15

Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Subject) / Aufmerksamkeit VII (Lesson)

Aufmerksamkeitssteuerung

This lesson was created by Jacqui1302.

Learn lesson

Advertisement
  • Nennen Sie die Funktionen der Aufmerksamkeit Planen u. Kontrollieren nicht automatisierte Handlungen vorbereiten Ausführung überwachensich auf eine Aufgabe konzentrieren Selegieren wichtige Informationen herausfilternAufmerksamkeit schenken Überwachen Veränderungen in Umwelt suchenwach sein, nicht abgelenkt sein  - Funktionen können gleichzeitig aktiv sein, stören sich aber gegenseitig (Doppelaufgabe)- verändert sich das Reizniveau kann das wilentlich (bewusst) oder reizgesteuert passieren- man unterscheidet zw. visueller und auditiver Aufmerksamkeit, funktionieren nach unterschdl. Prinzipien
  • Erläutern Sie die Theorien zur selektiven Aufmerksamkeit unsere Aufmerksamkeit ist selektiv! = Fähigkeit, sich nur auf kleinen Teil der Reize zu konzentrieren, die von den sensorischen Organen gleichzeit wahrgenommen werden Selektive Aufmerksamkeit verbessert Wahrnehmung von Reizen auf die man sich konzentriertSie beeinträchtigt Wahrnehmung von Reizen auf die man sich nicht konzentriertSelektive Aufmerksamkeit heißt, dass wir unser Bewusstsein immer nur auf einen sehr begrenzten Aspekt richten.
  • Welche Arten der Aufmerksamkeitssteuerung gibt es? 1. Zielgesteuerte Wahl (goal-directed selection) Dieser Modus, in dem wir unsere Aufmerksamkeit willkürlich auf einen Reiz richten, wird auch als endogene oder top-down-Steuerung bezeichnet. 2. Reizinduzierte Vereinnahmung (stimulus-driven capture) Hierbei wird unsere Aufmerksamkeit automatisch und unwillkürlich auf einen Reiz gelenkt. Dies geschieht meist, wenn ein Reiz plötzlich erscheint oder eine besonders hohe Intensität hat (z.B. ein lautes Geräusch). Diese Art der Steuerung wird auch als exogene oder bottom-up-Steuerung bezeichnet. 
  • Dichotisches Hören Eine wichtige Aufmerksamkeitsfunktion ist die Fähigkeit, unerwünschte Reize aus der kognitiven Verarbeitung herauszufiltern und andere durchzulassen (vgl. Cocktailparty-Phänomen). 
  • Broadbents Filtertheorie der selektiven Aufmerksamkeit Grundannahme: Unbeachtete Informationen werden sehr früh aus dem System herausgefiltert.  Ein selektiver Filter agiert als Flaschenhals (bottleneck). An dieser Stelle wird aufgrund von grundlegenden physikalischen Reizmerkmalen entschieden, welche Information von welchem Kanal (z.B. linkes vs. rechtes Ohr, Stimmlage oder bestimmte Lautstärke oder Tonhöhe) weiterverarbeitet wird.  Broadbent postuliert in seiner ursprünglichen Theorie ausschließlich physikalische Merkmale als Grundlage der Selektion (z.B. Lokation der Nachricht auf einem Ohr). Semantische Eigenschaften von Stimuli (z.B. der eigene Name) sollten demnach nicht als Selektionskriterium in Frage kommen. Da selektive Aufmerksamkeit vor der semantischen Verarbeitung steht, wird Broadbents Theorie auch häufig als „early selection model“ bezeichnet. 
  • Frühe Selektion vs. Späte Selektion Frühe Selektion z.B. Broadbent (1958) Auswählen nach wenigen physikalischen Merkmalen  erst Auswahl, dann Verarbeitung Gemäßigte Variante nach Treisman: Gewichten von Informationen (kein Alles-oder-nichts-Prinzip) Späte Selektion Deutsch & Deutsch (1963) Parallele Vorverarbeitung  (Inform. ungefiltert weiterverarbeiten) Auswahl nach inhaltlicher Verarbeitung Filter erst bei Auswahl der Reaktion / Verhalten Verwenden von physikalischen oder semantischen Merkmalen Aufmerksamkeit richtet sich auf ausgew. Inform. um tiefe Verarbeitung zu ermöglichen Heutiger Stand kein einheitliches A.system A.fokussierung kann vor sowohl als auch nach inhaltlicher Verarbeitung meist Kombinieren von frühen u. späten Ansätzen
  • Was unterscheidet Modelle der frühen und späten Selektion im Kontext der Aufmerksamkeitsforschung? In der frühen Selektion erfolgt die Auswahl vor der Verarbeitung. Ausserdem erfolgt die Auswahl nach wenigen physikalischen Merkmalen.  Bei der späten Selektion findet eine parallele Vorverarbeitung statt und der Filter erfolgt erst bei Reaktion / Verhalten. Ausserdem erfolgt die Auswahl nach physikalischen oder semantischen Merkmalen
