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Entwicklungspsychologie WiSe 17/18 (Subject) / 7. Vorlesung (Säugling: Sprachliche Entwicklung) (Lesson)
7. Vorlesung (Säugling: Sprachliche Entwicklung)
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- Die Komponenten der Sprache Primäre (zur Verständigung) und sekundäre (lesen und schreiben) Funktionen der Sprache Pragmatisches (Verwenden der Sprache) und metalinguistisches (reflexives Verstehen der Sprache auf unterschiedlichen Ebenen) Wissen Phonologissche Entwicklung: Rezeptive und produktive phonologische Entwicklung, Lernen über Sprachstruktur Semantische Entwicklung: Wortschatz Syntaktische Entwicklung: Erwerb grammatischer Fähigkeiten, Satzproduktion
- Rezeptive phonologische Entwicklung Prosodie (Sprachmelodie) Neugeborene und Föten unterscheiden zwischen Sätzen vorgelesen in der Muttersprache und Fremdsprache >> Nutzen prosodische Merkmale Deutsche (anfangsbetont) und französische (endbetont) Babys schreien unterschiedlich Lautdiskriminierung im Erwachsenenalter: die kategoriale Wahrnehmung von sprachlichen Lauten
- Kategoriale Wahrnehmung von sprachlichen Lauten bei Säuglingen? 1-4 Monate alte Säuglinge wurden auf synthetisierte Sprachlaute habituiert 20D Gruppe hörte wiederholt einen /ba/ Laut mit einer VOT von 20 >> Habituation Wenn der Laut nach /pa/ mit VOT 40 verändert wurde >> Dishabituation 20S Gruppe wurde auf einen /pa/ Laut mit VOT 60 habituiert Wen der /pa/ Laut zu einem /pa/ mit VOT 80 verändert wurde, dishabituieren die Säuglinge nicht >> Hinweis für die kategoriale Wahrnehmung von sprachlichen Lauten
- Lautdiskriminierung (native language attunement / perceptual narrowing) Einstellen auf Laute der Muttersprache Zu Beginn können Säuglinge auch zwischen Lauten einer Fremdsprache unterscheiden, die Erwachsene nicht mehr unterscheiden können (Werker & Polka, 1993, Werker & Tees, 1984) 6-12 Monate: Spezialisierung auf Sprachlaute, die in der Muttersprache vorkommen
- Phonetisches Lernen Regeln der Phonotaktik Phonetisches Lernen: "Zwischen neun und zehn monaten zeigen Säuglinge phonetisches Lernen, aber nicht vorausgezeichnet im Kontakt mit einer fremden Sprache, was auf einen Lernprozess hindeutet, der kein langfristiges Zuhören erfordert und durch soziale Interaktion verstärkt wird." >> Kinder, die asiatische Muttersprache gesehen haben, konnten danach besser Kontrast wahrnehmen Regeln der Phonotaktik: Sensibilität gegenüber Regelhaftigkeiten in der Sprache >> In jeder Sprache treten bestimmte Laute mit höherer Wahrscheinlichkeit zusammen auf als andere Wörter-Lernen auf Basis von statistischen Regelmäßigkeiten Im Alter von 9 Monaten sind Säuglinge sensitiv für phonotaktische Regeln zum bestimmen der Wörter und reagieren auf die Wahrscheinlichkeit des Auftretens phonetischer Sequenzen Englische Babys haben Präferenz für englische Wörter, niederländische für niederländische, usw.
