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Labormedizin (Subject) / Infektionsserologie (Lesson)
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- Wie funktioniert der Neutralisationstest beim HBsAG (Bestätigungstest)? Die im Bestätigungsreagenz im Überschuss vorhandenen anti‑HBs-Antikörper neutralisieren das gegebenenfalls in der Probe befindliche HBsAg. Dies führt im Test zu einer Verringerung des Wertes im Vergleich zum ursprünglich in der Probe. Zur Überprüfung der Funktion ist eine positive Kontrolle (ohne anti-HBs-AK) mitzuführen. Diese Probe muss positiv bleiben während der Bestätigunstest eine Abschwächung von >= 60% erfährt. Testprinzip: Biotinylierte monoklonale HBsAg‑spezifische Antikörper und die mit Ruthenium-Komplexa) markierten mono‑/polyklonalen HBsAg‑spezifischen Antikörper bilden einen Sandwich-Komplex. Nach Zugabe von Streptavidin-beschichteten Mikropartikeln wird der Komplex über Biotin-Streptavidin Wechselwirkung an die Festphase gebunden. Reaktionsgemisch wird in die Messzelle überführt, wo die Mikropartikel durch magnetische Wirkung auf die Oberfläche der Elektrode fixiert werden. Danach werden die ungebundenen Substanzen mit Waschschritten entfernt. Durch Anlegen einer Spannung wird die Chemilumineszenzemission induziert und mit dem Photomultiplier gemessen.
- Wie wird die Avidität bestimmt? Was bedeutet sie? Avidität ist die stärke der Bindung zwischen Antikörpern und Antigen. (Affinität ist die stärke der Bindung zwischen einem einzelnen AK und seiner Bindungsstelle. Die Avidität ist also die Gesamtheit der Affinität.) Die Avidität einer IgG positiven Probe wird gemessen in dem man das Signal der positiven Probe (Bezugsprobe wird nicht behandelt) mit dem Signal derselben Probe vergleicht, die mit Harnstoff behandelt wurde. Harnstoff löst schwachen Bindungen zwischen IgG und Antigen. Verhältnis der mit Harnstoff behandelten Probe zur Bezugsprobe wird berechnet. Hohe Aviditäten (>0,3) bedeuten, dass die Infektion schon länger zurück liegt. Z.B. Toxo 4 Monate, CMV 3 Monate.
- Labormeldepflicht: Wie lange habe ich für namentliche bzw. nicht namentliche Meldungen Zeit? Welche Erkrankungen werden gemeldet? Wie ist die Meldepflicht nosokomialer Ausbrüche? Direkte oder indirekte Nachweis. Namentliche Meldungen innerhalb von 24 Std. C.diff, Noro, Rota, Lambien Salmonellen, Shigellen, Yersinien Hepatitis Influenza Tuberkulose MMR, VZV ... NEU ab 2016: MRSA aus BK oder Liquor. Carbapenemresistente Enterobakterien und Acinetobacter Nichtnamentliche Meldungen innerhalb von 2 Wochen. HIV Treponemen (Lues) Malaria Echinokokken Toxo (konnatal) Achtung z.T. Erweiterung der Bundeslänger! z.B. Borreliose in MV und BB. Gonorrhoe in Sachsen. V.a. nosokomiale Ausbrüche (ab 2 erkrankten Personen mit vermutetem epidemiologischen Zusammenhang) müssen innerhalb von 24 Std. gemeldet werden.
- Welche sekundären nicht HIV-induzierten Immundefekte gibt es? Mangelernährung (Malnutrition) Immunsuppressive Therapie, Chemotherapie Malignome (Lymphome, Plasmozytom, Luekämien) Autoimmunerkrankungen: SLE, rheumatoide Arthritis, Sarkoidose Proteinverlust: Einteropathie, Glomerulonephritis, Verbrennungen Virale Infektionen: EBV, CMV, Masern
- Welche Rolle spielt das sekretorische IgA aus dem Darm? Sekretorisches IgA wird unabhängig vom Serum IgA von Plasmazellen in der Darmmukosa gebildet. Es verhindert die Anheftung von Mirkoorganismen and die Mukosa und neutralisiert Toxine/ Enzyme. Erniedrigte Werte finden sich bei allergischen Erkrankungen, Infektanfälligkeit, Immunsuppression und Darmmykosen.
