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Vertiefung Kognition (Subject) / Diagnostisches Schließen (Lesson)

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  • Was ist diagnostisches Schließen? Suche nach Ursache oder besten Erklärung Form des induktiven Schließens wenn mögliche Erklärung bekannt: diagnostisches Schließen (wenn mögliche Erklärung konstruiert werden muss: abduktives Schließen)
  • Welche Wissensformen unterscheidet man? Kausale Modelle- wenn Symptom-Ursache-Assoziation im Gedächtnis → Symptome können mögliche Ursachenhypothesen aktivieren- Hypothesen aufgrund von Wissen über kausale Zusammenhänge aus Symptomen erschließbar Symptommuster: mit verschiedenen Ursachen unterschiedlich stark assoziiert → Mustererkennung, Kategorisierung semantisches Wissen: Symptom-Ursache-Assoziationen können als semantisches Wissen verfügbar sein oder... episodisches Wissen: ... aus früher erlebten Einzelfällen
  • Diagnostisches Schließen ist probabilistisches Schließen, weil ... ? Symptome treten meist nicht sicher auf, sondern mehr oder weniger wahrscheinlich Symptome haben oft mehrere mögliche Ursachen Ursachen sind mehr oder weniger wahrscheinlich
  • Stellen medizinischer Diagnosen. Symptome beobachten → Hypothesen generieren → Informationen suchen (Hypothesenauschluss/-generierung) → entscheiden Nutzung von  Wissen über Symptomkonstellationen & mögliche Ursachen Erinnerungen an ähnliche Fälle Wissen über Häufigkeiten & Ursachen (Basisrate, Erfahrungen) Wissen über kausale Mechanismen
  • Was ist HyGene? Wie funktioniert es? = Modell der Hypothesengenerierung und des diagnostischen Schließens basierend auf Gedächtnismodell (MINVERVA 2) → semantisches & episodisches Wissen Symptommuster → Hypothesenaktivierung durch semantisches & episodisches Wissen Anzahl parallel aktiver Hypothesen durch Arbeitsgedächtniskapazität beschränkt Es gibt global unzählige Hypothesen, welche nicht alle bekannt sind. Einige davon sind bekannt und semantisch im Hirn vorhanden. Einige der bekannten Hypothesen können beobachtete Daten erklären. Begrenzte Anzahl an erwogenen Hypothesen im Arbeitsgedächtnis. MINVERVA 2 = Gedächtnismodell; LZG als Sammlung der Gedächtnisspuren von Einzelereignissen2 Abrufprozesse: A) Echointensität: Summe der Aktivierung aller Gedächtnisspuren durch HinweisreizeB) Echoinhalt: (für jedes Attribut) Summe über alle Gedächtnisspuren gewichtet mit der Aktivierung der jeweiligen Gedächtnisspuren beobachtete Symptome als Hinweisreiz häufigere episodische Spuren geben Hypothese mehr Gewicht je stärker Aktivierung, desto wahrscheinlicher wird Hypothese in Menge erwogener Hypothesen je stärker Hypothesen im AG aktiviert → Schwlle für Aufnahme weiterer Hypothesen ↑ Wahl der subjektiv wahrscheinlichsten Hypothese als Diagnose subjektive Wahrscheinlichkeit bestimmt aus Echointensität und Echoinhalt 
  • Warum werden Fehldiagnosen wahrscheinlich, wenn nicht früh an die richtige Hypothese gedacht wird? Arbeitsgedächtniskapazität ist beschränkt nur begrenzte Anzahl an Hypothesen kann im AG parallel aktiviert sein Hypothesen strukturieren Diagnoseproblem und leiten Informationssuche (Suche nach Bestätigung) je mehr (falsche) Hypothesen bereits im AG aktiviert, desto schwerer wird es nachträglich noch weitere (richtige) Hypothesen aufzunehmen außerdem: je mehr Hypothesen im AG, desto weniger wahrscheinlich wird jede für sich eingeschätzt → Wahrscheinlichkeit für korrekte sinkt auch Videoanalysen zeigen, dass Ärzte innerhalb der ersten 50s Arbeitsdiagnosen erstellen wenn korrekte Diagnose unter Arbeitsdiagnosen → 96% haben richtige Diagnose gestellt wenn korrekte Diagnose NICHT unter Arbeitsdiagnosen → nur 14%
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