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Labormedizin (Subject) / Hepatitis (Lesson)

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  • Bei welchen Personen sollte ein HCV-Screening erfolgen? Personen mit erhöhten Aminotransferase-Aktivitäten und/oder klinischen Zeichen einer Hepatitis bzw. chronischen Lebererkrankungen oder HCC Empfängern von Blut und Blutprodukten oder Transplantaten (vor 1992) Hämodialyse-Patienten Aktiven und ehemaligen i. v./nasal Drogengebrauchern Insassen von Justizvollzugsanstalten Personen, die Tätowierungen oder Piercings tragen HIV- und/oder HBV-Infizierten Haushaltsangehörigen bzw. Sexualpartnern HCV-Infizierter Patienten mit Hochrisiko-Sexual-Praktiken und STI Kindern von HCV-infizierten Müttern Personen mit Migrationshintergrund aus Regionen mit erhöhter HCV-Infektionsrate Personen mit beruflich bedingtem Infektionsrisiko Blut-, Organ- und Gewebespendern
  • Wie ist das Serodiagnostische Fenster für HCV Antikörper? Wann ist die RNA positiv? Das serodiagnostische Fenster beträgt 7–8 WochenHCV-RNA ist typischerweise bereits ein bis zwei Wochen nach Infektion nachweisbar. Bei Nadelstichverletzungen sind allerdings Zeiträume bis zu 2 Monaten bis zum positiven RNA-Nachweis beschrieben.
  • Wie lange sind AK bei diaplazentarer Infektion von HCV positiv? bis zu 18 Monate
  • Ab wann wird die Antivirale Therapie von HCV als erfolgreich angesehen? Eine anhaltende Therapieantwort („Sustained Viral Response“–SVR) ist als fehlender Nachweis von HCV-RNA 12 Wochen (SVR12) nach Abschluss der antiviralen Therapie definiert.
  • Welche weitere Diagnostik ist bei der Erstdiagnose einer HCV-Infektion erforderlich? virologisch-serologische HAV-, HBV- und HIV-Diagnostik (Ko-Infektionen, Hepatitis-A/B-Impfung) Aminotransferasen, γ-GT, AP, K, Na, Kreatinin, Gesamteiweiß, Eiweiß-Elektrophorese, Bilirubin, TSH, Gerinnungs-status, Blutbild OberbauchsonografieAFP bei erhöhtem HCC-Risiko und/oder verdächtigem Leberherd
  • Vorgehen bei Nadelstichverletzung an HCV-Infiziertem Patienten? Bestimmung von Anti-HCV und ALT beim Exponierten Bestimmung der HCV-RNA nach 2–4 Wochen. Falls negativ, Wiederholung 6–8 Wochen nach Exposition Bestimmung von Anti-HCV und ALT 3 und 6 Monate nach Exposition.
  • Besteht eine Therapieindikation bei akuter Hepatitis C? Wann ist eine antivirale Therapie bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis C indiziert? Nein, in der Regel keine Therapie der akuten Hep C. Patienten mit chronischer Hepatitis C soll eine antiviraleTherapie angeboten werden. Für Patienten mit einer fortgeschrittenen Fibrose besteht eine dringliche Behandlungsindikation
  • Akutelle Therapie der chronischen HCV-Infektion? Kombinationstherapien aus direkt antiviralen Agenzien (DAA) und Ribavirin. Angestrebt wird eine interferonfreie Therapie (z.B. Ledipasvir und Sofosbuvir +/- Ribavirin). Wahl der Therapie abhängig vom HCV-Geno- und Subtyp, möglicher Vortherapien und dem Fibrosestadium. Direkte Antivirale Agenzien: Protease-Inhibitoren NS5A-Inhibitoren Nicht-nukleosidische Polymerase(NS5B)-Inhibitoren Nukleosidische Polymerase (NS5B)-Inhibitoren
  • Wie soll die Therapie überwacht werden? Eine HCV-RNA-Messung unter Therapie zur Prüfung der Adhärenz Wirksamkeit. Eine minimale Restvirämie im Verlauf unter Therapie und am Therapieende (< 25 IU/ml) ist nicht mit einem Therapieversagen assoziiert und sollte daher nicht zu einemTherapieabbruch oder einer Therapieverlängerung führen. Die sonstige Überwachung soll auf der Grundlage des eingesetzten Therapieregimes sowie den individuellen Charakteristika des Patienten erfolgen Zur Bestimmung des abschließenden Therapieansprechens soll eine HCV-RNA-Messung frühestens 12 Wochen nach Therapieende erfolgen. Weitere Kontrollen der HCV-RNA können im Verlauf erfolgen.