- Welche Bedeutung hat ein IgA-Mangel? Der selektive IgA-Mangel ( IgG und IgM normal) ist der häufigste genetische Immundefekt und verläuft häufig asymptomatisch. Es kommt zu chronisch rez. respiratorischen Infektien und vermehrtern Anfälligkeit für Darminfekte wie Lamblien. Assoziation mit Zöliakie. Bestimmung IgA2 im Speichel.
- Welche Bedeutung hat ein IgG-Mangel? Ursachen der Hypogammaglobulinämie: Agammaglobulinämie: X-chromosomale Vererbung Variables Immundefekt Syndrom (CVID): Hypogammaglobulinämie mit verminderter Antikörpermenge bei vorhandenen B-Zellen (Symptombeginn erst nach der Kindheit). Agammaglobulinämie mit vollstänidgem Fehlen aller Antikörperklassen durch fehlende reife B-Zellen. Transiente Hypogammaglobulinämie: Verlangsamte Reifung des Immunsystems. Kinder zwischen 6. Monat und 4. Lebensjahr. Hyper-IgM Syndrom: Mit gleichzeitig verminderter IgG-AK Bildung. T-Zellfunktion ist gestört. IgG-Subklassenmangel: Treten oft Kombiniert und oft mit einem IgA-Mangel auf.
- Was ist ein IgG-Subklassenmangel? IgG-Subklassen: IgG1 (60-75%): T-Zell abhängige Antigene bei bakteriellen und viralen Infektionen IgG2 (15-25%): T-Zell unabhängige Antigene wie Polysaccharidkapseln (H. Influenza, Pneumokokken) IgG3 (3-6%): T-Zell abhängige Antigene bei bakteriellen und viralen Infektionen IgG4 (2-6%): Allergenspezifische Antigene (Bienengift)
- Wie werden monoklonale Antikörper hergestellt? Hypbridom-Technik: Hybridzelle aus spezifischem B-Lymphozyten und Myelomzelle. Je nach Spezies verändert sich die Endung, z.B. Maus (-omab). Es gibt die Möglichkeit Ak zu "humanisieren". Alternativ ist die Herstellung humaer AK in transgenen Mäusen möglich. Phagen-Display: Gentechnisch veränderte Bakteriophagen werden in E.coli eingeschleust zur Bildung humaner monoklonaler AK.
- Gibt es eine Immunität gegen A-Streptokokken? Nein! Beispielsweise bei Scharlach-Infektion mit S.pyogenes nur Immunität gegenüber dem erythrogenen Toxin.
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- Aufbau des Lancefield Schema? Lancefield Schema ist eine Einteilung in verschiedene Gruppen basierend auf den Antikörper gegen das C-Polysaccharid der Bakerienzellwand. A: S. pyogenes B: S. agalactiae C: Antiosus-Gruppe: S. anginosus, S. intermedius, S. constellatus D: Enterokokken H: S. sanguinies K: S. salivarius
- Was sind Rheumafaktoren? Wie weist man diese nach? Antikörper gegen den Fc-Teil von IgG-AK. Häufig IgM-AK, aber auch IgA-AK. Nachweis: Quantitativer Latexagglutinationstest/ Turbidimetrie: Mit IgG beschichtete Latexpartikel werden in Gegenwart von im Serum vorhandenen Anti-IgG-AK agglutiniert. Waaler Rose Test: Semiquantitativer indirekter Hämagglutinationstest mit IgG beladenen Schaferythrozyten. Diese Agglutinieren in Gegenwart von im Serum vorhandenen Anti-IgG-AK. Verdünnungsreihe mit Tierbestimmung.
