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Sonderpädagogik (Subject) / Teil 3 (Lesson)

Typische Problemlagen, Entstehungszusammenhänge, pädagogische Konsequenzen – Bezug zum ICF-Modell

This lesson was created by LeonieBalke.

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  • Entstehung von Hilfsschulen  Ab 1864 allgemeine Schulpflicht (Gründung der ersten Hilfsschulen) Industrielle Revolution - Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften Qualifikationsfunktion von Schule wird betont Absonderung der Schwachbefähigten aus der Volksschule als Lösungsversuch Parallel 1864 durch Stötzner: Internatsschulen Zunächst Abspaltung der Volksschulen  Gründung eigenständiger Hilfsschulen Unterschiedliche Motive und Interessen der Hilfsschule Entlastungsfunktion der allgemeinen Schule Brauchbarmachung (Qualifikationsfunktion) Prävention / Disziplinierung (Integrationsfunktion) Optimale Förderung (Bildungsfunktion)
  • Funktionen von Hilfsschulen (nach Fend, Dreieck)  „Minusvariante“ der Volkschule Qualifikation für „Industrielle Reservearmee“ Integration durch Besserung der krankhaften Zustände, Schonraum Entlastung der Volksschule durch Absonderung und Aussonderung (Selektion)
  • ICF -Modell  Komponente 1 (Körperfunktionen und Strukturen)Aktive Sinnesfunktion (sehen, hören)Beeinträchtigung: Bewegung der BeineKeine emotionale und soziale BeeinträchtigungKeine Beeinträchtigung der Sprechfunktion  Komponente 2 und Komponente 3 (Aktivitäten)Schriftlich und mündlich ohne ProblemeKörperliche Aktivitäten nur begrenzt -> Mobilität nur durch Rollstuhl  Komponente 4 (Umweltfaktoren)Rollstuhl, Fahrstuhl, Rampen etc.  Komponente 5 (Partizipation)Wird von sozialer Umwelt einbezogen, denn normale Teilhabe an der GesellschaftRollstuhl als Fortbewegungsmittel und Möglichkeit der gesellschaftlichen Anknüpfung  Komponente 6 (personenbezogene Faktoren)Name, Geschlecht, Geburtstag  ICF-Modell ist Klassifikation Schlüssel für Funktionsfähigkeit und BehinderungGeht nur um Gesundheitsmerkmale (nicht um den Menschen)
  • OECD  Unterscheidung von Behinderungen in verschiedenen Ländern vergleichen „Aus special education“ wird „special needs education“       Kategorie A (disabilitys) organische Ursache z.B. Spastik, Fallbeispiel Lennard Besonderer Bildungsbedarf aufgrund von Schädigungen      Kategorie B (lerning dificultis) Lern - und Verhaltensstörungen z.B. ADHS Besonderer Bildungsbedarf aufgrund von Schwierigkeiten in sozialen Kontexten       Kategorie C (disadvatages) sozial, kulturelle Benachteiligung z.B. Flüchtlinge Besonderer Bildungsbedarf zur Kompensation von Benachteiligung
  • Abspaltung der Hilfsschule von Volksschulen Institutionelle Ebene Schaffung einer spezialisierten Institution für schulschwache Kinder Mit speziell ausgebildeten Lehrkräften, die über besondere Qualifikation Verfügen Individualisierung ermöglichen Entlastung der Volksschule (der Lehrkräfte, aber auch der SuS) Gesellschaftliche Ebene Gesellschaftliches Interesse an der Entlastungsfunktion  Hilfsschule sozial brauchbar machen der SuS für den Arbeitsmarkt keine finanzielle Belastung
  • KMK- Empfehlungen (zur Ordnung des Sonderschullebens) -> 1972  Aufgabe: Recht des behinderten Menschen auf eine seiner Begabungen und Eigenart entsprechenden Bildung und Erziehung verwirklichen  Soll sie zu sozialer und beruflicher Eingliederung führen und zu einem erfüllten Leben verhelfen Lebenshilfe als Grundprinzip  Sonderpädagogische Maßnahmen zur Übung von Funktionen die behindert oder gestört sind Verwirklichung des rechts auf Bildung durch den Aufbau des Sonderschulsystems aber: massiver Ausbau des Sonderschulwesens betont Selektionsfunktion der Schule  1. Phase: Elterninitiative  Ab 1958 Klagen von Eltern gegen Verpflichtung ihrer Kinder zum Besuch der Sonderschule -> abgewiesen vom Bundesverwaltungsgericht  Ab 1970 Elterninitiative zur Integration behinderter Kinder in KiGa und GS 1975 Integrationsmodelle in den GS Ab 1980 Modellversuche schulischer Integration in fast allen Bundesländern
