23
Multivariate (Subject) / MANOVA 5 (Lesson)
Advertisement
- Einführung in die multivariate Varianzanalyse Beispielfragestellungen für MANOVA •Beispiel: Wirksamkeit von Therapien (einfaktorielle MANOVA)Einfluss verschiedener Interventionen auf Ängstlichkeit klinischer AngstpatientenAngst = kognitive (FB Angstgedanken), behaviorale (Startle Reflex) und emotionale Aspekte (SSR Arousal)•Beispiel: Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf Spracherwerb (mehrfaktorielle MANOVA)Faktoren: SES Index Vater / SES Index Mutterverbale Ausdrucksfähigkeit des Kindes (Spracherwerb) = Satzlängen, Vielfalt der Wortwahl, Komplexität der Satzkonstruktionen
- Einführung in die multivariate Varianzanalyse Uni- vs. multivariate Varianzanalyse Alternative Vorgehensweisen zur Analyse multivariater Fragestellungenmehrere ANOVAs•Einzelanalyse aller AVs auf Unterschiede der Gruppenmittelwerte•Nullhypothese(n):•Vorteile:Interpretierbarkeit,einfache Durchführung•Nachteile:kumulierter Alpha-Fehler,keine Betrachtung der Effekte auf Konstruktbei theoretischer Überlappung d. AVs → Überidentifizierung von Effekten mü11= mü21=mü31 MÜ12=MÜ22=Mü32 MANOVA•simultane Analyse aller abhängigen Variablen auf Gruppenunterschiede•Nullhypothese: 𝜇11𝜇12𝜇13=𝜇21𝜇22𝜇23=𝜇31𝜇32𝜇33•Vorteile:gleichzeitiger Vergleich aller AVs; Effekte der Faktoren auf "System von Variablen"kein kumulierter Alpha-FehlerBerücksichtigung der Zusammenhänge zwischen abhängigen Variablen•Nachteile:schwierige Durchführung und InterpretationNotwendigkeit von Folgetests MÜs in Klammern
- Fragestellungen der MANOVA •Multiple univariate Fragestellung:Set von einzelnen AVs, die kein gemeinsames Konstrukt bildenZiel: Kontrolle des Alpha- Fehlers•Strukturierte univariate Fragestellung:mehrere AVs mit spezifischer StrukturZiel: Berücksichtigung der Abhängigkeit der Messungen•Intrinsische multivariate Fragestellung:Set von zusammenhängenden AVsmehrere Facetten, die dasselbe Konstrukt abbildenZiel: Gruppenunterschiede auf Konstruktvariable
- MANOVA - Hypothesentestung Nullhypothese Alternativhypothese Alternativhypothese•Unterschied der Mittelwertsvektoren aller abhängigen Variablen zwischen den GruppenNullhypothese•Gleichheit der Mittelwertsvektoren aller abhängigen Variablen über alle Gruppen•𝐻0: 𝜇1=��2…=𝜇𝑗
- MANOVA - Hypothesentestung Analyse der Varianzen •Berechnung der durch (unterschiedliche) Gruppenzugehörigkeit erklärten Unterschiede auf allen AVs mittelsVarianz der Erwartungswerte der AVs der Gruppen als Effekte der Faktoren•→ Abweichung Gruppenmittelwertsvektoren vom GesamtmittelwertVarianz der Personenvektoren innerhalb der Gruppe•→ Abweichung Personenvektoren vom Gruppenmittelwert •Schätzung der wahren Varianz-Kovarianz-Matrix der abhängigen Variablen in der Population überZwischengruppen-Varianz-Kovarianz-Matrix: Variabilität der geschätzten Erwartungswerte pro Kombination der Faktorstufen um den geschätzten Erwartungswert über alle Faktorstufen der FaktorenInnergruppen-Varianz-Kovarianz-Matrix: Variabilität der empirischen Personenwerte auf den abhängigen Variablen um die geschätzten Erwartungswerte der zugehörigen Gruppe •Nullhypothese: Populations-Varianz-Kovarianz-Matrix ist gleich gut vorhersagbar durch beide SchätzerModell ist nicht so gutzwischen den Gruppen zeigt sich nur soviel Variabilität, wie man durch die Ungenauigkeit der Schätzung durch Variabilität innerhalb der Gruppen vorhersagen kann•Alternativhypothese: Populations-Varianz-Kovarianz-Matrix ist besser vorhersagbar durch die Zwischengruppen-Varianz-Kovarianz-Matrixdie wahre Variabilität wird durch das Modell viel besser erklärtgrößerer Anteil der Variabilität zwischen den Gruppen
