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Nebenfach Soziologie Datenerhebung (Subject) / Soziale Ungleichheit und Klasse (Lesson)

Datenerhebung

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  • Definiere soziale Ungleichheit. „Soziale Ungleichheit liegt vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialenBeziehungsgefügen von den „wertvollen Gütern“ einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andereerhalten“
  • Auf welche Güter bezieht sich soziale Ungleichheit und warum?  Soziale Ungleichheit bezieht sich auf bestimmte „Güter“, die in einer Gesellschaft als          „wertvoll“ gelten  Ob Güter als wertvoll gelten, hängt von den Wert- und Zielvorstellungen der           Gesellschaft ab (z.B. Wohlstand, Gesundheit, Sicherheit, Integration, Ansehen)  Dienen Güter der Erlangung der allgemein verbreiteten Zielvorstellungen einer              Gesellschaft, kommen sie als Erscheinungsform sozialer Ungleichheit in Frage
  • Nenne Dimensionen sozialer Ungleichheit. § Wohlstand§ Einkommen und Vermögen§ Macht§ Prestige§ Bildung§ Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit§ Arbeitsbedingungen§ Wohnbedingungen§ Umweltbedingungen§ Freizeitbedingungen
  • Wie müssen die „wertvollen Güter“ verteilt sein, damit von sozialer Ungleichheit die Rede sein kann? Gebe auch ein Beispiel an. Absolute Ungleichheit: Ein Gesellschaftsmitglied besitzt mehr wertvolle Güter als ein anderesMitglied Relative Ungleichheit: Ein Gesellschaftsmitglied besitzt mehr wertvolle Güter als es „verdient“ In der Soziologie wird immer dann von sozialer Ungleichheit gesprochen, wenn wertvolle Güter nicht absolut gleich verteilt sind Beispiel:Erzielt ein Ingenieur ein höheres Einkommen als ein Hilfsarbeiter, gilt diese Lohndifferenz als Erscheinungsform sozialer Ungleichheit Soziale Ungleichheit ≠ soziale UngerechtigkeitSoziale Ungleichheit kann, aber muss nicht zwangsläufig „ungerecht“, „illegitim“ oder„problematisch“ sein
  • Was zählt nicht zur sozialen Ungleichheit? Natürliche, individuelle, momentane oder zufällige Ungleichheiten z.B. angeborene Behinderungen, ungleiche Intelligenz, Geiselnahme
  • Was sind die zwei Strukturierungsarten sozialer Ungleichheit? 1. Zwischen allen betroffenen Menschenz.B. Ungleiche Verteilung von Erwerbseinkommen zwischen allen Erwerbstätigen 2. Zwischen bestimmten Gruppenz.B. Ungleiche Verteilung von Erwerbseinkommen zwischen Männern und Frauen
  • Nenne Gruppierungen im Gefüge sozialer Ungleichheiten. Stände (vorindustriell) Zugehörigkeit angeboren Klassen (frühindustriell)  Zugehörigkeit je nach Besitz Schichten (industriell) Zugehörigkeit je nach Beruf Lagen (postindustriell) Zugehörigkeit komplex
  • Definiere soziale Klassen. „Klassen werden in den Sozialwissenschaften jene Gruppierungen innerhalb von Gefügen sozialer Ungleichheit genannt, die aufgrund ihrer Stellung innerhalb des Wirtschaftsprozesses anderen Gruppierungen über- oder unterlegen sind (z.B. wegen ihres Besitzes oder Nichtbesitzes von Produktionsmitteln oder wegen ihrer Machtposition auf dem Arbeitsmarkt), woraus ihnen bessere bzw. schlechtere Lebensbedingungen erwachsen.“
  • Wovon ging Karl Marx aus? Marx ging von einer dichotomen, also zweigeteilten Klassengesellschaft aus Die Klassenzugehörigkeit sei abhängig von dem Privateigentum an Produktionsmitteln (z.B. Rohstoffe, Werkzeuge, Maschinen) 1. KLASSEBourgeoisieKapitalistenklasse;Kapitalistisches Großbürgertum;Besitzt Produktionsmittel;Kleine beherrschende Klasse 2. KLASSEProletariatArbeiterklasse; Lohnarbeiterschaft;Besitzt keine Produktionsmittel;Verfügt über Arbeitskraft;Große beherrschte Klasse Beide Klassen stünden sich antagonistisch gegenüber Es herrsche ein Klassenkampf zur Aufrechterhaltung bzw. Abschaffung der Klassengesellschaft Der Klassenkampf münde in einer Diktatur des Proletariats Die Diktatur des Proletariats vollziehe den Übergang von der Klassengesellschaft (Kapitalismus) zur klassenlosen Gesellschaft (Kommunismus) Die soziale Ungleichheit (= ungleiche Verfügung über Produktionsmittel) zwischenden Klassen (= Bourgeoisie und Proletariat) wird aufgehoben, indemPrivateigentum an Produktionsmitteln abgeschafft und in Gemeinbesitz überführtwird (= Vergesellschaftung)
  • Wie unterscheidet Max Weber die Klassen? Klassen: Ebene der Wirtschaft und des Erwerbs z.B. Grundbesitzer, Arbeiterschaft, Kleinbürgertum, „Intelligenz“ Weber unterscheidet Besitzklassen und Erwerbsklassen (Besitzklassen: Lebenslage kommt durch die mehr oder minder hohen Erträge des jeweiligen Eigentums zustande; Erwerbsklassen: Lebenslage kommt durch ihre jeweils besseren oder schlechteren Erwerbschancen auf dem Güter- oder Arbeitsmarkt zustande) Stände: Ebene der Prestiges und der Lebensführung  z.B. der Adel Parteien: Ebene der Macht z.B. politische Parteien, aber auch andere einflussreiche Interessengruppen ,
