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Klinische Master (Subject) / Angststörungen (Lesson)
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- fünf Typen spezifischer Phobien (nach Häufigkeit gegliedert) 1. Situationstypus (Examens-, Flugangst, Akrophobie = Höhenangst, Klaustrophobie = Angst vor engen Räumen) 2.Tiertypus (z.B. Spinnen, Schlangen, Insekten) 3. Blut-, Spritzen- und Verletzungstypus (75% der Betroffenen fallen in Ohnmacht (= untypische physiologische Reaktion) 4. Umwelttypus (z.B. Gewitter, Sturm, Wasser)5. Anderer Typus (z.B. Ersticken, kostümierten Personen)
- spezifische (isolierte) Phobien ausgeprägte Angst vor einem spezifischen Objekt oder einer spezifischen Situation ruft unmittelbare Furcht oder Angstreaktion hervor phobische Objekt/ Situation wird aktiv vermieden oder nur unter starker Furcht ertragen Furcht geht über das Ausmaß der tatsächlichen Gefahr hinaus
- Graduierte Exposition (Systematische Desensibilisierung) Beispiel: Schlangenphobie1. Bild einer Schlange im Lexikon ansehen2. Schlange auf dem Bild berühren3. Plastikschlange kaufen4. Plastikschlange berühren / mit ihr spielen5. Zoobesuch: Im Terrarium ansehen,Verhalten der Schlange erklären lassen6. Mit lebendiger Schlange im Raum aufhalten7. Therapeut nimmt Schlange um den Hals8. Patient nimmt Schlange um den Hals
- Massierte Exposition Sofort Konfrontation mit maximal angstauslösenden Reizen -> Patient zwingen, die Schlange um den Hals zu legen
- Applied Tension Sonderfall: Blut-, Verletzungs-, Spritzenphobie 1) Verhaltensanalyse2) Entspannungstechniken lernen3) angstauslösende Bilder ansehen, erste Ohnmachtsanzeichen wahrnehmen und Anspannungstechniken anwenden4) Besuch bei Blutspendestelle (zusehen und selbst spenden)5) Bei Operation zusehen
- Soziale Angststörung (Soziale Phobie) Diagnostik SKID und DIPS (Interviews) Social Phobia Scale (SPS) Social Interaction Anxiety Scale (SIAS) Selbstbeurteilungsmaße Können erste Hinweise zur Therapieplanung gebenSpäter: Hilfe zur Evaluation des Therapieerfolgs
- soziale Angststörung (früher soziale Phobie) ausgeprägte Angst oder Furcht vor einer oder mehreren sozialen Situationen, in denen Person von anderen beurteilt werden könnte zB Gespräch Befürchtung Angst zu offenbaren durch Verhalten und dadurch negativ bewertet und zurückgewiesen zu werden soziale Situationen rufen fast immer Angst und Furcht aus und werden vermieden oder mit intensiver Furcht ertragen Furcht geht über das natürliche Ausmaß der tatsächlichen Bedrohung hinaus > 6 Monate
- Panikattacke = Keine codierbare Störung! = eine plötzliche Anflutung intensiver Angst oder intensiven Unbehagens, die innerhalb von Minuten einen Höhepunkt erreicht, wobei in dieser Zeit 4 der folgenden Symptome auftreten Herzklopfen Schwitzen Zittern Gefühl der Kurzatmigkeit Erstickungsgefühle Schmerzen/ Beklemmungsgefühl in der Brust Übelkeit/ Magen-Darm-Beschwerden Schwindelgefühle, Unsicherheit
- Panikstörung wiederholte unerwartete Panikattacken bei mind. einer der Attacken folgt ein Monat mit mind einem der folgenden Symptome: anhaltende Besorgnis über das Auftreten weiterer Panikattacken oder deren Konsequenzen (oft auf Gesundheit bezogen, das leichte Symptome einen katastrophalen Ausgang haben können) eine deutlich fehlangepasste Verhaltensänderung infolge der Attacken
