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Metaphysik (Subject) / Metaphysik (Lesson)

Verschiedene Perioden der Metaphysik

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  • Metaphysik Untersuchungsgegenstände: Das Seiende und die allgemeine Struktur der Wirklichkeit 3 Hinsichten: 1. Prima Philosophia--> Erste Philsophie, steht hinter allen philosophischen Disziplinen. Sie umfasst eine allgemeine(Struktur der Wirklichkeit) und spezifische(menschliche Natur) Metaphysik.  2.Metaphysica specialis--> Umfasst Untersuchungen zu Gott, Geist und Freiheit der Seele(Was ist Freiheit oder Was ist ein göttliches Wesen) 3.Metapyhsica generalis-->Untersuchungen zu den allgemeinen Strukturmerkmalen der Realität +fundamentale Seinsweisen
  • Naive vs. Kritische Metaphysik Naive Metaphysik:Allgemeine Strukturmerkmale der Realität und höchsten Ursachen sind uns unmittelbar zugänglich.  Problem der naiven Metaphysik:Widersprüche und Unwissenheit. Nach Kant stützt man sich auf Grunsätze, die den Erfahrungsgebrauch überschreiten. Kritische Metaphysik: Vor der metaphysischen Untersuchung muss das Erkenntnisvermögen untersucht werden, also Quellen unseres Wissens (Erkenntnistheorie als Grunddisziplin)
  • Was ist Erkenntnistheorie und was soll sie leisten? a.Klärung des Wissensbegriffs(Was ist Wahrheit, Rechtfertigung, Eine Meinung)--> Was ist Erkenntnis? b. Umfang und Grenzen menschlichen Wissens--> Was können wir erkennen ? c.Quellen des Wissens--> Wie können wir etwas erkennen ? d. Struktur des Wissens-->Wie ist unser Erkenntnissystem aufgebaut?
  • Welche Diszpilinen beschäftigen sich mit Erkenntnis? 1.Kognitionswissenschaften: kognitive Psychologie, Neurowissenschaften,Künstliche Intelligenz-Forschung 2. Evoloutionsbiologie  3. Soziologie/Geschichte 
  • Womit beschäftigt sich die philosophische Erkenntnistheorie ? Traditionelles Projekt der Erkenntnistheorie: Zusammensetzung aus deskriptivem und normativem Projekt. Deskriptiv: Untersuchung des Erkenntnisbegriffs Normativ:Prüfung der Berechtugung unserer Erkenntnisansprüche.
  • Was unterscheidet die philosophische Herangehensweise von anderen Grunddisziplinen? 1. Unterschied--> Allgemeiner und grundsätzlicher 2. Unterschied--> nicht empirisch, sondern a priori, z.B. Welt vor 5 min entstanden oder ein böser Geist
  • A priori vs. a posteriori a priori: Von der Erfahrung unabhängige Erkenntnis. Kennzeichen: Notwendig und strenge Allgemeinheit  a posteriori: Von der Erfarhung abhängige Erkenntnis bzw. Erkenntnisse, die durch Erfahrung gewonnen wurden.
  • Analystische Sätze vs. Synthetische Sätze 1. Analytisch: Das Prädikat B gehört zum Subjekt A, was in diesem Begriff A versteckterweise enthalten ist--> Begriffserhaltend  2. Synthetisch: Das Prädikat B liegt außerhalb des Subjekts A-> Begriffserweiternd,
  • Das traditionelle Projekt der Erkenntnistheorie Teil II Deskriptiver Teil: Untersuchung des Begriffs der Erkenntnis-->Analytisch(Begriffsanalyse) Normativer Teil:Prüfung der Berechtigung unserer Erkenntnisansprüche--> Synthetisch Entweder a priori mit Hilfe rationaler Einsicht oder transzendentaler Reflexion(Kant) oder a posteriori Empirismus durch Erfahrung 
  • Epistemologischer Naturalismus Begründer:  Willard van Orman Quine. Thesen: -Keine Unterscheidung zwischen analytischer und synthetischer Erkenntnis  -Keine Erkenntnisse a priori  -Erkenntnistheorie ist eine empirische Wissenschaft-->Psychologie -Traditionelle Projekt der Erkenntnistheorie ist zum Scheitern verurteilt.