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  • Welches Problem hat den dritten Klassenbegriff hervorgerufen und wie lautet dieser? Mit der Abgrenzung von Klassen nach Chancen auf dem Markt kann man unendliche viele Klassen unterscheiden Dieses Problem versucht Weber mit einem dritten Klassenbegriff, der sozialen Klasse zu lösen Soziale Klassen sind eine Art Zusammenfassung von Besitz- und Erwerbsklassen
  • Wie definiert Weber den dritten Klassenbegriff? Soziale Klasse= Gesamtheit derjenigen Besitz- und/oder Erwerbsklassen, innerhalb derer einWechsel leicht möglich ist, über die hinaus aber selten Bewegungen stattfinden
  • Wovon geht Pierre Bourdieu aus? Bourdieu geht von einer ungleichen Verteilung mehrerer Ressourcenarten unter derBevölkerung aus
  • Nach Bourdieu werden verschiedene Kapitale unterteilt. Welche gibt es und was entscheiden diese? Soziales Kapital, Kulturelles Kapital, Ökonomisches Kapital Das Kapital einer Person entscheidet über dessen Lage in der Klassengesellschaft Je nach Ausmaß ihres Kapitalbesitzes gliedern sich Gesellschaftsmitglieder in eine vertikale Klassenordnung („Arbeiterklasse“, „Kleinbürgertum“, „Bourgeoisie“) Je nach Zusammensetzung bzw. Zukunftsaussichten ihres Kapitalbesitzes werden sie horizontalen Klassen zugerechnet („Besitzbürgertum“, „Bildungsbürgertum“ „Kleinbürgertum“)
  • Was bestimmt die Klassenlage einer Person nach Bourdieu? Die Klassenlage einer Person bestimmt ihren Geschmack, der sich im „Habitus“ manifestiert Der Habitus hilft wiederum bei der Vererbung der Klassenposition, sodass die Klassenstruktur sehr statisch wird
  • Wie ist die Herangehensweise des Great British Class Surveys und an welchem Bias litt er? Idee: Auf Grundlage Bourdieus, neues Modell sozialer Klassen => Um auf mehrdimensionale Art Differenzierungen sozialer Klassen zu registrieren Herangehensweise: Ökonomisches Kapital=> Reichtum & EinkommenKulturelles Kapital=>Fähigkeit kulturelle Güter zu schätzen & mit ihnen zu arbeitenSoziales Kapital=> Kontakte & Verbindungen Selektionsbias® Befragte überwiegend aus gut ausgebildeten sozialen Gruppen® „Typisches BBC-Publikum“
  • Welche Dimensionen wurden wie gemessen im GBCS? Ökonomisches Kapital: Erhebung von Haushaltsvariablen® Statt individueller Werte® Bildet verfügbare ökonomische Ressourcen präziser ab® Bildet Unterschiede zwischen Geschlechtern kaum ab Soziales Kapital: Auswahl aus 37 Berufen (CAMSIS)®Anzahl der Kontakte® Qualität der Kontakte (gemittelte Statuswerte) Kulturelles Kapital§ Alte Einteilungen fragwürdig§ Multiple Korrespondenzanalyse (MCA) anhand GfK-Daten® 27 Variablen (Freizeit-, Musik-, Essens- & Urlaubspräferenzen) 1. „Highbrow“ (Max. Score: 30)® Klassische Musik, Theaterbesuche, französische Restaurants, Galerien, …2. „Emerging“ (Max. Score: 32)® Computerspiele, Internet, Sport, soziale Netzwerke, Rap-/Rock-Musik, …
  • Was passierte bei der Klasseneinteilung des GBCS? Darüber hinaus weitere Merkmale der Befragten® Geschlecht, Alter, Wohnort, Bildungsabschluss …® Nicht zur Klassenbildung verwendetErgebnis: Sieben neue Klassen, die nur teilweise mit den Einteilungenfrüherer Theorien zur sozialen Klasse übereinstimmen Elite >Established middle class> Technical middle class >New affluent workers>Traditional Working class >Emergent service workers>Precariat
  • Was waren die Folgen des GBCS? Menschen unterhalten sich in der U-Bahn über ihre soziale Klasse Studie bringt das Thema und die Problematik der sozialen Klasse (und damitUngleichheit) zurück in die öffentliche Diskussion Klassenkonzept und vor allem die Operationalisierung der Kapitalsorten noch nichtausgereift®Anhaltspunkt für neue Forschung
  • Wofür dient Gender Monitoring? Gender Monitoring dient …... der Messung, Überprüfung und Verbesserung von Politikergebnissen,sowie der Problemdiagnose und Legitimation von Politik
  • Nennen Sie politische Felder, wo politische Handlungen ausgelöst werden können. Bildung, Hausarbeit, Freizeit, Sozialpolitik, Care-Arbeit,...
  • Nennen Sie Probleme bei der Erhebung von soziologischer Ungerechtigkeit im Bereich Gender. § Umgang mit Heterogenität§ Verknüpfung von Befragungs- & administrativen Daten     ® um Teilmechanismen sichtbar zu machen§ Den unterschiedlichen Interessen der Stakeholder gerecht werden    ® Politiker vs. Wissenschaftler vs. Fachvertreter vs. Befragte§ Gefahr der De-Kontextualisierung