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Rechtspsychoogie (Subject) / Kapitel 5 (Lesson)
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- Gewaltdeliquenz und Affekttaten: Kriminalstatistik - (2003): Gewaltkriminalität wird 86% von Männern begangen - Vor allem im Alter zwischen 14 und 25 Jahren - Deutschland ist ein Land mit wenigen Gewaltdelikten und es nimmt immer mehr ab - (in den Begriff Gewaltdelikte wird nicht die Rubrik Sexualdelikte miteinbegriffen)
- Ursachen (2) Distale Faktoren: Hintergrundfaktoren mit Gewalttätigkeit korreliert, aber entfalten keine kausale Wirkung und stellen keine Auslöser von Gewalt dar: z.B. eigene Gewalterfahrung(Viktimisierung), soziale Herkunft, Dissoziale Persönlichkeitsstörung, Psychopathie Proximale Faktoren: Faktoren des sozialen Umfelds(z.B. Crowding), der physikalischen Umwelt(z.B. Hitze), organismischen Zustand(z.B. Einfluss von Alkohol und Drogen), vorrangehende emotionale und kognitive Prozesse
- personale und situative Faktoren von Gewalt zur Messung von Aggression(spontan und reaktiv) durch Skalen im Persönlichkeitsinventar: dennoch umstritten ob Aggression ein Persönlichkeitsmerkmal ist; aussagekräftiger sind Persönlichkeitskonstrukte, die erhöhte Gewaltneigung ergeben >z.B. dissoziale Persönlichkeitsstörungen oder Psychopathy geprägt durch z.B. impulsives Verhalten, manipulative-ausbeuterische Orientierung Faktoren, die aggressives Verhalten begünstigen: physikalische Faktoren(z.B. Temperatur), soziale Faktoren, Verantwortungsdiffusion in der Gruppe >viele Gewaltdelikte werden unter Alkoholeinfluss begangen (nach Göppinger: 30%), häufig auch in Kombination mit pharmakologischen und psychologischen Wirkungen
- Wie wirkt sich Alkohol in Kombination mit pharmakologischen/psych. Wirkungen aus? (5) - veränderte Informationsverarbeitung: Aufmerksamkeit eingeengt - saliente Faktoren überbewertet, weniger saliente potentiell hemmende Faktoren(z.B. moralische Einstellungen) geraten in den Hintergrund - Alkohol hemmt Angstreaktionen - Führt zu euphorischen Gefühlszuständen: Selbstüberschätzung, Leichtsinn, dysphorische Verstimmung in der Abbauphase - Bewirkt erhöhte zentralnervöse und motorische Erregung
- Instrumentelle und expressive Gewalt: instrumentelle Gewalt:(zweckgerichtet) das aggressive Verhalten oder das Androhen dieser dient als Mittel zur Durchsetzung bestimmter Ziele(z.B. Erlangen von bestimmten materiellen Gütern) >Ist nicht zwingend geplant, kann auch impulsiv oder sogar automatisiert ablaufen >Status Aggression auch eher hier eingeordnet expressive Gewalt(reaktive Aggression): ist vor allem emotional bestimmt, als Reaktion auf vorrausgegangene Frustration oder Provokation; sie entsteht in überwiegend emotionaler Erregung >Typischerweise spontan, dennoch auch Fälle verzögerter geplanter Rache möglich
- Dissoziale Persönlichkeitsstörung impulsiver Verhaltensstil + fehlende Orientierung an längerfristigen Zielen Gefühlskälte Mangelnde Angst und darauf basierende Unfähigkeit zum Lernen aus Erfahrung, insbes. Bestrafung Mangelnde Bindungsfähigkeit und manipulativ- ausbeuterische Orientierung gegenüber anderen Menschen Wiederkehrende Verletzung sozialer Normen
- Protektive Faktoren (6) -Verinnerlichung sozialer und moralischer Norm -hohes Empathievermögen -Impulskontrolle und Bedürfnisbefriedigung aufzuschieben(Selbstbeherrschung) -vorrausschauendes Denken und Antizipation negativer Folgen -Ängstlichkeit, Depressivität und niedriges Selbstwertgefühl -situationale Faktoren: Missbilligung durch andere, Androhung von Strafe, Überwachsungsmaßnahmen, Integration in gewaltfreie Gruppen