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  • Quines Begründung des radikalen Empirismus 1. Begriffe, anhand derer Analyzität zu erklären, liefern nur eine zirkuläre Bestimmung und bleiben ebenso unverständlich, wie der Begriff selbst. Analyzität wird mit dem Begriff der Synoymie gleichgesetzt. Analyzität uns Synonymie müssen allein mit Hilfe von äußeren beobachtbaren Aspekten unseres Sprachverhaltens verständlich gemacht werden.(Behaviorismus) 2. Es gibt keine analytischen Sätze: Ein Satz ist nur dann sinnvoll, wenn er empirisch bestätigt oder überprüft werden kann (Verifikationismus) Wenn eine Theorie nicht mit der Erfahrung übereinstimmt, dann sie als Ganzes nicht wahr sein.
  • Konsequenzen des radikalen Empirismus Wenn es keine analytischen Aussagen gibt, dann können alle Aussagen nur empirisch gerechtfertigt werden. Wenn Aussagen nur empirisch gerechtfertigt werden können, dann gibt es keine philosophische Herangehensweise an erkenntnistheoretische Fragen. Wenn es keine philosophsiche Herangehensweise gibt, dann können erkenntnistheoretische Fragen nur mit den Mitteln der Naturwissenschaften überprüft werden.
  • 2. Version des Naturalismus als natürliche Art Hilary Kornblirth These: Im Zentrum der Erkenntnistheorie sollte nicht der Begriff der Erkenntnis stehen, sondern das Phänomen der Natur oder der Sache. Klassische Begriffsanalyse hilft uns nicht weiter, sondern wir müssen uns an der naturwissenschaftlichen Vorgehensweise orientieren. Gegenstand der Naturwissenschaften: Natürliche Arten(Wasser , Gold, usw.) und die Gesetzmäßigkeiten denen sie gehorchen. Natürliche Arten:Zeichenen sich durch Eigenschaften aus, die stabile Einheiten bilden, induktive Schlüsse stützen, z.B. Wasser =H20 Erkenntnis/Wissen ist eine Kategorie, die in kausalen Erklärungen und induktiven Vorhersagen des Verhaltens von Tieren und Menschen eine wichtige Rolle spielt.
  • Einwände gegen die 2. Art des Naturalimus 1.Essentielle Eigenschaften von natürlichen Arten sind metaphysisch notwendig. Notwendige Zusammenhänge können aber nicht empirisch, sondern a priori erkannt werden(Kant). 2. Wenn Wissen eine natürliche Art ist, dann könnte seine Natur aus ganz anderen Eigenschaften bestehen, z.B. wäre dann weder Meinung erforderlich, noch Wahrheit und noch Rechtfertigung.
  • Epistemische Inkonsistenz 1. Der methodologische Naturalismus ist epistemisch inkonsistent, d.h. wenn er wahr ist, ist er nicht gerechtfertigt. 2. Der Naturalismus ist wahr 3.Wenn der Naturalismus wahr ist, dann gibt es keine apriorische Rechtfertigung. 4. Wenn es keine apriorische Rechtfertigung gibt, dann gibt es keine wissenschaftlichen Theorien 5. Wenn es keine wissenschaftlichen Theorien gibt, dann ist der Naturalismus nicht gerechtfertigt . 6.Der Naturalismus ist nicht gerechtfertigt. 5.
  • Herausforderung des traditionellen Projekts 1. Zwei konträre Auffassungen: (traditionelles Projekt der Erkenntnistheorie vs. starken Naturalismus) 2. Alternative der schwache Naturalismus(Philosophie hat eigene Methoden, aber empirische Evidenzen sind relevant für die Erkenntnistheorie) 3. Zwei Arten des schwachen Naturalismus: a. Empirische Evidenzen sind konstitutiv(wesentliche Bedingung)--> keine Widerlegung des Skeptizismus möglich. b. Empirische Evidenzen sind kontributiv--> Widerlegung des Skeptizismus ist möglich.
  • Begriffsanalyse 1. Ein Begriff F bzw. der Satz X ist F, gdw.  2.Menge von Merkmalen für sich genommen notwendig und hinreichend dafür sind, dass ein Gegenstand unter den Begriff F fällt. 3. a)Vorläufige Bestimmung des Begriffs, indem man die Beispiele von paradigmatischen Beispielen abstrahiert.  b)Kontrafaktische Variation verschiedener Merkmale. Wann trifft der Begriff noch zu, wann nicht? c) Formulierung hinreichender und notwendiger Bedingungen für den Begriff.
