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Statistik und Evaluation (Subject) / Statistik und Evaluation (Lesson)
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- Was versteht man unter einer empirischen Wissenschaft? (4) Empirie = Erfahrung, Hypothese geht also auf Erfahrungen zurück Die empirische Wissenschaft ist daran interessiert, Hypothesen und Theorien zu den Fragen zu entwerfen, mit denen man sich gerade beschäftigt Diese Hypothesen und Theorien werden nun ihrerseits mit der Realität konfrontiert. Man vergleicht also, wie in anderen Naturwissenschaften auch, die gedankliche Antwort auf die Frage mit den in der Realität diesbezüglich vorfindbaren Sachverhalten. sie ist erkenntnisorientiert, zielt auf Verallgemeinerungen ab, dient der Prüfung von Hypothesen durch Experimente, Beobachtungen und Befragungen an Stichproben
- Welche Elemente umfasst die empirische, welche die hermeneutische Wissenschaft? Welche Elemente umfasst die empirische Wissenschaft, die sie von der hermeneutischen Wissenschaft abgrenzt? (3) Unter Hermeneutik versteht man im Allgemeinen das Auslegen und Verstehen von Texten. Aufgabe der Hermeneutik ist es den „Inneren Sinn“ aus einer Aufgabe, Text herauszufiltern. Dabei bedient sich die Hermeneutik auch der Bedeutung von Symbolen und sonstigen Vorkenntnissen von Personen. Systematisch, praktisches Verfahren, um Texte verstehn/auslegen zu können Es umfasst nicht die Wege der Erkenntnisgewinnung (Daten werden erhoben), Hypothesen und Theorien (empirische Wissenschaft), keine Konfrontation mit der Realität, keine Überprüfbarkeit Hermeneutik: sehr subjektiv, ist nicht belegbar (aber auch in Empirie ist nichts belegbar sondern nur widerlegbar)
- Was sind Wissenschaftliche Aussagen? Wissenschaftliche Aussagen dienen der Erklärung und Prognose bestimmter Phänomene; liegen den wissenschaftlichen Hypothesen zu Grunde, die mit Hilfe von Methoden der empirischen Wissenschaft überprüft werden
- Anforderungen für wissenschaftliche Aussagen 1. Allgemeingültigkeit 2. Einfachheit 3. Verständlichkeit 4. Kommunizierbarkeit 5. Eindeutigkeit 6. Falsifizierbarkeit 7. Überprüfbarkeit durch Beobachtungen/Tatsachenbezug 8. logische Konsistenz (innere und äußere Widerspruchsfreiheit; innere: „Kleinkinder zwischen 14-16 Jahren spielen gerne mit dem PC“; äußere: „Abends geht die Sonne auf“) 9. Möglichkeit, die Aussagen intersubjektiv nachzuprüfenà Objektivität 10. Fundierung der Aussagen auf Erfahrung
- Beispiele für wissenschaftliche und nicht wissenschaftliche Aussagen „ Es regnet oder es regnet nicht.“ > Aussage, die nicht falsifizierbar ist „Unserem Planeten ginge es ohne den Menschen besser.“/ „In der Hölle ist es heißer als 220 Grad.“ > Aussagen, die nicht prüfbar ist richtig: „Mit zunehmender Müdigkeit sinkt die Konzentrationsfähigkeit.“ § „Mit zunehmender Müdigkeit sinkt die Konzentrationsfähigkeit.“
- Was ist eine wissenschaftliche Hypothese und welche Anforderungen müssen bei einer wissenschaftlichen Hypothese erfüllt sein? Wie lautet die allgemeine Form einer wissenschaftlichen Hypothese? Hypothesen (vorläufige, d.h. unbewiesene wissenschaftlich-logische Annahmen über den Zusammenhang realer Phänomene (inhaltliche vs. statistische Hypothesen)) sollten: empirisch Untersuchbar sein (begründbar) Konditional formuliert sein (Wenn-Dann) Aussagen über Einzelfall hinaus treffen (Generalisierbarkeit) Falsifizierbar sein nachvollziehbar sein, logisch konsistent allgemeine Form: Formalstruktur eines Konditionalsatzes (wenn-dann= kausal; je-desto= korrelativ)
