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Gesundheitspsychologie (Subject) / Psychische Belastung und Beanspruchung (Lesson)
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- Arbeitsanalyseverfahren Nutzen Identifizieren von Gesundheitsgefährdungen der Mitarbeiter (Belastungen des Arbeitsplatzes)
- Methoden der Arbeitsanalyse Befragung – mündliche oder schriftliche FB, Anwendung wenn Tätigkeiten nur schwer beobachtbar, Probleme der ungenauen Wiedergabe, soziale Erwünschtheit Beobachtung – Bewertungsprozess durch die Mitarbeiter bleibt aus Beobachtungsinterview – gleicht Nachteile beider Methoden aus Physikalische Messmethoden – Lärm anhand von Schalldruckpegel Physiologische Messungen – nützlich, wenn Beobachtungen keine aussagekräftigen Ergebnisse (Muskelaktivität, Herzschlagfrequenz)
- Arbeitsfähigkeit „Fähigkeit eines Menschen, eine gegebene Arbeit zu einem Zeitpunkt zu bewältigen“ (Hasselhorn & Freude, 2007) Spezifische Arbeitsfähigkeit (job-spezifisch) Generelle Arbeitsfähigkeit Besitz von: Fähigkeit, Intellekt, soziale Kompetenz Körperliche, mentale und soziale Gesundheit
- Komponenten, die die Arbeitsfähigkeit bestimmen: die individuellen Ressourcen der Arbeitnehmer/-innen (körperliche, mentale, soziale Fähigkeiten, Gesundheit, Kompetenz, Werte) die Arbeit (Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, soziales Arbeitsumfeld, Führung)
- Für wen ist die Arbeitsfähigkeit von großer Relevanz? Ø Erwerbstätige Ø Betriebe Ø Gesellschaft
- Work Ability Index Verfahren zur Erfassung der Arbeitsfähigkeit von Erwerbstätigen Ziel der Anwendung: Förderung der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten Heterogenes Konstrukt objektiviert das Konstrukt Arbeitsfähigkeit WAI-Referenzwerte erhöhen die Aussagekraft kann ein Maß für die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen darstellen zeigt Handlungsbedarf an, er macht jedoch keine Aussagen zu Ursachen und Maßnahmen kann mit anderen Instrumenten kombiniert werden initiiert und fördert Debatte zur betrieblichen Präventionsarbeit es liegt kein alternatives Instrument vor
- Beispieldimension WAI Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu den Anforderungen der Arbeitstätigkeit Krankenstandtage der letzten 12 Monate Einordnung des Gesamtwertes von „Arbeitsfähigkeit wiederherstellen“ bis „Arbeitsfähigkeit erhalten“
- Praxisbeispiel: Arbeitsfähigkeit von Feuerwehreinsatzkräften Längsschnittstudie (>13J) ein Viertel der Untersuchten -> Rückgang der Arbeitsfähigkeit Mögliche Vorhersage der zukünftigen physischen Arbeitsfähigkeit durch Aspekte der physischen Kapazität (physical work capacity) Negativer Zusammenhang zwischen Alter von Berufs- und Werkfeuerwehreinsatzkräften und Arbeitsfähigkeit
- Risikofaktoren für zukünftige geringere Arbeitsfähigkeit: - schlechte Führung - unfaire Verteilung von Arbeitsaufgaben - fehlende Möglichkeiten eigenes Können und Wissen einzusetzen - viele Arbeitsaufgaben mit ungenügender Anleitung und Einarbeitung
- Individuelle Einflussfaktoren auf Arbeitsfähigkeit: + sportliche Aktivität (1% Varianzaufklärung) + Schlafqualität (25% Varianzaufklärung) + Arbeitszufriedenheit (18% Varianzaufklärung) - Geringe Stresstoleranz - Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben
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- Arbeitsbelastungen ergeben sich aus: · Arbeitsaufgabe · Arbeitsmittel · Arbeitsumgebung · Arbeitsorganisation · Arbeitsplatz · Arbeitszeit
- Irritations-Skala Es besteht eine arbeitsbedingte Zunahme von psychischen gegenüber körperlichen Belastungen -> daher ein vermehrter Bedarf an Instrumenten, die eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung erfassen (vor dem Stadium der Arbeitsunfähigkeit) präventiv einen Interventionsbedarf aufzeigen können -> „Irritations-Skala“ (früher Gereiztheit/Belastetheit) empfiehlt sich zum Einsatz in der betrieblichen Gesundheitsdiagnose (DIN EN ISO NORM 10075) Beispielitem: Es fällt mir schwer nach der Arbeit abzuschalten./ Selbst im Urlaub muss ich manchmal an Probleme bei der Arbeit denken.
- Irritation: • als Zustand zwischen akutem und chronischem Stress • beschreibt subjektiv wahrgenommene emotionale und kognitive Beanspruchungen im Kontext der Erwerbsarbeit • keine psychische Krankheit • ist den schwerwiegenderen psychischen und psychosomatischen Beeinträchtigungen vorgelagert
- Kognitive Irritation: lageorientierte Verhaltenssteuerungsmechanismen, die mit einer verminderten Selbststeuerungsfähigkeit verbunden sind in Gang gesetzte Handlungsprogramme können nicht mehr volitional bzw. nur mit erhöhter Selbstkontrolle beendet werden eine angemessene Bewältigung neuartiger komplexer Anforderungen gelingt nur unzureichend generalisierte Erwartungsdefizite -> Vorstufe der „erlernten Hilflosigkeit“ selbst wenn der Zustand des „nicht abschalten Könnens“ zu keiner „Handlungslähmung“ führt, wirkt er doch einer Regeneration psychischer Ressourcen entgegen Psychische Ressourcen können in normalen Belastungspausen nicht regeneriert werden
- Kumulation des Ressourcenabbaus führt zu: -> vermehrten negativen Interaktionen mit der sozialen Umgebung -> emotionaler Irritation
- Irritation im Sinne des transaktionalen Stresskonzeptes: - gefährlicher Teufelskreis, der schwerwiegenderen Störungen Vorschub leistet - ohne korrektive Maßnahmen im Laufe der Zeit -> Wahrscheinlichkeit der psychovegetativen Reaktionsbildungen mit Krankheitswert