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Arbeits- und Organisationspsychologie (Subject) / VL2_6: Gerechtigkeit in Organisation (Lesson)

Personal motivieren und entwickeln

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  • 4 Formen von Gerechtgkeit Distributive Gerechtigkeit Prozedurale Gerechtigkeit Interpersonale Gerechtigkeit Informationale Gerechtigkeit
  • Distributive Gerechtigkeit Nach Homans (1961): Subjektive Wahrnehmung der Gerechtigkeit der Verteilung von Belohnungen und Ressourcen Es werden 3 Maße unterschieden   Equity (Verhältnis Outcome/Input muss stimmen)  Equality (alle erhalten das gleiche Outcome)  Need (alle erhalten das, was sie brauchen, unabhängig vom Input)  Im Kontext personaler Beziehungen werden equality und need präferiert, im Kontext formaler Organisationsstrukturen equity
  • Prozedurale Gerechtigkeit Nach Leventhal (1980): Wahrgenommene Gerechtigkeit der Art und Weise mit der die Outcomes festgelegt werden  Grundlegende Fortschritt durch Thibaut und Walker (1975): Prozedurale Gerechtigkeit abhängig vom Grad der wahrgenommenen Kontrolle im Prozess (nicht über das Outcome) Regeln eines fairen Prozesses (Leventhal, 1980): Konsistent Vermeidung von Wahrnehmungsverzerrungen  Genauigkeit der Informationen Möglichkeit der Korrektur  Berücksichtigung aller Beteiligten  ethische Grundwerte
  • Interaktionale Gerechtigkeit  Nach Bies und Moag (1986): Gerechtigkeit hinsichtlich der Art und Weise in der das Ergebnis und der Ablauf erklärt wird  Weiter unterschieden werden     - Interpersonale Gerechtigkeit: Beteiligte behandeln sich gegenseitig mit Würde, Höflichkeit      und Respekt.     - Informationale Gerechtigkeit: Beteiligten werden klare und ausführliche Erklärungen über      Ablauf und Entscheidungen mitgeteilt
  • Wann spielt Gerechtigkeit für Angestellte eine Rolle? Arbeitnehmer denken über (Un)gerechtigkeit nach bei Unsicherheit bezüglich  Vertrauensbasis  Status  Moral  Zielfortschritt  Verschiedenes
  • wie wird die Gerechtigkeitswahrnehmung geformt? Es lassen sich 3 Prozesse unterscheiden: - Bewusste kognitive Verarbeitung : Z.B. Wird tatsächliche Situation mit möglicher Situation verglichen (counterfactual thinking) - Heuristische kognitive Verarbeitung: Heuristik für Fairness baut auf vorrangegangen Erfahrungen auf und kann immer wieder verändert werden - Affekt als Informationsquelle: Affekt beeinflusst nicht nur Kognitionen, sondern auch direkt Einstellungen bezüglich bestimmter Ereignisse
  • Gerechtigkeit in der Personalauswahl: Zentrale Fragen, Folgen und Ergebnis Zentrale Fragen:  Wie nehmen potentielle Arbeitnehmer den Bewerbungsprozess wahr?  Wie wirkt sich ihre Wahrnehmung auf ihr zukünftiges Verhalten/ Einstellungen aus? Folgen sind:  Reaktionen während des Bewerbungsprozesses  Reaktionen nach dem Bewerbungsprozess  Veränderungen der Selbstwahrnehmung Ergebnis (Job bekommen ja/ nein) ist primäre Determinante der Reaktion  Daran kann Arbeitgeber nicht viel ändern, aber am Prozess schon! (vgl. Regeln Gilliland, 1993) —> die meisten Sachen kann der Chef beeinflussen. Bewerber fühlen sich als fair beladest, wenn sie eine gute Begründung für die Ablehnung bekommen
  • Gerechtigkeit in der Personalauswahl: Zentrale Befunde Starker Zusammenhang zu „soft outcomes“  Attraktivität  Weiterempfehlung  Intention den Job anzunehmen  Selbstwertgefühl Schwächerer Zusammenhang zu verhaltensbezogenen Kriterien  Annahme eines Angebotes  Arbeitsleistung Welche Auswahlmethoden werden bevorzugt? (Anderson et al., 2010)  Arbeitsproben und Interviews am beliebtesten  Gefolgt von Anschreiben, Leistungstests, Persönlichkeitstests, Lebenslauf  Wenig beliebt sind Ehrlichkeitstests, Referenzen und graphologische Untersuchungen
  • Wie kann Arbeitgeber die Bewerbungssituation verbessern?  Bestehende Auswahlmethoden verändern  Umgang mit Bewerbern verbessern  Bewerbern Erklärungen für Verfahren/ Ablauf liefern  Bewerbern Feedback geben —> Leider wir aus rechtlichen Gründen häufig kein Feedback gegeben, da sich abgelehnte Bewerber beschweren können
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