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Gesundheitspsychologie (Subject) / Ernährung (Lesson)
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- Energieaufnahme/ Gewichtzunahme bei Kindern und Jugendlichen Kein signifikanter Zusammenhang zwischen Energieaufnahme und Gewichtszunahme (Energeiaufnahme > Energieverbrauch) bei Kindern/Jugendlichen Jedoch Tendenz zu „Underreporting“ des Verzehrs Auch konstante oder verringerte Energieaufnahme kann bei fehlendem Verbrauch zur Gewichtszunahme führen Abnahme der physischen Aktivität von Kindern Mögliche Verzerrung des Zusammenhangs zwischen Energieaufnahme und Gewichtsstatus
- Energiedichte und Gewichtszunahme Ergebnisse energiedichte Ernährungsweise geht mit anderen Risikofaktoren, erhöhtem Fettkonsum, niedrigerem Milchverzehr und geringem Haushaltsnettoeinkommen einher Positiver Zusammenhang zwischen energiedichter fester Nahrung und Zunahme an Fettgewebe (Kinder von 5-8 Jahre) Jedoch Keine Bestätigung in einer anderen Studie Kein Zusammenhang, wenn die Energiedichte der gesamten Nahrung (inkl. zuckerhaltiger Getränke) betrachtet wird Zuckerhaltige Getränke aufgrund des hohen Wasseranteils eine geringere Energiedichte mögliche Verzerrung der Ergebnisse
- Betrachtung einzelner Nährstoffe - Fett Ergebnisse • Fett als energiedichtester Nährstoff -> Risikofaktor Begünstigt Gesamtenergieaufnahme Geringere Sättigungssignale Verdauung energiesparend
- gesättigtes vs. ungesättigtes Fett • Konsum gesättigter Fette = übergewichtsfördernd • Konsum einfach ungesättigter Fette sowie eines höheren Anteils an Omega-3- Fettsäuren im Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren als schützend
- Betrachtung einzelner Nährstoffe – Kohlenhydrate Ergebnisse Kohlenhydratkonsum und BMI bei Schulkindern Geringere Energiedichte als Fett Evidenzlage zum Zusammenhang unklar nur 1 von 4 longitudinalen Studien zeigte einen inversen Zusammenhang zwischen durchschnittlichem Kohlenhydratkonsum und späterem Body- Mass-Index (BMI) bei Schulkindern (Alter: 2-8 Jahre)
- Wirkung des glykämischen Index (GI) · Indikator für den postprandialen Anstieg des Blutglukosespiegels: · Studien weisen auf möglichen übergewichtssteigernden Effekt von Lebensmitteln mit hohem GI hin · Erfordert Bestätigung mit einer epidemiologischen Studie mit höherer VPN Anzahl
- Ermittlung GI Als Referenzwert gilt der Blutzuckeranstieg nach Aufnahme von 50 Gramm Glukose, der gleich 100 Prozent gesetzt wird. Kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die einen schnellen und/oder hohen Blutzuckeranstieg auslösen, haben also einen hohen glykämischen Index.
