Geschlechterverhältnisse als eine zentrale Aufgabe der Schule begreifen ab 1960er Jahre → Koedukation (Prinzip der gemeinsamen Erziehung von Jungen und Mädchen in der Schule) seit 1980er wird dieses Konzept jedoch kontrovers diskutiert--> eine „unreflektierte Koedukation“ kann das Gegenteil des Intendierten zur Folge haben -->statt die Geschlechterhierarchie abzubauen, trägt sie selbst zu deren Aufrechterhaltung be--> um Unterrepäsentanz der Schülerinnen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern entgegenzuwirken, sind Forderungen erhoben worden zur Monoedukation zurückzukehren und Jungen in die musisch-künstlerischen Fächern--> soll Schülerinnen und Schülern eine bessere Lernumgebung bieten, in der sie ihre Interessen besser entfalten können Geschlechtszugehörigkeit ist nach wie vor eine der wichtigsten Ressourcen der Selbstidentifikation Problem geschlechterbewusster Bildung = macht gesellschaftlichen Konflikt nicht nur zum Gegenstand des Unterrichts sondern sie trägt, zumindest unter den Bedingungen der Koedukation, diesen Konflikt unausweichlich in das Klassenzimmer Jungen und Mädchen agieren dann bewusst als Angehörige unterschiedlicher sozialer Kategorien
- Fazit: Die Schule im Fokus von Geschlechter- und Bildungspolitik geschlechter- und bildungspolitische Initiativen und Programme wurden ins Leben gerufen, die unter der Leitlinie der Geschlechtergerechtigkeit die Reproduktionslogik aufzubrechen versuchen diese sollen die Entwicklung egalitärer Geschlechterverhältnisse als eine zentrale Aufgabe der Schule begreifen ab 1960er Jahre → Koedukation (Prinzip der gemeinsamen Erziehung von Jungen und Mädchen in der Schule) seit 1980er wird dieses Konzept jedoch kontrovers diskutiert--> eine „unreflektierte Koedukation“ kann das Gegenteil des Intendierten zur Folge haben -->statt die Geschlechterhierarchie abzubauen, trägt sie selbst zu deren Aufrechterhaltung be--> um Unterrepäsentanz der Schülerinnen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern entgegenzuwirken, sind Forderungen erhoben worden zur Monoedukation zurückzukehren und Jungen in die musisch-künstlerischen Fächern--> soll Schülerinnen und Schülern eine bessere Lernumgebung bieten, in der sie ihre Interessen besser entfalten können Geschlechtszugehörigkeit ist nach wie vor eine der wichtigsten Ressourcen der Selbstidentifikation Problem geschlechterbewusster Bildung = macht gesellschaftlichen Konflikt nicht nur zum Gegenstand des Unterrichts sondern sie trägt, zumindest unter den Bedingungen der Koedukation, diesen Konflikt unausweichlich in das Klassenzimmer Jungen und Mädchen agieren dann bewusst als Angehörige unterschiedlicher sozialer Kategorien
- Ausblick – Konfigurationen sozialer Ungleichheit: Geschlecht, Klasse, Ethnizität • Geschlecht ordnet Gesellschaft• Geschlecht ist aber nicht das einzige Ordnungsprinzip• Position, die ein Mensch in der Gesellschaft einnimmt, ist ebenso durch andere soziale Zugehörigkeiten bestimmt: zu einer sozialen Klasse einem sozialen Milieu einer ethnischen Gemeinschaft durch nationale Herkunft• Intersektionalität = Durchschnittsmenge zweier Mengen, deren Elemente in beiden Mengen vorkommen (z. B. bilden die Mengen »Frauen« und »Ärzte« die Intersektion »Ärztinnen«)• Frau und Mann sind keine in sich uniformen Kategorien, es gibt weder die Weiblichkeit noch die Männlichkeit Welche Ausprägungen diese bzw. jene erfährt, wird in erheblichem Maße von der Konstellation bestimmt, in der die Geschlechtslage mit anderen Soziallagen verwobe • der intersektionale Blick auf Geschlecht hat eine weitere Konsequenz er führt zu einem differenzierten Verständnis der Relevanz, welche die Gemeinsamkeit der Geschlechtslage für die Ausbildung von Erfahrungen und Interessen
