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Sonderpädagogik (Subject) / Heterogenität und Schulsystem (Lesson)
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- Warum Heterogenität und Schulsysstem im MA Lehramt an Förderschulen? (PRO/KONTRA) PRO: Heterogenität ist die zentrale Kategorie einer inklusiven Pädagogik (Anerkennung von Vielfalt, Kritik an Benachteiligung/Diskriminierung) Heterogenität ist seit der 2000er Jahre zum zentralen Begriff von Bildungspolitik- und reform --> Schule & Schulsystem auf allen Ebenen geworden. KONTRA: Behinderung und Benachteiligung sind die zentralen Kategorien der Sonderpädagogik, nicht Heterogenität. Begriff H. erschwert präzise Beschreibungen/bringt Problem Kategorie Heterogenität/ soziale Ungleichheit/Behinderung:originär pädagogische Begriffe --> päd. Probleme lassen sich nicht daran entlang diskutieren, tragen zu Individualisierung &Vergegenständlichung der Probleme die sie beschreiben bei.
- Problematisierungsachen von Heterogenität ( Emmerich/Hormel 2013) 1. ProblematisierungsachseBildungstheoretische Begründungsmotive zum Zusammenhang von Differenz und Gleichheit als Spannungsverhältnis im Umgang mit AdresatInnen.Verschiedenheit= Differenz soziokultureller Identitäten 2. ProblematisierungsachseUnterscheidung Heterogenität/Homogenität --> nimmt widersprüchliche Form an: Faktische Leistungsheterogenität vs.fiktive von Schulorg. angestrebte Leistungshomogenisierung --> nicht miteinander vergleichbar 3. ProblematisierungsachseWie kann päd. Differenzierung auf die soziale Differenziertheit bezogen werden? (Pädagogisch adäquat/ realistisch)
- Die Konstitutionsphase moderner Pädagogik, 17. bis Anfang 19. Jahrhundert Vertreter, Fokus, Forderung Comenius- Ungleichheit der Teilnahme an künstlich veranstalteter päd. Praxis als päd. Problem- Forderung OMNES OMNIA OMNINO, jeden das Ganze wohlgegründet lehren- Herstellung einer göttlich sanktionierten, quasinatürlichen, außerpäd. bestimmten OrdnungRousseau- Diskurs über die Ungleichheit ( Ursprung dieser)- Unterscheidung Ungleichheit (natürlich/physisch/politisch/moralisch)- Ungleichheit durch Vergesellschaftung/ Zunehmende Verbindungen unter den Menschen- Ausgang: Perfektibilitée, päd. Absehen von vor-&außerpäd. bestimmter Ungleichheit.- Bestimmung der Möglichkeiten päd. Handelns zwischen Anganf& Ende der ErziehungPestalozzi- Ungleichheit der Verhältnisse als Ausgangs-&Endpunkt von Teilhabe an päd. Praxis Fokus: Pädagogische Bedeutsamkeit vor-& außerpädagogischer Ungleichheit Forderung: Gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an einer künstlich veranstalteten päd. Praxis (unabh. der Ungleichheit)
- Bildungsreform 1960er und 1970er Jahre (Fokus, Forderung) Förderung behinderter Kinder und Jugendlicher zwischen Integration und Aussonderung KMK: Empfehlung zur Ordnung des Sonderschulwesens Deutscher Bildungsrat: Empfehlung der Bildungskommission zur Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher Soziale Ungleichheit und Behinderung (z.B. Jantzen/ Begemann): Behindert wird vor allem der der arm ist, und der der behindert ist, wird arm. Behinderung und Armut sind eng verflochten. Fokus: Kritik des Zusammenhangs soziale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung Forderung: Chancengleichheit Zusammenhang von Wissenschaft, Pädagogik, Politik
- - Der Differenzdiskurs der 1980er/1990er Jahre - Pädagogik der Vielfalt: - Kategoriale Zusammenfassung unterschiedlicher Differenzlinien (Wenning/Lutz 2001) - körperorientierte Differenzlinien(Geschlecht, Sexualiät, "Rasse", Hautfarbe,Ethnizität, Gesundheit, Alter) - (sozial)räumlich orientierte Differenzlinien (Klasse, Nation/Staat,Ethnizität, Sesshaftigkeit, Herkunft, Kultur, Nord/Süd/Ost/West) - ökonomisch orientierte Differenzlinien(Klasse, Besitz, Nord/Süd/West/Ost,gesellschaftlicher Entwicklungsstand)
- Der Differenzdiskurs der 1980er und 1990er Jahre- Pädagogik der Vielfalt: Konstitutive Bestandteile des Diversitydiskurses nach Walgenbach (2014) Bezug auf soziale Gruppenzugehörigkeiten und -identitäten Fokus auf Organisationen Wertschätzung von Ressourcen Diversity- Kompetenz und positiver Umgang mit Diversity (Text Walgenbach)
- Der Differenzdiskurs der 1980er/ 1990er Jahre- Pädagogik der Vielfalt: Spannungsfelder - Diversity zwischen Management und Antidiskriminierung - Anerkennung und Wertschätzung von Verschiedenheit vs. REproduktion sozialer Ungleichheit
