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Allgemeine Psychologie B (Subject) / 04. Klassische Konditionierung II (Lesson)
Bedingungen des Lernens
Das Rescorla-Wagner Modell der Klassischen Konditionierung
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- 07. Bedingungen des Lernens: Kontiguität Pavlovsches KonditionierenDurch zeitlich benachbartes Paaren von CS und US kommt es nach Pavlov zur Bildung einer Assoziation zwischen US und CS Kontiguität: zeitlich benachbarte Paarung → P(US | CS) diese Auffassung der simply contiguity ist Pavlovsches Konditionieren ein simpler Prozess, der unabhängig davon geschieht ob das Gelernt dem Lernenden nützt Es ist wichtig, dass der CS dem US zeitlich vorrausgeht, damit eine Assoziation entsteht
- 01. Bedingungen fürs Lernen: Kontiguität vs. Kontingenz Basisrate : A-priori Wahrscheinlichkeit P(US | ¬CS) Kontiguität: zeitliche Überlappung, P(US | CS) Kontingenz: "Vorhersagekraft" des CS für das Auftreten des US, P(US | CS) - P(US | ¬CS) Kontingenz kann positive Werte annehmen positiver Wert falls P(US | CS) > P(US | ¬CS)→ excitatory Kontingenz (auslösende Kontingenz) negativer Wert falls P(US | CS) < P(US | ¬CS)→ inhibitory Kontingenz (hemmende Kontingenz) Kontingenz = 0 → kein Zusammenhang zwischen US und CS Standard-Paarung: Kontiguität = 1 und Kontingenz = 1 (US und CS erscheinen immer gleichzeitig) Teilweise Paarung: Kontiguität = 0.5 und Kontingenz = 0.5 (US erscheint immer mit CS, aber CS erscheint auch manchmal ohne US) Zufallspaarung: Kontiguität = 0.5 und Kontingenz = 0(US und CS erscheinen beide mal alleine und mal zusammen)
- 02. Bedingungen des Lernens: Rescorlas Kritik an "Explicitly Unpaired" Kontrollgruppe Rescorla (1967) Übte Kritik an der Kontrollprozedur, bei der US und CS nie gepaart wurden. In der Experimentalgruppe gibt es n Durchgänge mit gepaarten US/CS Darbietungen→ positive Kontingenz bzw. auslösende Kontingenz In der Kontrollgruppe gibt es n Durchgänge mit zeitlich unbenachbarten US/CS Darbietungen→ negative Kontingenz bzw. hemmende Kontingenz Bei einer echten Zufallsprozedur gibt es eine koomplett zufällige Darbietung von CS und US→ Kontingenz ist 0, weder hemmend noch auslösend ErgebnisWenn US und CS komplett zufällig präsentiert werden, so findet keine Konttionierung statt. Wird die dauer zwischen CS und US auf 30s beschränkt, so findet Konditionierung wieder statt
- 03. Bedingungen des Lernens: Konditionierte Inhibition bzw. Hemmung von Vermeidungsverhalten Rescorla & LoLordo (1965) Hunde als Probanden Vermeidungstraining: unangeküdigter Stromschlag (US) konnte durch Überspringen einer Barriere vermieden werden Pavlovsches Training: Darbeitung 1: CS1(400Hz Ton) wird mit US gepaart → auslösende KontingenzDarbietung 2: CS1 gepaart mit CS2(1200Hz Ton) → hemmende Kontingenz Testphase (1h): keine Stromschläge; CS1 und CS2 wurden je 60x dargeboten. Es wurde geprüft, ob innerhalb von 5s eine Vermeidunsgreaktion auftritt (Überspringen der Barriere) Frage: Hemmt CS2 das Vermeidungsverhalten?Ergebnis: CS2 hemmt eindeutig das Vermeidungsverhalten
- 08. Bedingungen des Lernens: Zwischenfazit zu Kontingenz und Kontiguität Damit dei CS-US Assoziation gelernt werden kann muss der CS hinsichtlich des Auftretens des US informativ sein CS muss US vorhersagen Beeinflussen außer P(US | CS) und P(US | ¬CS) noch weitere Faktoren die Vorhersagbarkeit?
- 04. Bedingungen des Lernens: Lokalisierung in der Zeit - Trialdauer und Intertrialdauer Gibbon et al. (1977) Tauben wurden darauf trainiert aus einem Dosiertrichter Futter zu entnehmen Erwerbsphase: CS = beleuchtete Taste, US = Futter am TrialendeP(US | CS) = 1, P(US | ¬CS) = 0, Kontingenz = 1 Manipulation der Leuchtdauer (= Trialdauer): 4, 8, 16, 32 s Manipulation des Intertrial-Intervall: 24, 48, 96, 384 786s Frage: Wie viele Lerndurchgänge werden in Abhängigkeit der Manipulationen benötigt, bis das Erwerbskriterium erreicht ist? Ergebnis:Nicht die absolute CS Dauer, sondern das Verhältnis der CS-Dauer zum ITI ist wichtig. Bei kurzer Darbietungszeit ist ein kurzes ITI von Vorteil, bei einer langen Darbietungszeit ist ein langes ITI zur schnellen Erlernung von Vorteil.
