Unternehmensführung (Subject) / BWL 1a (Lesson)

There are 58 cards in this lesson

Unternehmensführung Prof. Eberl Uni Kassel

This lesson was created by Hassan91.

Learn lesson

  • Was ist eine Wissenschaft? -Streben nach verallgemeinerbaren erkenntnissen-Erkenntnisobjekt-Anwendung spezifischer Forschungsmethoden-Intersubjektive Prüfverfahren für wahr/falsch-systematisch geordnete Erkenntnisse
  • Systematik der Wissenschaft -nach der Forschungsmethode: formale und empirische wissenschaft -nach der nähe zur Praxis: Grundlagen und angewandte wissenschaft -nach dem Gegenstand: Natur- und Kulturwissenschaft
  • Was ist das Erkenntnisobjekt der BWL? Erkenntnisobjekt der BWL ist das wirtschaften in Betrieben der Fremdbedarfsdeckung
  • Erfahrungobjekt Betriebe als Erfahrungsbereich der BWL
  • Betrieb Einrichtung, die geschaffen wurde zur Erstellung von Gütern zur Bedarfsdeckung Dritter.
  • Wirtschaftlichkeitsprinzipien Minimalprinzip: gegebenes Output (Ziel) mit minimalem Input (Mittel) erreichen Maximalprinzip: mit gegebenem Input (Mittel) maximales Output (Ziel) erreichen
  • Güter Mittel und Dienste zur Befriedigung von Konsumbedürfnissen
  • Nutzen stiften Freude erzeugen oder Leid verhindern
  • Wirtschaften Das Entscheiden über die Kombination von knappen Ressourcen zur Güterherstellung nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip
  • Rechtsformen des privaten Rechts Einzeilunternehmen Kapitalgesellschaften: GmbH, AG Personengesellschaften: OHG, GbR, KG
  • Kriterien bei Rechtswahl 1.Gestaltungsmöglichkeiten 2.Haftung 3.Finanzierungsmöglichkeiten 4.Gewinn- und Verlustbeteiligung 5.Leistungsbefugnis 6.Rechnungsbelegung und Publizität 7.rechtsformabhängige Aufwendungen 8.Steuerbelastung
  • Haftung (Rechtsformen) Unbeschränkt:Gesellschafter haftet mit Gesellschafts-und Privatvermögen z.B.: GbR, OHG, Komplementär/-e der KG Beschränkt:                                                                                                                 Gesellschafter haftet nur in Höhe der Einlage, Bsp: GmbH, AG, Kommanditist der KG
  • Finanzierungsmöglichkeiten (Rechtsformen) (Eigenkapital) Personengesellschaften:-Gemäß der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Gesellschafter-Durch Aufnahme neuer Gesellschafter bzw. Kommanditisten Kapitalgesellschaften (AG ́s):-Über den organsierten Kapitalmarkt (Börsen)-Kapitalerhöhungen
  • Leitungsbefugnis (Rechtsformen) Personengesellschaften:Bei den Personen, die unbeschränkthaften:-GbR + OHG -> Gesellschafter-KG -> Komplementär Kapitalgesellschaften:Leitung durch besondere Führungsorgane:-AG: Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung-GmbH: Geschäftsleitung ( Aufsichtsrat), Gesellschafterversammlung
  • Grundsätzliche Frage der Unternehmensverfassung Interessenausrichtung An welche Interessen sollen sich die Regelungen ausrichten? -Interessenmonismus oder Interessenpluralismus-Alternative Typen der Handlungskoordination: -Erfolgsorientierte Handlungskoordination                                                                          -Verständigungsorientierte Handlungskoordination
  • Interessenmonismus in der kapitalistische Marktwirtschaft (Prinzip der erfolgsorientierten Steuerung) -Private Unternehmen als Aktionszentrum und Entscheidungsträger (Kalkulationsproblem)                                   ->   Primat der Kapitaleigner (Erwerbswirtschaftliches Prinzip:  Einheit                                                                                  von Risiko, Kontrolle und Gewinn) -Bezugsgruppen werden über Verträge mit dem Kapitaleigner kompensiert                                   -> Das Vertragsmodell der Unternehmung
  • Das Vertragsmodell: Die Unternehmung als Bündel von Verträgen Kernidee, Gewinn, Annahme, Paradox Kernidee:            Die Preise für Leistungen (Arbeit, Betriebsmittel, Absatzgüter etc.) werden von                             den Märkten bestimmt. Gewinn:              Residuum nach Abzug aller Vertragsverpflichtungen. Annahme:          Unsichtbare Hand reguliert Interessenausgleich und erbringt maximale                             Wohlfahrt. Paradox:             Interessenausgleich durch Interessenmonismus. 
  • Kritik am Vertragsmodell -Marktversagen (Negative Externe Effekte) -Vermachtungsprozesse in der Wirtschaft (Oligopolstruktur in vielen Märkten führt zu gesellschaftlicher, kultureller, technologischer, politischer Macht von Großunternehmen) -Auflösung des erwerbswirtschaftlichen Prinzips (Managerialismus aufgrund der Inaktivität der Aktionäre bei Publikumsaktien- gesellschaften)
  • Externe Effekte (Marktversagen) Konsum und/oder Produktion tangieren andere, ohne dass diese Beeinträchtigungen (Kosten) und Besserstellungen (Nutzen) über Marktprozesse verrechnet werden. Konsequenz: Beeinträchtigung der Allokationsfunktion des Marktes