- MANOVA - Hypothesentestung Additivität der Quadratsummen •Gesamtquadratsumme (T)/ Matrix TQuadratsumme der abhängigen VariablenAbweichung aller Personenvektoren vom Gesamtmittelwertsvektor•Treatmentquadratsumme (B)/ Matrix BZwischengruppenvarianz bzw. systematische EffekteAbweichung der Gruppenmittelwertsvektoren vom GesamtmittelwertsvektorUnterschiedlichkeit der Erwartungswerte der Gruppen•Fehlerquadratsumme (W)/ Matrix WInnergruppenvarianz bzw. unsystematische EffekteAbweichung der Personenvektoren vom Mittelwertsvektor der jeweiligen Gruppe •Quadratsummen der systematischen und unsystematischen Effekte ergeben die Gesamtquadratsumme•T = B + W
- MANOVA - Hypothesentestung Prüfgrößen bei der MANOVA Prüfgrößen bei der MANOVAWilk's Lambda (Λ)Hotelling-Lawley's Spurkritierium (Τ)Pillai-Bartlett's V (𝑉)Roy's größter Eigenwert (𝑅𝑜𝑜𝑡)•Grundprinzip: Verhältnis erklärter zu nicht-erklärter Varianz-Kovarianz-Matrix•alle vier Prüfgrößen umrechenbar in F-Wert (zur Berechnung des p-Werts)
- Multivariate Prüfgrößen Wilk‘s Lambda •Verhältnis der Matrix der Innergruppeneffekte W und der Matrix der totalen Quadratsumme•Formel: Λ=|𝑊||𝑇|=|𝑊||𝐵+𝑊|•Umrechnung der Prüfgröße Λ in F-WertGrund: bekannte Verteilung der PrüfgrößeVergleich des F-Werts mit kritischem F-Wert auf Alpha-Fehler-Niveaustatistische Entscheidung Gütemaß zur Vorhersagekraft der Prädiktoren•Bestimmung des durch alle Faktoren erklärten Varianzanteils•Formel: 𝜼2= 1 – Λ•Interpretationanalog zu Determinationskoeffizient 𝑅2𝜼2 einzelner Faktoren nicht additiv (vgl. Multiple Regression)
- Multivariate Prüfgrößen Auswahl der Multivariaten Prüfgröße Kriterien1.Ziel der Analyse (Fragestellungen der MANOVA)Gruppenunterschiede auf einzelnen AVs versus Unterschied in der Linearkombination der AVs (Konstruktebene)2.Gültigkeit der Annahmen und Voraussetzungen der MANOVAunterschiedliche Robustheit gegen VoraussetzungsverletzungenUnterschiede in der statistischen Power (→ Beta-Fehler)MANOVA mit 1 Faktor mit 2 Faktorstufen (2 Gruppen): Wilk's Lambda = Hotelling-Lawley's Spurkriterium = Pillai-Bartlett's V = Roy's größter Eigenwert
- Multivariate Prüfgrößen Auswahl der Multivariaten Prüfgröße - Basis •Wilk's LambdaBasis: Verhältnis von unerklärter Varianz zur Gesamtvarianz•Hotelling-Lawley's Spurkritierium (𝜯)Basis: Verhältnis von erklärter zu unerklärter Varianz•Pillai-Bartlett's VBasis: Verhältnis erklärte Varianz zu Gesamtvarianz•Roy's größter EigenwertBasis: Verhältnis erklärter zu unerklärter Varianz der 1. Diskriminanzfunktion
- Advertisement
- Multivariate Prüfgrößen Auswahl der Multivariaten Prüfgröße - Power •Bei kleiner u. moderater Gruppengröße unterscheiden sich die Teststatistiken nicht in der Power.•Sind die Gruppenunterschiede auf der 1. Variate konzentriertPower: Roy > Hotelling > Wilks > Pillai•Gruppenunterschiede auf mehr als 1 VariatePower: Pillai > Wilks > Hotelling > Roy