- Was sind zirkulierende Immunkomplexe? Bei Antigen oder Antikörperüberschuss können Antigen-Antikörper-Komplexe entstehen. Normalerweise werden sie durch Phagozyten aufgenommen. Bei Übermäßigem Anfall gelangen sie als zirkulierende Immunkomplexe ins Blut. Vorkommen bei Autoimmunerkrankungen, Infektionen oer Tumorerkrankungen. Es kann zu Ablagerungen in Gefäßen oder zur Glumerulonephritis führen. Im Gewebe abgelagerte Immunkomplexe aktivieren das Komplementsystem und führen zu einer Entzündgunsreaktion.
- Welche Bedeutung hat das HLA-B27 beim Morbus Bechterew? Aufbau und biologische Bedeutung des HLA-Systems? Humane-Leukozyten-Antigen (HLA) oder Histokompatibilitätsantigen wurde auf der Oberfläche von Leukozyten entdeckt und kommt auf fast allen kernhaltigen Zellen vor. Klasse I Antigene (MHC-I): HLA-A, -B, -C, -E, -F, -G. Zytotoxische CD8-T-Lymphozyten erkennen nur an HLA-Klasse I-Moleküle gebundene Antigene. Präsentation von intrazellulär synthetisierte Proteinefragmente (Viren, intrazelluläre Bakterien, körpereigene Peptide). Klasse II Antigene (MHC-II): HLA-DM, HLA-DO, HLA-DP, HLA-DQ, HLA-DR CD4-T-Lymphozyten erkennen nur an HLA-Klasse-II-Molekülen präsentierte Antigene. Präsentation von phagozytierten extrazellulären Proteinen (z.B. extrazelluläre Bakterien). Bedeutung in der Transplantationsmedizin. HLA-kompartible Transplantation hat weniger Riskio einer Abstoßungsreaktion. Viele Erkrankungen sind mit bestimmten HLA-Typen assoziiert. Z.B. 98% der Zöliakiepatienten sind HLA-DQ2 oder -DQ8 positiv! Über 90% der Bechterew Patienten sind HLA-B27 positiv!
- Welche Labordiagnostik führen Sie bei V.a. Borreliose durch? Nachweis von Borrelien-IgG und IgM-Antikörpern mittels ELISA und ggf. Bestätigung im Immunoblot. Bei V.a. Neuroborreliose Liquordiagnostik mit Reiberdiagramm, Antikörperindizes und ggf. CXCL13 (Zytokin) ggf. PCR aus Erythema migrans oder Liquor (geringe Sensitivität)
- Welche therapeutischen Impfungen kennen Sie? Was sind postexpositionell angewendete Impfungen? Therapeutische Impfung in Erprobung zur bekämpfung von Tumorerkrankungen als "individuelle Vakzine". Postexpositionell aktive Impfungen nach Kontakt mit Erkrakten innerhalb der Inkubationszeit. Funktioniert gut bei Infektionen mit langer Inkubationszeit. Beispiele: Hepatitis A/B, Tollwut, VZV, Meningokokken, Masern, Mumps, Polio Passive Impfung / Immunisierung mittels spezifischer Immunglobuline: Nach Kontakt als sofortigen Schutz und wenn eine aktive Lebendimpfung nicht möglich ist. Biespiel Schwangerschaft nach Kontakt mit Windpocken, Säuglinge HBV positiver Mütter (aktiv+passiv), Tollwut nach Tierbiss (aktiv+passiv).