  • Vermachtungsprozesse Informationsverzerrung durch Macht • Marktmacht(Marktbeherrschung) • Konzentrationsprozesse führen zu Handlungsspielraum Gefahr: Beeinträchtigung der Allokationsfunktion des Marktes
  • Auflösung des erwerbswirtschaftlichen Prinzips (Trennung von Eigentum und Verfügungsgewalt) 1. Professionalisierungs-These des Managements                                         -Unternehmensführung als „Lehrberuf“ -Wissenschaftliche Grundlagen der Unternehmensführung -Systematische Methoden, die qualifizierte Anwender erfordern -Umweltanforderungen 2. Inaktivität und Inkompetenz der (Klein-)Aktionäre                                                      -Streubesitz                                                                                                                   -Mangelndes Interesse -Zu hohe Kontrollkosten
  • Reformansätze des Vertragsmodells (Ausblick) 1. Beibehaltung der grundsätzlich interessenmonistischen Position, aber Reform der institutionellen Regelungen (aktuelle Corporate Governance Debatte) 2. Stärkere Berücksichtigung von Interessen verschiedener Anspruchsgruppen (Unternehmensethik, verständigungs- orientiertes Handeln)
  • Allgemeine Definition Corporate Governance Corporate Governance umfasst die Regelungen zur Unternehmensverfassung, die „den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens“ konstituieren.
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Zentrale Frage Wie ist die Einflussstruktur (Führung und Kontrolle) institu- tionell auszugestalten, damit eine dauernde Ausrichtung der Unternehmensaktivität auf die festgelegten Interessen sicher- gestellt ist?
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Perspektiven auf Corporate Governance 1. Innensicht: Rollen, Kompetenzen, Funktionsweisen und Zusammenwirken von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung (Fokus: AG) 2. Außensicht:                                                                                                                      Verhältnis der Träger der Unternehmensführung zu den wesentlichen Bezugsgruppen des Unternehmens
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Corporate Governance als Problem der Einzelunternehmen und Personengesellschaft Einzelunternehmer und Personengesellschaft: • Eigentümer = Unternehmer (Sonderfälle z.B. Kommanditisten)                                                    • Selbstorganschaft • keine institutionelle Lösung nötig
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Corporate Governance als Problem der KapG Kapitalgesellschaften: • Eigentümer vs. Manager • Fremdorganschaft • institutionelle Lösung nötig
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Mitbestimmung als Korrektiv (Begründungen) 1. Unvollkommene Märkte 2. Großunternehmen quasi öffentlich 3. Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit                                                                                 4. Menschenwürde im Betrieb
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Der deutsche Corporate Governance Kodex Adressat, Ziel, Funktionen Adressaten des Kodex: -in erster Linie börsennotierte Gesellschaften -Empfehlung auch für nicht börsennotierte Gesellschaften Ziel des Kodex: -Erhöhung der Attraktvität des Standortes Deutschland für Investoren Funktionen des Kodex: - Kommunikationsfunktion- Ordnungsfunktion: Setzen von Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Der deutsche Corporate Governance Kodex: Bereiche Die Regelungen des Kodex umfassen folgende Bereiche: -Aktionärsrechte und Hauptversammlung -Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat -Einzelfragen zu Vorstand und Aufsichtsrat (Aufgaben und Zuständigkeiten, Zusammensetzung,    Vergütung, Interessenkonflikte, Bildung von Ausschüssen im Aufsichtsrat) -Grundsätze zur Transparenz -Aspekte zur Rechnungslegung und Abschlussprüfung
  • Reform der institutionellen Regelungen (Reformansätze des Vertragsmodells) Pflicht zur Entsprechenserklärung (§ 161 AktG) Erklärung zum Corporate Governance Kodex (1) Vorstand und Aufsichtsrat der börsennotierten Gesellschaft erklären jährlich ob CG-Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht.  (2) Die Erklärung ist auf der Internetseite der GesellschaD dauerhaD öffentlich zugänglich zu machen. 
  • Berücksichtigung von Stakeholder-Interessen -Gesetze (z.B. Verbraucherschutzgesetze) -Kooperation von Staat und Unternehmen (vertraglich vereinbarte Selbstbindungen der Wirtschaft, z.B. Ausbildungsgarantie) -Monologische Unternehmensethik: Lehre von der gesellschaftlich verantwortlichen  Unternehmensführung („Corporate Social Responsibility“) -Dialogische Unternehmensethik
  • Moral und Ethik Moral: Gesamtheit von Normen, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gemeinschaft regulieren und als verbindlich akzeptiert werden Ethik: Lehre vom guten und richtigen Handeln und Leben (Maßstäbe der Vernünftigkeit), Reflexion der Legitimität der jeweiligen Moral