  • Diagnostik postpartal bei HCV postive Müttern? HCV-RNA. Da positive Befunde bei jungen Säuglingen passager sein können, sollte die HCV-RNA auf jeden Fall im Alter von 6 Monaten bestimmt werden. Diagnose einer chronischen HCV-Infektion bei positivem RNA Nachweis >6 Monate.
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  • Ist eine HCV-Infketion eine Indikation für eine Sectio? Kann die Mutter stillen? Keine generelle Sectio-Empfehleung. Erhöhte Übertragungsrate bei Zwilingsschwangerschaften. Mutter kann Stillen solange keine Entzündung der Mamillen vorliegt.
  • Bei welchen Personen soll eine HBV-Diagnostik erfolgen? Personen mit erhöhten Leberwerten und/oder klinischen Zeichen einer Hepatitis Patienten mit Leberzirrhose/-fibrose Patienten mit hepatozellulärem Karzinom Personen mit Migrationshintergrund aus Regionen mit erhöhter HBsAg-Prävalenz Familien- oder Haushaltsangehörigen bzw. Sexualpartnern HBV-Infizierter oder Personen mit Kontakten zu Infizierten, die eine HBV-Übertragung ermöglichen medizinischem Personal Patienten in psychiatrischen Einrichtungen, Bewohnern von Fürsorgeeinrichtungen für Zerebralgeschädigte oder Verhaltensgestörte, Insassen von Justizvollzugsanstalten homosexuellen Männern und/oder Personen mit häufig wechselnden Sexualkontakten aktiven und ehemaligen i.v. Drogenbenutzern Dialyse-Patienten HIV- und/oder HCV-Infizierten Empfängern von Organtransplantaten vor und nach Transplantation Blut-, Gewebe-, Samen- und Organspendern Patienten vor bzw. während einer immunsuppressivenTherapie oder Chemotherapie Schwangeren (nur HBsAg) Kinder von HBsAg-positiven Müttern
  • Vorgehen falls Anti-HBc positiv, HBsAg und Anti-HBs negativ ist? Kontrolle mit einem 2. Test von anderem Hersteller Anti-HBc-IgM HBV-DNA quantitativ (DD: akute HBV-Infektion/HBV-Escape-Variante/„Anti-HBc only“/ okkulte HBV-Infektion)
  • Wie ist die Verlaufskontrolle bei einer Hepatitis B Infektion? Bei aktuer Infektion: Transaminasenaktivität und Prothrombinzeit nach klinischem Bedarf und Verlauf (cave: fulminantes Leberversagen!) wiederholen bis zur Normalisierung HBsAg/Anti-HBs alle 3–12 Monate bis zur Anti-HBs-Serokonversion Bei chronischer Infektion: Kontrolle alle 12 Monate, bei Vorliegen einer Leberzirrhose alle 6 Monate klinische Chemie (Leberentzündungs- und Lebersynthese-Parameter, Blutbild, Prothrombinzeit) HBeAg (sofern initial positiv), wenn negativ: Anti-HBe HBsAg (ggf. quantitativ), wenn negativ: Anti-HBs HBV-DNA (quantitativ) bei erhöhtem HCC-Risiko: Ultraschall des Abdomens und ggf. AFP-Bestimmung
  • Welche weitere Diagnostik ist bei Erstdiagnose einer HBV-Infektion erforderlich? Nachweis von evtl. Koinfektionen (HDV, HIV, HCV, Lues)Hepatitis-A-Virus-Serologie (Frage: Impfung)Klinisch-chemische LabortestsUltraschall des Abdomens ggf. Alpha-Fetoprotein-Bestimmung
  • Welche Patienten mit Hepatitis B Infektion sollten therapiert werden? Wie wird therapiert? Akute Infektion aufgrund von hoher Heilungsrate keine Therapieindikation. Chronische Infektion in der Regel Therapie indiziert. Die Behandlungsoptionen der HBV-Infektion bestehen zum einen in der Gabe von (pegyliertem) Interferon alpha und zum anderen von Nukleosid- (Lamivudin) und Nukleotid-Analoga (Adefovir), die die HBV-Replikation hemmen. Die Therapie wird dauerhaft durchgeführt.
