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MWF (Subject) / 7 (Lesson)
Gewalt in den Medien, Mediensucht, Begriff der Masse
This lesson was created by JudyLea.
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- Definiere Gewalt! Gewalt ist die vorwiegend absichtliche Ausübung von Aggression gegenüber einer Person oder einer Sache die mit Zwang und oder einer destruktiven Wirkung einhergehen kann und schädliche Folgen hat. Dies kann auf verbale, psychische und physische Weise geschehen und personaler oder struktureller Art sein.
- Zu welchen Zwecken wird Gewalt in den Medien gezeigt? - Unterhaltungszwecken (TV, Spiele) - Teil künstlerischer Arbeiten (Musik) - reale Gewalt im Internet und in sozialen Netzwerken - Darstellung realer Gewalt in Nachrichten
- Akteure von Gewalt - Spielfilmhelden töten im Sinne des Guten - Boulevard-Medien, Reality-TV -> Bedrohungen zum Alltagsgegenstand - Talk- und Gerichtshows -> Vorurteile, Stigmatisierung und Diskriminierung
- Was ist die Gefahr an der Tatsache das 80 % vom TV-Content Gewalt darstellt? - Medienrealität kann "Realität" erst kreieren und verschärfen, was sich wiederum auf die Realität auswirken kann - Darstellungen wie Bilder von Gewalt in Nachrichten oder Dokus über Verbrechen können diese noch verschärfen => Phänomen der gefühlten Kriminalität - durch die Darstellung von Gewalt wird 1. auf Gewalt aufmerksam gemacht 2. diese noch verschärft und 3. kann dies auch zum Nachahmen anleiten
- Was versteht man unter dem "Werther-Effekt"? - Berichte über Suizide können u.U. zum Nachahmen anleiten - Gefahr v.a. a.G. der Glorifizierung, Identifizierung, Aufmerksamkeit, Handlungsanweisung - deshalb ist hier besondere Diskretion angesagt; d.h. keine dramatischen Aufmachungen der Umstände (Wort und Bild), immer Hintergründe aufzeigen (Selbstmord a.G. Krankheit) und Lösungswege nennen (Hotlines)
- Thesen zur Wirkung von Gewalt - Kartharsisthese - Hemmungsthese - Habitualisierungsthese - Rationalisierungsthese - Suggestionsthese
- Fazit zum Thema Gewalt - kein simples Ursache-Wirkungs-Gefüge => suggestive Gewaltdarstelung führt nicht automatisch zur Gewaltanwendung - mehrere persönlichkeits- und umweltspezifische Faktoren spielen eine Rolle - dennoch ist die Rezeption von Gewalt nicht wirkungslos sondern wirkt stimulierend & erregend - Vielseher befürworten Gewalt v.a. dann häufiger, wenn sie humoristisch dargestellt wird und als normales Mittel zur Konfliktbewältigung verstanden wird
- Wie leiten Filme zu Gewalt an? - Helden wenden Gewalt im Sinne des Guten an -> sind dabei erfolgreich - Simples Gut-Böse-Schema verstärkt stupides Denken zwischen den Fronten - Spannung wirkt aufmerksamkeitssteigernd
- Warum können Computerspiele gewaltfördernd sein? - Gewalt ist in Handlungsgeschehen integriert und dadurch legitimatisiert - Identifikation mit Avatar - Spiel gegen menschliche Gegner (Massively Multiplayer Online Games MMOGs) - Gewalt wirkt belohnend durch die Gewinnung von Items - Gewaltdarstellung auf humoristische Weise signalisiert Akzeptanz
- Was ist Sucht? "siechen" = an einer Krankheit leiden - entsteht durch Gewohnheiten: gelegentlicher Konsum - normaler Genuss - ritualisierte Formen - zwanghaftes Verlangen - Entzugserscheinungen - Sucht lässt Vernunft schwinden, führt zu Kontrollverlust und geht mit dem Verlangen eines Erlebniszustands einher - Suchtmechanismus beruht nicht auf täuflischen Kräften oder der Substanz, sondern dem Nutzen der Substanz als Problemlösungsstrategie -> Suchtspirale
