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versuchsplanung (Subject) / 5. Vorlesung (Lesson)

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  • Kontrolle von Störvariablen Störvariablen (SVn): alleVariablen (außer der interessierenden UV), die potentiell einen Einfluss auf die AV haben können•besonders problematisch, wenn mit der UV assoziiert (konfundiert): Effekt ist u.U. nicht auf die UV zurückzuführen, sondern auf eine nicht-kontrollierte SV, die systematisch mit der UV variiert„Ein ganz wesentliches Ziel der […] Versuchsplanung besteht darin,•die gemeinsame systematische Variation von möglichen Störfaktoren mit der hypothesenrelevanten UV zu verhindern•[bzw.] die statistische Assoziation zwischen den potentiellen Störfaktoren und der UV auf den Wert Null zu bringen.•In dem Ausmaß, in dem dies für einen der möglichen Störfaktoren gelingt, nennen wir diesen Störfaktor kontrolliert.“ (Hager, 1987)
  • Arten von Störvariablen Systematische und unsystematische
  • Systematische SV Bsp. Motivation und Training sind konfundiert.In der EG sind mehr motivierte (M), in der KG mehr unmotivierte (U) TeilnehmerQuelle eines Unterschieds zwischen EG und KG: Motivation? Training? unklar
  • Unsystematische SV Bsp. Motivation und Training sind nicht konfundiert. Motivierte und unmotivierte TN verteilen sich gleich auf die Bedingungen –EG(Training):MUMUUMUMUU –KG(keinTraining):MUMUUMUMUU Quelle eines Unterschieds zwischen EG und KG: Training Bsp. Motivation und Training sind nicht konfundiert. Motivierte und unmotivierte TN verteilen sich gleich auf die BedingungenQuelle eines Unterschieds zwischen EG und KG: Training klar
  • Eine Störvariablen ist systematisch,wenn sie mit der UV kovariiert(d.h. in verschiedenen Versuchsbedingungen unterschiedlich stark ausgeprägt ist)
  • Systematische Störvariablen Effekte können fälschlicherweise einen Effekt der UV auf die AV suggerieren Trainierte zeigen bessere Leistung (AV), aber nicht wegen Training (UV), sondern wegen höherer Motivation (SV) können einen tatsächlich vorhandenen Effekt verschleiern z.B. überwiegend unmotivierte TN im Training: positiver Effekt des Trainings (UV) wird durch negativen Effekt der Motivation (SV) verdeckt
  • Konsequenz systematischer SVn: falsche Schlussfolgerungen hinsichtlich des Effekts der UV auf die AV sind möglich, wenn SV nicht berücksichtigt wird
  • Eine Störvariable ist unsystematisch, wenn sie nicht mit der UV kovariiert(d.h. in allen Versuchsbedingungen ungefähr gleich stark ausgeprägt ist)
  • Unsystematische Störvariablen Effekte können systematische Effekte der UV durch hohe Fehlervarianz überdecken•können das Auftreten von Effekten nicht erklären•gibt es in jeder Untersuchung; vergrößern die Varianz in der AV/der Messung (Fehlervarianz; „Rauschen“; geringe Reliabilität der Messung)
  • Unsystematische Störvariablen Konsequenz : Wenn kein Effekt gefunden wird, kann dies an der erhöhten Fehlervarianz liegen. Wenn ein Effekt beobachtet wird, kann die unsystematische SV nicht dafür verantwortlich sein.
