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Energie aus Rohstoffen der Land- und Forstwirtschaft (Subject) / ZuFa 61-72 (Lesson)
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- Alkohol aus Zuckerrüben o Zuckerrüben: 1) von Erde reinigen 2) in Trommelschneidmaschine zu Schnitzel zerkleinert 3) mit 70° heißem Wasser in Türmen der Zucker im Gegenstrom entzogen 4) Schnitzel nach Extraktion ausgepresst, getrocknet -> Futter oder Biogassubstrat 5) Rohsaft wird aufkonzentriert (Eindampfung) -> Dicksaft mit 63-65% Zucker
- Alkohol aus Zuckerrohr Zuckerrohr: 1) gereinigt und zerkleinert 2) Walzenpressen. Zwischen den einzelnen Walzschritten (zerkleinern, auspressen) wird mit Wasser im Gegenstrom Zucker herausgewaschen -> Bagasse wird in Biomasseheizkraftwerken verbrannt und stellt Prozesswärme und Strom zur Verfügung
- Alkohol aus stärkehaltigen Rohstoffen (Getreide) Stärkehaltige Rohstoffe (Getreide): 1) Reinigung 2)Mahlprozesse: - Trockenmahlen: gesamtes Getreidekorn für Fermentation - Nassmahlen: einzelne Bestandteile (Stärke, Proteine, Fette) vor der Fermentation abgetrennt -> höherwertige Produkte (industriell nutzbare Stärke) können produziert werden und Ethanolfermentation nur mit Stärke schlechterer Qualität 3) Maischebereitung 4) Stärkehydrolyse 5) Stärkeaufschlussverfahren: -drucklose: in Brennereitechnologien am weitesten verbreitet -mit Druck: >100° und Überdruck -> hohe Betriebssicherheit aber hoher Energieaufwand
- Alkohol aus Lignozellulosehaltige Rohstoffe: Hart-/Weichhölzer, Stroh, organische Rückstände, Nebenprodukte, Abfälle Stärkeaufschlussverfahren: -enzymatisch katalysierte Hydrolyse Vorbehandlung: durch Chemikalien/ thermische/ physikalische Energie wird Zellulose/Hemizellulose/Lignin aufgeschlossen und Zellulose kann durch Enzym in Glucose umgewandelt werden; Vorbehandlung notwendig wegen Widerstandsfähigkeit des Lignozelluloseverbundes-Säurekatalysierte Hydrolyse durch Säure kommt es zur Hydrolyse von Zellulose und Hemizellulose; früher nur dieses Prinzip
- Alkohol aus Zuckerlösungen (die aus Zuckerrüben, -rohr, ...... gewonnen werden) erforderliche Hefe wird in den Ethanolanlagen selbst hergestellt -> zusätzliche Hefemaischen herangeführt, erforderlich sind 5-10% der täglich erzeugten Maischemenge(Hefe macht Zucker zu Alkohol)
- Batch-Verfahren der Alkoholgewinnung aus Biomasse Maische + Gärhefe in Gärbehälter, bleibt drinnen bis fertig + einfache Prozessführung bei hohem Zuckerumsatz (90-95% des theoretischen Maximums)
- Kontinuierliches Verfahren der Alkoholgewinnung aus Biomasse - hoher anlagentechnischer Aufwand + höhere volumenbezogene Produktivität* stationärer Zustand zwischen zugeführtem Frischsubstrat und abgeführtem vergorenen Substrat angestrebt* als Batch-Verfahren
- Destillation und Rektifikation für Alkoholgewinnung aus Biomasse = Abtrennung des Alkohols und aufkonzentrieren -Destillation = thermische Trennung eines Zweistoffgemisches durch einfache Trennkolonnen ohne externen Rücklauf -> Rohalkohol mit 55 Vol%-Rektifikation = zur Aufkonzentrierung und Feinreinigung. Ein Teil des Destillats wird kondensiert und als Rücklauf nochmals behandelt -> 93-96 Vol%
- Schlempenbehandlung: (Gewinnung von Alkohol aus Biomasse) Entwässerung: verbleibende von der Hefe nicht umgesetzte Stoffe durch Feststoffabtrennung und Entwässerung mit Dekantern entfernt. -> Dekanter = Zentrifugen mit drehender Trommel Eindampfen: aus Dekanter kommende Flüssigkeit beinhaltet noch lösliche Bestandteile -> durch thermische Wasserverdampfung aufkonzentriert (aber energieintensiv wegen hoher Verdampfungsenthalpie von Wasser) Trocknung: Feststoff aus Dekanter und Sirup aus Eindampfer -> in Trockner zu lagerfähiger Trockenschlempe: -direkte Trocknung durch heißen Abgasstrom -indirekte Trocknung durch Dampfbeheizung der Trockneroberfläche Biogasanlage: Schlempe kann auch anaerob vergoren werden -> entstehendes Gas für Energieproduktion (Kombis von Biogas- und Ethanolproduktion)