- Zwei Arten von Hypothesen und ihre Verbindung (3) Inhaltich: = verbale Behauptung über Beziehung zwischen Variablen statistisch: = quantitative Form des zu erwartenden Untersuchungsergebnisses durch eine Operationalisierung mit Bestimmung der AV und UV wird I zu S
- Null- und Alternativhypothese Nullhypothese: UV hat keinen Einfluss/ Effekt auf die AV, UV steht in keinem systematischen Zusammenhang mit der AV Alternativhypothese: UV hat einen Einfluss/Effekt auf die AV, UV steht in einem systematischen Zusammenhang mit der AV
- Was versteht man unter einer logischen Implikation? Welche Schlüsse erlaubt sie und welche nicht? „Wenn-Dann-Beziehung“ Prämisse „Alle Hunde sind gelb“ Konklusion „Gelbe Tiere können Hunde sein“ Modus Ponens (wenn A dann B), Modus Tollens erlaubt (wenn kein B, dann kein A) -->Aussagen werden über die Regeln des logischen Schließens verknüpft; Erlaubt keine Aussage über Ursachen! (Warum sind manche Tiere gelb?), wenn kein A, dann kein B
- Wie wird Wahrheit und Falschheit von Aussagen festgestellt? Methode in der empirischen Wissenschaft: Theorie > Hypothese > Prüfung an Stichprobe > Endergebnis: falsifiziert oder vorrübergehend als wahr angenommen
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- Falsifizierbarkeit (3) Wichtiges Kriterium von Hypothesen Nicht falsifizierbare Hypothesen können auch nicht angenommen werden (niemals bewiesen) „Falsifizierbarkeit ist eine Eigenschaft von logischen Aussagen. Eine Aussage ist genau dann falsifizierbar, wenn es einen Beobachtungssatz gibt, mit dem die Aussage angreifbar ist; der sie also widerlegt, wenn er zutrifft. Falsifizierbarkeit ist ein Kriterium, das empirische von nichtempirischen
- Probabilistisch vs Deterministisch Wahrscheinlichkeitsaussage, Keine Allgemeingültigkeit, Aussagen in der Psychologie!„Wenn jemand Mathematik studiert wird er mit 95%iger Wkeit Mathelehrer" Klare Schlussfolgerung, universell gültig „Wenn jemand Mathe studiert, wird er Mathelehrer"
- Wann gilt eine Aussage als wahr? Eine Aussage gilt als wahr, wenn alles sie betreffende akribisch untersucht wurde und nicht gefunden wurde, was sie falsifiziert; dabei kann sie nie verifiziert werden, sie gilt solange als wahr, bis sie falsifiziert wird; Verifikation ist durch den Anspruch der Allgemeingültigkeit nie möglich
- Was ist die Kernaussage des Falsifikationismus von Karl Popper? Er schlägt mit dem Abgrenzungskriterium der Falsifizierbarkeit und der Methode der Falsifikation Lösungen zum Abgrenzungsproblem und zum Induktionsproblem vor, das heißt zu den Fragen, wo die Grenzen der empirischen Forschung liegen und welche Methoden sie anwenden sollte „Alle Schwäne sind weiß“, so trägt das Finden zahlreicher weißer Schwäne nur dazu bei, dass die Hypothese beibehalten werden darf. Es bleibt stets die Möglichkeit bestehen, einen andersfarbigen Schwan zu finden. Tritt dieser Fall ein, so ist die Hypothese widerlegt. Solange aber kein andersfarbiger Schwan gefunden wurde, kann die Hypothese weiterhin als nicht widerlegt betrachtet werden.