- Ausagieren und Beobachten von Gewalt (3) -kathartisches Abreagieren bringt keine aggressionsreduzierende Wirkung -eher aktivierendes gewalthaltiges Skript, das beim „Ausagieren“ entsteht und Verhaltensdispositionen festigen kann -gewalthaltige Medien aktivieren auch diese Skripte, dennoch kein kausaler Faktor für Aggression
- Entscheidungstheoretischer und kognitionspsychologischer Erklärungsansatz In Anlehnung an ökonomische Entscheidungsmodelle, die Theorie des geplanten Verhltens von Ajzen(1991) und die Handlungstheorie der Gewalt von Tedeschi und Felson lässt sich instrumentelle Aggression aus Kosten-Nutzen-Überlegung erklären und nach einem Modell rationaler Entscheidungen modellieren
- Modell rationaler Entscheidungen: ob sich eine Person in einer Situation für ein gewaltvolles Handeln entscheidet, hängt ab von... welche Valenz das angestrebte Ziel hat ob Verhalten praktikabel(subjektive Kontrolle und Selbstwirksamkeitserwartung) und als geeignet zur Zielerreichung aussieht(Tauglichkeit) und Kosten des Vorhabens Risikoerwartung(bzw. Kosten des Verhaltens) und Erfolgsaussicht, unerwünschte Nebenfolgen wie das Verhalten moralisch bewertet alternative Verhaltenswesen zur Zielverfolgung > anhand dieser Faktoren wird eine positive und negative Abwägung vorgenommen, entweder führt dies zur Durchführung der Tat, zur Modifikation des Ziels oder alternativen Weg
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- Kritik Modell rationaler Entscheidungen Modells: nur bewusste Abwägungs- und Entscheidungsprozesse werden miteinbezogen, keine habituellen Prozesse Außerdem gehen sie von einem rational denkenden Wesen aus, psychologisch gesehen handelt man eher aus abgekürzten Entscheidungsalogarithmen heraus
- Modell der kognitionspsychologischen Perspektive: geht nicht von einem rational denkenden Wesen aus, sondern sieht Gewalt aus Wissensstrukturen der Person, die ihrerseits das Ergebnis sozialen Lernens darstellt
- Wissensstruktur Modell der kognitionspsychologischen Perspektive: -Kognitive Schemata: gelernte Wissensstrukturen, dh. Mentale Repräsentationen bzw. Subjektive Theorien, welche die Informationsverarbeitung steuern -Skripts: besondere Form von Schemata, die Handlungsanleitungen für umgrenzte soziale Situationen geben: wie und warum Personen Stimuli als bedrohlich bewerten -Wahrnehmung und Bewertung uneindeutiger Situationen unterliegt UrteilsverzerrungenInterpretation bestimmt emotionale Reaktionkann zu automatisierten Rektionen überleiten
- Unterschied Mord und Totschlag Mordlust, Befriedigung Geschlechtsstrieb, Habgier, etc. Heimtücke, Graumsamkeit, etc. Ermöglichung / Verdeckeung einer Straftat > Lebenslängliche Freiheitsstrafe, Mord vorsätzlich, abgestuft von „mindere schwere Fälle“ auf Grund von Beleidigung oder Misshandlung, „Tötung auf Verlangen“, „Tötung im Zweikampf“, „Straftaten gegen das Leben“,… > 5 Jahre bis lebenslang, Totschlag
- Klassifikation nach Hans von Hentig: Konfliktmord, Sexualmord, Gewinnmord, Deckungsmord, motivarmer und motivloser Mord