- Was wissen Sie zur Tollwut? Impfindikation? Impfschema? Tollwut wird durch das Rabiesvirus verursacht. Übertragung durch Biss eines Infizierten Tieres. Inkubationszeit mehrere Monate. Leitsymptome: Agressivität, Krämpfe und Lähmungen. Letaler Ausgang! Impfung in Deutschland nur für Risikopersonen: Tierärzte/Jäger (bei neu aufgetretener Wildtollwut), Menschen mit Kontakt zu Fledermäusen. Impfempfehlung für Länder mit hoher Tollwutgefährdung, insbesondere Endwicklungslänger, da der Impfstoff/Immunglobuline nicht immer verfügbar sind. Grundimmunisierung Tag 0,7,21 (ggf. nach 12 Monaten). Nach Exposition 2 malige Boosterung Tag 0 und 3 ohne Immunglobuline. Ohne Grundimmunisierung aktive Impfung Tag 0,3,7,14,28 und Immunglobuline an Tag 0.
- Unterschied zwischen einer aktiven- und passiven Immunisierung? Aktive Immunisierung mit lebendem Erreger oder Erregerbestandteilen infiziert und bildet dadurch Antikrper bzw. Gedächtsniszellen. Schutz nach 2-4 Wochen, der lange andauert. Passive Immunisierung mit Antikörperpräparaten (Immunglobuline) die sofort wirken, aber keinen Langzeitschutz bieten. HWZ IgG 35 Tage.
- Unterschied zwischen Lebend-, Tot- und Toxid-Impfstoffen? Beispiele? Lebendimpfstoff enthält vermehrungsfähige attenuierte (abgeschwächte) Erreger. Beispiel Masern (Bis zu 5-10% bekommen Impfmasern!) Polio oral (Ansteckung durch Ausscheidung in die Umwelt). Totimpfstoffe sind komplette abgetötete Erreger, daraus extrahierte Antigene oder rekombinant hergestellte Antigene. Beispiel rekombinantes HBsAG. Toxoidimpfstoff wird nicht gegen den Erreger sondern gegen den Virulenzfaktor eine Immunität aufgebaut. Beispiel Pertussis-, Tetanus- oder Diphtherieimpfstoff. Polio Virus Typ 2 gilt seit 2015 offiziell als ausgerottet, seit 1999 kein Fall mehr bekannt. Es zirkuliert nur Typ 2 noch als cVDPVs (circulating vaccine derived polioviruses). Deshalb neue Strategie 2013-2018: Abschaffung der oralen Lebenvakzine (OPV) und dadurch Verhinderung von cVDPVs und Vakzine-assoziierter paralytischer Poliomyelitis (VAPP). Impfung noch mit bivalentem inaktivierten Virus (IPV) (Typ 1 und 3)
- Was sind die Vor- und Nachteile von Lebend- und Totimpfstoffen? Lebendimpfung Schutz hält nach Grundimmunisierung oft lebenslang (oft reicht 1 Impfung) Impfkrankheit in abgeschwächter Form möglich, Kontraindikation Schwangerschaft oder schwere Immunsuppression (Impfmasern, Impfwindpocken) Totimpfung Gute Verträglichkeit Grundimmunisierung mind. 3 Impfungen. Impfschutz besteht oft nur 3-10 Jahre.
- Wie wird Polioimpfstoff gewonnen? Wie unterscheidet sich Salk von Sabrin-Impfstoff? Warum muss Polio oral mehrmals geimpft werden? Salk: Totimpfstoff (Polioviren Typ 1,2,3): Vermehrung in Zellkultur und Virusinaktivierung Sabrin: Orale Polio Vakzine: Avirulente Polioviren mit Mutation die eine Vermehrung in Nervenzellen verhindern. Pathogenität wird an Mäusen getestet. Vorteil ist die bessere Schutzwirkung und Mitimpfen von Angehörigen über ausgeschiedene Viren. Nachteil: Rückmutation des Impfvirus und Impf-Poliomyeltitis. Merhfache Impfung notwendig weil es zur Konkurrenz mit anderen Enteroviren kommen kann und dann keine ausreichende Immunität aufgebaut wird. Akute Darmerkrankungen sind eine Kontraindikation und im Sommer wurde Polio nicht geimpft weil Eneroviren typische Verurusacher der Sommergrippe sind und dann keine ausreichende Polioimmunität ausgebildet wird.