- Agoraphobie ausgeprägte Furcht oder Angst vor zwei (oder mehr) der folgenden 5 Situationen (fettgedruckt: am häufigsten) > 6 Monate Benutzung öffentlicher VErkehrsmittel auf offenen Plätzen sein in geschlossenen öffentlichen Räumen sein Schlange stehen / in MEnschenmenge sein alleine außer Haus sein Situationen werden gefürchtet oder vermieden, weil eine Flucht schwierig sein könnte oder weil im Falle panikartiger Symptome Hilfe nicht erreichbar sein könnte Situationen rufen fast immer Furchtreaktion hervor und werden aktiv vermieden bzw nur in Begleitung aufgesucht oder unter intensiver Furcht ertragen Furcht/ Angst geht über das Ausmaß der tatsächlichen GEfahr hinaus
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- Selektiver Mutismus andauernde Unfähigkeit in sozialen Situationen zu sprechen, in denen das Sprechen erwartet wird (Schule), obwohl Person in anderen Situationen sprechen kann schulische/ berufliche Leistung und soziale Kommunikation werden beeinträchtigt Unfähigkeit zu sprechen ist nicht durch mangelnde Sprachkenntnisse oder unwohlfühlen mit der Sprache gekennzeichnet sehr seltene Störung (12-Monats-Prävalenz geschätzt auf 0,1 bis 1 %)
- Generalisierte Angststörung übermäßige Angst und Sorge bezüglich mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten, die während mind. 6 Monaten an Mehrzahl der Tage auftreten Schwierigkeiten Sorgen zu kontrollieren 3 oder mehr der folgenden Symptome: Ruhelosigkeit leichte Ermüdbarkeit Konzentrationsschwierigkeiten Reizbarkeit Muskelspannung (Zittern, Zucken usw) Schlafstörung
- wie äußert sich die generalisierte Angststörung? Sorgen treten praktisch automatisiert und schnell aufeinander folgend auf → „Sorgenketten“ Betroffene im Erwachsenenalter sorgen sich über alltägliche Lebensumstände (z.B. Finanzen, Verspätungen, Sicherheit der Kinder, eigene Gesundheit und die von Familienmitgliedern) Betroffene im Kindesalter sorgen sich um ihre Kompetenz oder Qualität ihrer Leistungen Betroffenen zeigen Vermeidungsverhalten sowie ausgeprägtes Rückversicherungsverhalten (= Verhaltensweisen zur Angstreduktion/Beruhigung, Vertrauen in Verhaltensinformation sinkt schnell, folglich Wiederholung des Verhaltens)
- Zwei Arten von Sorgen nach Wells (1995; 1999) 1. Typ-I-Sorgenbeziehen sich auf alltägliche Ereignisse (z.B. Unfälle, Krankheiten) „Wo bleibt Klaus nur so lange? Er hätte schon vor 10 Minuten zu Hause sein müssen! Was wenn er einen Unfall hatte und schwer verletzt ist?“ 2. Typ-II-Sorgensog. Sorge über die Sorge (Metasorge), wobei Typ-I-Sorgen sowohl positiv als auch negativ bewertet werden„Wenn ich mir keine Sorgen mache, werde ich böse überrascht.“„Sich so viele Sorgen zu machen ist nicht mehr normal.“
- Generalisierte Angststörung – Diagnostik Aufgrund hoher Komorbidität strukturierte Interviews durchführen (SKID, DIPS, CIDI, IDCL) • Fragebögen als Explorationshilfe anseheno Anxiety Screening Questionnaireo Penn State Worry Questionnaireo Meta-Kognitions-Fragebogen• Sorgentagebücher
- Panikstörung Auftreten und Risikofaktoren 12-Monats-Prävalenz: 2 - 3 % Frauen: Männer 2:1 durchschnittliche Erstmanifestation: 20 bis 24 Jahre typische Verlauf: chronisch aber schwankend Risikofaktoren: Neurotizismus, Angstsensitivität, sexueller/ körperlicher Missbrauch, Rauchen, Kinder von Eltern mit Angst-, bipolarer oder depressiver Störung
