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Traumatologie (Subject) / Grundlagen (Lesson)

offene/geschlossene Frakturen; Dislokationen und Primärmaßnahmen; Osteosyntheseverfahren

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  • Offene Frakturen Grad I -> Haut von innen angespießt oder aufgerissen Grad II-> Weichteildurchtrennung von außen Grad III -> Weichteilzerstörung von außen (Haut, Muskeln, Gefäße, Nerven) - Verschmutzung mitentscheidend für Infektionsprognose UNTERSUCHUNGEN Transportverband nicht öffnen bis Operateur bereit - Allgemeinzustand (schock) + Peripherie überprüfen - andere Verletzungen - Blutgruppe (Notfallbluttest, Hämoglobin, Hämatokrit) - Röntgen im Transportverband VORBEREITUNGEN Infusion - Schockbehandlung - Tetanusprophylaxe - Antibiotika fakultativ - präoperative Thromboembolieprophylaxe - Lagerung - Hautdesinfektion - evtl Blutsperre OPERATIVE TAKTIK Débridement -> Wundausschneidung und Reinigung - Exzision/ Entfernung gequetschter Subkutis, nekrotische Muskulatur und devitalisierter Fragmente - Schonung Nerven/ Gefäße - ggf. entlastende Faszienspaltung einfache Fraktur + vitale Haut -> typische Osteosynthese aus erweiterter Wunde - Implantat wundfern - schlecht durchblutete Lappen vermeiden einfache Fraktur + drohender Hautschaden -> Platte aus wundferner Separatinzision - dünner Marknagel (Schonung endostaler Durchbutung) komplexe fraktur + kritische Zirkulation -> Fixateur externe
  • geschlossene Frakturen - Weichteilmantel intakt -> Weichteile nur traumatisiert Grad 0 -> keine/ unbedeutende Weichteilverletzung - indirekte Gewalteinwirkung - einfache Frakturform Grad I -> oberflächliche Hautabschürfung oder Kontusion durch Fragmentdruck von innen - einfache bis mittelschwere Frakturform Grad II -> tiefe, verschmutze Hautabschürfungen - Kontusion durch direkte Gewalteinwirkung - drohendes Kompartementsyndrom - mittelschwere bis schwere Frakturform Grad III -> ausgedehnte Hautkontusion oder Zerstörung der Muskulatur - subkutanes Decollement - manifestes Kompartementsyndrom - Verletzung eines Hauptgefäßes
  • Was ist eine Dislokation? - Lageänderung, Verschiebung oder Verdrehung einer Körperstruktur - Korrektur einer Dislokation = Reposition
  • Welche Formen an Dislokationen/ Frakturen gibt es? - Querfraktur - Schrägfraktur - Biegungsfraktur - Spiral- oder Torsionsfraktur - Berstungsfraktur - Kompressionsfraktur - Abrissfraktur - Abscherfraktur - Grünholzfraktur - Ermüdungsbruch
  • Was ist eine Quefraktur? - einfache querverlaufende Fraktur - oft durch direkte Krafteinwirkung auf die Extremität
  • Was ist eine Schrägfraktur? - einfache im Winkel schrägverlaufende Frakturlinie - oft durch direkte Krafteinwirkung
  • Was ist eine Biegungsfraktur? - Abknicken einer Extremität an einer Kante oder direkte Schlageinwirkung - Quer-, Schräg- oder Stückbruch mit Biegungskeil - z.B.: Parierfraktur bei Ulnafraktur
  • Was ist eine Spiral- oder Torsionsfraktur? - spiralförmig verlaufende Frakturlinie - indirekte Gewalteinwirkung mit Verdrehung bei feststehender Extremität - häufig Skisportunfall
  • Was ist eine Berstungsfraktur? - Fraktur durch stumpfe Gewalt - sternförmige Frakturlinie - evtl. Eindrückung von Fragmenten - zB. knöcherner Schädel