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  • Kontrolle von Störvariablen Zwei Ziele: (1)Kontrolle systematischer Fehler/Störvariablen„… die gemeinsame systematische Variation von möglichen Störfaktoren mit der hypothesenrelevanten UV zu verhindern und die statistische Assoziation zwischen den potentiellen Störfaktoren und der UV auf den Wert Null zu bringen….“erhöht interne Validität (2)Reduktion unsystematischer/zufälliger Fehler/SVnReduktion der Fehlervarianz erhöht den Anteil der Effektvarianz an der Gesamtvarianzerhöht Präzision/statistische Validität
  • Quellen von Störvariablen Teilnehmer Versuchsleiter Situation Reihenfolge/Messwiederholung
  • Quellen von Störvariablen Teilnehmer •Geschlecht, Intelligenz, Einkommen, Ängstlichkeit, Sucht, Haustier,…, alle Eigenschaften mit potentiellem (direktem oder indirektem) Einfluss auf die AV
  • Quellen von Störvariablen Versuchsleiter •Geschlecht, Alter, Autorität, Status, Attraktivität, Strenge,…•Erwartungen bzgl. der Untersuchungsergebnisse…
  • Quellen von Störvariablen Situation •Lärm, Beleuchtung, Tageszeit, Jahreszeit, Konjunktur, Publikum,•Messinstrument, Reaktivität der Messung, demandcharacteristics
  • Quellen von Störvariablen Reihenfolge/Messwiederholung •Positionseffekte•Übungs-, Erinnerungs-, Ermüdungseffekte•Sensibilisierungseffekte
  • Kontrolltechniken Teilnehmer RandomisierungParallelisierung
  • Kontrolltechniken Versuchs-leiter(VL) StandardisierungAutomatisierungVL-TrainingVerblindung
  • Kontrolltechniken Störvariablen Situation KonstanthaltungEliminationKontrollfaktorenTäuschung
  • Kontrolltechniken von Störvariablen Messwdh. Ausbalancieren
  • Randomisierung Randomisierung= zufällige Zuweisung der Untersuchungseinheiten zu Bedingungen/Gruppen•Technik zur Kontrolle in der Person liegender, unveränderlicher Störvariablen•vorhandene Störvariablen werden nach Zufall auf die Gruppen verteilt
  • Ergebnis der Randomisierung: SVnsind nicht mitBedingungszugehörigkeit konfundiertBedingungen/Gruppen sind bzgl. aller Variablen gleich (bis auf Zufallsschwankungen; Gruppengröße N ≥ 30)Definition Experiment: Wenn bzgl. einer UV randomisiert wird, dann ist die Untersuchung bzgl. dieser UV ein Experiment
  • Randomisierung und interne Validität Beispiel: Untersuchung zum Effekt von Stress•Wirkung einer therapeutischen Intervention zur Stressreduzierung•Zwei Gruppen: EG/Therapie und KG/keine Therapie•Vergleich der Stress-Werte nach der Untersuchung•Frage: Wurden die Unterschiede durch die Therapie verursacht? Mögliche Bedrohung der internen Validität durch externe Stressoren (Scheidung, Umzug, etc.) Randomisierung: gleiche Wahrscheinlichkeit externer Störeinflüsse in beiden Gruppen
  • Achtung: Randomisierung ungleich Zufallsstichprobe! Zufallsstichprobe: zufällige Auswahl aus der Population•Jede/R hat die gleiche Chance, ausgewählt zu werden•erhöht Ähnlichkeit von Stichprobe und Population•„Generalisierbarkeit“ Randomisierung: zufällige Zuweisung bereits ausgewählter Probanden zu Bedingungen/Gruppen•Jede/R hat die gleiche Chance, in jede Bedingung zu gelangen•erhöht Ähnlichkeit der verglichenen Bedingungen/Gruppen•interne Validität
  • Varianten der Randomisierung •Einfache Randomisierung•Mit vs. ohne Zurücklegen•Blockrandomisierung•Blockrandomisierungmit ungleichen Gruppengrößen•Adaptive Randomisierung
  • Einfache Randomisierung(„mit Zurücklegen“) Beispiel: Experiment mit zwei Bedingungen•Eine Stichprobe (50 Personen); unterschiedliche Vorkenntnisse•Zwei Bedingungen/Gruppen: EG (Training), KG (kein Training) Randomisierung: zufällige Zuweisung der Personen in die Bedingungen•Münzwurf •Würfel•computergenerierte Zufallszahlen (z.B. gerade Zahl EG…)•www.randomnumbers.info(quantenphysikalischer Prozess)keine systematische Häufung von SVnin einer Bedingungmögl. Problem: ungleiche Gruppengrößen