- Panikstörung Abzugrenzen von Anderer näher/ nicht näher bezeichnete Angststörung wird diagnostiziert wenn noch nie Panikattacken mit vollständiger Symptomatik erlebt wurden Andere psychische Störungen, bei denen Panikattacken als zugehöriges Merkmal auftreten (andere Angsstörungen / psychotische Störungen) zB ausgelöst durch soziale Situation bei der sozialen Angsstörung - diagnostischer Marker ist, dass bei der Panikstörung die Panikattacken unerwartet auftreten und bei anderen Störungen in spezifischen Situationen Komorbidität: Vielzahl an allgemeinen medizinische Symptomen (Asthma, Lungenerkrankungen), Depressionen, Bipolare Störungen
- Soziale Angststörung Auftreten und Risikofaktoren 12-Monats-Prävalenz: 7% Frauen: Männer 1,5:2,2 (Frauen eher komorbide depressionen, bipolare und andere Angststörungen; Männer eher Drogenmissbrauch, opositionelles Trotzverhalten) mittlere Erstmanifestation: 13 Jahre, möglich im Anschluss an belastendes oder peinliches Ereignis (Mobbing) im Erwachsenenalter eher selten Risikofaktoren: Verhaltenshemmung und negative Bewertung, Misshandlung (jedoch eher Prädiktor für Angststörung), familiäre Häufung ( Gen-Umwelt-Interaktion: Kinder mit Verhaltenshemmung sind empfänglicher für Umweltreize zB ängstliches Modelllernen)
- Soziale Angststörung Abzugrenzen von Nichtpathologische Schüchternheit sollte sich nicht belastend auf Berufs- und sozialbereiche auswirken Agoraphobie fürchten, vermeiden Situation aus Angst nicht flüchten zu können und nicht aus Angst vor negativer Bewertung Selektiver Mutismus sprechen mitunter aufgrund einer Befürchtung von negativer Bewertung, fürchten jedoch keine Situationen in denen nicht gesprochen werden muss Komorbidität: Beginn der Erkrankung liegt meist vor komorbiden Störungen (Depression, bipolare Störungen, körperdysmorphe Störungen)
- spezifische Phobie Auftreten 12-Monats-Prävalenz: 7 bis 9 % Frauen häufiger als Männer 2:1 (Blut-Spritzen-Verletzungs-Phobie gleich verteilt) Erstmanifestation in jedem Alter die meisten Phobiker erinnern sich nicht an Auslöser, jedoch können bedrohliche oder traumatisierende Erlebnisse oder die Erzählung davon Phobie auslösen dauern Phobien in das Erwachsenenalter an, ist eine Remission selten bei älteren Personen tritt eine Phobie häufiger bei einer somatischen Vorerkrankung auf 60 % erhöhtes Suizidrisiko im Vergleich zu Gesunden
- Risikofaktoren Neurotizismus mütterliche Überbehütung Verlust/ Trennung der Eltern körperlicher/ sexueller Missbrauch
- spezifische Phobie Abzugrenzen von Agoraphobie entscheidend ist die Anzahl unterschiedlicher Angstauslösender Situationen Soziale Angsstörung liegt vor wenn Situation wegen Angst vor negativer Bewertung gemieden wird Zwangsstörung wenn der Furcht vor Objekt/ Situation aus Zwangsvorstellungen resultiert (Angst vor Auto fahren, weil jemand verletzt werden könnte) Komorbidität: eine reine spezifische Phobie ist selten in psychiatrischen Einrichtungen und mehr in nichtmedizinischen beratungsstellen anzutreffen assoziiert mit Depression, Angsstörungen, bipolare Störungen, Subtsanzkonsumstörungen, dependente Persönlchkeitsstörung
- Therapie Angststörungen Heilungschancen sind gut Psychotherapie reicht häufig ausExposition ist unabdingbarTherapieformenKognitive VerhaltenstherapiePsychoanalyse (nur auf Wunsch)Sport und EntspannungMedikamenteUnbehandelt droht Chronifizierung