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Labormedizin (Subject) / Proteine (Lesson)

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  • Welche Zählkammer wird zur Liquorzellzählung benutzt? Fuchs-Rosenthal-Zählkammer.
  • Wie können Sie eine artifizielle Blutbeimengung (Punktionsartefakt) von einer Einblutung in die Liquorräume (Hirnblutung, SAB) unterscheiden? Mit der 3-Gläserprobe. Bei artifizieller Blutbeimengung wird der Liquor klarer, bei echter Blutung nicht. Bei der SAB finden sich auch ein xanthochromer Überstand nach Zentrifugation (Xanthochromie), positiver Bilirubinnachweis, Ferritin erhöht und Hämatomakrophagen (Siderophagen) Xanthochromie entsteht durch freies Hb, durch Bilirubin und sehr hohen Eiweißgehalt.
  • Was gibt der Albumin-Quotient bei Liquordiagnostik an? Hängt er vom Geschlecht und Alter ab? Albumin wird nicht im Gehirn produziert sondern kommt vollständig aus dem Übertritt der Blut Liquor Schranke. Der Albumin-Quotient repräsentiert daher die Blut-Liquor-Schranke. Albumin-Quotient  = Albumin im Liquor / Albumin im Serum Nicht geschlechtsabhängig, aber altersabhängig! Hoher Albumin-Quotient bei Neugeborenen und Anstieg im Alter.
  • Wie kann eine intrathekale IgG-Synthese nachgewiesen werden? Immunglobuline stammen normalerweise nahezu komplett aus dem Blut. Ihre Konzentration ist auch abhängig von der Schrankenfunktion. Bestimmung des IgG (IgA/IgM)-Quotienten und Bezug auf den Albumin-Quotienten (Schrankenfunktion) mittels Reiber-Diagramm.
  • Wie unterscheiden sich Liquorbefunde einer bakteriellen von einer viralen Meningitis? Bakteriell: trüber Liquor >1000 Zellen = Pleozytose granulozytäres Zellbild Lactat >3,5 Albumin-Quotient sehr hoch = Schrankenstörung Eiweiß > 120 mg/dl Viral: klarer Liquor <100 Zellen lmyphozytäres Zellbild Laktat <3,5 normaler Albumin-Quotient = keine/leichte Schrankenstörung Eiweiß normal oder leicht erhöht
  • Wie werden die Immunglobulin-Indizes berechnet? Zuerst der Immunglobulinquotient IgG-Quotient = IgG Liquor / IgG Serum Berechnung Antikörper Index = (spez IgG Liquor / spez IgG Serum) / IgG-Quotient ABER wenn eine intrathekale IgG(IgM/IgA) Synthese vorliegt gilt diese Formel nicht, sondern man bezieht sich direkt auf QLim, den oberen Grenzwert des Referenzbereichs für den jeweiligen Albuminquotienten.
  • Warum soll der Liquor möglichst rasch ins Labor transportiert werden? Warum muss gleichzeitig immer auch Blut abgenommen werden? Notfalluntersuchung! Zeitkritische Parameter: Zellzahl und Zelldifferenzierung, Eiweiß, Glukose, Laktat (1-2 Stunden) Nicht zeitkritisch: Proteinuntersuchungen, Serologie Die Konzentration der meisten Analyte im Liquor hängt von der Konzentration im Blut ab (insbesondere Proteien, AK, Glukose). Blutentnahme innerhalb einer Stunde (in der Praxis taggleich). ZNS spezifische Analyten wie Laktat, Demenzmarker oder Liquorzytologie erfordern keine gleichzeitige Blutentnahme.
  • Was sind oligoklonale Banden? Oligoklonal heisst es sind wenige Klone/Banden in der Elektrophorese sichtbar. Bei der MS-Diagnostik entspricht dies 3 oder mehr Banden nur im Liquor oder mehr im Liquor zu sehen als im Serum.
  • Was ist die Isoelektrische Fokussierung (IFE)? Mit dieser Methode werden Oligoklonale Banden im Serum/Liquor nachgewiesen. Auf Agarosegel wird zunächst ein PH-Gradient aufgebaut, dann werden die Proben Pipetiert und eine elektrische Spannung angelet. Die Immunglobuline "mirgrieren" anhand ihrer Ladung an ihren "isoelektrischen Punkt". Anschließend wird mit Enzymmarktiertes Antiserum und Enzymsubtrat zur Färbung hinzugegeben. Nach Stopp der Färbung wird das Gel abgeblottet und getrocknet.
  • eGFR was gibt es für Formeln? Einschränkungen? Es gibt mehr als 50 verschiedene GFR-Messmethoden. Cockcroft-Gault-Formel seit 1976, wird nicht mehr empfohlen wenige Teilnehmer an der Studie Labor benötigen das Körpergewicht und ist nicht auf Körperoberfläche normiert MDRD-Formel: Nur noch selten verwendet. Seit 1999 stetig verbessert. Aktuell vereinfachte Formel 4 Berücksichtigt Kreatinin, Alter, Geschlecht und Hautfarbe CKD-Epi Formel: 2009 veröffenlticht 2012 überarbeitet Berücksichtigt Alter, Hautfarbe, Geschlecht und unterschiedliche Kreatininbereiche. Im Grenzbereich von gesunder Funktion und beginnender Niereninsuffizienz ist sie genauer als die MDRD-Formel.