- Wie wird die Zusammensetzung des Influenza Impfstoffs festgelegt? Anhand der zirkulierenden Virusstämme durch die WHO. Trivalente Impfstoffe gegen Influenza-A (H1N1) und -A(H3N2) sowie eine B-Variante (Viktoria-Linie) Quadrivalenter Impfstoff zusätzlich gegen B-Variante (Yamagata-Linie)
- Was ist ein Antigenshift und ein Antigendrift? Antigenshift: Austausch funktionell gleichartiger RNA-Segmente zwischen zwei Virusstämmen des Influenzavirus bei gleichzeitiger Infektion einer Zelle mit beiden Virusstämmen. Es kommt zu entscheidenen Veränderungen der Antigenität des Virus. Antigendrift: Punktmutationen führen zu kleinen Änderungen und damit zur Abwandlung der Virussubtypvariente. Dies ist die übliche jährliche Änderung des Virustyps.
- Wer soll gegen Grippe geimpft werden? Was ist den Impflingen zu erklären? Kinder >60-jährige, Bewohner eines Alten- oder Pflegeheims Schwangere ab dem 2. Trimenon chronisch Kranke (COPD, Herz-Kreislauf, Niere, Leber, Diabetiker, Multiple Sklerose, Immundefizienz, HIV-Infizierte) Berufliche Impfindikation (medizinisches Personal, Kontakt mit Geflügel und Wildvögeln) Influenza-Impfung schützt nicht vor anderen viralen Infektionen (grippalen Infekten).
- In welche Virusgruppe gehört das Influenzavirus? Welche Virusgruppe ist nah verwandt? Welche Viren gehören dazu? Myxoviren Paramyxoviren: Masern, Mumps, RSV, Parainfluenzaviren
- Welche Untersuchungsmethoden gibt es für Influenzaerkrankungen? Bei akuter Erkrankung ist Virusdirektnachweis aus tiefem Nasenrachenabstrich Diagnostik der wahl. Die allgemeine Bestimmung von Influenza-AK mittels EIA ist aufgrund der hohen Seroprävalenz und den verschiedenen zirkulierenden Stämmen nicht sinnvoll.
- Welche Impfung empfehlen Sie bei Tropenreisen? Lückenloser Impfschutz nach STIKO: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, HBV, Masern-Mumps-Röteln. Hepatitis A (fast alle Reiseländer außer Nordeuropa) Cholera und Typhus (Länder mit schlechten hygienischen Bedingungen) Tollwut (Endemiegebieten) Japanische Enzephalitis (Abenteuerreisen Südostasien) Gelbfieber (Afrika, Südamerika, auch Einreisevorschrift!) Meningokokken (Endemiegebiete Mekka, Meningitis Gürtel Afrika, Tetravalenter Impfstoff A,C,W,Y)
- Was ist Typhus? Salmonella thypi: gramnegative Stäbchenbakterien. Enterobakterien fäkal-orale Übertragung durch kontaminierte Lebensmittel und Trinkwasser Inkubationszeit 3-60 Tage. Fieber bis 41°C, grippale Symptomatik, Obstipation dann Durchfälle, Hepatosplenomegalie, Darmblutungen und Perforation. 3% Dauerausscheider
- Welche Typhusimpfungen gibt es? Besonderheit oraler Impfstoff? Typhus Polysaccharid Impfstoff: 1 x i.m. Auffrischung nach 3 Jahren. Oraler Thypus-Lebendimpfstoff: 3 Dosen Tag 1,3,5. Auffrischung nach 3 Jahren. Beide bieten 95% Schutz gegen S. typhi. Der orale Impfstoff begrenzten Schutz gegen S. paratyphi. Der orale Impfstof bewirkt eine lokale Immuntät im Darm mit sekretorischen IgA-AK. Er bewirkt humorale Antikörper und eine zelluläre Immunität.
