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Gesundheitspsychologie (Subject) / Enhancement am Arbeitsplatz (Lesson)

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  • Pharmakologisches Neuroenhancement umfasst nur die Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente, mit dem Ziel kognitive Leistungsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden zu steigern oder Ängste und Nervosität abzubauen. 1. verschreibungspflichtig
 2. ohne medizinische Notwendigkeit
   Beispiele: Methylphenidat, Modafinil, Antidementiva, Antidepressiva, Betablocker  
  • Ziel des Hirndopings: Leistungssteigerung Stimulanzien, wie Methylphenidat oder Modafinil (Wachmacher) 
 Ziel: Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, Vigilanz, Lernfähigkeit, Wachheit und das Auskommen mit weniger Schlaf 
 Psychisches Wohlbefinden: Ziel: Kompetenzen im Umgang mit Menschen, Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, Charisma, Einfühlungsvermögen 
 Tätigkeiten: Flugbegleiter, Sozialarbeiter, Call-Center-Agenten, Verkäufer, Führungskräfte und insgesamt Tätigkeiten, die Kontakt mit anderen Menschen erfordern 
 Abbau von Ängsten und Nervosität: Schüchterne, ängstliche oder schnell in Aufregung geratende Menschen 
 Rede halten oder eine „ruhige“ Hand haben müssen (insbesondere Musiker des klassischen Faches) 
  
  • Die Meinung von 7 Experten zu pharmakologisches Neuroenhancement •       Äußern sich gegen die Vorab-Verurteilung von pharmakologischem Neuroenhancement 
 •       „Hirndoping“ wird nicht als Betrug oder unfaires Mittel angesehen 
 •       Bemühung des Menschen, um Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden zu steigern 
 •       „gängige“ Methoden (Soft Enhancement: Kaffee, Schokolade, Denksport, Alkohol) würden auch keine Kritik erfahren 
 •       Fokus: bei zunehmender Verfügbarkeit darauf vorbereitet sein und Begleitung durch Studien 
 •       Positionspapier US-amerikanischer Wissenschaftler: plädiert für verantwortlichen Gebrauch von leistungssteigernden Medikamenten durch Gesunde 
  
  • Methylphenidat als Psychostimulanz (MPH) Bekannt geworden durch den Handelsnamen „Ritalin“ 
 Seit 1971 verschreibungspflichtig 
 Verschrieben wird es Kindern/ Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) 
 Erhoffte Wirkung bei Gesunden:
 Verbesserung der Wachsamkeit/Konzentration & Euphorie 
 •      Tatsächliche Wirkung:
Steigerung der Wachheit, verbesserte Aufmerksamkeit, Verkürzung der Reaktionszeit
keine Wirkung auf Stimmung und Gedächtnis, kein Verbesserungseffekt bei langfristiger Einnahme 
 •       Mögl. Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaf-losigkeit, Herzrhythmusstörungen, Persönlichkeitsveränderungen 

  • Modafinil als Psychostimulanz Wird seit 1998 in Deutschland unter dem Namen „Provigil“ oder „Vigil“, (lateinisch „wach“) verkauft 
 Seit 2011 ausschließlich bei Narkolepsie zugelassen 
 Erhoffte Wirkung bei Gesunden:
Steigerung der Wachheit, Verbesserung der Gedächtnisleistung, Aufhellung der emotionalen Stimmung, Senkung des Schlafbedürfnisses 
 Tatsächliche Wirkung:
Erhöhung der Wachheit, kürzere Reaktionszeit, Wirkung auf Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit ist unklar, keinen Einfluss auf Stimmung 
 Mögl. Nebenwirkungen: U.a. Kopfschmerzen, Schwindel-gefühl, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Leberfunktionsstörungen 