- Unterscheidung nach Marneros: A: impulsiv-aggressive Handlungen, begangen im Zustand gespannter Affektregung, gerichtet an einen relevanten Anderen und gekennzeichnet durch eine spezifische Vorgeschichte der Tat, abgeleitet aus der selbstdefinitionsrelavanten Täter-Opfer-Beziehungen“ I: Diejenigen impulsiven, nicht geplanten aggressiven Handlungen“ , keine relevante Opfer-Täter Beziehung
- Gemeinsame Merkmale des Intimizids in etablierten Partnerschaften Täter und Opfer befinden sich in einer Intimbeziehung, die für das Selbstkonzept des späteren Täters sehr wichtig ist Persönlichkeitszüge + Motive, Veränderungen in Beziehungen, die Selbstkonzept in Frage stellen, Bewältigungskompetenzen als unzugänglich der Täter kommt in einen psychischen Ausnahmezustand, in dem seine üblichen Hemmungen schwinden und relativ geringfügige Anlässe eine Gewalttat auslösen können
- Burgheim (1993): Vergleich von Affekttätern mit Personen die ebenfalls eine Trennungskrise erlebt hatten, aber keine Affekttat // ein anderes Delikt begangen hatten Affekttäter wiesen mehr biographische und persönliche Auffälligkeiten auf und eine stärkere Affinität zur kriminellen Subkultur
- Familiäre und Häusliche Gewalt Großteil der Taten wird an Personen des engeren Kreises getan oft sind Konflikt ein Beziehung und Familie ausschlaggebend: Merkmale der häuslichen Gewalt: -aufwachsen in eine von Gewalt geprägten häuslichen Umfeld -chronische Alkohol- und Drogenprobleme -mangelnde soziale Kompetenzen -niedriger SÖS und Bildungsstand -ausgeprägte Ärgerneigung und Feindseligkeiten
- Gewalt im Kontext von Eigentumskriminaltät juristische Unterscheidung in: Raub und schweren Raub, räuberische Erpressung, räuberischer Diebstahl, oft keine Täter-Opfer-Beziehung, meist instrumentelle Gewalt(um Überlegenheit zu vermitteln) zu Tötungsdelikten bei Raubüberfällen kommt es meist nur bei unerwartetem Verhalten des Opfers und daraus resultierende impulsive Rektion des Täters
- Gewaltdelikte im öffentlichen Raum -häufig zwischen jungen Männern: „Körperverletzung auf Straßen und Plätzen“ -meist aus expressiver Aggression oder als Aggression zur Statusbehauptung
- „Hate Crimes“ (Inter-Gruppen Gewalt) Gewaltdelikte gegen Minderheiten Motiv: Aufwertung der eigenen Identität durch die Bekämpfung der Andersartigen
- Politisch motivierte Gewalt – z.B. rechte Gewalt Mgl. Einflussfaktoren: (6) SDO, RWA, objektive / subjektive Deprivation > Benachteiligung Bildung Intergruppenakzentuierung (Ingroup < >Outgroup) Meinung relevanter Bezugsgruppen gesell. Wandel >Verunsicherung, Bedrohung vorherrschende politische Kultur (Winkler, 1996, - kann Schwelle für Taten senken)
- terroristische Gewalt Funktion: der Bevölkerung Angst einzujagen; Autorität des Staates infrage zu stellen Motiv: häufig Rache; verbunden mit der Identifikation mit einem unterdrückten Kollektiv
- Gewalt im Strafvollzug -häufig im Straffvollzug gegen andere Inhaftierte gerichtet -Gründe dafür: dort herrschende subkulturelle Normen und Strukturen, biografische Vorbedingungen, Ereignis der Inhaftierung, Haftbedingung
- Prävention, Prognose und Intervention -Prävention: früh ansetzende Präventionsprogramme(auf Faktoren der Kindheit, Elterntrainings,…) -Prognose: Unterscheidung zwischen statischen(nicht unbedingt kausal wirksam, Marker für Aggressivität) und dynamischen Risikofaktoren(kausal wirksam durch motivationale und kognitive Merkmale der Person) -Intervention: Behandlung dynamischer Faktoren( Veränderung der Skripts und Schemata), Ressourcenstärkung, Schaffung „günstigen sozialen Empfangsraums“