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Arbeits- und Organisationspsychologie (Subject) / VL 2_11: Diagnose und Intervention (Lesson)
- Organisationsaufbau – Stab-Linien System Nerdinger, 2015 Entlastung der Unternehmensleitung darunter angesiedelte Managementebenen Führungspersonen werden durch Experten mit spezifischem Fachwissen unterstützt (Stäbe, keine Entscheidungsbefugnisse) Entscheidung bleibt in der "Linie" --> untergeordnete Führungspersonen Jeder Mitarbeiter ist genau einer Führungskraft unterstellt s. Folie 7
- Organisationsaufbau - Matrixorganisation Nerdinger, 2015 Mehrfachunterstellung möglich (Trennung disziplinarische und fachliche Führungsperson eines Mitarbeiters) Ziel ist das Entstehen von konstruktiven Konflikten und die Berücksichtigung verschiedener Perspektiven Zuordnung in Projekte, die jeweils mit relevanten Abteilungen kommunizieren s. Folie 8
- Organisationstheorien Scientific Management (Taylor), um 1900Bürokratie- bzw. Strukturansatz (Weber), um 1920Human-Relations-Konzept (Majo; Roethlisberger), um 1925Funktionalistische Systemtheorie(Bertalanffy;Parsons;Luhmann), um 1950Verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie (Barnard; Simon; March), um 1950
- Organisationstheorien – Bürokratietheorie (Max Weber) Gesellschaftliche Rationalisierung: Zunehmende geistige Auseinandersetzung mit der natürlichen und sozialen Umwelt Prozess dieser Rationalisierung besteht auf 3 Ebenen: Weltbilder, Praktische Lebensführung, Institutionen (->Bürokratie) Strukturelle Merkmale der Bürokratie: Arbeitsteilung durch genau festgelegte Zuständigkeiten Kompetenzen einzelner Personen werden durch Regelwerk allgemeingültig Nur Einstellung von Personen die aufgrund ihrer Ausbildung geeignet sind Jedes Mitglied der Organisation lässt sich austauschen Amtshierarchie Festes System der Über- und Unterordnung Abgrenzung der Kompetenzen Beschwerden müssen auf festgelegtem Weg von unten nach oben geleitet werden Amtsführung Aufgabenerfüllung erfolgt im Rahmen technischer Regeln und Normen Festlegung wer welche Kompetenzen und Aufgaben hat, wer mit wem kommunizieren darf/muss (Dienstweg) Aktenkundigkeit Aufgabenerfüllung beruht auf Schriftstücken (Akten) Alle Vorgänge müssen schriftlich hinterlegt werden Aufbewahrung der Akten um Kontrollierbarkeit zu ermöglichen, damit bei einem Wechsel des Amtsinhabers die Weiterführung der Geschäfte nicht beeinträchtigt wird Bewertung Bürokratietheorie Ausschließliche Beschreibung eines Idealtyps Nur für Organisationen mit großem Standardisierungspotenzial geeignet Hauptrezipient der Theorie war der öffentliche Dienst Spannung zwischen dem nach Handlungsfreiheit strebenden Individuum und den Regeln der Organisation
- Organisationstheorien: Human-Relations Bewegung „Menschlichere“ Gestaltung der Arbeit Hawthorne Studien -Eigentliches Untersuchungsziel: Hat die Steigerung der Helligkeit am Arbeitsplatz einen Effekt auf die Arbeitsleistung -Es konnte kein Effekt der Helligkeit nachgewiesen werden! -Aber: In Abteilungen, in denen Forscher gegenwärtig waren, stieg die Arbeitsleistung unabhängig von der Helligkeit -Schlussfolgerung: Alleine die Beschäftigung mit Arbeitern (Interesse und Respekt durch vorgesetzte) sorgte für einen Leistungsanstieg -->Hawthorne Effekt Verbesserung der menschlichen Beziehungen (daher auch Human Relations) sollte Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation und daher auch die Leistung erhöhen
- Organisationstheorien: Verhaltens- wissenschaftliche Entscheidungstheorie Basisannahmen, Barnard, Simon Entscheidungsprozesse sind Kern der Organisation Zwei Basisannahmen: Begrenzte Informationsverarbeitungskapazität der Menschen Begrenzte Bereitschaft, sich in einer Organisation zu engagieren Organisationen: Systeme bewusst koordinierter Handlungen von zwei oder mehr Personen (Bardnard, 1938) -Organisation ergeben sich aus Handlungen -Menschen sind nur noch eine weitere Ressource -Idee der Organisation bleibt auch nach dem Tausch aller Mitglieder erhalten Simon (1955; Nobelpreis 1978): Menschliches Entscheidungsverhalten ist gekennzeichnet durch -Unvollständiges Wissen über die Bedingungen -Nur begrenzte Vorhersagefähigkeit -Mangelnde Fähigkeit alle Entscheidungsalternativen in Betracht zu ziehen --> Menschen sind nur sehr begrenzt in der Lage rationale Entscheidungen zu treffen Organisation hat die Aufgabe mittels Strukturen diese fehlende Rationalität auszugleichen und Unsicherheiten zu reduzieren Theorie vernachlässigt individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter
- Organisationsdiagnose dient dazu, „das regelhafte Erlebenund Verhalten der Organisationsmitglieder zu beschreiben mit dem Ziel der Vorbereitung von Organisationsentwicklungsmaßnahmen Aufgaben der Organisationsdiagnose: Unterstützung bei Arbeitsplatzentscheidungen Verbesserung des Personalwesens Vorbereitung organisationaler Veränderungen Evaluation von organisationsbezogenen Maßnahmen Unterstützung von Entscheidungen über die Ressourcenverteilung Potenzielle Zielgruppen: Mitglieder der Organisation (z.B. Manager) Externe Parteien (z.B. Kapitelgeber) Wissenschaftler
- Modell vs. fallorientierte Diagnose Modellorientierte Diagnose: Betrachtung der Organisation anhand von a-priori festgelegten, theoretischen Modellvorstellungen Fallorientierte Diagnose: Betrachtung der Organisation als speziellen Einzelfall
- Modellorientierte Diagnose Porter, Lawlan und Hackman (1975) Gibt vor, welche Variablen erhoben werden sollten, um Leistung der Organisation zu erklären Zentrale Annahme: Anforderungen an den einzelnen Mitarbeiterergeben sich aus Bedürfnissen und Zielen der Organisation Organisationsziele und –bedürfnisseInterviews mit leitenden Angestellten Qualität und Quantität der ArbeitsaufträgeInterviews mit direkten Vorgesetzten Valenzen und Erwartungen der MitgliederDirektbefragung der Mitarbeiter ArbeitsverhaltenBeobachtung Leistung und ArbeitszufriedenheitObjektive Daten des Unternehmens, subjektive Befragungsdaten Kontingenz (Arbeitsverhalten und Leistung/Zufriedenheit) FeedbackPräsentation
- Phasen der Organisationsdiagnose Kühlmann & Franke, 1989 Einführungsphase Erkundungsphase Planungsphase Durchführung der Hauptuntersuchung Datenverarbeitung Datenaufbereitung und Interpretation Präsentation
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