- Multivariate Prüfgrößen Auswahl der Multivariaten Prüfgröße - Robustheit Prüfgrößen sind relativ robust bei Verletzung der multivariaten Normalverteilung•Wilk's Lambdamittlere Robustheit bei Verletzungen der Voraussetzungen•Hotelling-Lawley's Spurkritierium (𝜯)Robust bei Verletzungen der Voraussetzungen bei 2 Gruppen und gleicher Gruppengröße•Pillai-Bartlett's Vsehr robust bei Verletzungen der Voraussetzungen (= große stat. Power) bei gleichen GruppengrößenBei ungleichen Gruppengrößen – keine Robustheit•Roy's größter Eigenwertweniger robust bei Verletzungen der Voraussetzungengrößte statistische Power bei erfüllten Voraussetzungen
- Klausurfrage: Statt einer MANOVA könnte man auch mehrere univariate V rechnen - was wären potenzielle statistische Nachteile? -Antwort: Unterschiedliche Variablen -> durch Summe AV auf Kriterium befassen -> bei univariaten wäre es selektiv -> man würde Gesamteffekt nicht sehen -> Überlappung = Überidentifizierung da Überschneidung -> unelegant: alpha-Fehlerkumulierung -> je mehr Tests, desto mehr Fehler, 5% falsche Entscheidung, (treffen Ergebnis signifikant, obwohl nicht signifikant) = gruppe Effekt gefunden, aber in Gesamtpopulation -> kein Effekt = Ergebnis ist Zufall -> p = 0.001, 1% => aufgrund permanente Wiederholung = Fehler der alpha-Fehler-Kumulierung ohne Effekt der Population
- 2. Frage: Für den Modelltest in MANOVA stehen unterschiedliche Prüfgrößen zur Verfügung wie zB Pillai oder Wills Lambda a.) Beide genannten Prüfgrößen basieren auf dem gleichen Grundprinzip. Welches ist das? b.) Welche der beiden genannten Prüfgrößen ist robuster gegenüber Verletzungen der Voraussetzungen a.) Beide genannten Prüfgrößen basieren auf dem gleichen Grundprinzip. Welches ist das? -> Grundprinzip erklärter zu unerklärter Varianz KOvarianz Matrix b.) Welche der beiden genannten Prüfgrößen ist robuster gegenüber Verletzungen der Voraussetzungen. -> bei gleicher = Pillai -> bei ungleicher = Wilks robuster - <Pillai = sehr robust bei gleicher Gruppengröße
- Post-hoc Tests für die MANOVA Übersicht der Post-hoc Tests •Univariate Varianzanalyse*•Stepdown Analyse•Diskriminanzanalyse*•Beitrag abhängiger Variablen•Multivariate Kontraste** Häufigste Post-hoc Tests
- Post-hoc Tests für die MANOVA Univariate Varianzanalyse •ZielIdentifizierung der abhängigen Variablen mit Gruppenunterschieden•Vorteileinfache Interpretierbarkeit•NachteileAlpha-Fehler-Kumulierung bei multiplen Tests versus Bonferroni-Korrektur mit geringer statistischer Powerkeine Berücksichtigung der Korrelation zwischen abhängigen Variablenkeine Aussage, welche Gruppen sich unterscheiden
- Post-hoc Tests für die MANOVA Diskriminanzanalyse •ZielSuchen der optimalen Linearkombination(en) der abhängigen Variablen zur optimalen Unterscheidung der Gruppen•ErgebnisLinearkombinationen zur Unterscheidung der GruppenBeitrag der abhängigen Variablen zu dieser/n Variable(n)•VorteilGleiche Basis: Linearkombinationen•NachteileAnwendungsbereich beschränkt auf Fall, dass abhängige Variablen eine latente Dimension (ein Konstrukt) bilden
