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Psychotherapie-Approbationsprüfung (Subject) / Psychoanalytisch begründete Verfahren (Lesson)
Psychoanalytisch begründete Verfahren
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- Triebtheorie Freund hat sich gewandelt, jedoch immer dualistisch 1. 1905: Hunger vs. Liebe (Selbsterhaltung vs. Arterhaltung) 2. 1914: Ich vs. anderer (Ichlibido vs. Objektlibido) 3. 1920: Zusammenkommen vs. Zerfallen (Lebenstrieb Eros vs. Todestrieb Tanatos)
- Entwicklung nach Freud 0-1,5 Jahre: Orale Phase → Mund: Befriedigung primärer Bedürfnisse durch Bezugspersonen 2-3 Jahre: Anale Phase → Analregion: Verweigerung gegenüber Bezugspersonen, Verbote udn Foprderungen, Grenzen der Bedürfnisbefriedigung 4-5 Jahre: Infantil-genitale (phallische) Phase: Penis, Klitors: Bewusstwerden für das eigene Geschlecht, Unterschied der Geschlchter, Ödipuskomplex 6-11 Jahre: Latenz: Verdrängung frühkindlicher Sexualität, Schule Leistung, Konkurrenz mit anderen Kindern, Bedürfnisaufschub 12-19 Jahre: Pubertät→ Flexibel: Sexualität, sexuelle Identität, im Dienste zwischenmenschlicher Partnerschaft
- Identitätsentwicklung psychosoziale Entwicklung Erickson Säugling: Urvertrauen vs. Urmisstrauen 2-3 Jahre: Autonomie vs. Scham und Zweifel 4-5 Jahre: Initiative vs. Schuldgefühl 6-11 Jahre: Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl 12-19 Jahre: Identität und Ablehnung vs. Identitätsdiffusion 20-45 Jahre: Intimität vs. Isolation 45-65 Jahre: Generativität vs. Stagnation ab 65 Jahren: Integrität vs. Verzweiflung
- Entwicklung des Selbst und seiner Objektbeziehungen Margaret Mahler normale autistische Phase: objektlos (erste 6 Wochen) normale symbiotische Phase: präobjektal. ozeanisch-somatopsychisch-omnipotente Fusion mit der Mutter, keine Selbst-Objekt-Differenzierung (2-6 Monat) Separations- und Individuationsphase: Differenzierung von Selbst und Objekt (6-24 Mon) a) Ausschlüpfen (Unterscheidung Mutter/Kind, Hinwendung zu äußeren Objekten) b) Übungsphase (Frustrationstoleranz, Übergangsobjekte) c) Wiederannäherung/Reapprochment (Wiederannäherungskrise und Loslösung) Konsolidierung der Indivudualität, Anfänge der emotionalen Objektkonstanz (24-36 Mon)
- Alexithymie Unfähigkeit, Gefühle bei sich und bei anderen wahrzunehmen und mit Worten zu beschreiben Störung der Symbolisierungsfähigkeit Defizit bei der Mentalisierung von Affekten Betroffene erscheinen in Erleben und Ausdrucksverhalten fantasiearm, im Funkionalen und Konkretem verhaftet.
- Abwehrmechanismen (15) - Verdrängung - Spaltung - Verleugnung - Verschiebung - Wendung gegen das Selbst (altruistische Abtretung, passiv Aggressiv) - Reaktionsbildung - Rationalisierung - Intellektionalisierung - Isolierung, Affektisolierung (Affektualisierung) - Projektion (Externalisierung) - Inkorporation, Introjektion, Identifizierung (Internalisierung, Identifizierung mit dem Aggressor) - Projektive Identifizierung - Somatisierung (Konversion) - Regression - Subliminierung weitere: Ungeschehenmachen, Humor, Vermeidung, Antizipation, Altruismus, posttraumatische Dissoziation
- Struktur psychische Funktion - Organisation des Selbst - Beziehungen zu inneren und äußeren Objekten - zeitstabiles Gefüge von PS-Eigenschaften - intrapsychisches und interpersonelles Gleichgewicht (wieder)herstellen
- Kumulatives Trauma (Masud Khan) Summation mehrerer unterschwelliger subtraumatischer Reize zu einem Trauma
- Projektive Testdiagnostik mirnimal strukturiert, damit sich Unbewusstes zeigt a) Formdeuterverfahren (Rorschachtest) b) Gestaltungsverfahren (Wartegg-Zeichen-Test) c) verbal-thematische Verfahren (Rosenzweig-Picture-Frustration)
- Zyklisch maladapives Beziehungsmuster (CMP) (Strupp & Binder) 1. Reaktion, die sich eine Person von einer anderen Person wünscht 2. negative Reaktion, die sie von der anderen person erwartet 3. daraus resultierendes Verhalten des Patienten anderen gegenüber 4. entsprechendes verhalten der anderen gegenüber dem Patienten 5. Verhalten des Patienten gegenüber sich selbst im Sinne einer Auseinandersetzung mit maladaptiven Introjekten
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- OPD Achse 2 Beziehung Erfassung zyklisch maladaptiver Beziehungsmuster: 1. ...wie der Patient andere immer wieder erlebt 2...wie der Patient in seinem Erleben darauf reagiert 3. ...welches Beziehungsangebot er anderen unbewusst dadaurch macht 4. ...welche Antwort er anderen dadurch unbewusst nahelegt 5....wie er andere immer wieder erlebt....
