Sozialgeographie (Subject) / VL 4 (Lesson)
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Mögliche Klausurfragen
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- Inwiefern steht der raumwissenschaftliche Ansatz von Bartels im Kontext der "quantitativen Revolution"? Bartels wirft, wie die quantitative Revoltuion, alteingesessene überwiegend deskriptive Geographie über den Haufen. Durch "messen, zählen, berechnen" sollen "Raumgesete" zu einer "Raumtheorie" zusammengührt werden und der Natur-/Geodeterminismus durch den Distanzdeterminismus ersetzt werden. Dies mündet in der quantitativ-analytischen Sozialgeographie.
- Erläutern Sie, inwiefern der raumwissenschaftliche Ansatz vin Bartels eine Wende in der Sozialgeographie einleitet! Die Sozialgeographie wandte sich nun nach und nach von den alten Ansätzen ab. Durch Einsatz von computergestützten statistischen Verfahren wie z.B. Simulationen, sowie quantitative Mezhoden, marshcierte die Sozialgeographie in Richtung Sozialraumanalyse.
- Benenne Sie die Hautpaufgaben des raumwissenschaftlichen Ansatzes nach Dietrich Bartels! Die Hauptaufgaben sind die erdoberflächlichen Verteilungs- und Verbreitungsmuster zu erfassen und zu erklären. Hierbei wird der "Raum" nicht mehr als objekt- und/oder wesenhafte Gegebenheit gesehen, sondern als Konzeption, die ein exaktes verorten von Dingen ermöglicht.
- Nenne un erläutern Sie die drei Schritte des raumwissenschaftlichen Ansatzes nach Dietrich Bartels zur "Erfassung und Erklärung eroberflächlicher Verteilungs- und Verbreitungsmuster"! Erdräumliche Lokalisierung und Beschreibung -> Zerlegung der Oberfläche in künstliche, gleichmäßige Zellen Herstellung von Regionszusammenhängen -> Zellen ähnlicher Indikatoren werden zu größeren Einheiten zusammengefasst Modellhafte Repräsentation räumlicher Verbreitungs- und Beziehungsregelmäßgkeiten -> aus den Daten wird ein Modell entwickelt, das nun empirisch getestet wird
- Nennen Sie Kritikpunkte am raumwissenschaftlichen Ansatz von Dietrich Bartels! Zirkelschluss -> räumliches Erscheinen soll durch Räumliches erklärt werden Risiko der Distanzdeterminismus räumliche Koinzidenz begründet keinen Kausalzusammenhang
- Wie ist "Sozialgeographie" nach der "Münchener Schule" definiert? Wissenschaft von den räumlichen Organisationsformen und raumbildenden Prozessen der Grunddaseinsfunktionen menschlicher Gruppen und Gesellschaften.
- Erläutern Sie die sozialgeographische Verhaltensgruppe und die sozialgeographische Merkmalsgruppe und grenzen Sie diese Konzeptionen vom soziologischen Gruppenverständnis ab! Sozialgeographische Verhaltensgruppe:Menschen die sich in einer vergleichbaren sozialen Lage befinden und somit Verhaltensweisen entwickeln, die vergleichbare Einflüsse auf räumliche Prozesse und Strukturen ausüben sind in einer sozialgeographischen Verhaltensgruppe einzusortieren Sozialgeographische Merkmalsgruppe:Menschen die aufgrund einer/mehrerer Merkmale zu einer Gruppe zusortiert werden können Bei dem soziologischen Gruppenverständnis muss ein Interaktions- bzw. Kommunikationsverhältnis zwischen den Mitgliedern bestehen. Die Münchener Schule setzt dagegen keinen Interaktionszusammenhang voraus.
- Erläutern Sie die Nachteile der Funktionstrennung nach dem Leitbild der "funktionellen Stadt"! Die Stadt muss direkt als funktionelle Einheit definiert und großräumlich geplant werden. Dies mag zwar auf neue Städte anwendbar sein, in historisch gewachsenen Ballungsräumen stellt dies jedoch unter umständen Probleme dar.
- Nennen Sie Kritikpunkte an der Sozialgeographie der "Münchener Schule"! Schwache theoretische Basis -> weitgehende nichtbeachtung von soziologischen Arbeiten Erklärung von räumlichen durch räumliches Problematische Konzeptionalisierung von sozialgeographischen Gruppen Reduktionistisches und deskriptivisches Raumverständnis: Raum wird als "Prozessanzeiger" oder "Registrierpalette" menschlichen Handelns aufgefasst
- Nennen Sie die Daseinsgrundfunktionen nach der "Münchener Schule der Sozialgeographie"! Arbeiten Wohnen Verkehren sich versorgen sich bilden sich erholen
- Welches Ziel verfolgt die "Münchener Schule"? Unter Bezugnahmen auf menschliche Bedürfnisse Raumforschung und Raumplanung zu betreiben. Das geeignet Mittel dazu ist das Konzept der Daseinsgrundfuktion.
- Erläutern Sie die Gesellschafts-Raum-Konzeption nach der "Münchener Schule"! Die Landschaft wird als Prozessfeld verstanden. Auf diesem reproduzieren Gruppen "gewordene Strukturen", wandeln diese ab oder bringen neue hervor. Beobahtbare Kulturlandschaften werden damit als "geronnene Durchgangstadien" früher verwirklichter Daseinsentfaltung interpretiert. Raum ist somit Projektion der Gesellschaft. Gleichzeitig beeinflusst die Raumstruktur auch die gesellschaftliche Organisation.
- Wie ist der Begriff "Landschaft" nach der "Münchener Schule" aufzufassen? Die Landschaft wird als Prozessfeld gesehen. Demnach ist die Kulturlandschaft als ein komplexes Gefügebild räumlicher Strukturmuster der Daseingrundfunktion zu begreifen.
- Nennen Sie das Leitbild/Grundprinzip der Charte von Athen! Inwiefern ist dieses mit der Sozialgeographie der "Münchener Schule" verwandt? Das Leitbild der Charta von Athen ist die Funktionstrennung innerhalb der Stadt. Es wird in vier Kategorien unterteilt (Wohnen, Arbeit, Erholen, Verkehr). Dieses Grundprinzip wird in den Daseinsgrundfunktionen der Münchener Schule aufgegriffen.
- Welches Leitbild der räumlichen Planung der 1930er Jahre greift die "Münchener Schule" der Sozialgeographie auf? Sie greift das Leitbild der Funktionstrennung auf.
