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Einführung in die Wirtschaftsinformatik (Subject) / KE 1-3 (Lesson)
Fernuni Hagen
Wirtschaftsinformatik, B.Sc.
Kurs 00008 (SS 18) Einführung in die Wirtschaftsinformatik
© 2009-2018 Prof. Dr. S. Strecker und Prof. Dr. U. Frank. Alle Rechte vorbehalten
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- Was sind Lieferketten? Lieferketten (engl. Supply Chains) sind Netzwerke von Unternehmen, die vom erstem (Rohstoff-)Lieferanten bis hin zum (End-)Kunden in einer wirtschaftlichen Beziehung stehen (Laudon et al. 2010, S. 513).
- Herausforderungen, die Unternehmen hinsichtlich ihrer Lieferketten bewältigen müssen (Laudon et al. 2010, S. 513ff.): Durch eine weiter steigende Globalisierung der Weltwirtschaft nehmen die Entfernungen innerhalb der Lieferketten zu. Durch eine weiter zunehmende Dynamisierung der Märkte verkürzen sich die Produktlebenszyklen; gleichzeitig erhöhen sich Komplexität und Dynamik der Lieferketten. Durch steigende Kundenanforderungen entsteht der Druck, eine höhere Produkt- und Dienstleistungsqualität bei zugleich schnellerer Auftragserledigung zu erbringen. Durch wachsenden Konkurrenzdruck sind Unternehmen zur Kostenreduktion gezwungen, indem sie die Effizienz ihrer operativen Prozesse (auch über Unternehmensgrenzen hinweg) steigern. Durch die enge Verknüpfung und gegenseitige Abhängigkeit moderner Lieferketten kann beispielsweise aus dem Ausfall einer Lieferung ein Produktionsstopp resultieren. Die Folge sind potenziell hohe zusätzliche Kosten sowohl für liefernde als auch für nachfolgende Unternehmen in der Lieferkette.
- Was ist SCM? Das Supply-Chain-Management (SCM) ist für das Management der Geschäftsprozesse einer Lieferkette vom ersten (Rohstoff-)Lieferanten bis hin zum (End-)kunden zuständig (Hansen und Neumann 2009, S. 947).
- Was sind Lieferkettenplanungssysteme? Lieferkettenplanungssysteme sind betriebliche Anwendungssysteme, die es ermöglichen, Bedarfsvorhersagen für ein Produkt zu erstellen sowie Einkaufs- und Produktionspläne für die gesamte Lieferkette eines Produkts zu entwickeln (Laudon et al. 2010, S. 524).
- Zweck von Lieferkettensteuerungssystemen? Lieferkettensteuerungssysteme sind betriebliche Anwendungssysteme zur Verwaltung des Produktdurchlaufs durch das Lager und durch Verteilzentren. Sie gewährleisten, dass Produkte auf effiziente Weise an die richtigen Standorte transportiert werden (Laudon et al. 2010, S. 525).
- Was ist PLM? Unter einem Produktlebenszyklus wird das Überwachen eines Produkts von der ersten Idee über die Entwicklung bis zu dessen Außerbetriebnahme, Entsorgung oder Wieder- und Weiterverwertung bzw. -verwendung (Recycling) verstanden (Mertens et al. 2012, S. 93).
- Was sind PLM-Systeme? Produktlebenszyklus-Managementsysteme (PLM-Systeme) sind entsprechend betriebliche Anwendungssysteme, welche die Verwaltung und Steuerung aller produktbezogenen Daten und Prozesse entlang des Produktlebenszyklus unterstützen.
- Was sind Produktdaten-Managementsysteme (PDM-Systeme)? Produktdaten-Managementsysteme (PDM-Systeme) sind betriebliche Anwendungssysteme, die zur Unterstützung der Verwaltung von Produktdaten eingesetzt werden. Das Ziel ist eine eindeutige und zentrale Produktdatenbasis für die Produktplanung und -entwicklung.
- Was ist CRM? Das Kundenbeziehungsmanagement (auch Customer-Relationship-Management, CRM dient der Identifikation, Gewinnung und Sicherung des Kundenbestands eines Unternehmens. Durch die Koordination der Kundenkontakte über alle Kanäle, Geschäftsbereiche, Abteilungen und geographische Gebiete hinweg soll die Kundenbindung verstärkt und die Kundenbeziehung zu jedem Kunden optimiert werden (Hansen und Neumann 2009, S. 772).
- Vergleich zwischen OLTP und OLAP (Krcmar 2010, S. 86) OLTP/OLAP Zeit: Gegenwartsorientiert/Vergangenheitsorientiert Umfang: Einzelner Datensatz pro Transaktion; viele Anwender/Viele Datensätze gleichzeitig; wenige Anwender Ziel: Getrennte, in sich abgeschlossene Transaktionen/Zusammengefasste, aggregierte Analysen
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- Was ist OLAP? Online Analytical Processing (OLAP) ist ein Ansatz, um Daten eines Data Warehouse nach mehreren Dimensionen zu analysieren. „Online“ steht dabei für eineJust-in-time-Bereitstellung der Daten. Im Gegensatz zu den in MUS verwendetenMethoden und Verfahren ist OLAP auf die Analyse sehr großer Datenvoluminaausgerichtet (Laudon et al. 2010, S. 309).