  • Begriffsanalyse am Beispiel vom Junggesellen. 1. Vorläufige Bestimmung: alleinlebender, älterer Mann, der nicht verheiratet ist. 2. Kontrafaktische Variation: Wäre ein junger, der alle Bedingungen erfüllt, ein JG? oder ein Mann, der nicht alleine lebt, sondern in einer WG ein JG? 3. Notwendige und hinreichende Bedingungen:Männlich, unverheiratet 4. Def:Ein Junggeselle ist ein unverheirateter Mann im heiratsfähigen Alter, der kein Mönbch oder Wittwer ist.
  • Vorläufige Bestimmung des Wissensbegriffs (Abgrenzung verschiedener Wissensformen) S weiß, dass p--> propositionales Wissen  S weiß, wie man etwas tut-->praktisches Wissen S weiß, wie etwas ist--> phänomenales Wissen  S kennt einen Gegenstand--> Gegenstandswissen  Gibt es Wissen, dass nicht wahr ist?--> Im Mittelalter wusste man, dass sich die Sonne um die Erde dreht dieses Wissen wahr aber falsch.
  • Wahrheitstheorien Substantielle Wahrheitstheorien: Korrespondenztheorie: Wahrheit als Übereinstimmung einer Meinung mit der Wirklichkeit Epistemische Wahrheitstheorie: Wahrheit als ideale Ausübung unseres Erkenntnisvermögens.(z.B. Wahrheit als Akzeptanz) Nicht-substanzielle Wahrheitstheorien: Redundanztheorie:Die Wahrheitsdrücke, wie es ist wahr, dass in allen Aussagen eliminierbar ohne den Inhalt A zu verändern.  Disquitationstheorie: Das Wahrheitsprädikat ist hier ein Mittel zur Disquitation, um über Sätze zu sprechen. Was muss die Wahrheitsbedingung machen?--> Sie müssen einen Unterschied machen zwischen etwas für wahr halten und wahr-sein machen.
  • Erläuterung der Meinungsbedingung Was ist eine Meinung?--> Wenn jemand eine Meinung hat, dass p, dann hält er die Proposition p für wahr.
  • Analyse der Gettierfälle Fall1 : Smith und Jones haben sich für dieselbe Stelle beworben. Smith hat starke Evidenz für folgende Konjunktion:  (d)  Jones ist derjenige, der die Stelle erhalten wird und Jones hat 10 Münzen in seiner Tasche. Aus (d) folgt (e) --> Derjenige, der die Stelle erhalten wird hat 10 Münzen in der Tasche. --> Smith erhält selbst die Stelle, was zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt ist. --> Smith selbst hat ohne zu Wissen-10 Münzen in der Tasche. Konsequenz (e) ist wahr, Smith war gerechtfertigt darin (e) zu glauben und Smith glaubt, dass (e) 
  • 2. Fall der Gettierfälle Smith hat Evidenz für folgende Proposition:  (f) Jones besitzt einen Ford, Smith hat außerdem einen Freund Brown, dessen Aufenthaltsort völlig unbekannt ist. Smith denkt sich willkürlich 3 Propositionen: (g) Jones besitzt einen Ford oder Brown ist in Boston  (h) Jones besitzt einen Ford oder Brown ist in Barcelona  (i) Jones besitzt einen Ford oder Brown ist in London. --> Jones besitzt gar keinen Ford, sondern nur einen Mietwagen, doch Brown ist zufälligerweise in Barcelona, d.h. es stimmt mit der Standarddefinition des Wissens überein, aber wir würden intuitiv nicht von Wissen sprechen.
  • Gemeinsamkeit der Gettier Fälle 1. Der jeweilige Protagonist glaubt p, p ist wahr und seine Meinung ist gerechtfertigt. 2. Trotzdem weiß er nicht, dass p  Konsequenz: Die klassischen Bedingungen des Wissens sind nicht hinreichend für das Wissen. Gettier-Fälle haben die Struktur einer reductio ad absurdum der Standarddefinition des Wissens.(logischer Widerspruch)
  • Strategien mit dem Umgang von Gettier-Fällen 1. Bestreiten, dass die Gettier-Fälle Wissen im Sinne der Standarddefintion sind, mind. 1 Bedingung nicht erfüllt. (Rechtfertigung) 2.Ergänzen, der Standard-Definition durch weitere Bedingungen, die die Gettierfälle ausschließen.(weitere Bedigung:Unanfechtbarkeit ) 3.Ersetzen der problematischen Rechtfertigungsbedingung.(Eine Bedingung formulieren, die einen Zusammenhang herstellt zwischen der wahren Meinung des Subjekts S und der Tatsache, die diese Bedingung wahr macht) 4.Modifikation der Rechtfertigungsbedingung.