- Heterogenitätsdiskurs seit 2000, Bildungsreformdiskussion --> Inklusionsdiskussion: Forderungen Inklusion: Forderung einer gleichberechtigten Teilhabe aller an Erziehung und Bildung Beseitigung von Exklusion Anerkennung und Wertschätzung von Verschiedenheit
- Inklusionsverständnis und Heterogenität: Was ist ein enges/weites Inklusionsverständnis? Enges Inklusionsverständnis:Fokus auf Menschen mit Behinderung Weites Inklusionsverständnis: Berücksichtigung aller Heterogenitätsdimensionen, Fokus auf vulnerable Gruppen Inklusion/ Exklusion als systemtheoretisches und ungleichheitstheoretisches Konzept
- Bildungsreform: - Einheit- Differenz - vertikale- horizontale Gliederung Einheit/Differenz:Hohe Kontinuität des Zusammenhangs von sozialer Benachteiligung und Bildungsbenachteiligung in der historischen Entwicklung des deutschen Schulsytems Vertikale/horizontale Gliederung:Hohe Kontiuität eines vertikal gegliederten Schulsystems in der historischen Entwicklung des deutschen Schulsystems
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- Horizontal gegliedertes Schulsystem, Def. Wird von allen Schülern einer Altersklasse durchlaufen, dabei keine Wertung, keine Aufteilung aufgrund offizieller oder inoffizieller Kriterien: Primarstufe, Sek1, Sek2, Tertiärer Bereich (Uni), Weiterbildung
- Vertikal gegliedertes Schulsystem, Def. Gliederung der Sek1 in Haupt-, Real-, Gymi-, Gesamtschule. SuS werden auf vom Niveau her unterschiedliche Schulen aufgeteilt --> Wertung findet statt.
- Reform- Schule und Schulsystem als gestaltete und gestaltbare: Theorien der Schule Normative Theorien vs. empirisch- analytische Theorien (Blömeke/Herzig) Theorie zum Verhältnis von Gesellschaft und Schule vs. Schultheorien zur Binnenstruktur von Schule (Blömeke/Herzig) Pädagogische, soziologische, psychologische, sozialwissenschaftliche Zugänge Lesen: Bloemeke-Herzig-Schultheorien.pdf
- Fokus: Reform- Schule und Schulsystem als gestaltete und gestaltbare: Zugänge zwischen Pädagogik, Politik, Ökonomie Betonung der Eigenständigkeit der Pädagogik/ Betonung einer eigentümlichen Struktur pädagogischen Denkens und Handelns (Benner 2001) Legitimation von Schule und Schulkritik Erfahrungs- und umgangserweiternder Unterricht (Schule als Ergänzung zur Familie) Die Trennung von Schule und Leben und ihre Aufhebung (Kemper) Präsentation und Repräsentation (Mollenhauer) Schule und Unterricht als methodisch und inhaltlich gestaltete (Individuum und Gesellschaft)
- Fokus: Reform- Schule und Schulsystem als gestaltete und gestaltbare FEND --> alte Theorie: Fokus auf Schule und Schulsystem als gestaltete Funktionale Betrachtung des Zusammenhangs von Schule und Gesellschaft Betrachtung des gegebenen Schulsystems bzw. Betrachtung des Schulsystems als gegebenes Vernachlässigung der Akteurperspektive Betrachtung mechanischer Kausalität statt normativ hergestellter Zusammenhänge
- Fokus: Reform- Schule und Schulsystem als gestaltete und gestaltbare FEND --> Neue Theorie: Fokus auf Schule und Schulsystem als gestaltbare Schule/Schulsystem: Historisch hergestellte Form der Vergesellschaftung von Lehren/Lernen Betrachtung von (Handlungs-) Absichten und institutionellen Bedingungen in spezifischen Akteurskonstellationen Betrachtung und Herstellung des Zusammenhangs von Theorie/ Empirie/konkrete praktische Gestaltung v. Schule& Schulsystem mit Blick auf deren Gestaltbarkeit. Struktur und Handlung: Strukturtheorie/Handlungs/Akteurtheorie Reproduktion und Innovation Normierung und Realität/ Partitur und Aufführung
- Das Konzept der Rekontextualisierung (Fend, 2006/2008) Normierung und REalität auf unterschiedlichen Ebenen ...was sind die einzelnen Ebenen ...das heißt für die einzelnen Ebenen Wirksamkeit des offiziellen Programms/von Rahmenvorgaben (Makro) Adaption von Rahmenvorgaben an (institutionelle) Handlungsbedingungen) (Meso) Adaption an individuelle und situative Handlungsvoraussetzungen (Mikro) Eigenständigkeit und Zusammenhang der unterschiedenen Handlungsebenen Veränderung institutioneller Vorgaben von unten /durch Erfahrungen auf der operativen Ebene Das heißt für die einzelnen Ebenen:Blick nach oben: Vorgaben von übergeordneten Ebenen als Handlungsbedingungen auf der aktuellen Ebene berücksichtigen. Rückwirkungen von der aktuellen Ebene auf die übergeordnete Ebene.Blick in die Horizontale: Handlungsbedingungen und Handlungen auf der aktuellen Ebene berücksichtigen.Blick nach unten: Folgewirkungen und Konsequenzen auf den untergeordneten Ebenen, sowie Rückwirkung auf die aktuelle Ebene beachten.
