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Allgemeine Psychologie B (Subject) / 11. Motivation: inhaltsspezifische Theorien (Lesson)

Strukturierungen Beispiel: Leistungsmotivation

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  • Strukturierungen: Bedürfnispyramide nach Maslow (1943) Maslow (1943) unterscheidet in seiner Bedürfnispyramide zwischen unstillbaren Bedürfnissen und Defizitmotiven unstillbare Bedürfnisse: Selbstaktualisierung Wertschätzung und Anerkennung Defizitmotive: Wertschätzung und Anerkennung (ist bei beidem) soziale Beziehungen Sicherheit physiologische Bedürfnisse
  • Strukturierungen: Murray's Liste fundamentaler Motive (1938) Murray unterteilt Motive(needs) in drei Kategorien: Macht Unabhängigkeit Widerständigkeit Machtausübung Erniedrigung Aggression Selbstdarstellung Selbstgerechtigkeit Ordnung Anregung Leistung Leistung Misserfolgvermeidung Spiel Verstehen Anschluss/ Intimität sozialer Anschluss Schutz Leidvermeidung Fürsorglichkeit Zurückweisung Hilfesuchen Sexualität
  • Strukturierungen von Motiven heute Heute: Fokus auf wenige Klassen von Motiven biogene Motive: Anschluss- und Intimitätsmotiv Machtmotiv Leistungsmotiv
  • Strukturierungen: Biogene Motive homöostatische Motivsysteme: Hunger, Durst unverzichtbar für das individuelle Überleben Vermeidung/ Aufhebung negativer Affekte durch Nahrungsdeprivation Erzeugung positiver Affekte durch den Geschmack der Nahrung und Getränken Energieversorgung Präferenz für den Geschmack von Substanzen, die die Aufnahme von lebenswichtigen Stoffen garantieren (Kohlenhydrate, Fette....) postive Einschätzung von süßer oder salziger Nahrung nimmt ab, sobald man etas davon konsumiert hat →  wir brauchen Abwechslung Hunger beeinflusst die Informationsaufnahme und -verarbeitung nicht-homöostatisches Motivsystem: Sexualität es ist für das individuelle Überleben nicht nötig, aber für die Genweitergabe Erzeugung des mit sexueller Aktivität einhergehenden Lustempfindens Präferenz für Merkmale möglicher Sexualpartner, um möglichst erfolgreich eigene Gene weiterzugeben. Dies bedeutet für Männer und Frauen unterschiedlich großen Aufwand (Buss, 1995)
  • Strukturierungen: Messung von Motiven Motive können zunächst direkt gemessen werden über Selbsteinschätzung indirekt können sie über projektive Tests gemessen werden Thematischer Apperzeptionstest: TAT (Murray, 1943) Auswertungsschlüssel von Winter (1991)
  • Strukturierungen heute: Anschluss- und Intimitätsmotiv Anschlussmotiv: Reduktion negativer Affekte durch Isolation oder Zurückweisung Intimitätsmotiv:Erreichen eines befriedigenden Kontakts zu anderen Menschen Quellen: Anschluss an Gruppe = Schutz vor Gefahr, Vermeidung von Stressreaktion Brutpflege = Bindung der Eltern an den Nachwuchs Modulation durch das Neuropeptid Oxytozin Ausschüttung durch Körperkontakt und Wärme wirkt beruhigend, hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen, reduziert die Aktivität des sympathischen Nervensystems Oxytozin führt zur Ausschüttung von körpereigenen Endorphinen
  • Strukturierungen heute: Anschluss- und Intimitätsmotiv Experiment zu Endorphinen Depue & Morrone-Strupinsky (2005) Frauen wurden in zwei Gruppen eingeteiltGruppe A: Frauen mit einem hohen IntimitätsmotivGruppe B: Frauen mit einem niedrigen Intimitätsmotiv Frauen bekamen nun entweder Naltrexon oder einen Placebo verarbreicht. Naltrexon ist ein Gegenspieler von körpereigenen Opioiden und unterdrückt so die Ausschüttung. Probanden sahen nun einen neutralen Film (Doku) oder einen positiven Film, der das Intimitätsmotiv anregen sollte (glückliches heterosexuelles Paar) Anschließend wurde die Schmerztoleranz gemessen (Körpereigene Endorphine erhöhen die Schmerztoleranz) Ergebnis: Nur die Frauen, die eine hohe Intimitätsmotivation haben und nicht Naltroxin genommen haben zeigten eine erhöhte Schmerztoleranz bei dem positiven Film →  Sie haben als einzige vermehrt Endorphine ausgeschüttet