  • Was ist Rechtfertigung? Die reliabilistische Analyse des Wissens Ausgangspunt: Henry`s Scheuen-Beispiel Was ist ein zuverlässiger Prozess: Ein Prozess M, der immer zu wahren Meinungen führt. S weiß, dass p gdw.  (1) P wahr ist  (2) S glaubt, dass p (3) S‘s Meinung auf einem r(zuverlässigen Prozess) zur Erzeugung von Meinungen beruht. Problem:Wenn jemand auf irgendeine Weise zu seiner wahren Meinung kommt, dann gibt es immer einen zuverlässigen Prozesstyp, den M instantiiert. Bsp: Hugo schaut genau um 12 auf seine Armbanduhr, die exakt vor 24h stehen geblieben ist, und kommt so zu der wahren Überzeugung, dass es 12 Uhr ist. Dieser Prozess fällt unter die folgenden Typen: a) Auf die Uhr schauen b) Auf eine stehengebliebene Uhr schauen c) Genau zu der Zeit auf die stehengebliebende Uhr schauen, zu der sie stehengeblieben ist. Der letzte Prozess ist zuverlässig. Problem: Dürfen wir auf paradigmatische Prozesse zurückgreifen?(Raten, Hellsehen, Handlesen)Wenn der Skeptizismus Recht hat , dann ist z.B. die Wahrnehmung kein zuverlässiger Prozess
  • Gegenbeispiel zum Reliabilismus Truetemp:  Eine Person namens Truetemp wird bei einem neurochirurgischen Eingriff ohne sein Wissen ein kleines Gerät eingesetzt.  Dies ist sowohl ein sehr genaues Temperaturmessgerät und hat die Fähigkeit Überzeugungen zur Temperatur zu erzeugen. --> Überzeugungen über die Temperatur sind also fast immer korrekt und durch einen zuverlässigen Prozess hervorgebracht. Problem: Truetemp erfüllt die Bedingungen der reliabilistischen Analyse, aber würden wir wirklich von Wissen sprechen, dass Truetemp über die Temperatur in seiner Umgebung weiß? Diagnose des Problems: Rechtfertigung, die uns zugänglich ist scheint doch eine Rolle zu spielen.
  • Arten der Rechtfertigung Arten der Rechtfertigung: Theoretische Rechtfertigung--> Wahrheit Praktische Rechtfertigung-->Erfolgreiches Handeln Sachliche(epistemische) Rechtfertigung--> Eine Proposition p ist sachlich gerechtfertigt, gdw. es ausreichend Gründe gibt, die für ihre Wahrheit sprechen, Bsp: Alle Menschen sind sterblich, SOkrates ist ein Mensch, Sokrates ist sterblich Persönliche(epistemische) Rechtfertigung(Rationalität, Begründung)-->Ein Person ist gerechtfertigt zu glauben, dass p, wenn sie einen ausreichenden Grund hat, der für die Wahrheit vonm p spricht.
  • Definition epistemischer Rechtfertigung Eine Person S ist dann epistemisch gerechtfertigt zu glauben, dass p, gdw. 1.S Gründe für seine Überzeugung hat, dass p 2. Die Gründe, die S für seine Überzeugung p hat adäquat sind(gut) sind. 3.Diese Gründe die Überzeugung stützen.