  • Ethische Grundpositionen -Deontologische Ethik z.B. Kants „kategorischer Imperativ“ -Teleologische Ethik z.B. Utilitarismus -Diskursethik Gewinnung von Inhalten ethischer Normen durch argumentative Verständigung  Betroffener
  • Ansätze einer Unternehmensethik 1. „Corporate Social Responsibility“ 2. Diskursive Unternehmensethik
  • Corporate Social Responsibility Aufgabe der Unternehmensführung ist es, den verschiedenen Anspruchsgruppen zu dienen und divergierende Interessen zum Ausgleich zu bringen (Davoser Manifest 1973) -> Gewinn notwendiges Mittel um die dienende Funktion ausführen zu können
  • Corporate Social Responsibility Friedmans Argumente 1. unfair (indirekte Steuer), 2. undemokratisch (da ohne Mandat), 3. bedenklich (da auf Kosten der Aktionäre), 4. nutzlos (da Konsequenzen nicht absehbar).
  • Diskursive Unternehmensethik Stellenwert der Diskursethik 1. Unternehmensethik als Gesamtlösung:                                                Verständigungsorientiertes Handeln statt erfolgsorientiertem Handeln in der Wirtschaft. 2. Unternehmensethik als „Korrektur“:                                                    Verständigungsorientiertes Handeln ergänzt erfolgsorientiertes Handeln in der Wirtschaft.
  • Diskursive Unternehmensethik Unternehmensethik nach Steinmann/Löhr - Ansatzpunkt: Gefährdung des sozialen Friedens - Ziel: Friedliche Regelung von Konflikten durch Dialog - Bezugspunkt: Durch Gewinnorientierung bereits hervorgerufene oder zukünftige Konfliktsituation - Orientierung: Kommunikative Rationalität- Funktion: Korrektur von „Markt- und Rechtsversagen“ - Voraussetzung: unternehmerische Handlungsspielräume
  • Definition einer Unternehmungsethik als „Diskursethik“ „Unternehmungsethik umfasst alle durch dialogische Verständigung mit dem Betroffenen begründeten bzw. die begründbaren materialen und prozessualen Normen, die von einer Unternehmung zum Zweck der Selbstbindung verbindlich in Kraft gesetzt werden, und die konfliktrelevanten Auswirkungen des Gewinnprinzips bei der Steuerung der konkreten Unternehmungsaktivitäten begrenzen.“
  • Diskursive Unternehmensethik Zusammenfassung 1. Verständigungsorientiertes Handeln bei Konflikten mit Bezugsgruppen 2. Unterscheidung von Ethik und Moral 3.Dialog zwischen allen Betroffenen, „idealer Dialog“ 4. Handlungsspielraum „Sollen impliziert Können“ 5. Selbstverpflichtung und soziale Kontrolle6. Korrigierende Funktion 7. Verpflichtung der gesamten Organisation
  • Management-Verständnisse - Institutionelles Management-Verständnis (Personenkreis) - Funktionales Management-Verständnis (Steuerungsaufgaben)
  • Institutionelles Management-Verständnis Vertikal :-Unteres Management -Mittleres Management -Oberes Management Horizontal:                                                                                                                             -Bereichs-Management -General-Management 
  • Institutionelles Management-Verständnis Definition „alle diejenigen Personen in einer Organisation, die formell verantwortlich sind für die Leistung von anderen Personen in dieser Organisation “
  • Funktionales Managementverständnis -Steuerung einer betrieblichen Einheit  -Management vs. Sachfunktion 
  • Funktionales Managementverständnis Definition „Management ist ein Komplex von Steuerungsaufgaben, die bei der Leistungserstellung und -sicherung in arbeitsteiligen Organisationen erbracht werden müssen. Diese Aufgaben stellen sich in der Praxis als immer wieder neu auftretende Probleme dar, die im Prinzip in jeder Leitungsposition zu lösen sind, und zwar unabhängig davon, in welchen Ressort, auf welcher Hierarchieebene und in welcher Organisation sie anfallen.“
  • Funktionales Managementverständnis Management als dispositiver Faktor -Elementarfaktoren (Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe) kombiniert durch dispositiven Faktor -Management als Faktorkombination (=Steuerung)
  • Funktionales Managementverständnis POSDCORB • Planning • Organizing • Staffing • Directing • Coordination                                                                                                                                   • Reporting                                                                                                                                         • Budgeting 
  • Funktionales Managementverständnis Die klassischen Management-Funktionen • Planung • Organisation • Personaleinsatz                                                                                                                              • Führung • Kontrolle
  • Empirische Managementforschung Typische Merkmale der Managementtätigkeit 1.Kein abgeschlossener Zyklus 2.Arbeitstag ist zerstückelt 3.Mündliche Kommunikation 4.Informationsaufnahme und –weitergabe 5.Ambiguität