  • Strukturierungen: Anschluss- und Intimitätsmotiv Verhaltenskorrelate hohes Anschlussmotiv verbringen mehr Zeit mit ihren Freunden, telefonieren häufiger, eher im Gespräch mit anderen Aber: oft weniger beliebt, in sozialen Situationen ängstlicher, deuten Verhalten öfters als intentionale Zurückweisung hohes Intimitätsmotiv lächeln Gegenüber mehr an, mehr Blickkontakt Höhere Ehe- und Lebenszufriedenheit
  • Strukturierung: Machtmotiv Bedürfnis nach Einfluss, Überlegenheit und Stärke Erhöhung des eigenen Status innerhalb formaler Hierarchien leichterer Zugang zu Ressourcen Erhöhung des Fortpflanzungserfolg geht mit Ausschüttung von Testosteron einher hoher Testosteronspiegel bei Männern: aggressives Verhalten, Regelüberschreitungen, weniger sympathisch, früher und mehr sexuelle Kontakte Verhaltenskorrelate bei ungehemmten Machtmotiv häufiger Streit und körperliche Auseinandersetzungen Erwerb und Zurschaustellung von sog. Prestigeobjekten seltener feste Bindungen eher übermäßiger Alkoholkonsum bei gehemmtem Machtmotiv / hohem Verantwortungsbewusstsein mehr sozial anerkanntes Verhalten Berufe, die eine akzeptierte Machtausübung erlauben
  • Leistungsmotiv Hoffnung auf Erfolg: erfolgreiche Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab Furcht vor Misserfolg: Vermeidung negativer Konsequenzen von Misserfolg evolutionär entstanden, um Ressourcen zunehmend besser zu nutzen angeregt durch mittelschwere Aufgaben →  Selbstexploration eventuell gibt es einen Zusammenhang zu Vasopressin Verhaltenskorrelate hohes Erfolgsmotiv realistischere Ziele, mittelschwere Aufgaben (vgl. Risikowahlmodell) Erfolge eigener Fähigkeit zuschreiben, Misserfolge auf mangelnde Anstrengung schieben zufriedener mit Stellung, Vorhersage des Einkommens (für sehr hohe Positionen ist eher das Machtmotiv relevant) hohes Misserfolgsmotiv Risikowahlmodell sagt Bevorzugunng leichter oder schwerer Aufgaben vorher, empirisch ist es aber unklar Das Leistungsmotiv kommt eher zum Tragen, wenn Informationen über die eigenen Fähigkeiten erlangt werden könnenz.B. bessere Leistung in homogenen Klassen
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  • Risiko-Wahl-Modell (Atkinson, 1957, 1964) Motivation beruht nach dem Modell auf einem rationalem Kalkül:Eine Kombination von Erwartung und Wert(= Erwartungs * Wert-Modell) Erwartung: subjektiv eingeschätzte Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung Wert: Werturteil über die Attraktivität des Ziels (Lewin's Valenz)
  • Risiko-Wahl-Modell: Berechnung der resultierenden Tendenz erfolgsaufsuchende Tendenz Te:  Te = Me x Ae x WeMe = Erfolgsmotiv → Leistungsmotivwert im TATAe = Anreiz des ErfolgsWe = Erfolgswahrscheinlichkeit misserfolgsvermeidende Tendenz Tm: Tm = Mm x Am x WmMm = Misserfolgsmotiv → ÄngstlichkeitsskalaAm = Anreiz des Misserfolgs Wm = Misserfolgswahrscheinlichkeit wenn Te < |Tm| : Aufsuchen der Leistungssituationwenn Te < |Tm|: Vermeiden der Leistungssituation resultierende Tendenz RTRT = (Me x Ae x We) + (Mm x Am x Wm)RT = (Me x (1 - We) x We) + (Mm x (- We) x (1 - We)) RT = (Me - Mm) x (We - We2) Tendenzen graphisch in den Folien dargestellt