  • Einfache Randomisierung:Mit oder ohne Zurücklegen? Beispiel: Experiment mit zwei Bedingungen•Eine Stichprobe (50 Personen); unterschiedliche Vorkenntnisse•2 gleich große Bedingungen: EG (Training), KG (kein Training),Randomisierungmit Zurücklegen•Vpnziehen Losnummer aus einem Topf mit zwei Losen („EG“, „KG“); anschließend wird Losnummer zurückgelegtin den Topf•alle Vpnhaben gleiche Wahrscheinlichkeit, jeder der Bedingungen zugeordnet zu werden; kann zu ungleichen Gruppengrößen führenRandomisierungohne Zurücklegen•Vpnziehen Losnummer aus einem Topf, der für jede Vpein Los enthält (25x „EG“, 25x „KG“); das Los wird nicht zurückgelegt•Zuordnungswahrscheinlichkeiten unterschiedlich zwischen Vpn; führt zu gleich großen Versuchsgruppen
  • Blockrandomisierung Beispiel: Experiment mit zwei Bedingungen•Eine Stichprobe (50 Personen); unterschiedliche Vorkenntnisse•Zwei Bedingungen/Gruppen: EG (Training), KG (kein Training)Randomisierungso, dass innerhalb eines Blocks die Anzahl der Personen in jeder Gruppe festgelegt ist („ohne Zurücklegen“)z.B. Randomisierungin 10er-Blöcken:•In jedem Block: 5 Personen EG & 5 Personen KGVor-und Nachteile:•gleich große Versuchsgruppen; reduziert zeitgebundene SVn•Zuordnungswahrscheinlichkeiten unterschiedlich zwischen Vpn
  • Blockrandomisierung mit ungleichen Gruppengrößen Beispiel: Experiment mit zwei Bedingungen•Eine Stichprobe (50 Personen)•Zwei Bedingungen/Gruppen: EG (Training), KG (kein Training)•Zuordnung: 80% EG, 20% KGBlockrandomisierungauch möglich bei Gruppen mit unterschiedlichen Größenz.B. Randomisierungin 10er-Blöcken:•In jedem Block: 8 Personen EG & 2 Personen KG
  • Adaptive Randomisierung Änderung der Zuordnungswahrscheinlichkeiten im Laufe der Studie•Kann zum Einsatz kommen, falls die anfängliche Randomisierung zu ungleichen Gruppengrößen führt•Versuch, im Verlauf der Studie dem Unterschied zwischen den Gruppen entgegenzuwirken•Vorteil: Vergleichbare Gruppengrößen bei der Beendigung der Studie•Nachteil: Validitätsgefährdung (Gruppen sind von der Eingangsreihenfolge her unterschiedlich zusammengesetzt)
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  • Adaptive Randomisierung Beispiel: Experiment mit zwei Bedingungen•Eine Stichprobe (200 Personen)•Zwei Bedingungen/Gruppen: EG (Training), KG (kein Training)•Studienbeginn: Zuordnung: 50% EG, 50% KG•Ziel: 100 Personen pro Gruppe•Nach 6 Monaten: 25 Personen in EG, 75 Personen in KGAdaptationder Zuordnungsquote: 75% EG, 25% KGVorteil: Vergleichbare GruppengrößenNachteil: Validitätsgefährdung (ungleiche Zuordnungs-WS. über die Zeit)
  • Randomisierung? Zusammenfassung •Per Zufall 2 Schulklassen aus der Population aller Schulklassen auswählen; durch Münzwurf ermitteln, welche Klasse EG bzw. KG bilden–nicht Versuchspersonen, sondern Klassen werden randomisiert–Schüler in inden zufällig gezogenen Klassen können sich systematisch unterscheiden•aus einem Telefonbuch werden nach Zufall 2 Seiten gezogen; Personen auf der einen Seite werden zur EG, die auf der anderen Seite zur KG zugeordnet–Randomisierungvon Gruppen; die eigentlichen Untersuchungseinheiten (Personen) werden nicht randomisiert–systematische Unterschiede zwischen Telefonbuch-Seiten möglich (Stadt vs. Land, Stadtteile, …)•Teilnehmer, die (zufällig) zuerst erscheinen, werden der KG (EG) zugeordnet; auch z.B. paarweise/abwechselnde Zuordnung–die (jeweils) ersten Vpnkönnen sich systematisch von den (jeweils) zweiten Teilnehmern unterscheiden, z.B. bzgl. Pünktlichkeit, Dominanz, …