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  • Fallbsp.: 65 Jh, w, rezidiv. Harnwegsinfektionen nach Pyelonephritis, aktuell Rückschmerzen bei Bewegung. Welche DD? Plasmozytom: Wieviel % haben Nierenbeteiligung? Wodurch wird die Niere geschädigt? Was wird primär geschädigt? Andere Laborwerte? Was ist ein MGUS? DD: Bandscheibenvorfall, Wirbelkörperfraktor, Osteoporose, Spondylodiszitis, Plasmozytom. Plasmozytom: 25% aller Pat. haben eine Nierenbeteiligung; Niere wird geschädigt durch Leichtketten-Ablagerung. Geschädigt wird der Tubulus (weniger bzw. nicht Glomerulus). Laborwerte: BSG hoch, Krea hoch, Hst hoch, AP erhöht bei Knochenbefall, ß2-Mikroglobulin, Il6, Anämie: 80% normozytär, normochrom. Pat. haben eine Anionenlücke: Na+ - (Cl- + HCO3-). M-Protein ist kationisch –> Retention von Cl-. Hyponatriämie (Pseudohyponatriämie) aufgrund der hohen Proteinämie. Hemmstoffe aufs KM, milde Hämolyse, Raynaud wegen KryoglobulinenGerinnungsstör.: Interferenz des M-Proteins mit Faktoren I, II, V, VII, VIIITrias: Plasmozytose im KM >10%, Osteolyse, Paraprotein (53% IgG, 25%IgA, 1%IgD, 20% BJ) MGUS: 10% >70 Jh., Plasmaz. im KM <10%, Myelomprotein<30g/l, keine BJ-Proteine, keine Anämie, Niere o.B., keine Osteolyse. Risiko für Plasmozytom 1%/Jahr.
  • Was ist ein Plasmozytom und welche Diagnostik gehört dazu? Welche Formen gibt es, was sagen Leichtketten aus? B-Zell Lymphom mit monoklonale Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark. Labordiagnostik: Elektrolyte (Natrium, Kalium, korrigiertes Kalzium) Nierenretentionsparameter (Kreatinin incl. berechneter GFR, Harnstoff) Gesamteiweiß und Albumin im Serum Serumprotein-Elektrophorese (SPE) mit Bestimmung des M-Gradienten Immunfixations-Elektrophorese im Serum und Urin Immunglobuline (IgG, IgA, IgM) im Serum, quantitativ freie Kappa- und Lambda-Leichtketten im Serum quantitativ incl. Quotienten 24 h-Sammelurin zur Quantifizierung der Eiweißausscheidung LDH, GPT, beta2-Mikroglobulin im Serum Low Dose Ganzkörper-CT (Osteolysen) KM-Punktion inkl. Zytologie, Zytogenetik, Histologie Einteilung des Multiplen Myeloms nach Paraproteintyp IgG- und IgA- Myelome 80% Leichtkettenmyelome 20% Selten sind IgD-, IgE-, IgM-, sowie asekretorische Myelome MGUS:<10% Plasmazellen im KM und Paraprotein <30g/l und <500mg/d BJ-Protein und keine Endorganschäden Smouldering Myeloma:10-60% Plasmazellen im KM, Paraprotein >30g/l, ≥500mg/d BJ-Protein, keine Endorganschäden Symptomatisches Myelom:>10% Plasmazellen im KM und/oder Paraprotein nachweisbar und/oder BJ-Protein nachweisbar und Endorganschäden nachweisbar. Oder >60% Plasmazellen im KM oder abnormaler freierLeichtketten-Quotient >100 undbetroffene Leichtkette≥100mg/L oder >1 Herdbefund im MRT. Solitäres Plasmozytom:<10% Plasmazellen im KM, keine Endorganschäden und singuläre Knochen-manifestationin MRT oder CT und klonale Plasmazellenbioptisch gesichert. Plasmazellleukämie: ≥ 2 x 109 / lklonale Plasmazellenim peripheren Blut und/oder > 20 % Plasmazellen im Differentialblutbild
  • Plasmozytom Kriterien zur Einleitung einer Therapie? CRAB-Kriterien, serologische und radiologische Parameter: Hyperkalzämie Niereninsuffizienz Anämie Knochenbeteiligung Knochenmarkinfiltration > 60% freier Leichtkettenquotient im Serum >100 (betroffene/nicht betroffene Leichtkette) fokale Läsionen im MRT Klinische Kriterien: Myelom-bedingte Schmerzen Hyperviskositätssyndrom B-Symptomatik Symptome, die durch Behandlung der Myelom-Erkrankung gebessert werden könnenSymptome, deren Nicht-Behandlung zu einer weiteren Verschlechterung der Symptomatik bzw. Organfunktion führt, wie z.B. eine paraneoplastische Polyneuropathie rezidivierende schwere Infektionen.