  • Theorie der späten Auswahl Theorie der späten Auswahl Deutsch & Deutsch (1963) Alle sensorischen Informationen wird völlig ungefiltert und parallel verarbeitet. Der Filter (Flaschenhals) ist bei der Reaktionsauswahl (Antwortfilter) nicht bei der Wahrnehmung. Für die Reaktionsauswahl können physikalische oder semantische Merkmale verwendet werden. 
  • Frühe Selektion  Annahme einer frühen Filterung der Information Bottlenecktheory(Flaschenhals)   Parallele Verarbeitung der sensorischen Information  Parallele sensorische Kanäle (linkes / rechtes Ohr, Augen, Berührung etc.)   Information gelangt in einen sensorischen Zwischenspeicher  Selektiver Filter agiert als Flaschenhals, lässt nur bestimmte Informationen durch  Unterscheidung nach physikalischen Merkmalen   linkes vs. rechtes Ohr, Stimmlage oder bestimmte Lautstärke oder Tonhöhe Begründung  Begrenzte Kapazität der bewusste Wahrnehmung, Erkennung, Kategorisierung und Auswahl von Verhalten. 
  • Welche Theorie kann zur Erklärung des Pop-Out-Effektes herangezogen werden? Treismans Merkmals-Integrations Theorie ein Zielreiz soll unter einer Reihe von Distraktoren (Reize mit ähnlichen Merkmalen wie der Zielreiz) gefunden werden  Zielreiz wird durch ein Merkmal definiert, das ohne aufwendige Aufmerksamkeitsleistung verarbeitet werden kann (bspw. Farbe) 
  • Advertisement
  • Serielle Suche Suche dauert länger als beim Pop-Out  Zielreiz unterscheidet sich in mehr als einem Merkmal von den Distraktoren (hier zwei)  kein Pop-Out-Effekt, sondern Überprüfen jedes einzelnen Balkens, ob er der Zielreiz ist  „attentive Verarbeitung“ (Einsatz von Aufmerksamkeit ist notwendig)  Suchzeit steigt linear mit der Anzahl von Distraktoren an = serielle Suche 
  • Pop- Out Effekt und parallele Suche ein Zielreiz soll unter einer Reihe von Distraktoren (Reize mit ähnlichen Merkmalen wie der Zielreiz) gefunden werden  schwarzer senkrechter Balken „springt ins Auge“ = Pop-Out-Effekt   Zielreiz wird durch ein Merkmal definiert, das ohne aufwendige Aufmerksamkeitsleistung  verarbeitet werden kann „präattentive Verarbeitung“ Suchzeiten sind immer gleich, unabhängig von der Anzahl der Distraktoren = parallele Suche 
  • Treismans Merkmals-Integrations-Theorie   Visuelle Suche erfolgt über Vergleich von Merkmalskarten  Für verschiedene Merkmale gibt es separate Karten (z.B. schwarz, weiß, senkrecht...)    alle Merkmalskarten sind mit einer Hauptkarte der Positionen verbunden   alle aktiven Merkmale werden zu einer Gesamtrepräsentation zusammengefügt    Positionssuche: Auf der Hauptkarte richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine Position, dort werden Merkmale identifiziert   Merkmalssuche: Es wird eine Merkmalskarte aktiviert und in der Hauptkarte die Positionen ermittelt.  Theorie erklärt gut Suchergebnissen bei einfachen Merkmalen (z.B. beim Pop-out-Effekt). Bei komplexen Merkmalen gibt es vermutlich komplexere Suchstrategien zur Merkmals- identifikation 
  • Welche Faktoren beeinflussen die Leistung bei Mehrfachaufgaben? 1) Unterschiedlichkeit der Aufgaben Unterschiedliche Aufgaben oder Verarbeitungsschritte beanspruchen möglicherweise verschiedene Ressourcen. => Grundannahme von sogenannten Modultheorien. Beispiel: Theorie multipler Ressourcen (Wickens) 2) Übung Eine Tätigkeit, die geübt ist, beansprucht möglicherweise kaum Aufmerksamkeitsressourcen, weil sie nahezu automatisch ablaufen kann. Diese Überlegung ist Kernpunkt der Zwei-Prozess-Theorie der Aufmerksamkeit. 3) Aufgabenschwierigkeit 
  • Welche unterschiedlichen Theorieansätze gibt es zur geteilten Aufmerksamkeit? Kahneman: (1973) Jede Aufgabe benötigt die gleich Art von Aufmerksamkeit. Wird eine Aufgabe mit voller Aufmerksamkeit bearbeitet, so steht die zweite an bis wieder genügend Kapazitäten vorhanden sind. Je schwieriger eine Aufgabe, desto mehr Ressourcen benötigt sie. Lastet eine Aufgabe die Aufmerksamkeit nicht völlig aus, stehen Ressourcen für weitere Aufgaben zur Verfügung. Aber je höher die Belastung bei Aufgabe 1 desto schwächer die Leistung bei simultan bei Aufgabe 2. Unspezifisch - limitiert - Schwierigkeitsabhängig alloziert - Teilbar Wickens Theorie multipler Ressourcen (1991) Wickens unterscheidet in verschiedenen Ressourcenarten. Interferenzen treten nur auf wenn Prozesse dieselben spezifischen Ressourcen beanspruchen.