- Absolutierung (Gewinnung von Alkoholen aus Biomasse) wasserfreie Alkohole werden oft benötigt – Verfahren: Adsorptionsverfahren = Bindung von Wasser an einen hoch porösen Feststoff Absorption durch Molekularsiebe Adsorptionsmittel lässt Wasser aber keine Ethanolmoleküle eindringen absatzweiser Betrieb notwendig + geringer Energiebedarf - hohe Investition Azeotroprektifikation = Destillation bis zum azeotropen Punkt -nutzt das Verhalten von azeotropischen Gemischen -Zusatzmittel früher Benzol, heute Cyclohexan -Cyclohexan bildet mit Ethanol und Wasser ein niedrigsiedendes Azeotrop bei 62,4° Membranverfahren = Pervaporation oder Dampfpermeation-Filtration durch porenfreie Membranen -Pervaporation: Zweistoffgemisch flüssig -Dampfpermeation: dampfförmige Zufuhr
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- o Anlagenkonzept für die Gewinnung von Alkohol aus Biomasse Kleiner und mittlerer Maßstab: in LW Kleinbrennereien (1000-4500m³/a) Absolutierung hier nicht wirtschaftlich Kopplung mit Biogasanlage sinnvoll Großtechnischer Maßstab: in Europa Produktion von 100.000-260.000 m³/aKonkurrenz zwischen Batch- und kontinuierlichen Verfahren (geringere Investition aber mit 89% Alkoholausbeute weniger als bei Batch mit 92%)
- Produkte und energetische Nutzung (der Gewinnung von Alkohol aus Biomasse) o Alkohol: = organische Verbindungen mit OH-Gruppe (Ethanol, Butanol, Benzin, Diesel) -Ethanol: 65% des Energiegehalts verglichen mit konventionellem Ottokraftstoff, höherer Dampfdruck und höhere Verdampfungswärme als Benzin (somit schlechtere Zündeigenschaften bei niedrigen Temperaturen) aber bessere Oktanzahl -Butanol: 90% des Energiegehalts, Cetanzahl nahe der von fossilen Kraftstoffen (bei Ethanol nicht), + kann beliebig mit Benzin vermischt werden, + kaum korrosiv, + nicht hygroskopischo Schlempe: -flüssiges Futtermittel (Schweinemast, verdirbt aber schnell deswegen innerhalb 2 Tagen verfüttert oder trocknen) -festes Futtermittel (hochwertiges Eiweißfuttermittel, 30% Protein) -Düngemittel (enthält Mineralien) -Energiegewinnung (Biogasproduktion) -> USA trocknet 85% und verfüttert; EU verfüttert direkt oder düngt -> in EU kleinere Anlagen bei denen sich Trocknung nicht rentiert wegen hohem Energieaufwand
- Biogastechnologie: Biogas = 50-70% Methan, 30-50% CO2, 0-2% Schwefelwasserstoff, Restgase 1 m³ Methan = 10 kWh 1 m³ Biogas = 5-7kWh … entspricht 0,6l Heizöl1. Biogaswelle (1950-1970) durch Energieknappheit, Ende wegen niedrigen Preisen auf fossile2. Biogaswelle (1975-1985) durch ansteigende Preise auf fossile, Ende durch ungünstige Rahmenbedingungen (schlechte Anlagentechnik, keine Verstromung, keine Förderung)3. Biogaswelle (ab 1990) durch verbesserte Rahmenbedingungen (Stromeinsparungsgesetz, CO-Fermentation, Förderungen, EEGesetz)Rohstoffe für Produktion in Industrieländern: Wirtschaftsdünger, organische Abfälle, Energiepflanzen -> Verstromung, Wärme (KWK), upgrading zu BiomethanKraftstoffe im Vergleich (steigende km fahrbar, von wenig zu viel:): -> Bioethanol, Biodiesel, Rapsöl, BtL Biomass-to-Liquid, Biomethan -> heute 300 Anlagen
- Grundlagen der Biogastechnologie: nahezu alle Temperaturen erlauben Wachstum der Mikroorganismen, aber Biozönose dafür muss sich erst herausbilden -> genügend Zeit erforderlich bei möglichst keinem zusätzlichen Stress