  • Antidepressiva gewünschte Wirkung zumeist erst nach mehrwöchiger Einnahme 
 Verschrieben z.B. für: Depressionen, Angsterkrankungen, Zwangsstörungen, Panikstörungen, Schmerzsyndrome 
 Erhoffte Wirkung bei Gesunden: Stimmungsaufhellung, Aktivierung, Überwindung von Unsicherheit und Schüchternheit 
 •       Tatsächliche Wirkung: Wirkt nicht besser als ein Placebo ;die erhofften Effekte konnten bei Gesunden nicht festgestellt werden 
 •       Mögl. Nebenwirkungen: Häufiger: Benommenheit, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit/Nervosität, allergische Reaktionen; selten kann es auch zu schweren Reaktionen an Lunge, Nieren oder Leber kommen 

  • Antidementiva Verschrieben für: Erkrankungen, die zu einem Gedächtnisabbau im Alter führen, wichtigster Vertreter ist die Alzheimer-Demenz 
 Erhoffte Wirkung bei Gesunden: Verbesserung der Gedächtnisleistung 
 Tatsächliche Wirkung:
Studien mit Gesunden zeigen widersprüchliche Ergebnisse, manche weisen gar auf eine leichte Verschlechterung der Gedächtnisleistung hin 
 •       Mögl. Nebenwirkungen:
 Sehr häufig sind Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen; gelegentlich kommt es zu Magen- oder Darmblutung, sowie Krampfanfällen 
 •       Beispiele: Acetylcholinesterasehemmer: Donepezil, Rivastigmin 

  • Betablocker Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln, da ihr Anwendungsgebiet sehr breit ist 
 Verschrieben für: Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Angstzustände, Migräneprophylaxe sowie zur symptomatischen Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion 
 Erhoffte Wirkung bei Gesunden: 
Abbau von Stress, Nervosität und Lampenfieber 
 •       Tatsächliche Wirkung:
Reduzierung von Angstsymptomen wie Herzklopfen oder Zittern, Aufregung nimmt ab 
 •       Mögl. Nebenwirkungen: Gelegentlich kommt es zu Müdigkeit, depressiven Verstimmungen, vorübergehenden Magen-Darm- Beschwerden, allergischen Hautreaktionen 

  • Verbreitung von pharmakologischem Neuroenhancement in den USA •       1/3 der US-amerikanischen Studierenden gebrauchte innerhalb von 12 Monaten ADHS-Medikamente in (Wilens et al., 2008) 
  
  • „Mainzer Studie“ (Franke et al., 2011) Prävalenz des nicht-medizinischen Gebrauchs von verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Leistungssteigerung unter Schülern und Studierenden in Deutschland Ergebnisse 
 •       1,55% der Schüler verwendeten wenigstens einmal verschreibungspflichtige Medikamente zur Steigerung der Leistungsfähigkeit •       Wissen um die Möglichkeiten des pharmakologischen Neuroenhancements 
30,7% der Schüler 
58% der Studierenden 