  • KMK- Empfehlungen (zur Ordnung des Sonderschullebens) -> 1994  2. Phase der Integrationsbewegung Schüsselbegriff sonderpädagogischer Förderbedarf Förderung ist nicht mehr an Sonderschule gebunden Gemeinsamer Unterricht als regelform  Förderung als Auftrag für alle Schulstufen und Schulformen  Neue Terminologie Förderschule mit den unterschiedlichen Förderschwerpunkten Neue Schulgesetze, die integrative Beschulungsformen als Regelform vorsehen Zusammenarbeit aller an der Förderung des Kindes beteiligten Personen und Institution  Verschiedene Förderorte bestehen nebeneinander, Förderung ist nicht mehr an Sonderschule gebunden: Flexibilität der Förderangebote in einem System gestufter und miteinander verbundener Hilfen
  • KMK- Empfehlungen (zur Ordnung des Sonderschullebens) -> 2011  3. Phase Integrationsbewegung Angemessene Vorkehrungen, um eine erfolgreiche Bildung für alle Kinder und Jugendlichen in allgemeinen Bildungssystem zu sichern Bestmögliche Förderung  Veränderung gegenüber KMK 1994: Von der Integration zur Inklusion  Ziel: qualitative und quantitative Auswertung der inklusiven Bildungsangebote
  • Krankheitsmodell der WHO – ICIDH (1980)  Krankheitsstörung  führt zu Schädigung  führt zu Fähigkeitsstörung  kann zu sozialer Beeinträchtigung führen (handicap)
  • Karl Tornow -Retter der Kinder und NS Funktionär (Widerspruch)- Erzieher und Lehrer und Fürsorgeanstalten, Lehrer und Leiter in Hilfsschulen -> letztlich Dozent in Ausbildung für Hilfsschullehrer -Argumentation für Aussonderung andersartiger Kinder -Nähe zur NS – Ideologie-Begründung der Notwendigkeit eigenständiger Sonderpädagogik -Mitverantwortung für Zwangsstirilisation, Massenmorden, Hilfsschüler -> Schwachsinnig, nicht bildungsunfähig
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  • Comenius 1392-1670 -omnes, omnid, omnino (alle Menschen belehren, erziehen)-Inklusionsanspruch der Pädagogik-Exklusion immer begründungsbedürftig
  • Johann Friedrich Herbart 1776 – 1841 - Mitbegründer wissenschaftlich. Pädagogik - Sprach erstmals von besonderen Zweigen der Pädagogik - Unterscheidung von Fehlern machen vs. Haben - Frühere heilpädagogische Institutionen Rettungshäuser etc - Rettung von Straße, Seele. Brauchbarmachung
  • Ludwig von Strümpel -pädagogische Pathologie, Lehre von Fehlern der Kinder,-normale Entwicklungsfehler die jeder macht -pathologische Fehler -> bildsame und nicht bildsame Kinder - Unterscheidung von 4 Gruppen/Krankheiten -idiotische Zustände -Körperliche Krankheiten -Krankheiten des Nervensystems -Krankheiten der Sinnesorgane
  • Sonderschullehrerausbildung -> Tätigkeit  Tätigkeit: Fachlehrerinnen für Sonderschulen fördern die geistige, psychische, soziale und körperliche Entwicklung von Schülern und Schülerinnen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung durch spezielle sonderpädagogische Unterrichtseinheiten  Fachlehrer/in für Sonderschulen ist eine berufliche Weiterbildung , die landesrechtlich geregelt ist. Sie dauert in Vollzeit 1,5-3 Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung.
  • Wo finden Fachlehrer/innen für Sonderschulen Beschäftigung? • in Förderschulen und -zentren• in Schulen mit Förderklassen• in Schulkindergärten• in Pflegeheimen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung