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Psychopathologie (Subject) / 15. Vorlesung (Lesson)

Neuropsychiatrie

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  • Definition des Begriffes „Neuropsychiatrie“  Psychiatrische Symptome oder Störungen, die auf derGrundlage einer z.B. neurologischen oder internistischenErkrankung oder deren Behandlung entstehen. Aber: unscharfer Begriff, da alle psychischen Erkrankungen auchGehirnerkrankungen sind. Eine bessere Formulierung wäre die genaue Benennung derpsychischen Störung und die auslösende Krankheit bzw.Therapie (z.B. manische Episode unter Cortison-Therapie beimultipler Sklerose).
  • Häufige Symptome und Syndrome der „Neuropsychiatrie“  Wahn Halluzinationen Depression Manie Agitation Desorientiertheit Störungen der Kognition Selten z.B.: Dissoziation Zwangssymptome Panikattacken
  • Häufige Ursachen neuropsychiatrischer Störungen  Hirntrauma, Hirntumore, vaskuläre Hirnläsionen Epilepsien Enzephalitiden Intoxikationen, Medikamenten NW (z.B. Kortison, Antibiotika) Endokrinologische u. metabolische Störungen Infektionen, Malignome
  • Phineas Gage, 1823 -1860  Eisenbahnarbeiter, USA Durchschlagung des Kopfes mit einer Eisenstange beiArbeitsunfall 1948, kein BewusstseinsverlustFolgen des Unfalls: Starke Persönlichkeitsveränderung: Vor dem Unfall gewissenhaft, freundlich,zuverlässig Danach impulsiv, kindisch unzuverlässig,epileptische Anfälle Frontalhirnsyndrom Keine kognitiven Beeinträchtigungen Tod durch Status epilepticus
  • Henry Molaison, „ Patient H.M.“, 26.02.1926 - 02.12.2008  Beidseitige Hippokampusresektion 1953 bei Epilepsie  Vollständige anterograde Amnesie
  • Charles-Bonnet-Syndrom n bei Schädigung der Sehbahn  Isolierte visuelle Halluzinationen oder Illusionen ohneWah
  • Enzephalitiden NMDA-Rezeptor Autoimmun-Enzephalitis Symptome u.a.:  Gedächtnisstörungen psychotische Symptome
  • Beispiele neuropsychiatrischer Fallberichte „Chronic assaultive behavior improved with sleep apnea treatment“„Frontal glioma presenting as anxiety and obsessions: a case report“„Complex musical hallucinosis in a professional musician with a left subcorticalhaemorrhage“„Intracerebral haemorrhage presenting as olfactory hallucinations“„Auditory hallucinations associated with migraine“„Erotomania preceding an aneurysmal subarachnoid haemorrhage: is there anassociation?“„Delusion of worm infestation associated with clarithromycin in a patient onperitoneal dialysis“
  • Häufige somatische Ursache von Depression  Neurodegenerative Erkrankungen (u.a. M. Alzheimer, M.Parkinson) Zerebrovaskuläre Erkrankungen (25% nach Schlaganfall) Kardiovaskuläre Erkrankungen (25% nach Myokardinfarkt) Diabetes mellitus (15%) Karzinome, weitere schwere Erkrankungen Schilddüsenfunktionsstörungen
  • Zusammenhang von zerebraler Perfusionsstörung und Depression
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  • Therapie neuropsychiatrischer Störungen  Erkennen und Behandeln der Ursache Symptomatische Therapien mit entsprechendenPsychopharmaka (Antidepressiva, Antipsychotika etc.) Rehabilitation nach der akuten Phase, ggf. inkl. Psychotherapiezur Krankheitsbewältigung
  • Symptomatik des Delirs  Bewusstseins- und Aufmerksamkeitsstörung Störungen der Kognition (Orientierung, Gedächtnis) Halluzinationen, Illusionen psychomotorische Störungen Störungen des Schlaf-Wach- Rhythmus affektive Störungen (z.B. Depression, Gereiztheit, Apathie)
  • Delir Vulnerabilität: GehirnschädigungAlter
  • Delir Auslöser : Gehirnerkrankungen, inkl. Traumainternistische ErkrankungenVollnarkosen (Inzidenz: ca. 30%)MedikamenteEntzug psychotroper Substanzen
  • Delir Auftreten  meistens plötzlicher Beginn reversible, häufig aber bleibende kognitive Defizite Dauer meistens Tage bis Wochen, selten Monate fluktuierende SymptomausprägungDifferentialdiagnose: Demenz Psychose
  • • Behandlung möglicher Ursache • Reizabschirmung, Beruhigung, Orientierungshilfen Delir: Behandlung