- Substrate der Biogastechnologie: = Wirtschaftsdünger, organische Abfälle, nachwachsende Rohstoffe (Substrataufbereitung – anaerobe Fermentation – Gasaufbereitung und Nutzung – Gärrestlagerung und Nutzung)Arten von Biomasse: Energiepflanzen, Nebenprodukte/Reststoffe, Abfall
- Energiepflanzen als Substrat der Biogastechnologie = hauptsächlich zur Energiegewinnung angepflanzt Mais, Kleegras, Zwischenfrüchte, Getreide, Sudangras
- o Nebenprodukte/Reststoffe als Substrat der Biogastechnologie -ökonomisch unabhängig von internationalen Rohstoffmärkten -ökologisch sinnvoll -akzeptiert -> Charakteristika: starke Lignifizierung Vorbehandlung notwendig (biologisch, chemisch, physikalisch): -Lignozellulosekomplex schützt vor Abbau, -Voraussetzungen für biologischen Abbau = Monomere Bestandteile aus Stoffverbund lösen, Problem = natürlicher Weg sehr langsam -> Oberflächenvergrößerung, Schutzschichten lösen, Hydrolyse unterstützen Aufschlusstechnologien (biologisch, chemisch, physikalisch)Potentiale in Ö: 700.000 t Mais; Alpenvorland und Ackerbaugebiete im Osten, klein strukturierte LW erfordert spezielle Bereitstellungskonzepte
- Verfahrenskette Biomasse: (Biogastechnologie) o Ausgangssituation: -Die Rohstoffquellen sind vielfältig (Wirtschaftsdünger, agrarische Nebenprodukte, Nebenprodukte aus Lebensmittel- und Biotreibstoffindustrie, Reststoffe von Kommunen, Energiepflanzen, …) -Substrate besitzen heterogene Gäreigenschaften -> Nährstoffe, Hemmstoffe, physikalische/technologische Eigenschaften -> komplexe Wirkungen in Mischungen (Synergien, Hemmungen, Wechselwirkungen) -Rohstoffkosten sind 40% der Gesamtkosten der Biogaserzeugung -idR Einsatz von Rohstoffmischungen-Zukünftig werden vermehrt agrarischen Reststoffe und Nebenprodukte der Lebensmittel- und Biotreibstoffindustrie eingesetzt werdeno Ziele: -betriebsindividuelle Optimierung der Rohstoffe (stofflich, energetisch, wirtschaftlich) -Bestimmung der Rohstoffqualität (Makro-Mikro-Nährstoffe, Lignozellulose-Komplex) -Kopplung der Erzeugung von Stoffen/Nahrung/Energie aus Biomasse (Integration der Erzeugung) -höchstmögliche Flächenproduktivität (Pflanzenzüchtung, Technologie für Ernte und Aufbereitung) -Konkurrenz um Land und Lebensmittel abbauen durch hohe Flächenerträge nachhaltiger Fruchtfolgen mit Reststoffnutzung
- Biomassebereitstellung und –Lagerung (für Biogastechnologie) Lagerung als....-Konservierung – Silagekette (Fahrsilo, Traunsteiner Silo, Siloplatte) -Ballen 1-1,8 m -> 3-8€-Schüttgut (Platzbedarf für Lagerfläche)
- Aufbau einer Biogasanlage: Vorgruben/Aufbereiter -> Fermenter -> Nachgärung -> Lagerbehältero Fermenter: - kontinuierlicher Nassfermenter (Durchfluss-/ Speicher-Durchfluss-/Durchfluss-Speicher-Verfahren) - diskontinuierlicher Nassfermenter (Batch-/Wechselbehälter-/Speicher-Verfahren)- diskontinuierlicher Feststofffermenter (Folien-Schlauch-/ Tunnel-/ Pfropfenstrom-/ Container-/ Boxen-Fermenter) Flüssig-Vergärung: Liegende Fermenter aus Stahl oder Beton; Stehende Fermenter aus Stahl (Emaille-/Edelstahlplatten/gewickelte Blechbahnen) oder Beton (Ortbeton, Betonfertigteile) Kombinierte Trocken-Nass-Vergärung: Perkolationsflüssigkeit aus Trockenvergärung wird in Speicher mit Nassfermenter gekoppelt -> anaerob -> organische Fracht baut sich ab und bildet Biogas *** Einbringung stapelbarer Substrate: vermehrt Feststoffe, direkte Einbringung in Fermenter notwendig (nicht über Vorgrube) -> Einwurfschacht, Einspülschacht, Eintragsschnecke, Eintragskolben; technisches Angebot Einbringintervalle: alle 12 h *** (meine interpretation: perkolationsflüssigkeit hat noch organische fracht -> wird im speicher nass vergoren und daraus kriegt man auch noch biogas)