- Begirffe Gegenübertragung Heinrich Racker Konkordante Gegenübertragung ∼identifizierung des Therapeuten mit unbewussten Ich-Zuständen des Patienten Komplementäre Gegenübertragung ∼Identifizierung des Therpeuten mit den Objekten des Patienten
- Ich-Widerstände 1. Verdrängungswiderstand - Widerstand gegen das Bewusstwerden von Unbewusstem - Abwerfunktion des Ich - Ausdruck des primären Krankheitsgewinns 2. Übertragungswiderstand - Widerstand gegen das Zustandekommen, Bewusstwerden und Auflösen der Übertragung - bewusstes Zurückhalten von Gedanken über den Therapeuten - Abwehr unbewusster, die Übertragung betreffender Fantasien 3. Widerstand aus sekundärem Krankheitsgewinn
- Es-Widerstand - Widerstand aller Triebregungen gegen jede Form der Veränderung - Widerstand dagegen, einmal Gelerntes und Gebahntes wieder aufzugeben WIEDERHOLUNGSZWANG - unbewusste Tendenz, leidvolle erfahrungen immer wieder aktiv herzustellen - konservierender Charakter der Triebe - "Klebrigkeit der Libido"
- Über-Ich-Widerstand - Schuldbewusstsein, Strafbedürfnis des Patienten - sich Erfolg widersetzen - Leiden heilung vorziehen ⇒ negative therapeutische Reaktion immer wenn ein Fortschritt in der Therapie eintritt kommt es wieder zu einer Verschlechterung
- Gegenübertragungswiederstand Therapeut verhindert oder bremst Fortgang der Therapie ⇒Aktivierung eigener konflikthafter Beziehungsmuster
- Takt mit Einfühlungsvermögen verbundene Kunstfertigkeit richtiger Zeitpunkt und richtige Form von Deutung und Schweigen Mittel der Deutungskunst und Beziehungsregulation
- Korrigierende emotionale Erfahrung (Franz Alexander) - therapeutisches Substitut für vorangegengene Deprivation - entwicklungsbedingte Defizite sollen im Sinne einer Nachreifung repariert werden - Supportive Interventionen - Kritik an psychoanalytischen Idealtechnik
- Grundkonflikte (Gerd Rudolf) Vier Grundkonflikte, die entwicklungsgenetisch aufeinander folgen 1. Nähe (Wunsch nach Nähe vs. Angst vor Überwältigung) 2. Bindung (depressiver Grundkonflikt, Wunsch nach einem idealisierten Objekt vs. Angst vor der Enttäuschung durch das Objekt) 3. Autonomie (Wunsch nach Autonomie vs. Angst vor Verlust der sicherheitsgebenden Objekte) 4. Identität (Wunsch nach identität vs. Angst Erwartungen der anderen nicht zu erfüllen)
- Abwehrmechanismen bei Sucht -kann mit jeder Konflikt- Struktur- oder Traumapathologie zusammen auftreten - entweder Substitut für zwischenmenschliche Beziehungen oder entwicklungbedingte oder traumaasoziierte Defizite kompensieren und nicht deutlich werden lassen 1. illusorische Befriedigung von Beziehungswünschen → stillen Sehnsucht nach konstant verfügbaren Objekt 2. Stabilisator bei struktureller Ich-Schwäche → Affekt und Selbstwertregulation Abwehr - Regression in ein immer verfügbares Glücksgefühl - Verleugnung der äußeren Realität
- Abwehrmechanismen Depression Wendung gegen das Selbst Introjektion
- Unterscheidung Depressionsformen Sidney Blatt 1. anaklitische Depression Es-Depression anklammernd, regressiv, beziehungsorientiert , das Erleben von Urheberschaft über das eigene Leben wird zugunsten Bezogenheit aufgegeben 2. Introjektive Depression Über-Ich Depression betont autonomie-orientiert, (pseudo)progressiv, hohe Selbstanforderungen Individuation auf Kosten der Bezogenheit