- Betrachtung einzelner Nährstoffe – Proteine Ergebnisse Vergleich Flaschennahrung und Muttermilch Uneindeutige möglicherweise verzerrte Ergebnisse • hoher Proteingehalt von Flaschennahrung im Vergleich zur Muttermilch soll protektiven Effekt des Stillens auf das spätere Adipositasrisiko zeigen
- Konsum gezuckerter Getränke Zucker in Getränken intrinsisch (Säfte) und durch Zusätze (Softdrinks und in Säften bis zu 15 g/l ohne Deklarationspflicht) Studien einer Übersichtsarbeit: 7 Kohortenstudien zeigten positiven Zusammenhang zwischen dem Konsum von Erfrischungsgetränken und Gewichtsstatus 4 Interventionsstudien zeigten: gewünschter Effekt von kalorienfreien Getränken auf das Gewicht konnte erreicht werden Ersatz gezuckerter Getränke durch kalorienfreie Alternativen als effiziente Maßnahme zur Prävention von Übergewicht, dennoch Replikation durch weitere Ergebnisse erforderlich
- Fast-Food-Konsum Trend zu immer größeren Portionen -> Kinder essen bei Fast-Food größere Portionen, bei Gemüse geringere Portionen als empfohlen • Fast-Food: Durch hohe Energiedichte und große Portionen doppelter Risikofaktor Gegensätzliche Studien: • Zusammenhang zwischen Fast-Food- Restaurant Besuchen und BMI-Zuwachs nicht bestätigt Mal bestätigt mal nicht, unklar ob bestätigter Zusammenhang mit allgemeinem Lebensstil einhergeht
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- Konsum von Snack-Foods Zusätzliche kleine und unstrukturierte Mahlzeiten außerhalb der Hauptmahlzeiten Snack-Foods: Lebensmittel, die eine hohe Energie- und eine geringe Nährstoffdichte aufweisen und tendenziell eher als Zwischenmahlzeit konsumiert werden • 2 Studien konnten kein Zusammenhang zwischen Häufigkeit der Snacks/Tag und Zunahme des BMI bzw. Fettmasseanteils feststellen • 1 Studie zeigte: Mädchen (5-9 Jahre) mit übergewichtigen Eltern und hohem Fernsehkonsum verzehren häufiger Snack-Foods -> Erhöhung des BMI‘s • Bei Mädchen ohne übergewichtige Eltern bestimmte der Fernsehkonsum die BMI- Zunahme
- Konsum von Obst und Gemüse Steigerung des Obst- und Gemüsekonsums häufig Maßnahmen von gesundheitsfördernden und gewichtsbezogenen Präventionsmaßnahmen Obst und Gemüse: wichtige Mikronährstoff- und Ballaststofflieferanten, aufgrund ihres hohen Wasser- und Ballaststoffgehaltes geringe Energiedichte Vermutung: der Konsum kann das Adipositasrisiko verringern
- Mahlzeitenstruktur · Mehrere Studien zeigten Zusammenhang zwischen > 3 Mahlzeiten und niedrigerem BMI im Vergleich zu < 3 und > 6 Mahlzeiten · Longitudinale Studien bei über Zehnjährigen konnten einen Zusammenhang zwischen dem Auslassen des Frühstücks und höherem BMI feststellen (nur bei Normalgewichtigen, Übergewichtige nahmen ab)
- Zusammenfassung Studienergebnisse · Klärung inkonsistenter Ergebnisse · Methodische Problematik: Underreporting, Definition von „gesunden Lebensmitteln, alternative Befragung von Eltern
- Relatives Risiko Wahrscheinlichkeit der Erkrankung mit Risikofaktor/ ohne Risikofaktor „Das relative Risiko nimmt Werte zwischen 0 und Unendlich an. 1: Risiko in beiden Gruppen gleich - kein Anhaltspunkt für einen Zusammenhang zwischen der untersuchten Erkrankung und dem Risikofaktor. >1 : Hinweis auf einen möglichen positiven Zusammenhang zwischen einem Risikofaktor wie beispielsweise Rauchen und einer Erkrankung. < 1, hat die Exposition eine schützende (protektive) Wirkung, wie es beispielsweise bei Impfungen der Fall ist.“