- Biogasnutzung: Verstromung Blockheizkraftwerke (elektrischer Wirkungsgrad = 40%)
- Biogasnutzung: Gasaufbereitung - Nutzung für Wärme, Treibstoff, Strom oder -> Einspeisung ins Gasnetz - in Ö bislang nur zur Stromerzeugung (schlechter Wirkungsgrad) - effizient ist Einspeisung von Biogas (örtlich flexible Nutzung, hoher Wirkungsgrad, Ersatz von fossilem Erdgas)- für Gaseinspeisung bestimmte Qualität notwendig
- Quantitative Bewertungsmethoden von Umweltauswirkungen: Ökologischer Fußabdruck The Swiss Ecopoints (SEP) Method und Umweltbelastungspunkte (UBP)Cradle to CradleÖkobilanz
- Ökologischer Fußabdruck - misst Umweltauswirkungen einer Handlung und nötige Fläche - Anwendbar auf verschiedene räumliche Einheiten (Wirtschaft, Region, Nation, Verbraucherprodukt, Einzelgesellschaft) - Gegenstück: Biokapazität = Produktivität und Absorptionskapazität der tatsächlich verfügbaren Fläche - Angebot vs. Nachfrage: Fußabdruck vs. Biokapazität Vorteile: + beliebter Indikator für Nachhaltigkeit + stellt komplexe Systemauswirkungen mit einer einzigen Maßzahl dar + demonstriert ungleiche Verteilung (Verbrauch und Ressourcen) + quantifiziert die Tragfähigkeit unseres Planeten/ von Ländern/Regionen Nachteile: - Anthropozentrisch: stellt keine Ressourcen für andere Spezies zur Verfügung - schließt unproduktive Flächen von Biokapazität aus die für Biodiversität wichtig sind (Berge, Tundren, Eisschichten, Ozeane, Wüsten) - ignoriert THG außer CO2, Wasserverbrauch, Auswirkungen von Toxinen auf Biodiversität - ignoriert Risiken wie Radioaktivität, Toxine - modelliert keine alternativen Funktionen von Land (Kohlenstoffspeicher, pflanzliche Produktion) - LW Produktivität als einzige Basis zur Berechnung von Biokapazität (intensive LW schneidet besser ab weil sie weniger Land verbraucht als extensive LW)
- The Swiss Ecopoints (SEP) Method und Umweltbelastungspunkte (UBP): (Quantitative Bewertungsmethoden von Umweltauswirkungen:) - Umweltbereiche sind endliche Ressourcen, also jede Umwelt kann durch Verschmutzungen nur bis zum Grenzwert belastet werden - ‚Entfernung zum Ziel‘-Methode, Emission ist wirklich schädlich wenn die landesweiten Grenzwerte schon fast überschritten sind, ansonsten nicht so schädlich - Hauptmerkmal: Verwendung eines Grenzwertes bringt politische, wirtschaftliche Überlegungen ein -> verändert sich je nach Land, Region, Zeit, Technologieentwicklung,…
- Life Cycle Assessment (LCA) = Ökobilanz ‚Cradle to Cradle‘-Ansatz = berücksichtigt Umweltauswirkungen über den gesamten Lebensweg eines Produktes -> kann zu starken Verzerrungen führen (zB. Bei Autos kann die Produktion energiearmer erfolgen aber die Nutzungsphase dafür umso energieintensiver)hingegen Ökobilanz/LCA = ist eine Zusammenstellung und Beurteilung der Input-und Outputflüsse und der potenziellen Umweltwirkungen eines Produkt- oder Dienstleistungssystems im Verlauf seines Lebensweges*. (Lebensweg = aufeinanderfolgende Stufen von Rohstoffgewinnung bis Beseitigung) -> wird seit 2008 verstärkt publiziert * also nicht über den gesamten lebensweg als eine zahl, sondern man hat dann einen verlauf als ergebnis