- Produktive phonologische Entwicklung Zwischen 6-8 Wochen: gurren Zwischen 2.-4. Lebensmonat: werden zunehmend mehr Laute produziert - Muttersprache übergreifend - brabbeln >> Brabbeln: Einer Sprache ähnliche Vokalisierungen, universal für alle Kulturen >> Gehörlose Säuglinge: "brabbeln" mit den Händen, aktiviert gleiche kortikale Areale wie auch verbales Brabbeln Zwischen 6.-9. Lebensmonat: Lall-Phase, spezifisch für die Muttersprache Zwischen 10.-14. Lebensmonat: erste Wörter
- Wortschatz: Schnelles Wachstum Wortschatz: erste Wörter Schnelles Wachstum 10-14 Monate. erstes Wort 15 Monate: erste 10 Wörter 18 Monate: Ende "ein Wort" Phase (holophrasische Phase) 16-24 Monate: 50 Wort Grenze erreicht, entwicklungskritischer Punkt >> ab hier können sehr viele neue Wörter gelernt werden (Wortexplosion) Erste Wörter "Holophrases": Einzelne Wörter zum Ausdrücken ganzer Sätze Übergeneralisierung: die Anwendung eines Wortes auf eine große Menge von Objekten / Ereignissen Überspezifizierung: Wort bezieht sich nur auf eine Instanz einer Kategorie, nicht auf die ganze Kategorie
- Wortschatz: Das Problem der Referenz Wortschatzbildung: Schnelle Bedeutungsbildung / "Fast Mapping" Das Problem der Referenz Referenz: Die Beziehung zwischen Wörtern und dem, was sie bedeuten >> Babys müssen lernen, worauf sie sich beziehen (Gavagai Problem, Quine 1960) Assoziation zwischen vertrauten Wörtern und Referenz bei 6-Monate-alten Babys Schnelle Bedeutungsbildung / "Fast Mapping" Das rasche Lernen eines neuen Wortes aus der kontrastiven Verwendung eines bekannten und eines unbekannten Wortes
- Erwerb grammatischer Fähigkeiten: Satzproduktion (Theorien des Spracherwerbs: Auflistung) Erste Sätze: Werden 8-12 Monate nach dem ersten Wort formuliert, Reihenfolge der Wörter ähnlich wie bei Erwachsenen, wobei die weniger wichtigen Wörter weggelassen werden Telegrammstil: Zwei- und Drei-Wort-Sätze >> bspw. "mehr Kekse" Sprachverständnis vor Sprachproduktion: Kind versteht viel mehr als es schon selbst produzieren kann Theorien des Spracherwerbs: Behavioristische Perspektive Nativistische Perspektive Interaktionistische Perspektive
- Theorien des Spracherwerbs: Behavioristische Perspektve Spracherwerb folgt basalen Prinzipien der Operationalisierung und Verstärkung >> Während die Umwelt auf "richtige" Lautäußerungen des Kleinkindes positiv-verstärkend reagiert, zeigt sie "falschen" Äußerungen gegenüber keine oder negative Reaktionen Die Theorie kann nicht erklären... ... warum Kinder schnell die sprachlichen Regeln lernen können? ... wie kinder viele neue Äußerungen konstruieren, die ducrh andere nicht verstärkt wurden ... wie Kinder grammatikalische Regeln au "Nicht-Wörter" anwenden können
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- Die nativistische Perspektive (Noam Chomsky) Alle Sprachen teilen eine universelle Struktur >> universelle Grammatik Das Kind erwirbt die spezifischen Regeln seiner Muttersprache basierend auf einem angeborenen Spracherwerbsmechanismus ("Language acquisition device") Pro: Neuronale Strukturen der Sprachverarbeitung ähnlich in Säuglingen und Erwachsenenalter Gen relevant für sprachliche Produktion (FOXP2 Gen) Kontra Spracherwerb ist fehleranfälliger als die Theorie es vorhersagt Ein grammatikalisches System, dass allen Sprachen zugrunde liegt, konnte bisher nicht gefunden werden
- Theorien des Spracherwerbs: Die nativistische Perspektive (Noam Chomsky) Alle Sprachen teilen eine universelle Struktur >> universelle Grammatik Das Kind erwirbt die spezifischen Regeln seiner Muttersprache basierend auf einem angeborenen Spracherwerbsmechanismus ("Language acquisition device") Pro: Neuronale Strukturen der Sprachverarbeitung ähnlich in Säuglingen und Erwachsenenalter Gen relevant für sprachliche Produktion (FOXP2 Gen) Kontra Spracherwerb ist fehleranfälliger als die Theorie es vorhersagt Ein grammatikalisches System, dass allen Sprachen zugrunde liegt, konnte bisher nicht gefunden werden
- Theorien des Spracherwerbs: Interaktionistische Perspektive Interaktion zwischen angeborenen Fähigkeiten und Umwelteinflüssen Angeborene Spracherwerbsfähigkeiten: Säuglinge haben erstaunliche Fähigkeiten zur Analyse der Sprache Sozialpsychoogische Faktoren: Soziale Kompetenzen und sprachliche Erfahrung wirken sich auf die sprachliche Entwicklung aus