  • Stützungsrelation (Aspekt der Stützung in der epistemischen Rechtfertigung) S glaubt p, weil er einen Grund r dafür hat Problem: S muss auch gerechtfertigt darin sein, dass der Grund r p stützt.-->Dies ist weder notwendig, noch hinreichend
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  • Ab wann sind die Gründe q, r und s gut, die eine Person dafür hat, p zu glauben, adäquat(gut)? 1. Wenn q, r und s aus der Perspektive des Subjekts für die Wahrheit von q sprechen. --> Rechtfertigung kann nur von Faktoren abhängen, die dem epistemischen Subjekt zugänglich sind (Internalismus)
  • Internalismus Der Begriff der Rechtfertigung hat ein normatives Element, es geht darum, ob jemand zu einer bestimmten Meinung M berechtigt ist  Def. Internalismus: q, r und s sind gute Gründe für p, wenn q, r und s aus der Perspektive des Subjekts für die Wahrheit von p sprechen.  Argument für den Internalismus: (1) Man sollte eine Meinung nur haben, wenn man sie im epistemischen Sinne haben darf. (2) Man darf eine Meinung nur haben, wenn man gerechtfertigt ist. (3) Was erlaubt ist, kann nur von Umständen abhängen, von denen man feststellen kann, ob sie vorliegen  (4) Die Umstände von denen Rechtfertigung abhängt müssen dem Subjekt zugänglich sein. 2. Argument: Ich überprüfe meine Gedanken genau  Beispiel Zwillingsbruder: Mein Zwillingsbruder lebt in einer Welt, in der er durchgehend irregeführt wird von einem cartesischen Dämon. Wenn der dieselben Erfahrungen macht, wie ich und aufgrund ebenso sorgfältigen und unsichtigen Überlegungen ebenfalls zu der Meinung kommt, dass p, ist er dann nicht genauso gerechtfertigt wie ich ? --> Es ist unplausibel anzunehmen, dass zwei Personen in derselben epistemischen Situation, aus denselben Gründen zu derselben Meinung kommen, die eine aber gerechtfertigt ist, und die andere nicht.(Rechtfertigung kann nur von Umständen abhängen, die einer Person durch Reflexion zugänglich sind).
  • Internalismus Kritik 1.Doxastischer Voluntarismus: Internalismus geht von der Annahme aus, dass wir unsere Meinungen genauso kontrollieren können, wie unsere Handlungen--> unplausibel 2. Internalistische Auffassung ist zu anspruchsvoll, kann man alle Gründe durch Reflexion erfassen ? 3. Genügt es,dass die Gründe q, r und s aus der Perspektive von S für die Wahrheit von p sprechen. 
  • Externalismus Def: q, r und s sind gute Gründe für p, wenn es einen objektiven Zusammenhang zwischen q, r,und s und der Wahrheit von p gibt, --> Rechtfertigung kann nur von Faktoren abhängen, die nicht dem epistemischen Subjekt zugängklich sind. Begründung:  a. Das entscheidende Merkmal von Rechtfertigung ist die Wahrheitszuträglichkeit, d.h. Umstände von denen abhängt, ob S gerechtfertigt ist p zu glauben, müssen die Bedingungen erfüllen, dass p wahrscheinlich wahr ist, wenn diese Umstände vorliegen. b. Das epistemische Subjekt muss nur, dass diese Umstände vorliegen müssen, dass er in seiner Meinung gerechtfertigt ist. --> S‘s Meinung, dass p gerechtfertigt ist, gdw. sie durch einen objektiv zuverlässigen Meinungsprozess hervorgebracht wurde.
  • Externalismus Kritik Beispiel: Gedankenexperiment Hellseherin: Samantha glaubt, dass sie über die Gabe des Hellsehens verfügt.Sie hat keinerlei Anhaltspunkte dafür,dass sie diese Gabe hat. Eines Tages kommt sie zu der Überzeugung, dass sich Obama in NY aufhält. Wenn man sie fragt, warum sie das glaubt, meint sie Ich hatte eine Eingebung.Auf die Frage warum sie ihren Eingebungen traut, hat sie keine Antwort.Diese Überzeugung ist auf verlässliche Weise entstanden, darum ist sie externalistisch gerechtfertigt. --> Objektive Wahrheitszuträglichkeit genügt nicht, um subjektive Irrationalität zu begründen und epistemische Unverantwortlichkeit zu vermeiden.
  • Externalismus oder Internalismus ? Rechtfertigung ist uns in zweierlei Hinsicht wertvoll: (1) Instrumentell, also als Mittel, um Wahrheit zu erlangen(Tendenz Externalismus) (2) Intrinsisch, als Aspekt von Rationalität, die wir um ihrer selbst willen anstreben.(Tendenz Internalismus)
  • Zusammenfassung Externalismus + Internalismus Umgang mit Irrationalität: IN= Ja EX=? Anforderungen an das Subjekt: IN= ? EX JA Wahrheitszuträglichkeit: IN subjektiv (+objektiv) EX= Nur objektiv  Wert der Rechtfertigung: IN intrinsisch EX=Instrumentell 
  • Das Münchhausen Trilemma 1. Option.-> Infiniter Regress 2. Option--> Zirkel 3. Option--> dogmatischer Abbruch  Alle drei Optionen führen zu einem Skeptizismus.
