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Psychopathologie (Subject) / 11. Vorlesung (Lesson)

Notfallpsychiatrie

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  • Suizid definition „Unter Suizidalität werden alle Erlebnis- und Verhaltensweisen vonMenschen verstanden, die in Gedanken, durch aktives Handeln oderpassives Unterlassen oder durch Handeln lassen den Tod anstreben bzw.als mögliches Ergebnis einer Handlung in Kauf nehmen“
  • Suizid Statistiken Vollzogenen Suiziden •5 ging in 90% d.F. eine psychiatrische Erkrankung voraus (10% Bilanz-Suizide, im Alter)•5 ging in 20-50% ein Suizidversuch i.d.V. voraus•5 wurden in 80% d.F. angekündigt • Höheres Alter: Suizide und Suizidversuche• 10fach erhöhtes Suizidrisiko bei stationär behandelten Pat. (Baxter et al., 1999)• 9% aller wegen Suizidalität hospitalisierten Patienten versterben durch Suizid (S3-Leitlinie Depression
  • Weg zum Suizid Einengung und AusweglosigkeitAggressionsstau und UmkehrSuizidphantasien führen zu ErwägungErhaltene DistanzierungHinweise, Appelle AmbivalenzSteuerungsfähigkeit Hilferufe, Ankündigungen EntschlussAufgehobene SteuerungsfähigkeitResignation, Finale Erleichterung
  • Suizide Faktoren Genetik Soziale Faktoren Psychiatrische Faktoren Somatische Faktoren
  • Abklärung „akute Suizidalität“: 5 Schlüsselfragen!!  „Haben Sie lebensüberdrüssige Gedanken?“ Aufdeckung „Haben Sie bereits Vorkehrungen getroffen?”  Konkretisierung „Gab es früher bereits Suizidversuche?“  Risikoerhöhung „Hält sie gerade etwas am Leben?”  Rückhaltegründe „Haben Sie (noch) Pläne für die Zukunft?”  Perspektiven
  • häufige Fehler im Umgang mit suizidalen Patienten (Bronisch, 1998) • Vermutete Suizidgedanken nicht offen ansprechen• Bagatellisierungstendenz mitmachen („Therapieharmonie“)• Suizidankündigung oder Fremdanamnesen nicht ausreichend würdigen• Unverbindliche Therapieempfehlungen („nehmen sie dieses Medikament“..)• Risikogruppen und Risikopsychopathologie nicht identifizieren
  • 3 „harte“ Kriterien für eine kriseninterventive stationäre Aufnahme (1) Fehlende therapeutische Bindung, • Im Kontakt nicht offen, glaubwürdig, authentisch• Bagatellisierungstendenz• Verleugnung Suizidäußerungen trotz glaubhafter Fremdanamnese• Kontaktaufnahme zu Vertrauenspersonen wird abgelehnt• 5(2) Keine ausreichende Distanzierung von suizidalen Handlungen(3) Deutlich ausgeprägte Risikopsychopathologie
  • Diagnostik: Spezifische Risiko-Psychopathologie („red flags“): • Suizidalität mit Konkretisierung ohne sichere Distanzierung• Ausgeprägte Einengung auf Hoffnungslosigkeit und Vereinsamung• Aufgehobene Schwingungsfähigkeit• Suizidankündigungen, Ideen erweiterter Suizidalität („Mitnahme-Suizid“)• Impulsive Selbstverletzungen und Suizidhandlungen• Ausgeprägte und anhaltende narzisstische Kränkung• Pseudoaltruistische Überlegungen• Starke ängstlich-getriebene Unruhe (Handlungsdruck! „halte das nicht mehr aus“)• Akustische Halluzinationen (Entwertung, Suizidaufforderung?!)• Verhaltensdeterminierendes wahnhaftes Erleben (Wahndynamik)Suizidalität – Risikopsychopathologie
  • Rasche und konsequente Anxiolyse, Sedierung, neurolept. Medikation Starke ängstlich-getriebene Unruhe (Handlungsdruck! „halte das nicht mehr aus“)• Akustische Halluzinationen (Entwertung, Suizidaufforderung?!)• Verhaltensdeterminierendes wahnhaftes Erleben (Wahndynamik)Suizidalität – Risikopsychopathologie
  • 4-Säulen der Krisenintervention bei Suizidalität1,2 1. Beziehung aufbauen Zeit nehmen Raum geben Akzeptanz als Notsignal „Sicherung durch Beziehung“ 2. Diagnostik durchführen 1. Abschätzung Suizidalität2. Krankheitsfaktoren(v.a. Risiko-Psychopathologie)3. Belastungsfaktoren4. Umweltfaktoren(soziales Netzwerk, ..) 3. Angebot schaffen KrisenmanagementFürsorge&Hilfen(Kontaktangebote)Amb./stat. SettingEinbezug vonAngehörigen(Beziehung stärken) 4. Therapie einleiten KriseninterventivePsychotherapiePsychopharmakaSoziotherapie
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