- Methodische Probleme von Risikostudien Zusammenhänge zwischen Fett vs. Kohlenhydrate und Risiko der koronaren Herzerkrankungen bei Frauen Per Fragebogendaten wurden post-hoc relative Risiken verschiedener Gruppen geschätzt in KI 0 enthalten also nicht signifikant WHO sagt 50 g täglicher Konsum von verarbeitetem Fleisch erhöht Darmkrebsrisiko um 18 % - Übertreibung des Risikos Relatives Risiko: Lebenszeitinzidenz von Darmkrebs liegt bei etwa 5%. 18% Steigerung bedeutet, dass das absolute Risiko sich von 5% auf 5,9% erhöht. Also eine Steigerung um 0,9%. In Lebenszeitinzidenz sind außerdem Wurstesser bereits enthalten
- Traditional Diet Heart Hypothesis Gesättigte Fettsäuren vs. Ungesättigte Fettsäuren Gesättigte Fettsäuren erhöhen das Risiko von kardiovaskulären Krankheiten. Wenn gesättigte Fettsäuren durch linolsäurehaltiges pflanzliches Öl (ungesättigte Fettsäuren) ersetzt werden, verringert sich das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen durch Senkung des Cholesteringehalts im Serum. Minnesota Coronary Experiment überprüft Hypothese
- Minnesota Coronary Experiment (1968 - 73) Traditional Diet Heart Hypothesis Neuauswertung der Daten durch Ramsden • Signifikante Senkung der Cholesterinwerte in der Interventionsgruppe (p < .001) • Senkung des Cholesterinwerts hat keinen Einfluss auf Mortalität • Im Gegenteil: in beiden Gruppen 22% höheres Mortalitätsrisiko pro 30 mg/dL weniger Cholesterin im Serum • V.a. sichtbar bei Probanden älter als 65
- Orthorexia Nervosa Orthos = richtig, orexis = Begierde, Hunger Fixierung auf biologisch reine, von chemischen Zusatzstoffen freie Nahrung ständige gedankliche Beschäftigung mit gesunder Ernährung Rigidität bezüglich selbst aufgestellter Ernährungsregeln Wunsch, Gewicht zu verlieren steht nicht in Vordergrund Angst, durch ungesunde Ernährung krank zu werden Wunsch, den Gesundheitszustand zu verbessern, Erkrankungen im Selbstversuch zu behandeln kann zu Fehlernährung und sozialen und psychischen Beeinträchtigung führen Begünstigung einer orthorektischer Ernährungsweise durch Lebensmittelskandale und häufige Berichte über neue Diätformen
- Klassifikation Essstörung pro/kontra prokognitive Fixierung auf Essen und Nahrungsaufnahme Kontra Körperschemastörungen scheint bei der Orthorexia nicht vorhanden zu sein bei den Essstörungen Quantität und nicht Qualität der aufgenommenen Nahrung einen zentralen Aspekt darstellt ABER: Qualitativer Aspekt (Kaloriendichte, Elektrolytgehalt) spielt auch eine wichtige Rolle bei den klassischen Essstörungen Orthorexia - keine Fixierung auf Gewichtsverlust ABER: einige Betroffene sind auf Gewichtsverlust fokussiert (soziale Akzeptanz)
- Klassifikation Orthorexia als Zwangsstörung pro/ kontra pro penible Selektion und Zubereitung der Nahrung Angst durch ungesunde Lebensmittel krank zu werden kontra: Zwangsstörung - ich-dyston Orthorexia nervosa – ich-synton
- Klasssifikation von Orthorexia als Hypochondrie pro Angst krank zu werden ausgeprägte Sorgen um den eigenen Gesundheitszustand kontra allgemeine Sorge, nicht die Überzeugung, an einer spezifischen Krankheit zu leiden
- Screening-Instrumente Orthorexia Orthorexia Self-Test (OST-10-11-15; engl. Türk. Ital) Ab 4 Punkte bei OST-10 – Orthorexie Bei 10 Punkten dringender Handlungsbedarf Düsseldorfer Orthorexie Skala (DOS), 10 Items, 4-stufige Likert-Skala Reliabilität (Cronbachs a=.84) Retest-Reliabilitat (r=.79) Korrelationen mit Selbsteinschätzung des Essverhaltens als gesund (r=.21) Korrelationen mit subjektiver Bedeutsamkeit gesunder Ernährung (r=.42). Cut-Off-Wert 30 Punkte (3% Prävalenz) Beispielitem: Ich habe Ernährungsregeln aufgestellt