Allgemeine Psychologie (Subject) / Bewusstsein (Lesson)

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Bewusstsein

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  • Invertiertes Spektrum john locke 17. JH woher wissen wir, dass visuelle Wahrnehmung für alle gleich ist? Helligkeitsunterschiede zwischen Farben vergleichen  prinzipiell nicht nachweisbar für Quali= subjektive, nicht kommunizierbare Sinnesempfindungen Reaktionen zwischen Qualia geben Hinweise, ordnen von Farben nach Ähnlichkeit im farbkreis, Ähnlichkeiten / Isomorphien werden deutlich ; Empfindungen so vergleichbar 
  • Response Priming Paradigma Neumann & Klotz 1994 Aufbau: Versuchspersonen werden zunächst ein Fixationspunkt und anschließend  2 Reize kurz hintereinander, Prime und Zielreiz präsentiert, 2 Pfeile die unabhängig voneinander nach links oder rechts zeigen, wobei Prime von Zielreiz (welcher sichtbar ist) verdeckt wird, nicht wahrnehmbar ist (Rückwärtsmaskierung), Probanden gaben möglichst schnell die Pfeilrichgung an und mussten die Richtung des Prime schätzen  Ergebnis: Reaktionszeit bei validem Prime (zeigt in gleiche Richtung wie Zielreiz) erhöht, bei Invaliden (zeigt in entgegengesetzte Richtung zum Zielreiz) Prime verzögert, mit zunehmender Zeit zwischen Prime und Zielreiz wird Effekt größer,unabhängig von Einschätzung zur Primerichtung
  • Global workspace Bernhard Baars, 1988 weit gespanntes Netzwerk aktiver Zellen und Zellverbände  schwarzes Brett zur Veröffentlichung lokaler Verarbeitungsprozessezur Nutzung durch weitere Prozesse  Zusammenspiel vieler Areale, Bewusstsein nur bei Informationsaustausch großer Teile des Gehirns, lokale Verarbeitung unbewusst  erklärt Haupt Eigenschaft des Bewusstseins, d h knüpfung kognitiver Operationen an Bewusstseinsinhalt  tatsächlich bei bewussten Reizen viele Areale aktiv, und nur lokale wenn Bewusstsein unterdrückt wird aber: Ursache Wirkung unklar, zellverbände nicht identifizierbar, mangelnde empirische testbarkeit
  • Feedforward Wellen vs. Rekurrente Verarbeitung Victor Lamme & Pieter Roelfsema (2000) Visueller Reiz löst Welle von Verarbeitungsaktivität aus (von V1 ausgehen über den gesamten Kortex bis hin zu motorischen Arealen) Verarbeitungswelle wandert so schnell, dass im Bug erfasste Zellen ihre Aktivität schon mit dem nächsten AP weitergeben müssen, und zunächst kein Feedback über die eigene Aktivität aufnehmen können (FF Wellen) - führt nur zu unbewusster Wahrnehmung, Effeke wie umbewusster Priming-Effekt treten auf, die druch visomotorische Mechanismen gesteuert sind Im Kielwasser entstehen dann rekurrente Prozesse / Verarbeitungsschleifen, bei denen der Output einer Zelle wieder als Input zurückkehrt (rekurrente Verarbeitung) - notwendig für bewusste Wahrnehmung, Repräsentation der visuellen Umwelt, Manche Reize dann aber unterdrückt (z.B. Prime / Rückwärtsmaskierung) bevor Bewusstsein erreicht wird spezifische Aussagen über Fälle der bewussten vs. unbewussten Wahrnehmung
  • Aufmerksamkeit vs. Bewusstsein: Change Blindness Zusammenhang immer noch umstritten, oft wird Aufmerksamkeit als voraussetzung für bewusste Wahrnehmung, unbeachtetes (z.B. beim Neglekt) bleibt unbewusst Change Blindness: Rensink (1997) es werden wechselnd für je ca 1 Sek 2 Fotos präsentiert, ein Original und eine Fälschung mit einem veränderten Merkmal typischerweise werden relativ viele Wiederholungen benötigt, um die Veränderung zu identifizieren Bilder werden dabei seriell abgesucht, jedoch ist diese Suche von Vorwissen beeinflusst; so konnten Experten relevante Unterschiede ihres Fachgebietes schneller entdecken als Laien; bei unwesentlichen Unterschieden benötigten beide Parteien viele Wiederholungen bis zum Entdecken; bedeutsame Aspekte werden also bevorzugt verarbeitet und früher abgesucht als unbedeutende es erfolgt also inhaltiche Verarbeitung bereits vor Einsatz von Aufmerksamkeit angenommen, ohne Aufmerksamkeit ist kein Bewusstsein möglich, dann müsste diese Verarbeitung also auch ohne Bewusstsein erfolgen; gemäß bisherigen Theorien war präattentive Verarbeitung jedoch auf einfachste Reizmerkmale beschränkt, keine inhaltiche Verarbeitung möglich; gibt es also doch Verarbeitung ohne Aufmerksamkeit (und damit ohne Bewusstsein)? (Rensinks Theorie zu Protoobjekten)
  • Theorie der Proto-Objekte Rensink 2002, vgl. Lamme 2003 wie ist frühe inahltiche verarbeitung ohne Aufmerksamkeit zu erklären, wo doch Aufmerksamkeit eigentlich für Bewusstsein nötig ist? zwei Arten von Bewustsein: unmittelbarer, bewusster Eindruck einer Szene, nicht dauerhaft, repräsentiert werden "Proto-Objekte", die sofort vergessen werden, wird eine andere Szene betrachtet; Objekte sind da, aber nicht verfügbar zugangsbewusster Eindruck, wenn durch Aufmerksamkeit den Proto-Objekten eine dauerhafte Existenz gegeben wird, Voraussetzung für Verarbeitung im Arbeitsgedächtnis, Zugang für kongnitive Kontrolloperationen, z.B. erst dann verbaler Bericht möglich, Vergleich mit Gedähtnisinhalten;  erklärt, warum unsere Welt trotz beschränkter Verarbeitungskapazität so reich ist
  • Bindungsproblem verschiedene visuelle Merkmale werden in unterschiedlichen Gehirnarealen verarbeitet; wie werden Merkmale zu einem kohärenten Objekt zusammengefasst? = Bindungssystem Synästhesie: Merkmale werden Objekten zugeordnet, die eigentlich zu anderer Sinnesmodalität gehören, z.B. Farben von Tönen; inkorrekte Bindung von Merkmalen Simultanagnosie = in zusammengesetzten Objekten können nicht mehrere Einzelobjekte identifiziert werden Theorie der spezialisierten Zellen (z.B. Großmutterzellen); aber: würde unser Gehirn sprengen Theorie der Zellverbände, die gemeinsam das Objekt kodieren (sparse coding) Theorie der Bindung durch Synchronisation, d.h. alle Merkmalsdetektor Zellen, die sich auf ein Objekt beziehen, feuern mit der gleichen Rate; Feuerfrequenz bezeichnet das Obejkt Woher "wissen" jedoch in all diesen Theorien die Zellen bzw. Zellverbände, dass die Merkmale zusammengehören? Wie wird das Signal erkannt? bei Treismann hält visuelle Aufmerksamkeit Objekte wie Klebstoff zusmmen; das erklärt auch, warum wir unbeachtete Objekte teils falsch zusammensetzen (illusorische Konjunktionen); durch Aufmerksamkeit wird sowohl Zusammengehörigkeit geprüft als auch Objektrepräsentation zusammengesetzt