  • Risiko-Wahl-Modell: Experimente Atkinson & Litvin (1960)Kinder dürfen Entfernung zum Ziel selber wählen→ Misserfolgsorientierte zeigen eher noch verteilte Kurve, was die Entfernung angeht→ Erfolgsorientierte wählen hauptsächlich die mittlere Entfernung Feather (1961) unlösbare Aufgabe als zu 70% lösbar dargestellt Erfolgsmotivierte zeigen höhere Ausdauer bei der Bearbeitung Misserfolgsorientierte bemühen sich kaum unlösbare Aufgabe als zu 5% lösbar dargestellt Erfolgsmotivierte bemühen sich kaum Misserfolgsmotivierte zeigen höhere Ausdauer bei der Bearbeitung
  • Volitionspsychologische Theorien Motivationspsychologischer Fokus bis in die 80er Jahre lag auf der Frage, wie Ziele ausgewählt werden (Erwartungs x Wert Ansätze) Problem dabei: Diese Ansätze lassen die Umsetzung außer Acht. Sie gehen davon aus, dass sobald ein Ziel ausgewählt wird, es auch umgesetzt wird. Die Realität sieht anders aus. Motivation: ZielwahlVolition: Zielrealisierung → Die beiden Aspekte werden im "Rubikon-Modell" der Handlungsphasen getrennt betrachtet
  • Rubikon-Modell Rubikon-Modell: Heckhausen (1989) Abwägen → Planen → Handeln → BewertenAbwägen: Intensionsausbildung (Rubikon) →Planen: Intensionsinitiierung → Handeln: Intensionsdeaktivierung →Bewerten Abwägen = MotivationprädezisionalPlanen = VolitionpräaktionalHandeln = VolitionaktionalBewerten = Motivationpostaktional
  • Rubikon-Modell: Realitätsorientierung & Realisierungsorientierung Realitätsorientierung (abwägende Bewusstseinslage) Passiert bei den Motivationsaspekten: Abwägen & Bewerten Offenheit der Verarbeitung Aufmerksamkeit auf Wünschbarkeit und Realisierbarkeit alternativer Ziele gerichtet unparteiische Verarbeitung positiver und negativer Anreize Realisierungsorientierung (planende Bewusstseinseinlage) Passiert bei den Volitionsaspekten: Planen & Handeln Selektivität  der Verarbeitung Aufmerksamkeit auf zieldienlich-relevante Informationen parteiische Verarbeitung des gewählten Zieles
  • Rubikon-Modell: Typische Befunde Versuchspersonen werden in abwägende oder planende Bewusstseinslage gebracht. Dies ist möglich durch Aufforderung ein offenes Ziel abzuwägen oder den nächsten Handlungsschritt zu festzulegen. Fujita et al. (2007)während eines Konzentrationstest werden irrelevante Informationen eingeblendet. Abwägende Personen reproduzieren mehr dieser Informationen in einem überraschenden Gedächtnistest Gollwitzer & Kinney (1989)planende Person schätzen die Kontrolle über ein aufleuchtendes Licht höher ein (57%) als abwägende Personen (23%) oder Kontrollpersonen (46%). Objektiv hatten sie aber keine Kontrolle über das Licht.
  • Vorsätze Gollwitzer (1999) Wieso haben wir oft Ziele, erreichen diese aber nicht? Die Verknüpfung zur Verhaltensebene fehlt Rubikon-Modell: in Planung-Phase werden Handlungspläne gebildet Ziel (goal-intention): Ich will mehr Sport machenVorsatz (implementation-intention): "Wenn Montagfrüh ist, dann gehe ich joggen"→ Mediatoren der Wirksamkeit! spezifizierte Gelegenheit "wenn": mentale Repräsentation hoch aktiviert und zugänglich Gelegenheit zieht automatisch Aufmerksamkeit auf sich spezifiziertes Verhalten "dann": Handlungsinitiierung erfolgt automatsich ohne bewusste Verarbeitung Gollwitzer & Brandstätter (1997) Studierende sollten einen Bericht über ihren Weihnachtsabend maximal 48h danach schreiben und senden eine Hälfte hatte einen zusätzlichen Vorsatz: Wann & Wo 3/4 der Vorsatz-Bedingung schrieb den Bericht, nur 1/3 der anderen Studierenden Gollwitzer: "Strategische Automatisierung" führt dazu, dass man durch einen bewussten Willensakt die Handlungskontrolle an die Umwelt abgibt