  • Fundamentalismus Argument Aristoteles Abi Aristoteles:  Rechtfertigung ist weder durch ein Regreß, Zirkel oder Abbruch möglich  Rechtfertigung ist möglich Die Einzige Alternative zum Regreß ist der Anfang inferentieller Begründungsketten. Es gibt ein epistemisches Fundament --> Gesucht ist ein Fundament der Erkenntnis, welches Rechtfertigung liefert, ohne selbst Rechtfertigung zu bedürfen
  • Arten des Fundamentalismus Rationaler Fundamentalismus: Das Fundament besteht aus basalen Meinungen, deren notwendige Wahrheit allein mit der Vernunft a priori erkannt werden kann. Starker Fundamentalismus: Fundament ist unfehlbar, rational , nicht anfechtbar. Moderater Fundamentalismus:Fundament bedarf keiner weiteren Begründung ist aber fehl bar, anfechtbar
  • Empirismus Version A (internalistisch)bezogen auf Fundamentalismus Das Fundament der Erkenntnis besteht in Meinungen, die durch Erfahrung gerechtfertigt sind. 1. Problem der Metarechtfertigung: Brauchen wir nicht einen Grund für die Annahme, dass introperspektive Bewusstsein tatsächlich selbst-evident bzw. infallibel ist. 2. Probelm der zu schmalen Basis: Selbst wenn das introperspektive Bewusstsein die Bedingungen des Fundaments der Erkenntnis erfüllt, genügt es nicht Meinungen über die externe Welt rechtfertigen zu können.
  • Empirismus Version B) Externalistsischer Empirismus 1. Jede Begründungskette beginnt bei Meinungen, die durch nicht-inferentielle Prozesse hervorgerufen werden 2. Diese müssen nicht selbst-evident oder infallibel sein. 3. Es genügt wenn sie zuverlässig sind. 4. Probleme der Metarechtfertigung und zu schmalen Basis gelöst. 5. Problem: Das Vorliegen der Zuverlässigkeit bleibt ein factum brutum, das aus der Innenperspektive nicht zugänglich ist.
  • Eigenschaften des Internalistischen Fundamentalismus Nicht-inferentiell gerechtfertigt  Selbstevident Nicht rational bezweifelbar  Infallibel Unkorrigierbar  Unanfechtbar 
  • Formen des Fundamentalismus 1. Internalistischer Fundamentalismus (Rationalismus) 2. Externalistischer Fundamentalismus (Empirismus Version A +B)
  • Kohärenztheorie Grundannahmen Es gibt keine basalen Meinungen Ein Meinung allein kann nicht gerechtfertigt sein  Rechtfertigung ist eine holistische Eigenschaft eines ganzen Meinungssystems Rechtfertigung einer Meinung hängt von ihrer Einbettung in ein kohärentes System ab.
  • Was ist Kohärenz? Logische Konsistenz  Deduktive, induktive und explanatorische Beziehungen Schluss auf die beste Erklärung 
  • Kritik Kohärenztheorie Kohärenz im Sinne der Rechtfertigung muss Märchen für wahr halten, wie auch einen historischen Bericht oder Sätze im Lehrbuch 1. Einwand Relativismus-->Kohärenz ist auf das Meinungssystem einer konkreten Person bezogen, doch Kohärenz muss umfassend sein. 2.Isolationseinwand-->Ein kohärentes Meinungssystem rechtfertigt nur dann, wenn es epistemischen Input/Beobachtungen berücksichtigt A priori  3. Einwand-->Mangelnde Wahrheitszuträglichkeit 
  • Kontextualismus Eine Meinung ist gerechtfertigt, gdw.  1. Sie in einem bestimmten Kontext unstrittig oder für eine Untersuchung mit einem bestimmten Ziel voraussgesetzt werden muss 2. Sie durch einen objektiv zuverlässigen Prozess zustande gekommen ist.
  • Arten des Skeptizismus Skeptizismus als Lebensform Epistemischer Skepitizismus-->Methodischer Zweifel, Genuin skeptischer Position Hume  Universeller Skeptizismus-->Wissen ist unmöglich Bereichspezifischer Skeptizismus-->Wissen ist in einem bestimmten Bereich nicht möglich(z.B. Außenwelt)
  • Wahrheitsskeptizismus vs. Rechtfertigungsskeptizismus Wissen in einem bestimmten Bereich ist unmöglich, d.h. 1. Wahrheitsskeptizismus-->Es gibt grundsätzlich keine wahren Meinungen, sie sind entweder alle falsch oder gar nicht wahrheitsfähig  2. Rechtfertigungsskeptizismus-->Es gibt grundsätzlich keine gerechtfertigten Meinungen