- Wie lassen sich allergische Reaktionen einteilen? I Soforttyp: IgE beladene Mastzellen binden Antigen und schütten Entzündungsmediatoren (Histamin) aus. Beispiel: Allergisches Asthma, Urtikaria, Anaphylaxie. II zytotoxische Reaktion: Zellgebundeses Antigen reagiert mit zirkulierenden IgG/IgM-AK. Das Antigen kann körperfremd (hyerakute Abstoßungsreaktion, medikamenteninduzierte Autoimmunhämolytische Anämie, Agranulozytose) oder körpereigen (Autoimmunkranheiten) sein. III Immunkomplexreaktion: Lösliche Antigene (Bakterien, Medikamente) bilden mit Antikörpern Immunkomplexe. Entzündliche Gewebsschäden durch lokale Ablagerung (Exogene Allergische Alveolitis, Farmerlunge, poststreptikokken Glomerulonephritis). IV Spätreaktion: Vermittelt über antigenspezifische T-Zellen, Interleukine und Makrophagen kommt es zur lokalen Entzündung. Symptome 24-48h nach Antigenkontakt (Arzneimittelexanthem, Kontaktekzem, Tuberkulintestprinzip).
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- Was ist Tuberkulin? Was ist der Tine-Test? Was versteht man unter Mendel-Mantoux-Test? Tuberkulin: Mischung aus gereinigten und selektierten Proteinen von Mycobacterium tuberculosis. Wird für den Tuberkulin-Hauttest verwendet. Tine-Test: Stempeltest mit Tuberkulin das an 4 Stacheln des Einmalstempels haftet. Mendel-Mentoux-Test: Tuberkulinlösung wird intrakutan appliziert. Ablesung nach 72h. Falsch positiver Test nach BCG-Impfung möglich. Alternative: Interferon-y-Release Assays: Nachweis von M.tuberculosis-spezifischen T-Zellen im Blut. Sehr gute Spezifität und Sensitivität bei richtiger Durchführung. Objektive Ablesung. Auch bei Immunschwäche oder Kleinkindern einsetzbar. Durch BCG-Impfung oder Infektion mit atypischen Mykobakterien nicht beeinflusst. TB-ELISPOT: Aus Heparinblut werden Leukozyten isoliert und nach Inkubation mit M.tuberculosis Antigen kommt es zur INF-y-Sekretion. Quantiferon TB: 4 Röhrchen mit Antigenbeschichtung und Negativkontrolle. ELISA Test auf Interferon-y Produktion. 24 Std. Inkubation notwendig.
- Was ist die Lübecker Katastrophe? 1930 wurden 256 Neugeborene oral gegen Tuberkulose geimpft. 77 Kinder starben da versäumt wurde während der Herstellung die Pathogenität des Impfstoffes zu überprüfen. Der Impfstoff wurde während der Herstellung mit einem pathogenen Stamm kontaminiert.
- Wie viele HIV Infizierte gibt es in Deutschland? 0,1% = 80.000 Menschen Prävalenz weltweit 0,8%. Subsahara-Afrika 5%.
- Erklären sie verschiedene Testgenerationen des HIV-Suchtests 1. Generation (1985): Viruslysat, erfasst werden nur HIV-IgG-AK 2. Generation (1989): Rekombinante Antigene, nur Nachweis von HIV-IgG-AK 3. Generation (1995): Rekombinante Antigene zum Nachweis von HIV-IgG, -IgM-AK und HIV-2, HIV-O (Diagnostisches Fenster: 12 Wochen nach Risikokontakt sicherer Ausschluss) 4. Generation (2002): Zusätzlich Erkennung von p24 Antigen (Diagnostisches Fenster von HIV-1 verkürzt: 6 Wochen nach Risikokontakt sicherer Ausschluss).
- Wie ist das Vorgehen bei einem reaktiven HIV-Test? Reaktiver Suchtest wird wiederholt (Doppelbestimmung). Klassicherweise Immunoblot mit differenzierung HIV-1 und HIV-2. Kann bei ganz frischen Infektionen noch negativ sein. dann Verlaufskontrolle 2-3 Wochen oder HIV-1 bzw. HIV-2 RNA. oder direkter Nachweis von HIV-1 RNA (ggf. HIV-2 RNA testen) Bei positivem Befund muss der Test mit neuer Blutprobe wiederholt werden (Verwechslung ausschließen). Evtl dann CD4/CD8-Zellzahl, Viruslastbestimmung.
