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Klinische Diagnostik (Subject) / Klausurvorbereitung (Lesson)

Einführung, Modelle, KVT, Psychodynamik

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  • Wozu dient die klinische Diagnostik? - dient der Beantwortung klinischer Fragestellungen, die sich auf die Beschreibung, Klassifikation, Erklärung und Vorhersage menschlichen Verhaltens und Erlebens beziehen
  • Aufgaben klinischer Diagnostik? - qualitative und quantitative Beschreibung der vorliegenden psychischen Problematik - Klassifikation der Störung - Exploration lebensgeschichtlicher Bedingungen - Beobachtung des Verlaufs der Intervention - Überprüfung des Therapieerfolgs 
  • Diagnostische Hypothesenbildung Top-Down-Ansatz:- Klinisches Störungs- und Veränderungswissen als Voraussetzung für klinisch-psychologische Interventionen Buttom-Up-Ansatz:- Individuelle Besonderheit als Voraussetzung für Anwendung von Störungs- und Veränderungswissen
  • AMDP-System - Fremdburteilungsverfahren, das der internationalen Vereinheitlichung psychiatrischer Diagnostik dient 
  • Psychischer Befund - Abweichungen und Veränderungen psychischer Funktionen werden registriert, dokumentiert und geordnet (ohne Interpretation!)
  • 1. Bewusstseinsstörung - quantitativ: Bewusstseinsverminderung (Ausmaß)- qualitativ: Bewusstseinstrübung (Beeinträchtigung der Bewusstseinsklarheit)
  • 2. Orientierungsstörung Bescheidwissen über Ort, Zeit, Situation und Person- örtlich, zeitlich, situativ - zur eigenen Person
  • 3. Aufmerksamkeit- und Gedächtnisstörung kognitive Beeinträchtigung - Auffassungsstörung: Wahrnehmung in Bedeutung begreifen (Sprichwörter)- Merkfähigkeitsstörung: 10 Minuten merken- Gedächtnisstörung: länger als 10 Minuten merken - Konfabulation: Auffüllen von Erinnerungslücken mit spotan wechselnden Einfällen- Paramnesien: Erinnerungsverfälschungen 
  • 4. Formale Denkstörungen zeigen sich meist im Gespräch- gehemmt (subjektiv als blockiert wahrgenommen)- verlangsamt (Beobachter nimmt Gespräch als zäh wahr)- umständlich (Nebensächliches kann nicht von Wesentlichem getrennt werden)
  • 5. Befürchtungen und Zwänge - Misstrauen: Verhalten anderer wird ängstlich auf eigene Person bezogen - Hypochondrie: ängstliche Beziehung zum eigenen Körper - Phobien (Angst vor bestimmten Situationen und Objekten)- Zwangsdenken: sich aufdrängende Gedanken, die als unsinnig erlebt werden- Zwangsimpulse: sich aufdrängende Impulse, Handlungen auszuführen - Zwangshandlungen: Handlungen müssen gegen inneren Widerstand aufgeführt werden
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  • 6. Wahn Fehlbeurteilung der Realität 1) formale Aspekte:- Wahneinfall: rein gedankliche, neu aufgetretene wahnhafte Vorstellung - Wahngedanke: aus Wahnwahrnehmung entstandene Überzeugung - systematischer Wahn: Grad der Verknüpfung einzelne Wahnsymptome - Wahndynamik: Ausmaß der affekte im Zusammenhang mit dem Wahn 2) inhaltliche Aspekte:- Beziehungswahn: Beziehen auf eigene Person- Verfolgungswahn: Überzeugung, verfolgt oder bedroht zu werden- Eifersuchtswahn: Überzeugung, betrogen zu werden - Verarmungswahn: Überzeugung, dass finanzieller Ruin bevorsteht - Größenwahn: Selbstüberschätzung - Hypochondrischer Wahn: Überzeugung, schwer krank zu sein 
  • 7. Sinnestäuschungen - Illusionen: Verkennung realer Gegenstände, Personen und Situationen - Halluzinationen: Wahrnehmmung ohne Reizquelle - Pseudohalluzinationen: Halluzination, bei denen Trugcharakter erkannt wird 
  • 8. Ich-Störungen Störungen der Ich-Umwelt-Grenze oder des Einheitserlebens - Derealisation: Umgebung oder Zeiterleben werden verändert wahrgenommen- Depersonalisation: Fremdheitsgefühl der eigenen Person gegenüber- Gedankenausbreitung: andere haben Teil an den eigenen Gedanken - Gedankenentzug: Gedanken werden weggenommen- Gedankeneingebung: Gedanken werden gesteuert und eingegeben 
  • 9. Störung der Affektivität - ratlos: Patient wirkt stimmungsmäßig, als würde er sich in seiner Situation nicht zurecht finden - deprimiert: niedergeschlagen- ängstlich- euphorisch: gesteigerte Heiterkeit - afffektarm- affektlabil: schneller Stimmungswechsel
  • 10. Antriebs- und psychomotorische Störung - antriebsarm: Mangel an Energie - antriebgehemmt: Energie wird als blockiert erlebt - antreibsgesteigert - motorisch unruhig: nicht still sitzen können - Parakinesen: unregelmäßige, unharmonische Bewegungen 
