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Psychopathologie (Subject) / 8. Vorlesung (Lesson)
- Definitionen von Alkoholkonsumverhalten Risikoarmer Konsum (in Bezug auf Alkoholfolgekrankheiten)< 24g Reinalkohol pro Tag für Männer (z.B. zwei Gläser Bier à 0,3l), < 12g Reinalkohol für Frauen Riskanter Konsum (in Bezug auf Alkoholfolgekrankheiten) bei gesunden Erwachsenen> 24g Reinalkohol pro Tag für Männer (z.B. zwei Gläser Bier à 0,3l), > 12g Reinalkohol für Frauen Rauschtrinken („binge drinking“)Einnahme von großen Alkoholmengen innerhalb von kurzer ZeitMänner: 5 oder mehr Getränke (Standarddrinks) bei einer Gelegenheit;Frauen: 4 oder mehr Getränke bei einer Gelegenheit Akute IntoxikationVorübergehendes Zustandsbild nach Aufnahme von Alkohol mit Störungen des Bewusstseins, der kognitivenFunktionen, der Wahrnehmung, des Affekts, des Verhaltens oder anderer psychophysiologischer Funktionen undReaktionen Schädlicher AlkoholgebrauchAlkoholgebrauch mit nachweislicher Folgeschädigung der psychischen oder physischen Gesundheit
- Alkoholabhängigkeitssyndrom Mindestens drei der folgenden Kriterien während des letzten Jahres:1. Ein starkes Verlangen oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren.2. Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren (was den Beginn, die Beendigung unddie Menge des Konsums betrifft).3. Ein körperliches Entzugssyndrom, wenn die Substanz reduziert oder abgesetzt wird,nachgewiesen durch alkoholspezifische Entzugssymptome oder durch die Aufnahmeder gleichen oder nahe verwandten Substanz, um Alkoholentzugssymptome zuvermindern oder zu vermeiden.4. Toleranzentwicklung gegenüber den Wirkungen der Substanz.5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten derAlkoholeinnahme. Es wird viel Zeit verwandt, Alkohol zu bekommen, zu konsumierenoder sich davon zu erholen.6. Fortdauernder Alkoholgebrauch trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen,wie z.B. Leberschädigung durch exzessives Trinken, depressive Verstimmungeninfolge starken Alkoholkonsums.
- Alkoholentzugssyndrom Entsteht bei relativem oder absolutem Entzug von Alkohol Vegetative Symptome (Zittern, Unruhe, Schwitzen,Schlafstörungen, Hypertonie, Tachykardie) Psychische Störungen (z.B. Angst, Depressionen,Schlafstörungen) Komplikationen: Delir, Krampfanfälle Unterschiedliche Symptomausprägung und wechselnderSchweregrad Mortalität unbehandelt ca. 5-10%
- Epidemiologie, Versorgung, Ziele Ca. 1,9 Millionen Alkoholabhängige in Deutschland Ca. 1,6 Millionen Menschen mit „schädlichem Gebrauch“ von Alkohol in Deutschland 7,4 Millionen Menschen mit riskantem Trinkverhalten In somatischen Krankenhausabteilungen werden jährlich 1,6 Millionen Patienten wegenalkoholbedingten Beschwerden behandelt. Täglich rund 200 Todesfälle durch zu hohen Alkoholkonsum, jährlich ca. 74.000. Rehabilitationsbehandlungen werden von 3-4% der Alkoholabhängigen (ca. 35.000) proJahr in Anspruch genommen. Ca. die Hälfte der Personen mit behandlungsbedürftigen Alkoholproblemen ist trotzeigener Einsicht in die Notwendigkeit (noch) nicht bereit, vollständig auf Alkoholkonsumzu verzichten. Daher auch Reduktion der Trinkmengen als intermediäres Therapieziel fürAlkoholabhängige (EMA 2011; NICE 2011)
- Organschäden durch Alkohol (Auswahl): Gehirn (u.a. Demenz, Korsakow-Syndrom, Kleinhirnatrophie) Kardiomyopathie Leberzirrhose Pankreatitis Magenulkus, Ösophagusvarizen Polyneuropathie
- Therapie der Alkoholentzugssyndroms Kontrolle von Puls undBlutdruck Kontrolle weiterervegetativer Parameter Elektrolytkontrolle EKG Benzodiazepine bzw.Clomethiazol nachBedarf, in Abhängigkeitder vegetativenEntzugssymptome
- Therapie von Alkoholerkrankungen Psychologische Kurzinterventionen (verschiedene Verfahren) beiriskantem Trinken Körperliche Entgiftung in Kombination mit motivierendenMaßnahmen für eine Entwöhnung (qualifizierte Entgiftung) Langzeitentwöhnung, verschiedene psychotherapeutischeVerfahren, finanziert durch Rententräger Pharmakologische Abstinenzbehandlung in Kombination mitPsychotherapie: Acamprosat (NMDA Antagonist), Naltrexon(Opiatantagonist) Pharmakologische Behandlung zur Trinkmengenreduktion:Nalmefen (Opiatantagonist)
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