Allgemeinbildung (Subject) / Naturwissenschaft (Lesson)

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  • Wie bewegt sich ein Mensch, der im Sessel sitzt und diese Zeilen liest? Er befindet sich nicht in Ruhe, sondern auf der Erde, die eine Bahn um die Sonne zieht und sich um ihre eigene Achse dreht, die zudem ihre Ausrichtung im Laufe der Zeit ändert. Weiter bewegt sich das ganze Planetensystem durch die Milchstraße, die in einem expandierenden Universum eine schneller werdende Fluchtbewegung ausführt.
  • Woher wissen Menschen, dass es Atome gibt, die man doch nicht sieht? Das Wort „Atom“ ist uralt. Es stammt aus der Antike, wurde aber von den Philosophen dieser Zeit nicht wirklich ernst genommen. Sie wollten gar nicht wissen, wie viele Atome es gibt, wie groß sie sind und wie sie aussehen. Diese Fragen stellten erst die Chemiker und Physiker im 19. Jahrhundert, die im 20. Jahrhundert zu ihrer Überraschung merkten, dass Atome gar nicht unteilbar sind und auch kein Aussehen haben. Atome sind keine Dinge und stecken voller Rätsel, gerade weil wir sie nicht sehen und in die Hand nehmen können, wie es mit Äpfeln und Birnen gelingt. Viel Platz zum Staunen.
  • Lassen sich Gene zählen, etwa beim Menschen? In der Öffentlichkeit ist viel von Genen die Rede – von Sieger- Genen, von Genen für die Untreue oder das Böse, von Bayern-Genen – und die Wissenschaft legt von immer mehr Lebewesen und ihren Zellen das Erbmaterial frei, das sie Genom nennt. Man kennt seit gut zehn Jahren das Genom des Menschen und fragt seitdem, wie viele Gene ein Mensch besitzt. Die Antwort bleibt trotz vieler Zahlen offen, weil Gene nicht etwas sind, das Zellen hat, sondern etwas, das Zellen macht – in jeder Situation anders. Gene müssen so gebildet werden wie die Menschen selbst.
  • Was ist Energie – und gibt es genug davon? Die Wissenschaft kennt für die Energie den fast heiligen Grundsatz, dass sie weder erzeugt noch vernichtet werden kann. Energie bleibt erhalten und ist somit unzerstörbar. Daher kann kein Mensch Energie verbrauchen, auch wenn er dafür zahlen muss, und kein Politiker kann Energie erneuern, auch wenn er es glaubt. Es wird Zeit, dass wir lernen, sachlich richtig über Energie zu sprechen, damit die Entscheidungen der Energiepolitik vermieden werden, in deren Folge die Lichter ausgehen.
  • Warum fallen Gegenstände nach unten? Kinder kann man bei dieser Frage mit der Antwort begeistern, dass Gegenstände nach unten fallen, weil die, die nach oben fallen, längst weg sind. Erwachsene kann man mit dem Hinweis „Durch die Schwerkraft“ erst beruhigen und dann aufregen, wenn weiter gefragt wird, wie diese Kraft denn zu Stande kommt. Da ist doch nur die Erde mit ihrer Masse. Wie erzeugt so etwas eine anziehende Kraft? Durch das Gravitationsfeld, heißt die korrekte Antwort der Wissenschaft, die es noch schwerer macht. Was ist denn solch ein Feld, und wie erreicht das die Gegenstände, die dann fallen? Weiterdenken, bitte.
  • In welche Richtung weht der Wind? Was macht der Wind, wenn er nicht weht? Eine Frage, über die sich nachsinnen lässt, wenn verstanden ist, warum man dauernd Gegenwind beim Radeln hat und warum der Wind am Meer landeinwärts bläst. Gut verstehen kann man das Wehen am Wasser, das vor allem im Sommer länger warm bleibt als die Landmasse, was sich auf die Luft überträgt, die mit der Hitze Druck entwickelt und als Wind vom Meer zur Küste strebt und dort die Haare der Spaziergänger am Strand zerzaust. Wind macht es wie wir. Er geht dahin, wo er Platz findet, also dahin, wo wenig Druck herrscht.
  • Warum darf man nicht durch null teilen? Die Null hat lange gebraucht, um in den Kulturen aufzutauchen, und wir haben bis heute Probleme, den Tag der Geburt eines Menschen als nullten Geburtstag und nicht als seinen ersten zu bezeichnen. Mit null malnehmen gibt null, was einleuchtet, aber was ergibt sich, wenn man durch null teilt? Unendlich, denkt man! Oder? Das Problem besteht darin, dass man sich der null von den positiven und den negativen Zahlen her nähern kann und dann entweder unendlich mit Plus- oder mit Minuszeichen erhält, und das verwirrt nur. Wer durch null teilt, verliert die Kontrolle, und deshalb ist es unzulässig.
  • Haben Bienen eine Sprache? In Schulbüchern ist davon die Rede, dass Bienen über eine Sprache verfügen, mit der sie anderen Bienen im Stock mitteilen, wo es Blüten und damit Nahrung gibt. Bienen führen dazu einen Tanz auf – den Schwänzeltanz -, doch so schön der anzusehen ist, eine Sprache möchte man diese Kommunikation nicht nennen. Die informierten Bienen antworten nämlich nicht, sie reagieren nur, wenn auch nicht unbedingt auf den Tanz, und um ihr Ziel zu erreichen, müssen sie auf andere Bienen achten und Düften folgen. Viel Arbeit für ein kleines Hirn – und die Forscher.
  • Woher haben E-Mails das @-Zeichen? Elektronische Post ist uralt. Es gibt sie seit den frühen 1970er-Jahren, als das erste Programm dafür geschrieben wurde. Um die elektronischen Briefe an die richtige Adresse schicken zu können, dachte man sich eine zweigeteilte Anschrift aus, die aus dem Namen der Person und aus der Bezeichnung des benutzten Computers bestand. Um beide Teile zu trennen, suchte man ein Zeichen, das nicht zum normalen Alphabet gehört, und man wurde bei dem alten Zeichen der Kaufleute fündig, mit der sie „drei Hosen zu je 100 Mark“ ausdrückten. Sie schrieben es als „drei Hosen @ 100 Mark“. Da sind E-Mails billiger.
  • Warum ist Zucker süß? An dieser Frage lassen sich unmittelbare und weit zurückliegende (evolutionäre) Gründe unterscheiden. Die direkte Antwort lautet, dass Zucker süß ist, weil seine Moleküle auf den Nervenzellen landen, die im Gehirn die angenehmen Empfindungen auslösen, welche „süß“ heißen. Die evolutionäre Antwort lautet, dass es in der Frühzeit der Menschen Mühe machte, Früchte mit dem Zucker zu finden, den ein Körper für den Stoffwechsel brauchte. Der Aufwand musste von der Evolution belohnt werden, und so schmecken die seltenen Beeren süß. Man soll sie ruhig genießen.