- Abwehrmechanismus Angst Verschiebung Externalisierung
- Abwehrmechanismus Zwang Ungeschehenmachen Affektisolierung Reaktionsbildung Rationalisierung
- Triebpsychologie (Trieb-Struktur-Modell) - Erschorschung und Bewusstmachung von Unbewusstem und Trieben - Modell denkt vom Es her - intrapsychische Perspektive: Ein-Personen-Psychologie - Objekt: Objekt der Triebe, zur Befriedigung der Triebe - Menschenbild: Lustsucher - Zentrum: Triebschicksale
- Ich-Psychologie (Anna Freud) - Abgrenzung zur Trieb-Psychologie - Besondere Aufmerksamkeit auf Ich - Autonomie und Anpassungsmöglichgkeit des Ich
- Selbst-Psychologie (Heinz Kohut) - Abgrenzung zur Trieb-Psychologie - Theorie der Entwicklung und Entfaltung des Selbst und seiner Talente - Selbst = Kern der PS - Selbst ist lebenslang auf empathische Objekte und auf Spiegelung durch diese angewiesen - Aggression und Wut = sekundäre Reakrion auf frustrierende und entwicklungshemmende Außenwelt (und nicht zerstörerischer Todestrieb)
- Objektbeziehungstheorie (Beziehungs-Struktur-Modell) → Fundamentale Bedeutung von Beziehungen und Objekten, zu denen eine Beziehung aufgenommen werden kann - interpersonelle Perspektive (Relationale Perspektive, Zwei-Personen-Psychologie) - Objekt: das Gegenüber, es ist das Zentrale - Menschenbild: Objektsucher - Zentrum: Bindungsschicksale
- Strukturelles Interview (Otto Kernberg) Leitfadengestützt, psychiatrisch-deskriptiv und psychoanalytisch - Einteilung in 1. neurotische 2. borderline 3. psychotische Persönlichkeitsstruktur Beurteilung von 1. Integrierte vs. difusse Identität (und Qualität der Onjektbeziehungen) 2. Verwendung reifer vs unreifer Abwehr 3. ausreichende vs. eingeschränkte Fähigkeit zur Realitätsprüfung
- Abwehr unbewusstes selbsttäuschendes Verhalten →Unlustvermeidung →Schutz des Selbstbildes →alles unterdrücken, was Konstanz und Integrität des Individuums gefährdet z.B. überbrodelnde Triebansprüche und Unzumutbares aus der äußeren Realität
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- freie Assoziation ("psychoanalytische Grundregel") Prinzip freie Selbstdarstellung grundlegende, genuine Methode der Psychoanalyse alles äußern auch wenn peinlich, unzusammenhängend, unbedeutend
- gleichschwebende Aufmerksamkeit Patienten zuhören kein Element der Erzählung bevorzugt behandeln sich weitestgehend seiner eigenen unbewussten Geistestätigkeit überlassen Wilfred Bion: Disziplinierte Verleugnung von Gedächtnis, Wünschen und Verstehen wollen ("no memory, no desire, no understandeing") Joseph Sandler: Gleichschwebende Bereitschaft zur Rollenübernahme: spielerische Bereitschaft, Rollenangebote des Patienten anzunehmen, sich vorübergehend mit den Beziehungsobjekten des Pateinten identifizieren und dann auch wieder loslassen geht nur, wenn man seine eigenen inneren Objekte loslassen kann (Lehrtherapie)
- strukturgebende haltende Interventionen (Tiefenpsychologie) Imaginationen Entspannungsübungen Strukturieren Entpathologisieren Ressourcenaktivierung Bestätigung von Fortschritten Stärkung von Ich-Funktionen