- Wie ist die Bedeutung des p24-Antigennachweises bei HIV? p24-Antigen ist ein Sturkturprotein von HIV-1. Es ist nur bei sehr hoher Viruslast nachweisbar, was bei einer frischen Infektion oder bei AIDS der Fall ist. Im 4. Generations HIV-Suchtest verkürzt p24 das diagnostische Fenster auf 6 Wochen.
- Wann kommt die PCR bei der HIV-Infektion zum Einsatz? Sensitivität? Spezifität? PCR ist validiert für die Bestimmung der Viruslast. Normalerweise sind sie von den Herstellern nicht als Suchtest validiert! Als kommerzielle Teste sind nur HIV-1 PCRs erhältlich. Problematisch ist die hohe Mutationsrate des Virus. Es werden hochkonservierte Zielregionen des Virus verwendet. Sensitivität <50 Kopien/ml Spezifität 99,5% (Trotzdem gibt es O-Typen von HIV-1 die in der PCR nicht erfasst werden)
- Ein Patient war vor kurzem in Kenia und hat nun eine generalisierte Lymphknotenschwellung und Fieber. An was denken Sie? Respiratorischer Infekt?! Malaria Anamnese! Reiseverhalten, Sexualkontakte. HIV-Infektion Leitsymtom ist Fieber. Abgeschlagenheit, makulopapulöses Exanthem, Gelenkschmerzen, Appetitverlust, Gliederschmerzen, Hals-/Rachenentzündung, Lymphknotenschwellung.
- Bei welchen Markererkrankungen denken sie an HIV? Syphilis und alle STD's (Gonorrhoe, Chlamydien, Lymphogranuloma venerum, HPV, HSV-2, Trichomonaden, Hepatitis B/C)
- Welche HIV-Bestätigungsteste kennen Sie? Methodik Westernblot? Klassicher Bestätigungstest ist der HIV-1/-2 Blot. Bei kürzlichem Kontak oder isoliert positivem p24-Antigen ist eine HIV-1 PCR indiziert. Westernblot: Proteine des lysierten und inaktivierten Virus werden durch Polyacrylamid-Gel-Elektrophorese getrennt und auf Nitrocellulosemembran übertragen. Ikubation mit Patientenserum -> Waschen -> Konjugat (Anti-IgG-AK mit alkalischer Phosphatase markiert) -> Waschen -> Subtrat wird durch das Konjugat in Farbstoff umgesetzt.
- Welche HIV-Banden sind im Immunoblot zu erwarten? Welche HIV-Banden haben die höchste Spezifität? HIV-1 treten die p25 und gp120 Bande früh und die p31 spät auf. Wichtig sind die Glykoprotein-Banden (gp-Banden) = Hüllproteine/Evelope. Nach WHO müssen mind. 2 Evelope-Banden positiv sein (gp160, gp120, gp41)
- Wie verändert sich der HIV-Blot beim Vollbild AIDS? Wie kommt es zum Wiederauftrauchen des p24-Antigens? Es verschwinden zuerst die p24-Antikörper durch die hohe Viruslast. Durch die Immunsuppression verschwinden dann fast alle Antikörper. Das freie p24 Antigen ist messbar wenn eine hohe Viruslast vorhanden ist (akute Infektion) oder nicht genügend Anti-p24-AK (AIDS/Immundefekt).