- Post-hoc Tests für die MANOVA VII Multivariate Kontraste •ZielBestimmung der sich im Mittelwertsvektor unterscheidenden Gruppen•Vorgehenpaarweiser Vergleich der Mittelwertsvektoren aller Gruppen (Hotelling's 𝑇2 = multivariater T-Test)Möglichkeit kombinierter Vergleiche mehrerer Gruppen mit einzelnen Gruppen oder Kombinationen anderer Gruppen (z.B. Konstrastkodierung)Möglichkeit der Bestimmung der Gruppenunterschiede für einzelne abhängige Variablen oder Linearkombinationen abhängiger Variablen•Probleme(kumuliertes) Alpha-Fehler-Niveau und statistische PowerInterpretation a-priori vs. post-hoc Kontrasten
- Annahmen und Voraussetzungen der MANOVA Voraussetzungen I und II 1.Unabhängigkeit der Beobachtungen: Messwert einer Person unabhängig von Wert der anderen Personen in der eigenen Gruppe und in fremden Gruppen2.Anzahl AVs: weniger als 10 (A. Field)3.Stichprobe:RepräsentativitätStichprobengröße:•Zelle mind. 20 Vpn•NVpn pro Kombination von Faktorstufen muss größer sein als NAVs•möglichst gleich große Stichproben pro Zelle 4.Keine extremen Ausreißer (Teststatistik sensitiv)5.Linearität: linearer Zusammenhang (Korrelation) zwischen AVs6.Multivariate Normalverteilung der AVs und der Linearkombinationen der AVs7.Varianzgleichheit/Homoskedastizität: Homogenität der Varianz-Kovarianz-Matrizen aller AVs für alle Faktorstufen/Gruppen (bzw. Kombinationen von Faktorstufen)8.Keine Multikollinearität = zu hohe Korrelation der AVs [Korr (Y1, Y2) > 0,7 ]
- Annahmen und Voraussetzungen der MANOVA 1. Unabhängigkeit der Beobachtungen •AnnahmeMesswert einer Person unabhängig von Wert der anderen Personen in der eigenen Gruppe und in fremden Gruppen•Prüfungkaum möglichKontrolle über (experimentelles) Untersuchungsdesign•Robustheitschwerwiegende Auswirkungen auf Teststatistik und Schätzungen der InnergruppenvarianzMaßnahmen:Wechsel der Beobachtungseinheit für UntersuchungHerauspartialisieren systematischer Störeffekte / Berücksichtigung von Kovariaten in der MANOVA
- Annahmen und Voraussetzungen der MANOVA 6. Multivariate Normalverteilung •Annahme(n)univariate Normalverteilung aller AVsunivariate Normalverteilung aller Linearkombinationen der AVsmultivariate Normalverteilung aller Teilmengen der AVs•Prüfungkein direkter Testindirekt über univariate Normalverteilung → als notwendige, nicht hinreichende Bedingung•Robustheit gegen Verletzung der Annahmerelative Robustheit hinsichtlich des Alpha-FehlersEinfluss auf statistische Power je nach Prüfgrößegeringerer Einfluss bei größeren Stichproben
- Annahmen und Voraussetzungen der MANOVA 7. Varianzgleichheit/Homoskedastizität •AnnahmeHomogenität der Varianz-Kovarianz-Matrizen aller abhängigen Variablen für alle Faktorstufen/Gruppen (bzw. Kombinationen von Faktorstufen)•Prüfung1.Box M-TestNullhypothese: gleiche Varianz-Kovarianz-Matrizen (Homoskedastizität)2.Bartlett's Chi-Quadrat Test•RobustheitAuswirkungen von Heteroskedastizität unerheblich bei gleicher Stichprobengröße in allen Gruppen
- Annahmen und Voraussetzungen der MANOVA 8. Multikollinearität •Multikollinearität = zu hohe Korrelation der abhängigen Variablen, d.h. Korr(Y1, Y2) > 0,7•AuswirkungenVerzerrung der Teststatistikevtl. keine Berechnung der Prüfgrößen möglich•MaßnahmeEntfernen redundanter abhängiger Variablen