- Statistischer Induktionsschluss Geht davon aus, dass Schlüsse die man für eine Stichprobe zieht auch für Population gelten Stets unter einer gewissen Wahrscheinlichkeit Durch Zufall können Eigenschaften der Stichprobe von der der Population abweichen
- Induktives und deduktives Vorgehen von mehreren Einzelfällen wird auf allgemeine Regeln geschlossen; in der Realität werden Einzelfälle beobachtet und daraus Hypothesen, Beobachtung > Theorie aus allgemein bekannten Zusammenhängen werden weitere Erkenntnisse logisch abgeleitet, Theorie > Hypothesen
- Welcher Art sind Hypothesen in der Psychologie? - in der Psychologie sind Hypothesen probabilistisch= wahrscheinlichkeitstheoretische Aussagen - Hypothesen sind immer probabilistisch wegen Einflussfaktoren, die wir nicht kontrollieren und der Komplexität des Menschen
- Was folgt hieraus aus für die Art der Beweisführung über Zusammenhänge in der Psychologie? (3) Beweise über psychologische Zusammenhänge können nie endgültig erbracht werden, da sich Wahrscheinlichkeiten nicht beweisen lassen, ferner hat man statt der Gesamtpopulation nur Stichproben zum Testen zur Verfügung und kann somit z.B. nur statistisch signifikante Tendenzen und Neigungen im entsprechenden Zusammenhang feststellen deshalb sprechen wir sehr selten von Kausalität, sondern nur von Zusammenhängen Wahrscheinlichkeit als bei Nichtrauchern auftritt. à in der Psychologie machen wir keine Aussagen über Individuen sondern nur Wahrscheinlichkeitsaussagen über Gruppen
- Statistische Erkenntnisse in der Psychologie (5) Gesetzmäßigkeiten sind immer nur Wahrscheinlichkeiten Keine allgemeinen Regeln Zufall beeinflusst die Stichprobenwahl Individuelles Verhalten kann nur mit hinreichender Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden Interventionsprogramme helfen nicht jedem
- Welche weiteren Aussagen sind auf Basis des statistischen Induktionsschlusses möglich, welche nicht? (2) ferner können mit dem statistischen Induktionsschluss keine erklärenden Aussagen bzw. Interpretationen hergestellt werden (sondern z.B. nur die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von bundesweit 49% weiblichen Neugeborenen, da 49% weibliche Neugeborene in einer repräsentativen Stichprobe gemessen wurden) keine Aussagen über Individuen in dem Sinne möglich
- Problematisieren Sie die Anwendung empirisch-statistischer Erkenntnismethoden für die Aufstellung von Gesetzmäßigkeiten in der Psychologie (5) Gesetzmäßigkeiten immer nur Wahrscheinlichkeitsaussagen und haben keine absoluten Realitätsgehalt (nie 100% sicher) wir schließen von einer Stichprobe auf Allgemeinheit/Population= stat. Induktionsschluss, das ist immer fragwürdig durch die Komplexität des Menschen und die Existenz vieler verschiedener möglicher Einflussfaktoren auf die Ergebnisse man arbeitet mit Schätzfunktionen/werten beim statistischen Testen Stichprobenabhängigkeità Größe und Repräsentativität ist sehr wichtig für Verallgemeinerung Einhaltung der Voraussetzungen von stat. Tests sehr wichtigà wissenschaftliches Arbeiten
- Problematisieren Sie die Anwendung empirisch-statistischer Erkenntnismethoden für die Ableitung von Konsequenzen für die Vorhersage individuellen Verhaltens INDIVIDUALITÄT- probabilistisch! Aussagen treffen nicht 100%ig auf jeden Einzelfall zu!! individuelles Verhalten kann man eigentlich so gut wie gar nicht vorhersagen, da man ja nur von Wahrscheinlichkeiten ausgeht, die man in Stichproben gefunden und auf die Population übertragen hat; aufgrund der Wahrscheinlichkeit ist es auch bei bestens abgesicherten Theorien möglich, dass man das Verhalten eines Einzelnen unzureichend vorhersagen kann man kann zwar durchaus aus der Theorie, also was für die Population gilt, zurück auf das Individuum schließen, doch hierbei würde man sehr viele bedeutsame Parameter bzw. Variablen außer Acht lassen (z.B. Wahrnehmung, Genetik, Entwicklungsgeschichte etc.), was somit als abgeleitete Konsequenz ziemlich sinnfrei wäre
- Probleme der Aufstellung individueller Interventionsprogramme helfen nicht jedem Interventionsprogramme werden durch Versuche innerhalb von Stichproben entwickelt, auf die Population übertragen und funktionieren also mit einer entsprechenden Wahrscheinlichkeit innerhalb der Stichprobe bzw. der Population (statistische Induktionsschlüsse); d.h. also das Interventionsprogramme niemals individuell aufgestellt werden → in der Praxis wird aber ein bestehendes Interventionsprogramm so gut wie immer an die individuellen Gegebenheiten des Patienten (und des Therapeuten) angepasst