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Vertiefung Kognition (Subject) / Sequentielle Informationsintegration (Lesson)
- Wie funktionieren Urteilsbildung und Urteilsrevision im Allgemeinen? Einstellungen, Urteile, ... werden nach und nach gebildet und verändert Informationen werden in Abfolge verarbeitet (Beispiel: soziale Urteilsbildung, Rhetorik)
- Welche Urteilsdimensionen gibt es? im Geiste mehrere Dimensionen → zusammengefasst EigenschaftsausprägungWie ausgeprägt ist eine Eigenschaft? (gut / schlecht, geeignet / ungeeignet, ... ) EreigniswahrscheinlichkeitWie wahrscheinlich ist ein Ereignis? (Spielgewinn, ... ) HypothesensicherheitWie sicher trifft eine Hypothese zu? (Diagnose, Theorie, ... ) WerthöheWie hoch ist der Wert?
- Was sind Reihenfolgeeffekte? Welche gibt es? Verarbeitungreihenfolge kann Ergebnis beeinflussen(zwei Informationen: Evidenz A & Evidenz B → Reihenfolgeeffekt besteht, wenn Urteil für Darbietungsreihenfolge A-B anders ausfällt als für B-A) Primacy-Effektbesteht, wenn frühere Evidenz stärker gewichtet wird als spätere Recency-Effektbesteht, wenn spätere Evidenz stärker gewichtet wird
- Wovon wird sequentielle Informationsintegration beeinflusst? Komplexität der Information- Beeinflussung der SI durch Anforderungen an die Verarbeitung der Evidenzinformation→ Wie viel Informationsverarbeitung ist nötig? Muss bedeutsame erst bestimmt / eingeschätzt werden oder liegt aggregierte Information vor?- Expertise erleichtert Umgang mit komplexer Information Länge einer Sequenz- Wie viel abgrenzbare Evidenz sind in einer Sequenz enthalten?- Gedächtnisanforderungen: wenn AG stark beansprucht → neue Evidenz schwerer zu verarbeiten- Ermüdung- wenn viel Evidenz gesammelt → neue hat relativ dazu geringes Gewicht
- Wie beeinflusst Urteilsabfrage die Evidenzintegration? Prozedur der Urteilsabfrage kann Verarbeitungsart der Evidenzinformation beeinflussen Step-by-Step: Urteilsabfrage nach jeder einzelnen Evidenzdarbietung→ zwingt zu sofortiger Integration (starke kognitive Beanspruchung) End-of-Sequence: Gesamturteil am Ende der Sequenz→ stellt frei, ob vorab integriert wird; erlaubt aber auch Integration nach jeder Evidenz- ohne Zwischenintegration bei langen Sequenzen hohe Gedächtnisanforderung → Zwischenintegration bei langen Sequenzen trotz E-o-S
- Evaluation und Schätzung Evaluation Beurteilung, ob Hypothese zutreffend oder nicht (zw. 0 und 1) Auffassung der Evidenz als für oder gegen die Hypothese sprechend (zwischen -1 und 1) jede Evidenz für sich stützt oder schwächt Hypothese Schätzung Urteil ist Eindruck, der stärker oder schwächer sein kann (zw. 0 und 1) jede Evidenz für sich vermittelt Eindruck (zwischen 0 und 1) wenn Evidenz für momentanen Eindruck abweicht → Anpassung (Auf- oder Abwärtsanpassung) Reihenfolgeeffekte Evaluation implitiert additive Modelle Schätzung impliziert Modelle der Durchschnittsbildung Reihenfolge hat auf Evaluation keinen Einfluss, aber auf Schätzung (siehe Experiment Judy & Stereoanlage)
- Was ist das Belief-Adjustment-Model? → Bestimmung der Überzeugungsstärker nach k Evidenzen aus Überzeugungsstärke vor der Anpassung und der Anpassung wichtige Annahme: Evidenz nur bezüglich einer Dimension durch Urteile eingeschätzt→ keine Betrachtung konkurrierender Hypothesen Evidenzberücksichtigung = Anpassung momentaner Überzeugungsstärke auf Urteilsdimension Anker kann beim Bestimmen der Anpassung berücksichtigt werden (Schätzung) oder nicht (Evaluation)
- Reihenfolgeeffekte beim Belief-Adjustment-Model und in Abhängigkeit der Antwortprozeduren. Kontrasteffekte (Evidenz hat größere Anpassung zur Folge, wenn direkt nach gegenläufiger Evidenz) können Recency-Effekte verursachen Belief-Adjustment-Model Ausprägung der Reihenfolgeeffekte abhängig von: Evaluation oder Schätzung, Antwortprozedur. Sequenzlänge, simpel oder komplex E-o-S: wenn Sequenz kurz → Anpassung der Überzeugungsstärke in einem Schritt → erste Evidenz relativ starkes Gewicht → Primacy-Effekt bei kurzen Sequenzen: E-o-S Primacy, S-b-S Recency bei langen Sequenzen (wird E-o-S durch Zwischenintegration ähnlicher zu S-b-S) fast kein Effekt bei S-b-S (Tendenz: Recency), E-o-S Recency Primacy-Effekte nach anderen Theorien soziale Eindrucksbildung (Asch, 1946)Adjektiv früh in Liste bei Eindrucksbildung → Beeinflussung der Bedeutungsinterpretation attention decrement hypothesis (Anderson, 1981)Aufmerksamkeit für frühe Evidenz höher (Abbildung im B-A-M durch über die Zeit abnehmende Werte für Sensitivitäten) informatoin distortion (Russo, Meloy & Wilks, 2000)Evidenzverzerrung in Richtung des bevorzugten Urteils
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