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- Stoffgebundene Süchte zB: Nikotin, Alk, Speed - wirken auf das Gehirn und machen abhängig - psychisches Leiden (Depris) und physisches Leiden (Zittern) zB: Kaufsucht, Spielsucht, Lesesucht => Verhaltenssüchte - zwanghafte Verhaltensmuster die ebenso mit psychischer und physischer Abhängigkeitssymptomatik verbunden sind => Belohnungseffekte im Gehirn spielen bei Süchtigen eine entscheidende Rolle
- Was verstand man im 18. Jhd. unter dem Phänomen "Lesewut"? - die Sucht Bücher zu lesen - v.a. bei Frauen die Romane lesen in der Kritik - so sollte das übermäßige Lesen vom realen Leben unangemessen ablenken, zur Isolierung von der Gesellschaft führen und die Fantasie überspannen, weshalb Moral und Sitte in Frage gestellt würde und demnach eine Bedrohung der bürgerliche Ordnung zu befürchten sei - OMG
- Gruppierung von TV-Süchtigen - Gelegenheitsseher - Normalseher - Vielseher - Exzessive Seher - Süchtige (mehr als 8 h / d)
- Was versteht man unter dem "Third-Person-Effekt"? Glaube, dass andere durch Massenmedien mehr beeinflussbar seien als man selbst. => Phänomen der verzerrten (Selbst-)Wahrnehmung
- Warum macht TV sehen süchtig? Warum gerade bei Älteren? - TV als Beruhigungsmittel bei Stress - TV wird zum Lebensinhalt, weil er in den Alltag integriert ist - Programmablauf richtet sich nach dem Alltag - Verlust des Zeitgefühls - einfach "Switchen/Zappen" -> wahllose Programmwahl; Sehen wird zum reinen Selbstzweck - positives Gefühl an das man sich gewöhnt und dieses aufrecht erhalten möchte - Schuldgefühle und Reue, gescheiterter Aufgabeversuche Ältere: - fühlen sich einsam - lenkt von körperlichen Beschwerden ab - Fenster zur Welt - Ritual und Konstante -> bietet Vertrauen & Sicherheit
- Warum gehen Menschen dermaßen exzessiv mit den Medien um? - soziokulturelle und psychosoziale Bedingungen - Medienhandeln ist das Spiegelbild für Kommunikations- und Lebensformen der Menschen - Medienhandeln spiegelt soziale gesellschaftliche Prozesse wieder, führt zu Individualisierung und erosiert traditionelle soziale Bindungen (Fans von Florian Silbereisen "schauen den gern")
- Welche Bedeutung hat der Begriff "Internetsucht" und welche Institutionen können bei dieser Symptomatik helfen? Ivan Goldberg prägte den Begriff - umstritten ist, ob Internetsucht eine eigenständige pathologische Verhaltenssucht darstellt oder die Symptomatik auf anderen psychischen Störungen beruht - Teen Spirit Island - KH in Hannover - Mainzer Ambulanz gegen Spielsucht - Internetsuchthilfe e.V. - Fachverband Medienabhängigkeit
- Definiere Massenkommunikation! MK ist jene Form der Kommunikation bei der Aussagen öffentlich durch technische Verbreitungsmittel einseitig und indirekt an ein disperses Publikum vermittelt werden.
- Begriff der Masse nach Le Bon - negative Sicht auf die Masse - geprägt von Kulturpessimismus - Masse gleicht einer Horde - Individuum geht in Anonymität auf - Vernunft und Orientierung schwinden - Unterbewusstes erlangt die Oberhand und wirkt zerstörerisch
- Masse in der KW - Aussagen an eine Vielzahl von Leuten - nicht überschaubares Publikum -> Anonymität - kein Austausch von Angesicht zu Angesicht - heterogenes Gebilde anonymer Individuen die Medien nicht gemeinsam nutzen
- Was versteht man unter der Psychologie der Massenmedien nach Maletzke (1963)? - Mediennutzung erfolgt: dirket/indirekt einseitig/wechselseitig privat/öffentlich Trennung von Massenkommunikation und Massenphänomenen "disperses Publikum"