- Datenwürfel Eine weitere Eigenschaft ist die Unterstützung der parallelen Auswertung einerDatenbasis durch mehrere Anwender. Die verschiedenen Dimensionen von Datenwerden in einem Datenwürfel abgebildet, wobei die Anzahl der Dimensionennicht auf die drei Dimensionen eines Würfels beschränkt sein muss. Im Gegensatzzu Tabellen, die lediglich eine zweidimensionale Darstellung von Daten zulassen,können mit OLAP weitere Dimensionen in eine Analyse mit einbezogen werden(Hansen und Neumann 2009, S. 1026; Mertens et al. 2012, S. 53).
- Fakten und Dimensionen des Datenwürfels Eine Datenabfrage auf einen Datenwürfel kann durch verschiedene Kombinationen der einzelnen Dimensionen erfolgen. Bei solchen multidimensionalen Analysen wird zwischen Dimensionen und Fakten unterschieden. Fakten sind Kennzahlen, die bestimmte betriebswirtschaftliche Sachverhalte wie z.B. Umsätze, Erlöseund Kosten repräsentieren. Dimensionen sind die verschiedenen Perspektiven,aus denen das Management Fakten betrachten und analysieren kann. Neben themenspezifischen Dimensionen (z.B. Produktgruppen und Unternehmenseinheiten)existieren Dimensionen von themenübergreifender Bedeutung, wie z.B. die Dimensionen Zeit, Kunde und Region. Mit den multidimensionalen Analysen desOLAP können Dimensionen und Fakten zusammengeführt werden, sodass einzelne Fakten aus unterschiedlichen Dimensionen betrachtet werden können.
- Was sind Typische OLAP-Operationen? Operationsart: Anordnung Operation: Rotation: Änderung der Sichtweise auf einen Datenwürfel, z.B. Übergang von einer Produkt-/Zeit- zu einer Produkt- /Kunde-Sichtweise Sortierung: Festlegung der Anordnung der Elemente innerhalb einer gewählten Dimension Operationsart: Auswahl und Konsolidierung Operation: „Slicing“: Schnitt durch einen Datenwürfel, um eine Datenauswahl in Form einer Datenscheibe vorzunehmen, z.B. Umsatzverteilung nach Bezirken und Monaten „Dicing“: Erstellung eines Teilwürfels bzw. Würfelausschnitts durch Verkleinerung des Datenwürfels über alle Dimensionen Operationsart: Navigation Operation: „Drill down“: Übergang auf eine tiefere Hierarchieebene einer Dimension, z.B. von Produktgruppe zu Produkt „Roll up“: Übergang auf eine höhere Hierarchieebene einer Dimension, z.B. von Monat zu Quartal
- Navigation - Drill down/Roll up Die hierarchische Navigation von Daten bildet die dritte OLAP-Operationsart.Mittels der „Drill down“-Operation können tiefere Detailebenen von Daten betrachtet werden (z.B. von Land zu Region und zu Stadt). Umgekehrt kann mit der„Roll up“-Operation von Daten auf einer tieferen Detailebene zu Daten auf einer höheren Ebene navigiert werden, d.h. der Generalisierungsgrad nimmt zu (Alparet al. 2014, S. 241).
- WI als Disziplin / Womit beschäftigt sich die WI? (S. 54) Die WI beschäftigt sich mit der Digitalisierung der Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.
- Nenne und erläutere zwei Aspekte der Kundenperspektive. S. 54 1. Nutzen: Hier steht die Fragestellung im Vordergrund, welcher Nutzen konkret für den Kunden geschaffen wird („outside-in“, also strikt aus der Sicht des Kunden). So entsteht im Beispiel der Geldautomaten der Nutzen durch Zeitersparnis, Flexibilität, vielleicht auch einer gefühlten Anonymität. 2. Bedienbarkeit: Unzertrennbar mit der Akzeptanz durch eine breite Kundenschicht ist die einfache Bedienbarkeit einer IT-Lösung verbunden. Dazu gehört auch die Stabilität und Sicherheit der Lösung. Kunden sollten die angebotene Funktionalität einfach und intuitiv nutzen können, die Funktionen müssen stabil sein (z. B. Verfügbarkeit der Funktionen, kein ungewollter Karteneinzug, Bargeldverfügbarkeit), und in Bezug auf die Sicherheit sollte z. B. kein Missbrauch der Daten möglich sein.
- Nenne und erläutere zwei Aspekte der der Perspektive der Unternehmen. S. 54 1. Wirtschaftlichkeit: Mit der Automatisierung bestimmter Prozesse lassen sich Hebel bei der Kostenoptimierung ansetzen. Auch wenn der Aufbau der Infrastruktur und die Einführung der Lösung zunächst Investitionen erfordern, sollte mittelfristig ein Kostensenkungseffekt realisiert werden. Der Effekt schlägt sich dabei nicht nur durch die Einsparung von Personalkosten nieder, sondern auch durch eine Senkung von Betriebs- und Fehlerkosten. Gleichzeitig kann z. B. durch die Erhebung einer Gebühr für den Bargeldbezug auch die Ertragsseite gestärkt werden. 2. Positionierung zum Wettbewerb: Die Einführung eines Angebots, wie im Beispiel, kann in einem frühen Stadium durchaus zu einem Wettbewerbsvorteil führen. Da hier aber ein Standardprozess automatisiert wurde, ist es im Zeitablauf nahezu unabdingbar, das Angebot einzuführen, da es ab einem bestimmten Zeitpunkt zum erwarteten Umfang einer Bankleistung gehört.