- 05. Bedingungen des Lernens: Relativer Informationsgehalt Wie informativ ist der CS im Vergleich zu anderen Reizen? Überschattung (overshadowing)Werden zwei Reize gleichzeitig mit dem US dargeboten, so entsteht meist eine stärkere Assoziation mit dem US mit einem der Reize. Die Assoziationsstärke ist abhängig von der Salienz der Reize. Da die Kontingenz für beide Reize gleich ist legt der Befund nahe, dass Kontingenz nicht hinreichend ist. BlockierungEin neuer CS muss auch neue Informationen liefernExperimente von Kamin (1969)
- 06. Bedingungen des Lernens: Experiment zum Blockierungsphänomen Kamin 1969: Experiment mit Ratten CS1 = Ton; CS2 = Licht; US = Stromschlag Experimentalgruppe: Erwerbsphase 1: 16 Paarungen von CS1 + US Erwerbsphase 2: 8 Paarungen von CS1 + CS2 + US Testphase: CS2 → kaum CR Kontrollgruppe: Erwerbsphase: 8 Paarungen von CS1 + CS2 + US Testphase: CS2 → starke CR Interpretation:Wenn CS1 und CS2 gleichzeitig dargeboten werden blockiert die gelernte Assoziation CS1 + US anschließendes Lernen der Assoziation CS2 + US, da CS2 keine neuen Informationen liefert. Weitere Kontrollbedingungen: Wird der US in der Erwerbsphase 2 intensiviert, so löst CS2 nun die CR aus, da er nun neue Informationen enthält. Die Änderung des US blockiert also die Blockierung. Wird in der Erwerbsphase 2 kein US dargeboten, so bewirkt der CS2 eine konditionierte Hemmung. Der CS1 alleine dargeboten bewirkt immer noch die CR, es findet also keine Löschung statt. → Diskriminationslernen
- 09. Erklärungsmodelle für klassisches Konditionieren: Das Rescorla-Wagner Modell Klassisches Konditionieren besteht in der Bildung von Assoziationen zwischen den Repräsentationen von CS und US. Die Fähigkeit des CS, die US-Repräsentation zu aktivieren (und damit CR auszulösen) hängt von der Assoziationsstärke von CS und US ab ΔVn = α * β * (λ - Vn-1) V = Stärke der Assoziation α = Lernrate (abhängig von der Salienz des CS) β = Intensität des US λ = maximale Assoziationstärke (mit 0 ≤ α * β ≤ 1) Die Assoziationsstärke wächst bis mit zunehmender Anzahl von Durchgängen bis zu einer maximalen Assoziationsstärke an. Der Zuwachs ist am Anfang groß, am jedoch klein (erwartetes Ereignis ist jetzt identisch mit dem tatsächlichen) Modell kann Überschattung, Blcokierung, Deblockierung erklären.
- 10. Erklärungsansätze für Klassische Konditionierung: Anwendung des Rescorla-Wagner Modells Zusammengesetze Reize: ÜberschattungMaximale Assoziationsrate von Reiz A ist höher als die von Reiz X. Werden nun beide präsentiert überschattet Reiz A den Reiz X und nur A wird zu einem CS. A alleine löst starke CS aus. X alleine löst kaum CS aus.Beide zusammen lösen noch höheren CS aus.Haben beide dieselbe maximale Assoziationsrate so lösen sie gleichstarke CS aus Zusammengesetzte Reize: BlockierungDurch die frühere Paarung hat der CS1 bereits viel Assoziationsstärke gewonnen, sodass nur noch wenig Stärke übrig bleibt.Wenn dann zusätzlich CS2 präsentiert konkurrieren beide um die verbleibende Stärke. Im Resultat blockiert das frühere Stärken der CS1-US assoziation das Lernen der CS2-US Assoziation Zusammengesetzte Reize: DeblockierungZunächst gibt es Durchgänge mit CS1, dann kommt CS2 hinzu aber der US ist intensiver. InhibtionZunächst Durchgänge mit CS1, dann kommt CS2 hinzu aber der US wird abgeschwächt. LöschungDas Modell sagt auch Löschung richtig vorraus.Hierbei wird der CS über mehrere trials ohne US dargeboten Fazit: Das Modell erklärt viele bekannte Effekte der Konditionierung vorher, kann aber manches auch nicht erklären wie zum Beispiel latente Hemmung oder gelernte Irrelevanz
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