- Fokus: Reform-Schule und Schulsystem als gestaltete und gestaltbare- FEND --> Handlungsebene Bildungspolitik (Handlungskontexte/Handlungsformen/Handlungsergebnisse) Handlungsebene Bildungspolitik (FEND) Handlungskontext1 Gesellschaftliche Kontexte/ kulturelle Traditionen Handlungskontext2 Politische Kräfteverhältnisse Grundlagen der Entscheidungsfindung Handlungsformen Diskurse der Zielfindung und Mitteladäquatheit Politische Entscheidungsprozesse Handlungsergebnisse politische Entscheidungen Gesetze und Verordnungen Personal und Sachversorgung Ausbildungsverordnungen zum Personal
- Fokus: Umgang mit Heterogenität in Schule und Schulsystem: Pädagogik der Vielfalt --> Ansätze zu einer Pädagogik der Vielfalt Ulf Preuss-Lausitz (1993/2000): Die Kinder des Jahrhunderts. Zur Pädagogik der Vielfalt im Jahr 2000 Annelore Prengel (1993/2006): Pädagogik der Vielfalt. Verschiedenheit und Gleichberechtigung in Interkultureller, Feministischer und integrativer Pädagogik. Andreas Hinz (1993): Heterogenität in der Schule. Integration- Interkulturelle ERziehung- Koedukation.
- Gemeinsamkeiten der Pädagogik(en) der Vielfalt verstehen sich als (allgemein-)pädagogische Theorien der Schule Schulkritik als Ausgangspunkt und pädagogische Schulreform als Perspektive Kritik allgemeiner (Schul-)Pädagogik als Normalpädagogik - Entwicklung einer wahrhaft Allgemeinen Pädagogik Reformpädagogik und Bildungsreform (1960er Jahre) als Bezugspunkte Menschenrechte als Bezugspunkt Plädoyer für horizontale Gliederung des Schulsystems - Schule für alle! Schulstruktur(reform) lässt sich nicht aus Forschungsergebnissen ableiten und administrativ verordnen. Verhältnis innerer und äußerer Schulreform- strukturelle Vorgaben als Rahmen schulischer Autonomie Fokus auf Differenzlinien Ethnie/Nation, Geschlecht, Behinderung
- Annedore Prengel: Pädagogik der Vielfalt (1993/2006) Ausgang von der Thematisierung von Verschiedenheit durch drei pädagogische Bewegungen: Feministische Pädagogik Interkulturelle Pädagogik Integrationspädagogik Kritik an Etikettierung und Diskriminierung Ausweg aus dem "Paria oder Parvenu?"-Dilemma -Die Paria Position nehmen Menschen ein,die ihre alte Zugehörigkeit nicht aufgeben und damit zugleich in untergeordneten, entwerteten und randständigen Stellungen verharren.-Die Parvenu- Haltung hingegen versucht sich davon zu befreien, und vom Ort der Unterdrückung abzustreifen, durch Abstreifen alles dessen, was an das „Anderssein“ erinnert, und Aneignung alles dessen, was den Bessergestellten vorbehalten ist.--> Wichtig für alle in der pädagogik Tätigen (Bsp.: Wie damit umgehen wenn Mädchen sich für das Leben in Partnerschaft/Kinderkriegen entscheiden, oder wie ein Junge leben zu wollen. Wünsche behinderter Kinder /Wünsche von Kindern minoritärer Herkunft) Kritik am meritokratischen Prinzip der Chancengleichheit: Chancengleichheit orientiert sich hier am Leistungsprinzip: Alle sollen die gleichen Chancen auf eine Bildungskarriere haben, die ihren individuellen Fähigkeiten und Leistungen ebtspricht. Soziale Kriterien, wie soziale Herkunft und Geschlecht dürfen unabhängig von den Fähigkeiten und Leistungen keine Rolle spielen.