- Anwendungsarten der Ökobilanz: - Ökodesign (Möglichkeiten erkennen um Umweltauswirkungen zu reduzieren) - Entscheidungsfindung durch Vergleich der Umweltauswirkungen ähnlicher Alternativen (Industrie, Regierung, NGO) - Marketing mit Ökokennzeichnung und Konsumentenentscheidung ->nach ISO EN 14040:Entwicklung & Verbesserung der Produkte, Politische Strategien und Entscheidungen, Marketing-> Bsp. Händetrockner (Airblades am besten, Warmlufthändetrockner am schlechtesten)-> Bsp. Marketingzwecke: Pro Planet von REWE - fördert nachhaltigen Konsum - Orientierungshilfe für Konsumenten - Sensibilisierung für Nachhaltigkeit - Glaubwürdigkeit und Vertrauen durch Transparenz und kompetente Partner - Imagesteigerung
- Methodik der Ökobilanz 1. Schritt von 4: Ziel und Untersuchungsrahmen festlegen 1) Festlegung von Ziel Warum LCA? Wofür Ergebnisse? Zielgruppe? Vergleichende Aussagen vorgesehen (gibt es Konkurrenzprodukte, wenn ja strenger!)? und 1) Untersuchungsrahmen festlegeno Funktion/Nutzen des Produktes, funktionelle Einheit (= quantifizierter Nutzen eines Produktsystems, um diesen quanNutz dann als Vergleichseinheit zu verwenden), Referenzflusso Systembeschreibung (Input/Output, Produktsystem, Abschneideregeln) (Systemfließbilder: stellt Einzelprozesse als Kästchen in Wechselbeziehung -> siehe unten)(Abschneidekriterien: zB. Für Input: Masse, Energie, Umweltrelevanz -> 5%-Regel bedeutet, dass alle Prozesse die weniger als 5% zur Summe der Inputfaktoren beitragen werden nicht berücksichtigt -> in der Praxis oft keine Kriterien weil kleine Prozesse leicht zu berücksichtigen, Kriterium festlegen oft aufwändiger!)o Allokationsverfahreno geografische/zeitliche Systemgrenzen (entscheidend! zB. Treibstoffvergleich fossil/ erneuerbar -> Infrastruktur wie Straße macht großen Unterschied)o Zusatznutzung (Herstellung von Nutzengleichheit zwischen vergleichbaren Produkten)o Datenvergleichbarkeit und Detailtiefeo Wirkungskategorieno kritische Prüfungo sonstiges für Auswertung- Funktion = technisch, Nutzen = auch subjektive Komponente - funktionelle Einheit = Quantifizierung von Nutzen/Funktion, soll sich nach Festlegung des Bezugsrahmens nicht mehr ändern, gewählte Zahl ist nicht fix aber sollte realistisch sein -> Wahl der funktionellen Einheit kann wichtig sein (zB. Feldfrüchte pro ha und Jahr / Feldfrüchte pro kg TM; zB. Schweinemastproduktion – Erneuerbare eingesetzte Energie pro kg Schweinefleisch / pro ha) - Referenzfluss = Menge des Produkts die für funktionelle Einheit notwendig ist (unterschiedlich für ähnliche Produkte mit demselben Nutzen) Systemfließbilder: - Form eines Produktbaumes (Verzweigungen bei mehreren Inputs/Outputs/Vorketten) - in der Realität oft Vernetzungen die in Systembildern vermieden werden (Ausnahme Recycling)- bzgl. Prozess sind Sekundärverpackungen ersichtlich (Paletten,…) aber Infrastruktur (Maschinen, Geräte) oft nicht - bei vergleichenden LCA können gemeinsame Prozesse weggelassen werden (wenn sehr viele gemeinsame und nur unwichtige überbleiben -> keine Unterscheidung feststellbar)
- Methodik der Ökobilanz 2. Schritt von 4: 2) Sachbilanz= Zusammenstellung und Quantifizierung von Inputs und Outputs eines gegebenen Produktes im Verlauf seines Lebensweges = Summe aller Inputs und OutputsVorgehensweise (interaktiver Prozess):o Flussdiagramm als Ausgangspunkto Datensammlung aller Ressourcen und Emissionen (Aufwand)o Datenquellen: LCA-Datenbanken, Berichte, Experten, Rechercheo **Systemmodell (meist computergestützt)o Berechnungen von Ressourcenverbrauch und Emissioneno Darstellung der Ergebnisse (Tabelle, Grafik)-> auch Allokation von Kuppelprodukten (Zuteilung von Ressourcenverbrauch etc. zu Produkten): -Allokation durch weitere Aufgliederung der Prozesse vermeiden -Allokation durch Systemerweiterung vermeiden -Allokation nach Eigenschaften (Masse, Wert) [Übertragen ins**]