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  • Randomised-Response-Technik (RRT): 3000 Befragte bekommen je drei Karten vorgelegt.
 1. Karte: Sind Sie schon einmal unter Alkoholeinfluss Auto gefahren? 
Ja/Nein
 2. Karte: Sehen Sie hier ein schwarzes Dreieck? 
Ja/Nein
 3. Karte: Sehen Sie hier ein schwarzes Dreieck? 
Ja/Nein
 Die Befragten ziehen zufällig eine Karte und Antworten mit Ja oder Nein. Die Befragenden wissen nicht auf welche Frage geantwortet wurde. Angenommen: 1200 Ja-Antworten werden registriert. 
 Bei 3000 Personen wird jede Karte von etwa 1000 Befragten gezogen werden. 1000 Personen sagen wahrheitsgemäß auf Frage 2 (schwarzes Dreieck) „Ja“. 1000 Personen sagen wahrheitsgemäß auf Frage 3 (kein schwarzes Dreieck) „Nein“. Insgesamt gab es 1200 „Ja“-Antworten. Ca. 1000 davon waren Antworten auf die Frage 2 (schwarzes Dreieck), ca. 200 waren Antworten auf die Frage 1 „Sind Sie schon einmal unter Alkoholeinfluss Auto gefahren?“. Da ca. 1000 Personen die Frage 1 gezogen haben, liegt die Quote für Fahren unter Alkoholeinfluss bei 20%.  
  • Fazit: „Kolibri-Studie“ (Robert-Koch-Institut, 2011) Fokus Allgemeinbevölkerung „Die Verwendung von verschreibungspflichtigen Psycho- und Neuropharmaka ohne medizinische Notwendigkeit zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit (Neuroenhancement) ist nur gering verbreitet.“ •       Gesamtprävalenz von Männern und Frauen: 1,5% 
 Erhöhtes Risiko zur Einnahme: Frauen, Menschen im Alter von 18-44 Jahren und Erwerbstätige mit durchschnittlicher W ochenarbeitszeit > 40 Stunden
  • Ergebnisse der standardisierten Befragung zu pharmakologischem Neuroenhancement (DAK, 2015) Zusammenfassung 12-Monats-Gebrauchprävalenz Fazit: Etwa jeder 30. Mann und jede 33. Frau hat in den zurückliegenden 12 Monaten einmal oder mehrmals verschreibungspflichtige Medikamente ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen.(ohne Dunkelziffer!)
  • Ergebnisse der standardisierten Befragung zu pharmakologischem Neuroenhancement (DAK, 2015) Geschlecht •       • Neuroenhancement zur Leistungssteigerung spricht eher Männer als Frauen an (4% vs. 2,5%) •       Frauen nutzen eher pNE zur Verbesserung der Stimmung, oder zum Abbau von Ängsten oder Nervosität (5,5% vs. 4,1%)
  • Unmatched Count Technique (UCT): Fragetechnik, die bei sensiblen Themen und unangenehmen Fragen ehrlichere Antworten der Befragten fördert Kontrollgruppe („Short List“): erhält lediglich harmlose Fragen, beantwortet nicht alle einzelnen Fragen, Anzahl der „ja“-Antworten wird angegeben Experimentalgruppe („Long List“): erhält zusätzlich Fragen zu sensiblen Sachverhalten, beantworten nicht alle einzelnen Fragen, lediglich die Anzahl der „ja“-Antworten wird angegeben Prävalenz des sensiblen Merkmals ergibt sich durch die Differenz des Mittelwerts der Anzahl an „Ja“-Antworten der beiden Gruppen; Genauigkeit steigt durch mehrere Durchgänge
  • Ergebnisse der standardisierten Befragung zu pharmakologischem Neuroenhancement (DAK, 2015) Alter •   Altersunterschiede bei der Verwendung von pharmakologischem Neuroenhancement bestehen kaum •   größter Anteil: Frauen im Alter von 40 bis 50 Jahren mit 8,4%
  • Ergebnisse der standardisierten Befragung zu pharmakologischem Neuroenhancement (DAK, 2015) Soziodemographische Merkmale Erwerbstätige mit Realschulabschluss haben die höchste Lebenszeit- Gebrauchsprävalenz für pNE zur Stimmungsverbesserung (5,8% gegenüber Hauptabschluss 4,2% und Fach- und Abitur 3,9%) 
 Akademiker und nicht-Akademiker unterscheiden sich nicht signifikant voneinander (3,4% vs. 3,1%) 
Akademiker haben tendenziell höhere Prävalenzen für pNE zur Stimmungsverbesserung Die höchsten Gebrauchsprävalenzen weisen Angestellte auf, die geringsten Beamte (7,1% vs. 4,1%) Befristet Beschäftigte verwenden zu einem höheren Anteil pNE als unbefristet Beschäftigte (7,5% vs. 6,4%) 
 Der Anteil der Verwender von pNE nimmt mit der Arbeitszeit zu Höchster Anteil 7,3% bei ≥ 45 Std. Woche 
 Mit abnehmender Arbeitsplatzsicherheit nimmt der Anteil der Verwender zu 
 Wer häufig an der Grenze der Leistungsfähigkeit arbeitet, ist eher pNE- Verwender