(Demnach: Jungen geg. Mädchen benachteiligt, wenn sie bei gleichem Potenzial an indiv. Fähigkeiten und Leistungen im Vergleich zu Mädchen z.B. schlechtere Noten bekommen). Prinzip der egalisierenden Gerechtigkeit → Allen das Gleiche, für die Ebene ganzer Schulsysteme charakteristisch.--> Erst dann sinnvoll, wenn dieses Prinzip mit dem Prinzip der unterscheidenden Gerechtigkeit verbunden und abgewogen wird (Flitner) → „Jedem muss das Seine werden „ (Flitner) → auch in der Schule → Bildung und Chancengleichheit in Deutschland, Baader/Freytag, PDF auf PC, lesen! Orientierung an Gleichberechtigung und Verschiedenheit – unterscheidende Gerechtigkeit und egalisierende Gerechtigkeit (Andreas Flitner). → Bildungsgerechtigkeit in Bezug auf das Individuum. Ausgang vom Zusammenhang von Gleichheit und Verschiedenheit Gleichheit als relativer Begriff – Was ist gleich/ ungleich Qualitative statt quantitative Differenz; egalitäre statt hierarchische Diffferenz; Verschiedenheit statt Ungleichheit. Ausgang von der Geschichte von Gleichheit und Differenz als Geschichte eingeschränkterGleichheit und hierarchischer Differenzen. Ausgang von radikaler Pluralität (Lyotard, Welsch) und Anerkennung (Honneth).
- 17 Thesen zu einer Pädagogik der Viefalt nach Annedore Prengel Selbstachtung und Anerkennung der Anderen Übergänge: Kennenlernen der Anderen Entwicklungen zwischen Verschiedenen Kollektivität: Gemeinamkeit zwischen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen Innerpsychische Heterogenität Begrenztheit und Trauerarbeit - Entfaltung und Lebensfreude Prozesshaftigkeit Keine Definitionen Keine Leitbilder Aufmerksamkeit für individuelle und kollektive Geschichte Aufmerksamkeit für gesellschaftliche und ökonomische Bedingungen Achtung vor de Mitwelt Didaktik des offenen Unterrichts, Lernentwicklungsberichte Grenzen, Regeln, Rituale Kinderelend oder "Störungen als Chance"? Selbstachtung und Anerkennung der Anderen in der Rolle der Lehrerinnen und Lehrer Verschiedenheit und Gleichberechtigung als insitutionelle Aufgabe
- Fokus: Umgang mit Heterogenität in der Schule und Schulsystem - Pädagogik der Vielfalt Andreas Hinz Homogenität und Heterogenität Homogenisierung als Strategie des Umgangs mit Heterogenität und die Kritik daran Strategien des Umgangs mit Heterogenität in Theorie und Praxis → Behinderung→ Kultur/ Migration→ Geschlecht Heterogenität ohne Homogenisierung, ohne problematische Konsequenzen der Anpassungsforderung/Aussonderungsdrohung, Strategie des Miteinanders des Verschiedenen,gemeinsame, vielfältige Schule für alle Kinder
- Andreas Hinz: Heterogenität in der Schule: Ausgang von Entwicklungen in Theorie und Praxis der Integrationspädagogik: PRAXIS Differenzierte Grundschule integrierte örderung von lernbehinderten- und verhaltensgestörten Kindern Integrationsklassen Integrationsschulen Einzelintegration Dezentralisierte Sonderpädagogik Einbeziehung von Kindern mit geistiger Behinderung Fortführung von Integration ab der Sekundarstufe 1
- Andreas Hinz: Heterogenität in der Schule: Ausgang von Entwicklungen in Theorie und Praxis der Integrationspädagogik: THEORIE Theorie des Lernens am gemeinsamen Gegenstandes (Feuser) Ökosystemischer Ansatz (Sander) Theorie integrativer Prozesse (Reiser)
- Standards inklusiver Schulentwicklung nach Werning Institutionelle Ebene Ebene der Professionellen Ebene der SuS und Eltern --> jeweils Beispiele