- Methodik der Ökobilanz 3. Schritt von 4 3) Wirkungsabschätzung Ziel = Vergleich zwischen Umweltauswirkungen Wirkungsabschätzungsmethode mit Kategorien: -stratosphärischer Ozonabbau [CFC-11-Äquivalente] -globale Erwärmung [CO2-Äquivalente] -Smogbildung [NOx-Äquivalente] -Versauerung [H+mol-Äquivalente] -Eutrophierung [N-Äquivalent] -Humantoxizität [Benzol-Ä.] für karzinogene [Toluol-Ä.] für nicht.karzinogene [PM2,5-Ä.] für Luftschadstoffe -Ökotoxizität [2,4-D-Ä.] -Verbrauch fossiler Brennstoffe [m²*Jahr] -> 3 Pflichtteile: -Wirkungskategorien auswählen (je nach Ziel/ Untersuchungsrahmen/ erwartete Umweltbelastungen) -Klassifikation (sortieren der Ergebnisse in Wirkungskategorien) -Charakterisierung (umwandeln in potentielle Umweltauswirkungen) -> ISO-Norm: Sie wählen Wirkungskategorien selbst: -Vollständigkeit (alle relevanten Umweltprobleme) -Machbarkeit (nicht zu viele auflisten) -Unabhängigkeit (doppelte Zählungen vermeiden) -Modell verfügbar? -> Midpoint-Kategorien = schwierige Kommunikation mit Öffentlichkeit/Entscheidungsträgern -> Endpunkt-Kategorien = größere Unsicherheiten aber leichter zu verstehen für Öffentlichkeit/Entscheidungsträger-> optionale Schritte: Normalisierung (verknüpft Auswirkungen auf Produktsystem mit Auswirkungen auf die Gesellschaft – Perspektive auf relative Wirklichkeit) Bewertung (verknüpft Auswirkungen basierend auf subjektiven Werten) cfc11 = Trichlorfluormethan, ein FCKWPM2.5 refers to atmospheric particulate matter (PM) that have a diameter of less than 2.5 micrometers, which is about 3% the diameter of a human hair.2,4-D = 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (Herbizid)
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- Methodik Ökobilanz Letzer Schritt Auswertung 4) Auswertung = interaktiver Prozess der Qualitätskontrolle und Kommunikation zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit der Ökobilanz-Ergebnisse 1) identifizieren der signifikanten Umweltprobleme 2) Evaluierung der Ergebnisse/Methodik/Daten bezüglich Vollständigkeit/Konsistenz/Sensitivität 3) Kontrolle, dass Schlussfolgerungen mit den Anforderungen von Ziel und Untersuchungsrahmen zusammenstimmen 4) wenn dies der Fall ist -> Schlussfolgerungen können festgeschrieben werden
- Vorteile und Grenzen von Ökobilanzen: Vorteile von Ökobilanzen: - umfangreich, vermeidet Suboptimierung und Umlenkung - strukturierte, quantitative Methode um komplexe Systeme zu analysieren - kann auf verschiedenste Systeme angewandt werden (einzelne Produkte, Technologien, Industriezweige) Grenzen der Ökobilanz: - subjektive Entscheidungen und Annahmen - Verfügbarkeit von Modellen für Potentielle Auswirkungen - Zugang und Verfügbarkeit von Daten/Datenqualität - aus globalen und regionalen Daten gezogene Schlussfolgerungen können für lokale nicht angewendet werden - bei Unternehmen eventuell Öko-Audits oder UVP besser geeignet
- Unterstützung für Nachhaltigkeitsentscheidungen: - soziale und wirtschaftliche Ökobilanzen momentan getrennt (social LCA, life cycle costing) - nachhaltigkeitsbezogene Entscheidungshilfe: life-cycle sustainability analysis (LCSA) integriert Methoden der verschiedenen Ökobilanzen
- Geschichte der Ökobilanz: - Abfalldebatte und Ölkrise - 1969 erste Ökobilanz von Getränkeverpackungen bei Coca Cola im Auftrag (Resource and Environmental Profile Analysis REPA) - 1980er vermehrt bei Verpackungen- 1991 Begriff Ökobilanz - 1996 erstes wissenschaftliches LCA-Journal - 1997 erste ISO-Norm - 2003 UNEP/SETAC Life Cycle Initiative - Heute: Ökobilanz hat ihren Platz in öffentlicher Politik, Design, Entscheidungsfindung, Ausbildung