- Wie ist der Ablauf einer HIV-Infektion? Aktue Phase: evtl. Fieber, LK-Schwellung, Hautausschlag, Pharyngitis 4 Wochen nach Infektion. Bei der akuten Infektion kann das Virus aufgrund der hohen Viruslast und einer hohen Mutationsrate nur teilweise eleminiert werden. CD4-Zellen >500/µl. Latenzzeit: evtl. Herpes zoster, Mundsoor, Tuberkulose, Karposisarkom. Es kommt zu einer chronischen HIV-Persistenz mit andauernder Hyperreaktivität des Immunsystems. HIV benutzt in der chronischen Phase CD4-Zellen zur Vermehrung und integriert seine DNA in den Zellkern. CD8-Zellen, NK-Zellen und Monozyten führen zur "Kontrolle" von HIV. Es kommt jedoch zu einem sehr hohen Umsatz an CD4-Zellen (200-499/µl) AIDS: evtl. Pneumocystose, Toxoplasmose, Kryptokokkose, Kryptosporidien, atyp. Mykobakterien, CMV, Lymphom. Schließlich kommt es zur Erschöpfung des Immunsystems. CD4-Zellen <200/µl
- Erste klinische Zeichen HIV-Krankheit? Bei 40-90% der Patienten tritt 1-4 Wochen nach Infektion Symptomatik mit Fieber, Pharyngitis, Lymphknotenschwellung und Hautausschlag. Die Symptome dauern 7-10 Tage an.
- Welche Zellen infiziert HIV? Wie repliziert sich HIV? Alle CD4+ Zellen: T-Lymphozyten, Makrophagen, Monozyten, Eosinophile, dendritische Zellen, Mikrogliazellen des ZNS. HIV repliziert sich als Provirus. Das Virus integriert sich in das Genom der Wirtszelle und wird an die Tochterzellen weitervererbt.
- Welche HIV-Infektionswege gibt es? Sexuelle Übertragung (MSM) Blutprodukte i.v. Drogenabusus (Needle-sharing) prä-/perinatal (SS, Geburt, Stillen)
- Welche anderen Parameter zur klinischen Verlaufskontrolle von HIV außer der Viruslast kennen sie? Lymphozytensubpopulationen CD4/CD8 T-Zellen Neopterin und ß2-Mikroglobulin als Zeichen der Aktivierung des zellulären Immunsystems. Erhöht bei Stadien der HIV-Infektion die nicht mehr vom Immunsystem beherrscht werden.
- Wie dringt das HI-Virus in die Zelle ein? Was passiert mit der RNA? Wie wird das HI-Virus latent? Wie wird es wieder aktiv? Bindung von HIV über das Hüllprotein p120 an den CD4-Rezeptor und Verschmelzung mit der Zellmembran. Die HIV RNA wird von der reversen Transkriptase in DNA umgeschrieben und in das Wirtsgenom integriert (Integrase). Dort wird es als "latent" Provirus an die Tochterzellen weitergegeben. Erneute Bildung und Aktivirung von Virusprotein und Abknospung der Viren.
- Bei AIDS-Patienten sehen wir häufiger eine Pilzinfektion im ZNS. An was denken Sie? Diagnostik? Therapie? Cryptocossus neoformans. Eine extrapulmonale Kryptokokkose ist eine AIDS-definierende Erkrankung. Diagnstik: (bei CD4-zellen >100/µl unwahrscheinlich) Antigentest im Serum bei neurologischer Symptomatik. Hoher PPW! Blutkulturen häufig positiv Liquorpunktion: Cryptokokkenantigen und Tuschefärbung Therapie: Amphotericin B + Fluconazol
- Wie wird der Liquor eines HIV Patienten untersucht? Standarddiagnostik: Zellzahl, Zelldifferenzierung, BLS mit Reiber-Diagramm und intrathekaler AK-Synthese. Viren: JCV-PCR, CMV (AK+PCR), VZV (AK+PCR), HSV (AK+PCR), ggf. HTLV bei Auslandsaufenthalt. Pilze: Kryptokokken-Antigen, Histoplasmose-Antigen, Aspergillus-Antigen, Candida-Antigen, Kultur, Direktpräparat. Multiplex-PCR? Parasiten: Toxoplasomse (AK+PCR) Syphilis (AK)