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GEPH (Subject) / Papsttum und Kardinäle (Lesson)
- Der Primat des Bischofs von Rom - Abschluss der theoretische Ausformung des päpstlich monarchischen Primats im 5. Jh durch Papst Leo I: Anspruch auf Monopolstellung des Bischofs von Rom über allen anderen Bischöfen - Aufbau auf der aus Matth. 16, 18-19 gefolgerten Binde- und Lösegewalt (plenitudo potestatis), die durch Weihe an Diakon, Priester, Bischof übertrage wird - Leo I nimmt Trennung zwischen (objektivem) Amt und (subjektiver) Persönlichkeit des Papstes vor. Die Gültigkeit eines päpstlichen Rechtssatzes, Dekrets, Urteils ist somit von den moralischen oder anderen sittlichen Maßstäben des Papstes unabängig - Durchsetzung dieses theo. Anspruchs dauert bis ins 12. Jh. hinein und darüber hinaus
- Gelasianische Zweigewaltenlehre Brief von Gelasius I. an Kaiser Antonius 494- Gott hat zur Leitung der Welt die weltliche Gewalt (regalis potestas) und die geistliche Autorität der Bischöfe (auctoritas sacrata pontificum) eingesetzt, wobei letztere schwerer wiegt, da sie über Binde- und Lösegewalt definiert wurde- theroetisch untermauert durch Lk 22,38 und daraus gefolgert, dass es genau zwei höchste Gewalten gibt:gladius temporalis - weltlche Gewaltgladius spiritualis - geistliche Gewalt Zur Zeit des Investiturstreits zu propagandistischen Zwecken genutzt- von kasierlicher Seite (Heinrich IV.) als unbeschränkte Position im weltlichen Bereich- von päpstlicher Seite (Gregor VII.) des gladius temporalis als freiwillige und widerrufliche Überlassung
- Kardinäle & Kardinalskollegium - cardinalis bedeutet, dass der Geistliche zur bischöflichen Kirche (cardo) gehört - zunächst so die diaconi cardinales bezeichnet, der Leiter der 7 / 12 / 18 Armenregionen Roms- später (8.Jh.) haben auch suburbikarischen Bischöfe Aufgaben in der Lateranbasilika (episcopi cardinales)- in Spätantike haben umliegende Bischöfe ein Mitspracherecht bei der Wahl eines Bischofs- höhere Klerus vor Ort gehört zu den Wählenden => Aufrund fehlender Wahlmodalitäten, Streit im Kardinalskollegium oder Einmischeung von außen kommt es immer wieder zum Papstschisma, da viele Modalitäten erst im Laufe des Mittelalters festgelegt werden (Papstwahldekret 1059, Licet de vitanda 1179, Konklaveordnung 1274)