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Förderschwerpunkt Lernen 2 (Subject) / INVO- Gedächtnis, Vorwissen, Intelligenz (Lesson)
Gedächtnis, Vorwissen, Intelligenz
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- Über welchen Gegenstandsbereich macht das INVO Aussagen und aus welchen Komponenten besteht es? über individuelle Voraussetzungen für das erfolgreiche Lernen Bereiche: kognitiv: selektive Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis, Strategien und metakognitive Regulation, Vorwissen motivational-volitional: Motivation und Selbstkonzept, Volition und lernbegleitende Emotionen
- Welche Merkmale zeichnen erfolgreiche Lerner im Sinne einer guten Informationsverarbeitung aus? erfolgreiche Lerner: sind reflexif planen ihr Lernverhalten nutzen effiziente Lernstrategien überwachen ihren Lern- und Leistungsfortschritt verfügen über Kurzzeitgedächtnis mit hoher Kapazität und Weltwissen vertrauen in sich und verbessern sich stellen sich neuen Anforderungen
- Aus welchen 3 Gedächtnissystemen besteht das menschliche Gedächtnis? Beschreiben sie die Besonderheiten (Funktion, Kapazität, Spanne...) dieser und ihre prozesshaften Verbindungen zueinander. (Modell Mickel et al.,2007) sensorisches Register: Festhalten von Reizinformationen für kurze Zeitl Speicherung für wenige Sekunden als physikalische Reize Filter für relevante Informationen Arbeitsgedächtnis: Zwischenspeicherung von Informationen bis zur Aufbereitung durch vorhandenes Wissen bewusste Informationsverarbeitung Prozesse des Denkens/Verstehens begrenzte Spreicherkapazität: 7 +/- 2 Einheiten 20-30 Sek. für Ausführung alltäglicher Operationenl Nutzung von Strategien und Kontrollprozessen Langzeitgedächtnis: deklaratives Gedächtnis(semantisch, episodisch): Speicherung von zeitlich und örtlich bestimmten Erfahrungen, geordnete bildhafte Darstellungen, Allgemein- und Spezialwissen prozedurales Gedächtnis: Art und Weise, wie etwas zu tun ist, Übung wird vorausgesetzt Prozesse: Aufarbeitung neuer Informationen durch Vorwissen zur dauerhaften Speicherung und schnellen Abrufbarkeit Weiterverarbeitung im Arbeitsgedächtnis nur von mit Aufmersamkeit bedachten Elementen Datenverringerung duch Kontrollprozesse bei Aufmerksamkeit und Bedeutungszuschreibung auf Basis von Vorwissen aus Langzeitgedächtnis Organisation, Wiederholung und Elaboration überführen Informationen ins LG --> Abrufbarkeit von Info
- Welche Rolle spielt die Aufmersamkeitssteuerung für die Gedächtnisleistung? Informationselemente werden nur verarbeitet, wenn ihnen Aufmerksamkeit zugerichtet wird große inter- und intraindividuelle Unterschiede bei Steuerung und Qualität der Aufmerksamkeitsprozesse Aussortieren von unwichtigen, überlastenden Informationen
- Welche Teilsysteme und Verbindungssysteme gehören zum Arbeitsgedächtnis? Benennen Sie sie und beschreiben Sie diese Systeme in ihren Eigenschaften und Funktionen. episodischer Puffer: Verbindungsmechanismus zwischen den Hilfssystemen, Leitzentrale und Langzeitgedächtnis, multimodales Speichersystem mit begrenzter Kapazität Visuell-räumlicher Notizblock: Verarbeitung räumlicher und visueller Reize Phonologische Schleife: Verarbeitung sprachlich-akustischer Reize
- Wie kann die begrenzte Speicherdauer des Arbeitsgedächtnisses verlängert werden? Nennen Sie ein konkretes Beispiel. Wiederholungen (inneres Sprechen, innere Wiederholung), Auffrischung Phänomen des Wortlängeneffekts: Wortwiederholungsaufgabe fällt bei kurzen Wörtern besser aus als bei langen Wörtern, da hier die Frequenz der Wiederholung höher ist