  • Was ist eine Kompressionsfraktur? - gewalteinwirkung auf die Längsachse eines Knochens - oft Sturz aus großer Höhe (Dachdecker -> Calcaneusfraktur) - Radiusköpfchenfraktur, Tibiakopffraktur, Wirbelkörperfraktur
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  • Was ist eine Abrissfraktur? - knöcherner Ausriss - plötzliche Spannungssteigerung einer Sehne/ eines Bandes am knöchernen Ansatz - Ausriss einer Kortikalisschale oder eines ganzen Fragmentes - z.B.: Fibulafraktur (Weber-A), Abriss des Epicondylus ulnaris bei Ellenbogenluxation
  • Was ist eine Abscherfraktur? - Meißelfraktur - Stauchung eines Gelenkes -> Abscherung eines Knochenteiles wie bei einem Meißelschlag - Radiusköpfchen, Tibiakopf
  • Was ist eine Grünholzfraktur? - bei Kindern - Periost bleibt intakt - Knickbildung des Knochens wie bei frischem grünen Zweig
  • Was ist ein Ermüdungsbruch? - ständige zyklische Belastung - Marschfraktur am Mittelfußknochen
  • Was ist die Osteosynthese? -> operative Versorgung von Knochenbrüchen und anderen Knochenverletzungen (Epiphysiolysen) mit Implantaten meist aus Metal -> ZIEL: Fixierung zueinandergehörigenFragmente unter Wiederherstellung von Achsen und Gelenkstellung für die Dauer der Bruchheilung -> übungsstabil oder belastungsstabil -> Vermeidung: lagerungsstabil + längerer Immobilisation bei konservativer Behandlung
  • Nenne Osteosyntheseverfahren/ -arten! - Spickdrahtosteosynthese - Schraubenosteosynthese - Plattenosteosynthese -Doppelplattenverbundosteosynthese - Drahtcerclage - Zuggurtungsosteosynthese - Spongiosaplastik - Fixateur Externe
  • Was ist die Spickdrahtosteosynthese? - Bruchstücke nach Reposition mit Kirschnerdrähten verbunden - keine Kompression - nicht übungsstabil
  • Was ist eine Schraubenosteosynthese? - Anwendung an großen Knochen - hohe statische Belastung durch Muskelzug und Körpergewicht - selten bei kleinen Knochenfragmenten
  • Was ist eine Plattenosteosynthese? - Vereinigung der Knochenfragmente nach Reposition mit Metallplatten in Verbindung mit Schrauben - statische Kräfte und Muskelzug können besser neutralisiert werden - Fragmente werden unter Zug gesetzt -> primäre Knochenheilung - bei sogenannter pathologischer Fraktur zusätzliche Defektauffüllung mit Knochenzement
  • Was ist eine Doppelplattenosteosynthese? - besonders bei Frakturen des Schaftes der langen Röhrenknochen durch Einbringen langer Nägel in die Markhöhle -> intramedulläre Schienung - gewebeschonende Technik, da Weichteilmantel nicht großflächig eröffnet werden muss -> geschlossene Marknagelung - Verriegelungsnagel mit quer in den Marknagel eingebrachten Verriegelungsschrauben zum Erreichen einer Rotationsstabilität
  • Was ist eine Drahtcerclage? Umschlingen beider Knochenfragmente mit Metalldraht zum Verbinden und gegenseitigem Fixieren der Fragmente -> z.B.: bei Sternotomie
  • Was ist eine Zuggurtungsosteosynthese? - kraftumlenkung der auseinanderziehenden Muskelzüge mittels achtertourartiger Drahtumschlingung - z.B.: Ulnafraktur oder Patellafraktur
  • Was ist eine Spongiosaplastik? - Defektauffüllung mit körpereigenen Knochen (z.B.: aus dem Beckenkamm)
  • Was ist ein Fixateur Externe? - Anwendung bei offenen Frakturen - Sonderform Halofixateur bei HWS Fraktur