  • Nutzen und Kritik an AMPD Nutzen: - Vereinheitlichung der psychopathologischen Deskription und Begriffe- Systematisierung von Beobachtungen Kritik: - keine direkte Anlehnung an ICD-10 oder DSM- zeitaufwendig - nicht umfassend 
  • Ziele von Klassifikationssystemen - verlässliche (reliable) Diagnosen - wissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen - interdisziplinäre wissenschaftliche Kommunikation
  • Was für ein Klassifikationssystem wäre wünschenswert? Nosologisches System zur Klassifikation: - Versuch einer natürlichen, konsistenten, eindeutigen Ordnung von Krankheiten nach einheitlichen Gesichtspunkten Lösung:- Einführung von deskriptiven Klassifikationssystemen mit expliziten Krterien- Diagnosen sind dabei als hypothetische Konstrukte zu verstehen 
  • DSM vs. ICD DSM: - für alle Gesundheitsberufe anwendbar- atheoretischer Ansatz mit weitgehenden Verzicht auf alle empirisch unzurichend gesicherten ätiologischen Annahmen - eindeutige Nomenklatur - explizite deskriptive Kriterien ICD: - für alle Krankheiten konzipiert - weniger umfassend - im Aufbau ähnlich wie DSM
  • Differentialdiagnostik - Abgrenzung eines Krankheitsbildes von einem anderen möglicherweise ähnlichen Krankheitsbild mithilfe von entsprechenden Kriterien
  • Kritik an Klassifikation - Etikettierung trägt zu Stigmatisierung bei - Reduktion auf klassifikatorisches Label führt zu Informationsverlust - Verwechslung von Deskription und Erklärung 
  • Warum standardisierte oder strukturierte Interviewverfahren? - Fehlerquellen von freien Interviews sollen vermieden werden1) Informationsvarianz: andere Fragen = andere Informationen 2) Beobachtungs- und Interpretationsvarianz: gleiche Informationen werden unterschiedlich interpretiert 
  • Strukturierte Interviews - erfassen mittels vorformulierter Fragen systematisch alle Diagnosebereiche- Voraussetzung: klinische Erfahrung, Training in der Anwendung
  • Standardisierte Interviews - höchste Stufe der Formalisierung: gesamter Prozess von erhebung der Information bis zur Auswertung - Reihenfolge und Wortlaut vorgegeben - Voraussetzung: kann von trainierten Laien durchgeführt werden
  • Reliabilität der Verfahren - Güte und Umfang der Ausbildung des Trainings der Interviewer - voll-standardisierte Verfahren haben höhere Reliabilitäten
  • Welches Verfahren soll freie Exploration ersetzen? SKID - Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV
  • Achsen des DSM-IV Achse I: Kliniche Syndrome Achse II: Persönlichkeitsstörungen und geistige BehinderungenAchse III: Körperliche Störungen und Zustände Achse IV: Psychosoziale und Umweltprobleme Achse V: Allgemeines Niveau der sozialen Anpassung 
  • Aufbau des SKID - Beginn: Lebenssituation und Problematik - Screeningfragen zur Eingrenzung - Sektionen (Angststörung, Essstörung, affektive Syndrome etc.)- abschließende Beurteilung der Diagnosen - Einschätzung der Achsen IV und V (Psychosoziale und Uweltprobleme, Allgemeines Niveau der sozialen Anpassung)
  • Standardisierte Verfahren - Kinder-DIPS: Diagnostik psychischer Störungen - DIA-X- CIDI: Störungen der Adoleszenz und des Erwachsenenalters 
  • Klinische Fragebögen - Ziele und Nutzen - Prüfung wissenshaftlicher Fragestellungen - ökonomisch und nützlich- Ergänzung von Diagnostik von Störungsbildern - Messung von Therapieverlauf und -erfolg 
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  • Einteilungsmöglichkeiten von Fragebögen - störungsspezisch vs. -übergreifend - Selbstbeurteilung- vs. Fremdbeurteilungsfragebögen- Therapieerfolg vs. -verlauf 
  • Beachten bei Fragebögen Vor Anwendung: Fragestellung, theoretischer Hintergrund und Gütekrieterien checkenBeim Ausfüllen: Verfahren erklären, Einstz begründen, Datenschutz beachten, Rückmeldung der Ergebnisse 
  • Störungsspezifische Fragebögen - BDI-II: Depression (Pessimismus, Suizidgedanken, Müdigkeit etc.)- HZI-K: Zwänge 
  • Störungsübergreifende Fragebögen BSI - Brief Symptom Investor: Belastung durch körperliche und psychische Symptome 
  • Fremdbeurteilung-Fragebögen MADRS - Depression bei Erwachsenen (keine Diagnose, nur Schweregrad!)
  • Erhebung klinisch relevanter Kognitionen - wichtig für Psychotherapiepraxis: Beschreibung und Auswahl von Patienten - DAS: Skala dysfunktionaler Einstellungen - ACQ: Fragebogen zu körperbezogenen Ängsten