  • Wie kann eine Hepatitis-B-Reaktivierung unter Immunsuppression verhindert werden? Bei hoch dosierter immunsuppressiver Therapie sollen HBsAg-positive oder HBV-DNA-positive Patienten (okkulte Hepatitis B) mit Nukleos(t)id-Analoga antiviral behandelt werden HBsAg-negative, Anti-HBc-positive Patienten sollen engmaschig überwacht werden, eine antivirale Therapie ist bei Anstieg der HBV-DNA bzw. Nachweis von HBsAg indiziert. Vor und während einer Therapie mit Anti-CD20-Antikörpern (z.B. Rituximab) können HBsAg-negative, Anti-HBc-positive Patienten mit Nukleos(t)id-Analoga antiviral auch ohne HBV-DNA-Nachweis behandelt werden. Vor und während einer Knochenmarks- bzw. Stammzelltransplantation sollen HBsAg-negative, Anti-HBc-positive Patienten mit Nukleos(t)id-Analoga antiviral behandelt werden. Die Therapie sollte mindestens 6, besser 12 Monate nach Beendigung der immunsuppressiven Therapie fortgeführt werden.
  • Wie ist bei nicht gegen Hepatitis B Immunen im Falle eines Kontakts mit HBV-haltigem Material zu verfahren? Nach Viruskontakt sollte so früh wie möglich, auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden, eine aktiv-passive Immunisierung erfolgen.
  • Wie ist die Postexpositionsprophylaxe bei Neugeborenen durchzuführen? Neugeborene HBsAg-positiver Mütter sollen innerhalb von 12 Stunden nach Geburt aktiv-passiv (aktive Impfung plus Hepatitis-B-Immmunglobulin) immunisiert werde.
  • Ist nach erfolgreicher Impfung gegen Hepatitis B eine Auffrischimpfung notwendig? Wie ist bei Nichtansprechen auf die Hepatitis-B-Impfung (Anti-HBs nach drei Impfungen <10IU/l) zuverfahren? Wie ist bei Personen zu verfahren, deren Anti-HBs-Konzentration 4–8 Wochen nach Grundimmunisierung 10–99 IU/l beträgt (gesunde Lowresponder)? Nach 15 Jahren. Bei Personen mit hohem Risiko nach 10 Jahren. Personen, deren Anti-HBs-Konzentrationen 4–8 Wochen nach der Grundimmunisierung <10 IU/l betragen („Nonresponder“), sollten erneut geimpft werde. Bis zu 3 weitere Impfungen (in  Abständen von 1–3 Monaten. HBsAg und Anti-HBc bestimmen. Personen, deren Anti-HBs-Konzentration 4–8 Wochen nach der Grundimmunisierung 10–99 IU/l beträgt („Lowresponder“), sollten entsprechend den Empfehlungen der STIKOeine sofortige Wiederimpfung erhalten; Anti-HBs sollte nach 4–8 Wochen erneut bestimmt werden. Patienten mit Immunsuppression und Dialysepatienten ggf. Doppelte Dosis.
  • Können Neugeborene HBsAg-positiver Mütter nach postpartaler aktiver und passiver Immunisierung gestillt werden? Es gibt keine Einwände gegen das Stillen, wenn die aktive und passive Immunisierung lege artis durchgeführt wurde.
  • Hepatitis E? Subtypen, Vorkommen? In Deutschland überwiegend Genotyp 3. Übertragungsweg über kontaminiertes unzureichend gegartes Schweinefleisch und Wildfleisch. In Asien und Afrika Genotyp 1 und 2. Übertragungsweg fäkal-oral über kontaminiertes Wasser und Speisen. Fulminante Verläufe in der Schwangerschaft bisher nur bei Genotyp 1 beschrieben!
  • Nachweis einer akuten Hepatitis A Infektion? Serologie: IgM-Antikörper sind bereits bei Auftreten der ersten Symptome nachweisbar. Auch IgG ist häufig schon positiv. HAV-Antigen mittels ELISA im Stuhl HAV-RNA im Stuhl oder Blut