- Beschreiben sie die Struktur des Langzeitgedächtnisses. Unterscheiden Sie dabei deklarativ-semantische, deklarativ-episodische und prozedurale Repräsentationen im Langzeitgedächtnis. Nenne sie jeweils ein Beispiel. deklarativ-episodisch: Speicherung von zeitlich und räumlich geordneten Erfahrungen, bildhafte Darstellung --> Bsp.: Umsetzung von Info in "Episoden" (Rollenspiele) mit visuellen und akustischen Vorstellungsbildern fördert Verankerung im episodischen Gedächtnis deklarativ-semantisch: Speicherung Spezialwissen, Allgemeinwissen, Regeln, Gesetze --> Bsp. Inhalte aus Fachunterricht, Wissen zu Hobbys/Interessen, Wortschatz prozedural: Wissen, wie etwas zu tun ist, Nutzung von Strategien, automatisierte Abläufe nach ihrer Einübung --> Bsp.: Wissen, wie man sich Information beschaffen kann: Suchmaschinen benutzen, sich in einer Bibliothek zurechtfinden
- Was versteht man unter Propositionen und wie werden sie gespeichert? kleinste Bedeutungseinheit, die ein Urteil über Richtigkeit oder Falschheit einer Aussage zulässt Darstellung als Netzwerk, Propositionen sind Knoten Erregung eines Netzes, durch äußere Reizeinwirkung auf Knoten neues Wissen wird durch Verknüpfung der neuen Propositionen mit alten Propositionen im Netzwerk erwoben Speicherung in Sätzen oder bildlichen Vorstellungen
- Was besagt das Ranschburg-Phänomen? Nennen Sie ein Beispiel. Ähnlichkeitshemmung: Aufnahme von Lernmaterial im Gedächtnis ist gehemmt Schwierigkeiten bei Wiedergabe ähnlicher Lerninhalte, die mit mangelnder Differenzierung dargestellt wurden proaktive Hemmung:Störung der Aufnahme von Neuem durch bereits bekanntes: Umlernen auf Linksverkehr retroaktive Hemmung: Verlernen altbekannter Inhalte durch neue Inhalte: Bedienung des alten Handys, da das Neue anders funktioniert
- Worin unterscheiden sich Experten und Novizen hinsichtlich ihres Vorwissens? Experten haben allgemein ein fundierteres Vorwissen als Novizen bemerken Merkmale und Bedeutungsmuster umfangreiches domänenspezifisches Wissen erworben und sinnvoll organisiert flexibler Abruf von Wissen Flexibilität und Variabilität im Umgang mit neuen Situationen
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- Geben Sie eine kurze Definition von Intelligenz und unterscheiden dabei die fluide gegenüber der kristallinen Intelligenz. allgemeine Fähigkeit zum Lernen, Denken und Lösen von Problemen in neuen unvertrauten Situationen IQ=100: normierte Durchschnittsleistung unter Gleichaltrigen fluide Int.: gehirnphysiologische Effizienz, bspw. Verarbeitungsgeschwindigkeit, genetisch fixiert, baut altersbedingt ab kristalline Int.: Faktenwissen auf Basis individueller Erfahrungen (verbales Verstehen oder routinierte Durchführung effektiver Problemlösestrategien) sozialisationsabhängig, immer steigerungsfähig
- Unter welchen Bedingungen begünstigt ein ausgeprägtes Vorwissen das Lernen? Welche besonders problematische Lage zeigt sich in diesem Zusammenhang für lernschwache Kinder? bei Aktivierung des Vorwissens bei Kompatibilität der zur Verarbeitung anstehenden Information mit dem Vorwissen Problematik lernschwache Kinder: Einfluss von Lernhilfen nur bei mittlerer Ausprägung von Vorwissen möglich L-Kinder haben geringes Vorwissen, sind aber sehr auf Lernhilfen angewiesen --> nicht die Fähigkeit Lernhilfen zu nutzen: Wirksamkeit ist gering!